Zum Inhalt springen
WM 2026

WM 2026: Die Chancen von Deutschland, Österreich und der Schweiz

WM 2026: Die Chancen von Deutschland (Gruppe E), Österreich (Gruppe J) und der Schweiz (Gruppe B) - Gruppen, Gegner, realistische Ziele und der Reiz eines deutschsprachigen Duells.

Von Nina Hartmann 11. Mai 2026

Travel album of the Van den Broek family 1935-1937, 1935 - 1937 Photo album of the Van den Broek family from Utrecht. The travel album has a red checkered plastic cover. Interior consists of 28 brown and black blades separated by pergamine Foto: PieMags via SmartFrame

Drei deutschsprachige Mannschaften, drei sehr unterschiedliche Ausgangslagen. Deutschland reist als viermaliger Weltmeister mit dem Anspruch in die USA, möglichst weit zu kommen - aber als Außenseiter im engeren Favoritenkreis. Österreich ist bei einer WM endlich wieder dabei, zum ersten Mal seit 1998. Und die Schweiz hat in den letzten Turnieren bewiesen, dass sie keinem Großen aus dem Weg geht. Wie weit kann es für die drei bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko gehen? Ein Blick auf Gruppen, Gegner und realistische Ziele.

Deutschland: Gruppe E - ein gutes Los

Bei der Auslosung am 5. Dezember 2025 hat Deutschland Gruppe E gezogen: mit Curaçao, der Elfenbeinküste und Ecuador. Keine andere Topnation, dafür ein WM-Debütant zum Auftakt - das kleinste Land, das sich je für eine WM qualifiziert hat. Die Elfenbeinküste, Afrikameister von 2023 und eines der CAF-Schwergewichte, dürfte das Schlüsselspiel um den Gruppensieg liefern; Ecuador ist defensiv stabil und im letzten Gruppenspiel ein unangenehmer Brocken.

Für eine Mannschaft mit dem Anspruch Deutschlands ist das ein Los, mit dem man arbeiten kann. Realistisches Ziel: der Gruppensieg, der beim neuen Modus mit 48 Teams den vermeintlich leichteren Weg ins Sechzehntelfinale ebnet. Alles weiter ist offen - nach den Gruppenphasen-Aus 2018 und 2022 und dem EM-Achtelfinale 2024 ist das Team von Julian Nagelsmann nicht der Maßstab, der es einmal war. Ein Viertelfinale wäre ein ordentliches, ein Halbfinale ein sehr gutes Turnier; alles darüber hinaus müsste vieles zusammenkommen. Die Details zu Spielplan, Spielorten und Kader: Deutschland bei der WM 2026 und die Konstellation in Gruppe E.

Österreich: Gruppe J - die schwerste Aufgabe

Österreich ist in Gruppe J gelandet - und damit auf den Titelverteidiger. Argentinien um Lionel Messi ist die mit Abstand schwerste Hürde, die ein gesetzter Gegner bieten kann; dazu kommen Algerien, eine spielstarke afrikanische Mannschaft, und Jordanien, das sich erstmals für eine WM qualifiziert hat. Aus österreichischer Sicht heißt das: Platz eins ist sehr unwahrscheinlich, der Kampf geht um Rang zwei oder einen der besten Drittplätze.

Das ist machbar - der neue Modus, bei dem auch acht Gruppendritte ins Sechzehntelfinale einziehen, hilft Mannschaften wie dem ÖFB-Team. Unter Ralf Rangnick hat Österreich zuletzt einen klaren Stil und eine ordentliche Bilanz vorzuweisen. Realistisches Ziel: das Sechzehntelfinale zu erreichen - der Sprung in die K.-o.-Phase wäre für das ÖFB-Team seit Jahrzehnten der erste echte Erfolg bei einer WM (das letzte herausragende WM-Resultat war Platz drei 1954 in der Schweiz). Dort wäre dann schnell Schluss - aber allein das Weiterkommen wäre ein Erfolg. Mehr dazu: Österreich bei der WM 2026 und Gruppe J.

Schweiz: Gruppe B - eine ungewöhnliche Gruppe

Die Schweiz spielt in Gruppe B - und die hat es in sich, allerdings anders als Österreichs. Mitgastgeber Kanada hat den Heimvorteil und eine athletische Mannschaft, Katar bringt die Routine des WM-Gastgebers von 2022 mit, Bosnien-Herzegowina ist eine klassische europäische Wundertüte. Ein klarer Favorit ist diese Gruppe nicht - was für die Schweiz Chance und Risiko zugleich bedeutet: Der Gruppensieg ist drin, ein Ausrutscher aber auch.

Die Schweizer Bilanz der letzten Jahre macht Mut: WM-Achtelfinale 2014, 2018 und 2022 (2022 nur knapp hinter Gruppensieger Brasilien), dazu der Sprung ins EM-Viertelfinale 2024 nach einem Sieg über Titelverteidiger Italien. Diese Mannschaft kommt regelmäßig in die K.-o.-Runde - und scheitert dann meist knapp. Realistisches Ziel 2026: erneut die K.-o.-Phase, und diesmal vielleicht der ersehnte Schritt darüber hinaus, ins Viertelfinale, was der Schweiz bei einer WM zuletzt 1954 (als Gastgeber) gelang. Die Einordnung: Schweiz bei der WM 2026 und Gruppe B.

Das deutschsprachige Duell - wann es kommen könnte

Direkt in der Vorrunde treffen die drei nicht aufeinander - sie sind in unterschiedlichen Gruppen. Ein Aufeinandertreffen wäre also nur in der K.-o.-Runde möglich, und das eher zufällig: Die K.-o.-Pfade hängen davon ab, wer als Erster oder Zweiter durchkommt und welche Drittplatzierten weiterkommen. Das letzte WM-Duell Deutschland gegen die Schweiz gab es 1966 (5:0 für Deutschland) und davor 1938 in jenem legendären, wiederholten Achtelfinale, das die Schweiz gewann; Deutschland gegen Österreich bei einer WM bleibt vielen aus 1978 als “Schmach von Córdoba” und aus 1982 als das berüchtigte “Nichtangriffspaktspiel” von Gijón in Erinnerung.

Reizvoll wäre ein solches Wiedersehen also allemal - aber zuerst müssen alle drei ihre Vorrunden überstehen. Wer sich durch alle Gruppen klicken will: WM 2026 Gruppen; alle 48 Mannschaften im Überblick: WM 2026 Teams.

Die nüchterne Einordnung

Stellt man die drei nebeneinander, ergibt sich ein klares Bild: Deutschland hat das beste Los und den größten Anspruch, aber auch den größten Erwartungsdruck - alles unter dem Viertelfinale wäre eine Enttäuschung, ein Halbfinale das Mindeste, um von einem geglückten Turnier zu sprechen. Die Schweiz hat die schwierigere Gruppe als Deutschland, aber die bessere jüngere Turnierbilanz - für sie zählt das Achtelfinale als Pflicht, alles darüber als Bonus. Österreich hat mit Argentinien die brutalste Auslosung erwischt - hier ist schon das Erreichen der K.-o.-Runde der Erfolg.

Was bei allen drei mitschwingt: die Begleitumstände einer WM in den USA, Kanada und Mexiko - Hitze in Houston, Dallas oder Monterrey, die Höhenlage in Mexiko-Stadt, weite Reisen. Das nivelliert manches und kann Außenseitern helfen. Eine laufende Einschätzung zu allen Teams gibt es unter WM 2026 Prognose; für den historischen Vergleich lohnt ein Blick in die WM-Geschichte und auf die vier deutschen WM-Titel. Bis zum Anpfiff am 11. Juni 2026 wird sich noch viel entscheiden - in den Testspielen, bei den Kadernominierungen und auf dem Trainingsplatz.

Häufige Fragen zu DACH bei der WM 2026

Sind Deutschland, Österreich und die Schweiz bei der WM 2026 dabei? Ja - alle drei deutschsprachigen Nationen haben sich qualifiziert. Deutschland spielt in Gruppe E, die Schweiz in Gruppe B und Österreich in Gruppe J.

Wann war Österreich zuletzt bei einer WM? 1998 in Frankreich. Es ist die erste WM-Teilnahme seit 28 Jahren - dazwischen verpasste das ÖFB-Team alle sechs Weltmeisterschaften (2002 bis 2022).

Wie ist die Bilanz der Schweiz bei den letzten WMs? Die Schweiz hat das Achtelfinale bei den WMs 2014, 2018 und 2022 erreicht - drei K.-o.-Teilnahmen in Folge, jedes Mal Endstation in der ersten K.-o.-Runde.

Gibt es ein deutschsprachiges Duell in der Vorrunde? Nein. Deutschland, Österreich und die Schweiz sind in unterschiedliche Gruppen gelost worden. Ein Aufeinandertreffen wäre frühestens in der K.-o.-Phase möglich.

Wer hat das schwerste Los? Österreich - in Gruppe J wartet mit Argentinien der amtierende Weltmeister, dazu Algerien und WM-Debütant Jordanien.

Autor

Nina Hartmann

Redakteurin Frauenfußball & Analyse

Nina Hartmann deckt den Frauenfußball ab - von der Frauen-WM 2027 in Brasilien bis zu den DFB-Frauen - und liefert daten- und taktikgetriebene Analysen zu großen Turnieren.

Mehr aus WM 2026