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DFB-Team

Bayern gewinnt Telekom Cup 3:1 - Musiala trifft, geht dann verletzt vom Platz

Bayern gewinnt den Telekom Cup 3:1 gegen Leipzig. Jamal Musiala trifft nach Saibari-Vorlage und geht in der 83. verletzt vom Platz. Sorgen um Laimer und Kim.

Von Lukas Brandt 15. August 2026

Vincent Kompany waehrend Bayerns 2:1-Sieg beim Audi Football Summit gegen Aston Villa am 7. August 2026 in Hongkong - acht Tage vor dem Telekom-Cup-3:1 mit den Verletzungssorgen um drei WM-Fahrer. Foto: Zuma Press via SmartFrame

Als Jamal Musiala am Samstagabend um kurz nach 22 Uhr in der 81. Minute des Telekom Cup den Ball von Ismael Saibari im Sechzehner uebernahm, gegen Xaver Schlager abzog und der abgefaelschte Schuss ins lange Eck ueber Leipzigs Torwart Maarten Vandevoordt hinweg zum 3:1-Endstand einschlug, brachten die 75.000 in der Allianz Arena das lauteste Anfeier-Gebruell des Abends zusammen. Zwei Minuten spaeter lag derselbe Musiala auf dem Rasen, Sanitaeter und Notarzt sprinteten vom Bayern-Bank-Bereich aufs Feld, und Kompany stand mit vor dem Mund verschraenkten Armen dazwischen. Das Bild dieser sieben Minuten - von der ersten Torbeteiligung des Zehner-Kandidaten in einem Bayern-Trikot seit der Metallplatten-Entfernung im Juli bis zur unfreiwilligen Auswechslung mit Bara Sapoko Ndiaye - buendelt die ganze Frage, die Bayerns Saison 2026/27 pragen wird: Wie viel Musiala kann Kompany bekommen, ohne ihn zu verlieren.

Und Musiala war nicht der Einzige, um den sich das Bayern-Trainer- und Aerzteteam am Samstagabend Sorgen machen musste. Bereits in der 6. Minute humpelte der oesterreichische WM-Fahrer Konrad Laimer nach einem robusten Einsteigen von Leipzigs David Raum vom Feld; Sacha Boey kam fuer ihn. In der 69. Minute wurde der suedkoreanische Nationalspieler Kim Min-jae mit sichtbaren Problemen am Oberschenkel gegen Hiroki Ito ausgewechselt. Drei WM-2026-Teilnehmer in einer Halbzeit-Sequenz, drei offene Diagnosen - sieben Tage vor dem DFL-Supercup gegen Borussia Dortmund.

Das 3:1: Chronologie in vier Toren

Kompany hatte fuer den Testspiel-Titel eine Anfangs-Elf mit maximaler WM-2026-Praesenz aufgeboten: Manuel Neuer im Tor; Laimer, Kim Min-jae, Jonathan Tah und Nathaniel Brown in der Viererkette; Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic als Doppel-Sechs; Nicolas Binder, Tom Bischof und Arijon Ibrahimovic hinter Luis Diaz als Einer-Sturm. Bischof, in der Zehner-Konkurrenz einer der vier Kandidaten, startete auf der Position, um die Kompany die halbe Saison-Vorbereitung geplant hat.

Das erste Bayern-Tor fiel in der 13. Minute: Luis Diaz setzte sich links durch, zog nach innen und schloss aus 16 Metern mit einem flachen Schuss ins linke untere Eck ab. Vandevoordt konnte den Ball nicht mehr entscheidend abwehren. Bis zur Halbzeit blieb es beim 1:0 - Bayern kontrollierte den Ballbesitz, Leipzig lauerte im Umschaltmoment und kam einmal durch Nicolo Nusa zum Abschluss, den Neuer stark parierte.

Nach dem Wiederanpfiff drehte sich das Spiel binnen fuenf Minuten zweimal. In der 52. Minute schlug Ridle Baku eine Flanke von rechts, Finkgraefe verlaengerte am ersten Pfosten kurz, und Brajan Gruda knallte den Ball per Volley aus zehn Metern ins lange Eck. 1:1. Fuenf Minuten spaeter kombinierten sich Pavlovic und Nathaniel Brown durch die Leipziger Halbraum-Zone; Pavlovic legte an der Sechzehner-Kante zurueck, Brown zog mit dem rechten Innenrist ab und traf ins kurze Eck - das erste Bayern-Tor des im Sommer aus Eintracht Frankfurt gekommenen Aussenverteidigers. In der 69. Minute wechselte Kompany komplett durch: Alphonso Davies fuer Brown, Kelvin Mike fuer Diaz, Musiala fuer Ibrahimovic, Saibari fuer Bischof, Ito fuer Kim und der 17-jaehrige Sydney Cardozo fuer Binder.

Diese zweite Bayern-Elf brauchte zwoelf Minuten bis zur Vorentscheidung. In der 81. Minute zog Saibari, der marokkanische WM-2026-Turnier-Beste mit seinen vier Scorerpunkten in Nordamerika, im linken Halbraum an zwei Leipzigern vorbei, sah Musiala im Zentrum und legte scharf zurueck. Musiala nahm den Ball mit dem rechten Fuss an, zog ab, Schlagers ausgestreckter Fuss lenkte den Ball leicht ab, und Vandevoordt kam an dem trudelnden Schuss ins lange Eck nicht mehr ran. 3:1. Aus Sicht der DFB-Nationalmannschaft war das der ideale Moment: der WM-Zehner-Kandidat Marokkos leitet in der 81. Minute das Tor des DFB-Zehners ein, den Bundestrainer Juergen Klopp in sechs Wochen fuer sein Amtsdebut braucht.

Der 83.-Minute-Schock: Musiala am Boden, Sanitaeter-Alarm

Zwei Minuten nach dem Musiala-Tor kippte die Stimmung. In der 83. Minute kam es im Mittelfeld zu einem Zweikampf, in dem Musiala von einem Leipziger Gegenspieler seitlich getroffen wurde und zu Boden ging. Der 23-Jaehrige blieb liegen, hielt sich das linke Bein und signalisierte zur Bank. Die Bayern-Aerzte rannten aufs Feld, kurz darauf folgte auch der Notarzt aus dem Bench-Bereich. Nach knapp zwei Minuten Behandlung konnte Musiala aufstehen und das Feld aus eigener Kraft verlassen; Kompany brachte in der 86. Minute den 18-jaehrigen Bara Sapoko Ndiaye fuer ihn.

Was genau die Verletzung ist, war am Samstagabend nicht kommuniziert. Die Bild-Zeitung meldete “Schock-Moment”, der Kicker berichtete von “Sorgen”, ohne Details zur Struktur. Kompany aeusserte sich in der ersten Reaktion vor den Fernsehmikrofonen zurueckhaltend: Man werde am Sonntag genauer schauen. Sportvorstand Max Eberl fasste den Abend so zusammen: Bayern muesse “das erst einmal wieder bestaetigen und zurueck in den Flow” nach der starken Vorsaison.

Der 83.-Minute-Zeitpunkt hat eine besondere Symmetrie. Zwei Minuten vorher hatte Musiala mit dem 3:1 den Beweis erbracht, dass die Rueckkehr aus der Wadenbein-Bruch-Reha vom Januar und der Metallplatten-Entfernung im Juli funktional war. Zwei Minuten spaeter musste dieselbe Fussregion mit Notarzt versorgt werden. Fuer den DFB-Bundestrainer, dessen Nations-League-Debut am 24. September in Amsterdam ansteht, ist das die Nachricht, an der die Woche haengt.

Laimer 6. Minute, Kim 66. Minute: zwei weitere WM-Fahrer mit Sorgen

Konrad Laimer hatte die 6. Minute noch nicht ueberstanden, als David Raum ihn im Zweikampf um einen halbhohen Ball von hinten traf. Der Oesterreicher, in der abgelaufenen Saison 2025/26 unter Kompany zum Stamm-Rechtsverteidiger avanciert und einer der zentralen Namen der oesterreichischen WM-2026-Reise, signalisierte zur Bank und musste behandelt werden. Boey lief fuer ihn ein - fuer OeFB-Teamchef Ralf Rangnick ein besonders unangenehmer Moment, weil Laimers vielseitige Rolle in der oesterreichischen Nations-League-Phase im Herbst als gesetzt gilt.

Kim Min-jae hielt bis zur 66. Minute durch, dann wurde erkennbar, dass er sich mit einer Muskelverhaertung im Oberschenkel abplagt. In der 69. Minute wechselte Kompany ihn aus - offiziell im Rahmen der Sechser-Kette-Rotation, praktisch aber wegen der Verletzung. Fuer den suedkoreanischen Innenverteidiger und WM-2026-Fahrer ist das die zweite muskuloese Belastungsreaktion in dieser Vorbereitung. Ito, der WM-2026-Teilnehmer aus dem japanischen Kader, kam fuer ihn.

Saibari-Debut: Der Marokko-Zehner assistiert dem DFB-Zehner

Fuer Ismael Saibari war der Telekom Cup das inoffizielle Bayern-Debut. Der 24-jaehrige Marokkaner hatte den Sommer nach dem Muskelfaserriss-Trauma aus dem WM-Achtelfinale gegen Kanada mit paralleler Reha verbracht und erst in der ersten August-Woche wieder komplett am Mannschaftstraining teilgenommen. Kompany brachte ihn in der 69. Minute fuer Bischof - eine bewusste Konstellation, in der die beiden Zehner-Kandidaten Musiala und Saibari zeitgleich ins Spiel kamen und in der Schluss-Viertelstunde ihre Zusammenarbeit erstmals in einem Wettbewerbs-nahen Rahmen testen konnten. Das 3:1 in der 81. Minute war das direkte Ergebnis - Saibaris Zuspiel aus dem linken Halbraum, Musialas Vollendung.

Fuer Vorstand Eberl war das Bild des Abends: Der Marokko-Turnier-Zehner leitet das Tor des DFB-Zehners ein, beide sind mit unterschiedlichen Verletzungs-Vorgeschichten aus der WM 2026 zurueck, und die Zehner-Konkurrenz, die Kompany fuer die Saison 2026/27 bewusst aufgebaut hat, funktioniert als Zulieferer-Kombination genau so, wie sie geplant war. Der 55-Millionen-Euro-Sommer-Zugang aus Eindhoven hat innerhalb einer Viertelstunde bewiesen, dass er als Zehn oder als hoher Halbraum-Spieler neben Musiala funktioniert.

Fahrplan bis Supercup 22.08 und Bundesliga-Start 28.08

Zwischen dem Telekom Cup und dem DFL-Supercup gegen Borussia Dortmund am Samstag, 22. August 2026, liegen genau sieben Tage. Kompany hat in dieser Woche zwei Aufgaben: die Diagnosen der drei WM-Fahrer klaeren und die Startelf-Frage fuer das erste Pflichtspiel der Saison ordnen. Am wahrscheinlichsten ist ein Szenario, in dem Musiala und Kim von der Bank starten - falls die Diagnosen keine strukturelle Verletzung ergeben - und Laimer wegen der frueheren 6.-Minute-Situation als groesseres Fragezeichen im Aussenverteidiger-Kader steht. Sechs Tage nach dem Supercup, am Freitag, 28. August 2026, folgt der Bundesliga-Start gegen den VfB Stuttgart in der Allianz Arena.

Fuer Bundestrainer Klopp ist die Bayern-Woche bis zum Supercup die wichtigste des Vorbereitungs-Zyklus. Wenn Musiala Sonntag oder Montag eine Muskelfaser- oder Baenderdehnung als Diagnose bekommt, bleibt er der geplante Zehner fuer das Nations-League-Debut in Amsterdam. Bei einer schwereren Struktur-Verletzung muesste der DFB-Coach seinen Startplan-Entwurf fuer den 24. September komplett neu denken - und die Zehner-Konkurrenz Saibari, Gnabry, Bischof, die Kompany fuer Bayerns Saison so bewusst aufgebaut hat, hilft dem DFB nicht direkt. Marokkaner, Ex-Nationalspieler, Ex-Nationalspieler. Es sei denn, dass der 20-jaehrige Bischof - im Nagelsmann-WM-Kader dabei - schneller in die Zehner-Rolle hineinwaechst, als bisher geplant war.

Bis Sonntagmorgen ist die Bayern-Trainings-Steuerung im Ausgangs-Modus: Musiala-Diagnose zuerst, dann Kim, dann Laimer. Alle drei mit unterschiedlichen Belastungs-Kurven, alle drei mit WM-2026-Turnier-Rueckstaenden, alle drei mit einem Supercup-Termin, der nicht wartet.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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