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WM 2026

FIFA-Kongress 2027 in Marokko: Bewerbungsfrist 18. November 2026, Laender-Front sortiert sich

Sportschau bestaetigt: Bewerbungsfrist fuer FIFA-Kandidaturen endet am 18. November 2026. Wahl am 18. Maerz 2027 in Marokko. Laender-Front sortiert sich.

Von Die Redaktion 19. August 2026

Gianni Infantino auf der 32. ECA-Generalversammlung im Rome Cavalieri Waldorf Hotel am 9. Oktober 2025. Rund 17 Monate spaeter tritt er am 18. Maerz 2027 in Marokko zur Wiederwahl an; die Bewerbungsfrist fuer Gegenkandidaten laeuft am 18. November 2026 ab (Foto: LaPresse via SIPA USA). Foto: LaPresse via SIPA USA via SmartFrame

FIFA · POST-WM 2026 · 19.08.2026 · 10:47 UTC - Rund 38 Stunden nach der FIFA-Bestaetigung der Kevin-Lamour-Entlassung und knapp drei Wochen nach dem BBC-Rueckzug des Investorenplans durch Gianni Infantino hat die Sportschau am Dienstagnachmittag den bis heute wichtigsten fehlenden Fixpunkt des Machtkampfs geliefert. Die Bewerbungsfrist fuer Gegenkandidaten zur FIFA-Praesidentschaft laeuft am 18. November 2026 ab. Die Wahl selbst findet am 18. Maerz 2027 in Marokko statt.

Damit steht der Kalender. Bis zum 18. November 2026 muessen alle Verbaende, die einen Wettbewerbs-Kandidaten in die Wahl schicken wollen, eine formelle Bewerbung mit den in den FIFA-Statuten geforderten fuenf Unterstuetzer-Verbaenden aus zwei Konfoederationen einreichen. Rund 90 Tage bleiben dafuer. Danach beginnt ein viermonatiges Wahlkampf-Fenster mit drei FIFA-Nachwuchs-Turnieren als Buehne. Der i-Paper-Bericht vom 31. Juli, der CONCACAF-Praesident Victor Montagliani als bislang einzigen benannten Pruef-Kandidaten meldete, gewinnt damit eine konkrete Deadline.

18. November 2026: Die erste harte Deadline im Post-WM-Machtkampf

Die Frist ist der erste Kalender-Zwang seit der Nyoner UEFA-Boykott-Resolution vom 30. Juli. Bislang lief die Governance-Kaskade in Reaktions-Beats. Konfoederations-Briefe, Krisen-Treffen, Personal-Faelle. Ab jetzt gibt es einen fixen Endpunkt.

Die praktischen Konsequenzen sind zweifach. Erstens: Wer bis zum 18. November nicht formell kandidiert, kann die Praesidentschaft nicht bestreiten. Zweitens: Die Statuten sehen bei einem einzigen Gegenkandidaten eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen fuer die Wahl vor. Bei mehreren Kandidaten wird eine Zwei-Drittel-Mehrheit im ersten Wahlgang benoetigt. Das bedeutet operativ: Eine geschlossene Anti-Infantino-Front hat mit einem gemeinsamen Kandidaten die besseren Chancen als mit einer Aufsplitterung der Stimmen. Genau diese Frage - Ein-Kandidat-Konsens oder Kandidaten-Pluralitaet - ist bis zum 18. November zu klaeren.

Wahl 18. Maerz 2027 in Marokko: Warum das Wahlgebiet zaehlt

Der Ort ist keine neutrale Setzung. Marokko ist Mitglied der CAF (Confederation of African Football), die mit 54 Verbaenden die groesste geographische Konfoederation in der FIFA stellt und geschlossen hinter Infantino steht. Marokko ist zudem Co-Gastgeber der WM 2030 gemeinsam mit Spanien und Portugal - eine Ausrichtungs-Entscheidung, die die Infantino-Aera institutionell verankert hat. Und Marokko richtet zwischen dem 17. Oktober und 7. November 2026 die U17-WM der Frauen aus, also fuenf Monate vor dem Kongress auf demselben Wahlgebiet.

Damit tritt der Amtsinhaber im Maerz 2027 auf einem Territorium an, das mehrfach politisch, sportlich und wirtschaftlich mit seiner bisherigen Amtsfuehrung verwoben ist. Die Symbolik der Ortswahl ist Teil der Wahlkampf-Rechnung.

Laender-Front pro Infantino: CAF geschlossen plus Trump

Auf Seiten Infantinos steht zuallererst die CAF in ihrer Gesamtheit. 54 Stimmen als Block. Hinzu kommen die grossen Voll-Unterstuetzer aus anderen Konfoederationen: Argentinien (CONMEBOL), Mexiko (CONCACAF, gegen die eigene Konfoederations-Linie), Marokko (CAF) und Katar (AFC). Aus den kleineren Verbaenden benennt die Sportschau ausdruecklich Bhutan, die Philippinen, Grenada und St. Kitts und Nevis als Voll-Unterstuetzer.

Extern hinzu kommt die Truth-Social-Rueckendeckung von US-Praesident Donald Trump vom 11. August. Sie ist kein Stimm-Recht, aber ein aussenpolitisches Signal an die drei WM-2026-Gastgeber-Verbaende Kanada, USA und Mexiko, deren Konfoederation CONCACAF offiziell gegen Infantino steht. Der offene Widerspruch von Mexiko und die neutrale Position der USA zeigen, dass die Trump-Rueckendeckung tatsaechlich Wirkung zeigt.

Laender-Front gegen Infantino: UEFA plus AFC-Spalt plus CONCACAF

Auf der Gegenseite steht die UEFA unter Ceferin, die auf dem Kongress von Nyon einstimmig die Boykott-Resolution verabschiedet hatte. Namentlich in der Front der Personal-Kritik: England, Schottland, Wales, Griechenland, Schweden und Serbien.

Die Personal-Ebene der Attacke fuehrt die norwegische Verbandspraesidentin Lise Klaveness. Sie fordert oeffentlich den Ruecktritt Infantinos - die einzige Verbands-Chefin, die die Personal-Frage aktiv treibt statt sie nur zu unterstuetzen. Klaveness hatte bereits vor der WM 2022 in Katar in Doha die FIFA-Vergabe-Praxis kritisiert; die aktuelle Positionierung schliesst diese Linie explizit an.

Die CONCACAF unter Montagliani ist geschlossen dagegen, mit Ausnahme Mexikos. Die AFC ist intern gespalten - die von Yahoo Sports genannte Bosnien-Norwegen-Schweden-Deutschland-Spanien-Achse spricht sich mehrheitlich fuer eine mittel-europaeische Alternativ-Loesung aus. Neuseeland hat als einziger OFC-Verband via NZF-Positionierung vom 14. August mit dem OFC-Rest gebrochen.

DFB neutral - Neuendorf haelt sich zurueck

Der DFB positioniert sich oeffentlich nicht in der Vertrauens-Frage. Diese Zurueckhaltung ist bemerkenswert, weil DFB-Praesident Bernd Neuendorf und Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Joachim Watzke am 29. Juli 2026 in Frankfurt mit der Zehn-Milliarden-Formel gegen den FIFA-Investorenplan eine der schaerfsten institutionellen Positionen der ersten Machtkampf-Woche bezogen hatten.

Die Nicht-Positionierung zur Personal-Frage ist strategisch. Drei Optionen bleiben offen. Erstens die Zustimmung zu einer gemeinsamen UEFA-Sammel-Kandidatur, wenn Ceferin selbst antritt oder einen Kandidaten sekundiert. Zweitens das Werben fuer eine mittel-europaeische Kompromiss-Figur wie den polnischen Verbands-Vertreter Dariusz Mioduski, den Yahoo Sports als moegliche Alternative zum PSG-Praesidenten Nasser Al-Khelaifi nennt (dessen Sprecher jede Kandidatur ausgeschlossen hat). Drittens taktisches Abwarten bis zur Nominierungs-Frist am 18. November - jene Wochen, in denen sich die Kandidaten-Konstellation ohnehin praezisieren wird.

Neuendorf will offenkundig keine dieser Optionen vor der Zeit verbrennen. Fuer den DFB als Kongress-Waehler mit einer Stimme unter 211 ist die vorzeitige Personal-Festlegung strategisch ungeschickt, solange die Anti-Infantino-Front ohne benannten Konsens-Kandidaten ist.

Turnier-Kalender bis 18.11.2026 als politische Buehne

Drei FIFA-Nachwuchs-Turniere fallen in das Vor-Wahlkampf-Fenster und werden die Positionen weiter schaerfen.

05.09. bis 27.09.2026: U20-Frauen-WM in Polen. Erster FIFA-Turnier-Test nach Lamour-Entlassung. Frankreich hatte der BBC bereits am 7. August die Teilnahme zugesagt - womit die programmatischen Boykott-Drohungen aus dem UEFA-AFC-CONCACAF-Zusatzbrief vom 10. August in der Praxis nicht materialisieren. Die tatsaechliche Teilnahme aller qualifizierten Verbaende ist der erste operative Beleg, dass die Konfoederations-Boykott-Resolutionen ohne Konsequenz bleiben.

17.10. bis 07.11.2026: U17-Frauen-WM in Marokko. Auf Wahlgebiet-Boden. Die symbolische Aufladung ist offenkundig - Infantino wird das Turnier persoenlich eroeffnen und die Vor-Wahl-Praesenz auf marokkanischem Boden auf die 21 Tage der Turnier-Dauer strecken.

19.11. bis 13.12.2026: U17-WM Maenner in Katar. Unmittelbar am Tag nach der Kandidaten-Bewerbungsfrist. Damit findet das erste post-Bewerbungsfrist-Turnier auf dem Gebiet eines der wichtigsten Infantino-Unterstuetzer statt. Die Auftakt-Konferenz wird vermutlich die erste geordnete Positionierung des Amtsinhabers zur dann bekannten Kandidaten-Konstellation liefern.

Zwischen diesen drei Turnieren spielt sich der eigentliche Wahlkampf ab. Weder Boykotte noch Ausfaelle stehen im Raum. Was zaehlt, sind Praesenz, Positionierung und die stille Arbeit an Stimmen-Blocks.

UEFA-AFC-CONCACAF-Brief 10.08 als juristische Vorstufe

Die drei Konfoederations-Praesidenten hatten in ihrem gemeinsamen offenen Brief vom 10. August von einem “fundamentalen Vertrauensbruch” gesprochen und Klage-Androhungen platziert, falls die FIFA erneut den Investorenplan-Kurs versuche. Die Sportschau bestaetigt diese Formulierungen als bindende Positions-Basis der Anti-Infantino-Front.

Damit ist der Brief keine reine Rhetorik. Er ist die vertragliche Basis, auf der eine gemeinsame Kandidaten-Nominierung bis zum 18. November formal aufgesetzt werden kann. Die Konfoederations-Praesidenten koennen darauf verweisen, wenn sie im Konfoederations-Council eine gemeinsame Wahl-Empfehlung durchsetzen wollen.

Ausblick: Die zwei offenen Namen

Bislang ist Montagliani der einzige benannte Pruef-Kandidat - via i-Paper-Bericht, ohne persoenliches Statement. Ceferins Selbst-Kandidatur ist strukturell moeglich, aber bislang nicht angekuendigt; sein Sprecher hat sich zur Personal-Frage explizit nicht geaeussert. Mioduski als polnischer Kompromiss-Kandidat wird von der bosnisch-nordischen Achse gehandelt, ohne dass er selbst positioniert ist. Al-Khelaifi hat abgesagt.

Die Rechnung bis zum 18. November ist damit klar. Wer immer die Anti-Infantino-Front konsolidieren will, hat drei Monate Zeit, um Kandidaten zu finden, Konfoederations-Beschluesse zu organisieren und die fuenf Unterstuetzer aus zwei Konfoederationen zu sammeln. Gelingt das nicht, wird Infantino am 18. Maerz 2027 in Marokko ohne Gegenkandidat gewaehlt - mit einer einfachen Mehrheit als Formalitaet.

Der Reformer von 2016 waere dann der Konsolidierer von 2027, ins vierte Amt gewaehlt auf einem Territorium, dessen WM-2030-Vergabe seine Aera institutionell verankert hat. Der Zeitplan gibt der Gegen-Front 90 Tage, das zu verhindern.

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fussballweltmeisterschaft.online

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