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DFB-Pokal 2. Runde: Bastian Schweinsteiger zieht am Samstag - VAR erstmals dabei

Am Samstag lost Bastian Schweinsteiger im Dortmunder Fussballmuseum die 2. DFB-Pokal-Runde 2026/27 aus. Erstmals kommt der VAR ab Runde zwei zum Einsatz.

Von Lukas Brandt 03. September 2026

MHP Arena Stuttgart, 24. April 2026: Bastian Schweinsteiger als ARD-Sportschau-Experte im Interview mit Esther Sedlaczek waehrend eines DFB-Pokal-Spiels - eine Woche vor Ostern. Am kommenden Samstag zieht der Weltmeister von 2014 im selben Sender die Lose fuer die 2. Runde 2026/27 (Foto: ImageBROKER). Foto: ImageBROKER via SmartFrame

Am Samstagabend rueckt der DFB-Pokal fuer 45 Minuten aus dem Wochenend-Bundesliga-Programm in den ARD-Vorabend-Slot: Um 17:45 Uhr lost das Erste im Rahmen der Sportschau die 2. Runde 2026/27 aus dem Deutschen Fussballmuseum in Dortmund. Losfee ist Bastian Schweinsteiger, der Weltmeister von 2014 und Bayern-Rekord-Pokalsieger. Die Ziehung markiert zwei erste Male: den ARD-Solo-Auftritt der 2. Runde im Samstags-Slot und den Einzug des Video-Assistenten in genau diese Runde.

Wann und wo die Auslosung stattfindet

Der Ort ist eine bewusste Wahl: Das Deutsche Fussballmuseum in Dortmund - direkt gegenueber dem Hauptbahnhof - ist seit seiner Eroeffnung 2015 die institutionelle Buehne fuer alle grossen DFB-Pokal-Auslosungen. Die 32 Loskugeln liegen in zwei Glasbehaeltern auf der Museumsbuehne, davor eine kleine Live-Kulisse mit Museums-Exponaten (unter anderem der originalen 2014er-WM-Kapitaensbinde von Philipp Lahm).

Die Samstags-Terminierung ist ausserplanmaessig. Traditionell wird die 2. Runde am Sonntag nach dem letzten Erstrunden-Spiel in der ARD-Sportschau ausgelost. Dieses Jahr hat der DFB den Termin um einen Tag nach vorn gezogen: Am Sonntag, 6. September, findet in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl statt - ARD-Wahlberichterstattung und Pokal-Auslosung waeren am selben Abend in eine Slot-Konkurrenz gefallen, die den Reichweiten-Wert der Ziehung reduziert haette. Der Samstag-17:45-Slot direkt vor der klassischen Sportschau-Bundesliga-Konferenz bringt planbar die groessere Free-TV-Reichweite.

Zusaetzlich zur ARD-Ausstrahlung laeuft die Auslosung als kostenloser Livestream bei Joyn. Ein Liveticker begleitet die Ziehung parallel auf den grossen Sport-Portalen.

Bastian Schweinsteiger als Losfee

Die Wahl von Schweinsteiger ist die erwartbarste Losfee-Nominierung des DFB seit Jahren - und zugleich eine mit maximalem Publikumswert. Der 42-jaehrige Weltmeister von 2014 hat den DFB-Pokal in seiner Karriere mit dem FC Bayern siebenmal gewonnen (2003, 2005, 2006, 2008, 2010, 2013, 2014) und teilt diesen Rekord mit Manuel Neuer als erfolgreichster Pokalsieger der Wettbewerbs-Historie. Zusaetzlich absolvierte er 121 Laenderspiele fuer die DFB-Auswahl und war im Maracana-Finale 2014 gegen Argentinien der laufstaerkste Feldspieler - eine der drei bis heute meistzitierten Einzelleistungen des deutschen WM-Titels.

Seit seinem Karriereende arbeitet Schweinsteiger als ARD-Sportschau-Experte, aktuell in der Champions-League-Berichterstattung an der Seite von Esther Sedlaczek. Die Losfee-Rolle am Samstag ist damit weniger Zeremonie als Erweiterung seines etablierten ARD-Auftritts - er kennt Studio, Kameras, Regie-Rythmus.

Erwaehnenswert bleibt der jüngste Kontext: Als ARD-Experte hatte Schweinsteiger in der WM-2026-Berichterstattung mehrfach mit deutlicher Kritik am DFB-Sportlichen-Leiter-Personal und der Nagelsmann-Kader-Nominierung fuer Aufsehen gesorgt. Am Samstag steht ohne Mikrofon und nur mit der Loskugel im Vordergrund die neutrale Zeremonien-Rolle - der Kommentar bleibt aussen vor.

VAR-Debut ab der 2. Runde - was sich aendert

Die inhaltlich groesste Neuerung wird nicht auf der Buehne stattfinden, sondern hinter den Kulissen. In allen Vorjahren kam der Video-Assistent im DFB-Pokal erst ab dem Achtelfinale zum Einsatz - die technische Aufruestung der kleinen Stadien in Runde eins bis drei war zu aufwendig und zu teuer, insbesondere fuer die Amateurspielorte in Runde eins. Diese Saison zieht der DFB die VAR-Untergrenze auf die 2. Runde vor.

Der Grund ist strukturell: Nach dem Ausscheiden der grossen Amateur-Kohorte in der Erstrunde spielen ab der 2. Runde noch sechs Amateurvereine gegen 26 Profi-Klubs - die meisten davon in Bundesliga- oder Zweitliga-Stadien mit vorhandener VAR-Verkabelung. Der Aufwand faellt damit dramatisch geringer aus als in Runde eins. Rein technisch stehen die Bild-Uebertragungs-Zentralen in Koeln und die Kamera-Signale der Ausrichter-Stadien bereits jetzt fuer diese Runde bereit.

Politisch ist die Vorziehung eine unverkennbare Antwort auf die Ultra-Proteste, die die 1. Runde Ende August dominiert hatten. Die aktiven Fanszenen der 1. Bundesliga hatten in der VAR-freien Erstrunde bewusst die Buehne genutzt, um die Abschaffung des Videobeweises zu fordern - eine Kampagne, die als direkte Fortsetzung der WM-2026-VAR-Debatten um das Tah-Kopfball-Tor, die Balogun-Sperren-Aufhebung und die Embolo-Verwechslungsregel gelesen wurde. Der DFB antwortet nun mit einer Ausweitung statt einer Ruecknahme. Die 2. Runde am 27. und 28. Oktober wird das erste Pokal-Wochenende, in dem gefilzte Situationen ueber den Video-Assistenten korrigiert werden koennen.

Wer ist qualifiziert - 32 Teams in zwei Lostoepfen

Nach dem Bayern-4:1-Sieg an der Bremer Bruecke am Mittwochabend ist das Feld komplett. In der 2. Runde stehen:

  • Alle 18 Bundesligisten (einschliesslich Rekordmeister FC Bayern und Meister VfB Stuttgart)
  • Acht Zweitligisten, die sich in Runde eins gegen ihre Erstliga- oder Amateur-Gegner durchgesetzt haben
  • Sechs Amateurvereine aus der 3. Liga und der Regionalliga - unter ihnen Rot-Weiss Essen (nach dem 2:0 gegen den FC St. Pauli in Duisburg), der SSV Jeddeloh II sowie die SG Sonnenhof Grossaspach

Wie die Lostoepfe funktionieren

Die Auslosungs-Choreografie folgt dem klassischen DFB-Modus: Schweinsteiger zieht zunaechst aus dem Amateur-Topf - jedes Amateur-Los erhaelt damit automatisch Heimrecht gegen seinen Profi-Gegner, der im zweiten Zug aus dem Profi-Topf gezogen wird. Erst wenn alle sechs Amateurvereine ihre Gegner erhalten haben, werden die restlichen 20 Profi-Paarungen aus dem grossen Topf gezogen. Bei den Profi-Duellen entscheidet die Reihenfolge der Ziehung das Heimrecht.

Das Amateur-Heimrecht ist der DFB-Systemgarant fuer die grossen Pokal-Ueberraschungs-Kulissen - genau der Modus, der Runde eins die HEBC-Hamburg-Volksparkstadion-Choreografie gegen den BVB (das 0:5 am Sonntagnachmittag) beschert hatte.

Was das fuer Klopps Sichtung bedeutet

Neben der Ziehungs-Kulisse laeuft die 2. Runde auch als Sichtungs-Fenster fuer Juergen Klopps naechste Nations-League-Nominierung. Klopp muss seinen November-Kader am 6. November bekannt geben - die 2. Runde am 27./28. Oktober liefert das letzte Bundesliga-Pflichtspiel-Wochenende davor. Wackel-Kandidaten aus der Bundesliga-Auftakt-Sichtung (Reitz zunaechst als Rueckkehrer bei Leipzig, jetzt aber verletzt aus dem Kader gefallen; Nwaneri im BVB-Debut nach der Deadline-Day-Leihe; Elfen-Kandidaten in der Torwart-Landkarte) bekommen genau in diesem Fenster eine Pflichtspiel-Bewaehrung.

Am Samstag um 17:45 Uhr zieht Schweinsteiger. Ab dann laeuft das naechste Pokal-Kapitel der Post-WM-Saison in Richtung 27. Oktober.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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