Frankreichs WM-Kader 2026: Mbappé führt Deschamps ins letzte Turnier
Frankreichs WM-Kader 2026 steht: 26 Spieler um Kapitän Mbappé. Bayern-Duo Olise und Upamecano dabei, Camavinga raus. Deschamps' letztes Turnier auf der Bank der Equipe Tricolore.
Von Marco Feldmann 14. Mai 2026
Es ist der Auftakt zur grossen WM-Bühne und gleichzeitig der Beginn eines Abschieds: Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps hat am 14. Mai 2026 seinen 26-Mann-Kader für die Fussball-WM 2026 bekannt gegeben. Es ist sein 14. Jahr auf der Bank der Equipe Tricolore und sein letztes grosses Turnier - die Mannschaft, mit der er noch einmal nach dem Titel greift, ist gespickt mit Superstars und enthält die eine oder andere Überraschung.
Der Kader im Überblick
Deschamps nominiert drei Torhüter, neun Verteidiger, fünf Mittelfeldspieler und neun Offensivkräfte. Eine ungewöhnliche Aufteilung mit Schlagseite zur Defensive - dazu später mehr.
| Position | Spieler (Verein) |
|---|---|
| Tor | Mike Maignan (AC Mailand), Robin Risser (RC Lens), Brice Samba (Stade Rennes) |
| Abwehr | Lucas Digne (Aston Villa), Malo Gusto (Chelsea), Lucas Hernandez (PSG), Théo Hernandez (Al-Hilal), Ibrahim Konaté (FC Liverpool), Jules Koundé (FC Barcelona), Maxence Lacroix (Crystal Palace), William Saliba (FC Arsenal), Dayot Upamecano (FC Bayern) |
| Mittelfeld | N’Golo Kanté (Al-Ittihad), Manu Koné (AS Rom), Adrien Rabiot (Olympique Marseille), Aurélien Tchouaméni (Real Madrid), Warren Zaire-Emery (PSG) |
| Angriff | Maghnès Akliouche (AS Monaco), Bradley Barcola (PSG), Rayan Cherki (Manchester City), Ousmane Dembélé (PSG), Désiré Doué (PSG), Jean-Philippe Mateta (Crystal Palace), Kylian Mbappé (Real Madrid), Michael Olise (FC Bayern), Marcus Thuram (Inter Mailand) |
Der einzige WM-Neuling ist Torwart Robin Risser vom Aufsteiger RC Lens, der den Konkurrenzkampf hinter Stammkraft Maignan annimmt.
Mbappé bleibt Anführer - Bayern stellt das Defensiv-Duo
Mit Kylian Mbappé als Kapitän ist das wichtigste Personalpuzzle gesetzt: Der Real-Madrid-Stürmer geht in sein drittes WM-Turnier nach 2018 (Weltmeister) und 2022 (Vize). 2026 wird er 27 Jahre alt und steht im sportlichen Zenit - das Tor zum dritten französischen Titel in 28 Jahren soll seinen Status zementieren.
Aus der Bundesliga sind genau zwei Spieler an Bord, und beide kommen von einem Klub: Michael Olise und Dayot Upamecano vom FC Bayern. Olise gehört nach einer starken CL-Saison zu den festen Werten der Offensive, Upamecano bildet mit Konaté und Saliba die wohl beste Innenverteidigung des Turniers. Das Bayern-Duo macht einen Anteil der Mannschaft aus, der den engen personellen Austausch zwischen München und Paris widerspiegelt.
Camavinga fliegt raus - Deschamps’ Defensivlogik
Die prominenteste Streichung heisst Eduardo Camavinga. Der Real-Madrid-Profi war über Jahre fester Bestandteil des Zentrums, fällt aber durchs Raster, weil Deschamps eine ungewöhnliche Kaderaufteilung gewählt hat: nur fünf Mittelfeldspieler, dafür neun Verteidiger. Hintergrund ist die Belastung durch das 48-Team-Format der WM 2026 mit potenziell acht K.-o.-Spielen ab dem Sechzehntelfinale (siehe Modus) und der Wunsch, die Vielzahl an Aussenverteidigern, Innenverteidigern und hybriden Defensiv-Sechsern wie Koné und Rabiot flexibel rotieren zu können.
Sportlich ist es eine harte Entscheidung, kein Disziplinarfall. Deschamps will Tiefe in der Abwehrkette, weil das Turnier durch sieben statt sechs gewonnene Spiele bis zum Finale länger und körperlich anspruchsvoller wird als 2022 in Katar.
Deschamps’ letztes Turnier - “Ich höre nicht auf”
Seit Juli 2012 trainiert Deschamps die Equipe Tricolore. Unter ihm wurde Frankreich 2018 Weltmeister, 2022 Vize-Weltmeister und 2021 Nations-League-Sieger. Es ist die längste Amtszeit eines französischen Nationaltrainers in der Moderne. Mit dem Ende des WM-Turniers in Nordamerika endet auch diese Ära - so viel hat Deschamps mehrfach klargestellt, zuletzt rund um die Kader-Bekanntgabe in Clairefontaine.
Den Satz “Ich höre nicht auf” hat er trotzdem ausgegeben - mit Blick auf eine mögliche Vereinsstation oder eine andere internationale Aufgabe nach der WM. Als möglicher Nachfolger im Nationalteam wird in französischen Medien Zinédine Zidane diskutiert, eine offizielle Bestätigung gibt es nicht.
Frankreichs Aufgabe in Gruppe I: Senegal, Norwegen, Irak
Die Auslosung war für Frankreich gnädig - aber nicht trivial. In Gruppe I warten:
- Senegal zum Auftakt am 16. Juni 2026 im MetLife Stadium - eine Neuauflage des 2002er Eröffnungsspielschocks, bei dem die Equipe Tricolore mit 0:1 verlor.
- Irak am 22. Juni in Philadelphia - der vermeintlich leichteste Gegner, aber ein engagiertes Team aus der asiatischen Quali.
- Norwegen am 26. Juni in Boston - mit Erling Haaland das eigentliche Top-Spiel der Gruppe.
Realistisches Ziel: Gruppensieg, um in der K.-o.-Phase eine günstige Bracket-Seite zu erwischen. Der komplette Spielplan listet alle drei französischen Vorrundenspiele samt MESZ-Anstoss.
Der Fahrplan bis zum WM-Start
- 14. Mai 2026: Bekanntgabe des 26er-Kaders durch Deschamps.
- Ende Mai bis Anfang Juni: Trainingslager Clairefontaine, dazu zwei Vorbereitungsspiele.
- 11. Juni 2026: Eröffnungsspiel der WM in Mexiko-Stadt.
- 16. Juni 2026, 21:00 Uhr MESZ: Frankreichs Auftakt gegen Senegal in East Rutherford.
- 19. Juli 2026: Finale im MetLife Stadium - die Bühne, auf der Deschamps’ Ära enden soll.
Wer noch mehr Hintergrund zur Equipe Tricolore sucht, findet das komplette Turnier-Profil unter Frankreich bei der WM 2026. Parallel dazu nominiert Bundestrainer Julian Nagelsmann den DFB-Kader am 21. Mai 2026 - eine Woche nach Deschamps.
Häufige Fragen zum Frankreich-Kader für die WM 2026
Wer steht im Frankreich-Kader für die WM 2026? Deschamps hat am 14. Mai 2026 26 Spieler nominiert: drei Torhüter (Maignan, Risser, Samba), neun Verteidiger, fünf Mittelfeldspieler und neun Offensivkräfte. Kapitän ist Kylian Mbappé.
Wer ist im Frankreich-Kader der Kapitän? Kylian Mbappé bleibt Kapitän der Equipe Tricolore. Der Stürmer von Real Madrid führt Frankreich seit 2023 als Spielführer und ist auch bei seinem dritten WM-Turnier das Gesicht der Mannschaft.
Welche Bundesliga-Spieler stehen im Frankreich-Kader? Aus der Bundesliga sind die beiden Bayern-Münchner Michael Olise und Dayot Upamecano dabei. Sie sind die einzigen Profis eines deutschen Klubs in Deschamps’ Aufgebot.
Warum fehlt Eduardo Camavinga im Frankreich-Kader? Deschamps hat sich für nur fünf Mittelfeldspieler entschieden und stattdessen neun Verteidiger nominiert. Real-Madrid-Profi Camavinga ist deshalb der prominenteste Streichkandidat - eine sportliche, keine disziplinarische Entscheidung.
Ist die WM 2026 Deschamps’ letztes Turnier als Frankreich-Trainer? Ja. Didier Deschamps trainiert die Equipe Tricolore seit Juli 2012 und hat angekündigt, dass die WM 2026 sein letztes Turnier wird. “Ich höre nicht auf”, sagte der Weltmeister-Trainer von 2018 mit Blick auf seine Karriere - eine andere Aufgabe nach Nordamerika schliesst er aber nicht aus.
Autor
Marco FeldmannRedakteur Internationaler Fußball
Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.
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