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DFB-Team

Hoffenheim 2:3 BVB: Guirassy, Silva und ein Hajdari-Eigentor drehen die 0:2-Auswaertspartie

Der BVB dreht in Hoffenheim einen 0:2-Rueckstand: Guirassy, Silva und ein Hajdari-Eigentor entscheiden das Bundesliga-Samstagsspiel mit 3:2.

Von Lukas Brandt 05. September 2026

Serhou Guirassy jubelt in der PreZero Arena in Sinsheim nach einem BVB-Treffer (Archivbild, ImageBROKER). Am 5. September 2026 traf der Senegalese am gleichen Ort in der 61. Minute zum 1:2-Anschluss - der Auftakt zum BVB-Auswaerts-Comeback von 0:2 auf 3:2. Foto: ImageBROKER via SmartFrame

Was in der 54. Minute in Sinsheim wie eine erste ernste Kovac-Krise aussah, kippte binnen 33 Minuten in einen Bundesliga-Abend, den der BVB als Signal fuer seinen jungen Kader-Umbau interpretieren darf. Borussia Dortmund gewann am Samstagabend, dem 5. September 2026, das Bundesliga-Samstagabend-Duell bei der TSG Hoffenheim mit 3:2 (0:1) und drehte einen 0:2-Rueckstand mit einem Guirassy-Anschluss (61.), einem Silva-Ausgleich (66.) und einem Hajdari-Eigentor (87.) in der Schlussphase. Die Ausgangslage war frueh in der zweiten Halbzeit dramatisch geworden: Leon Avdullahu hatte die Hausherren in der 45. Minute mit einem satten 22-Meter-Schuss unhaltbar in Fuehrung geschossen, Tim Lemperle legte in der 54. Minute nach einem abgefaelschten Abschluss aus dem rechten Halbraum das 2:0 nach. Die PreZero-Arena war in der 54. Minute akustisch bei einer moeglichen 3:0-Vorentscheidung, als Serhou Guirassy in der 61. Minute per Direktabnahme aus dem Sechzehner einen Ilzer-Verteidigungsfehler bestrafte - der Klopp-Sichtungs-Peripherie-Rahmen dieser Sinsheimer Halbstunde ist der Grund, warum dieser Abend beim DFB-Pillar auf dem Radar bleibt.

Torfolge: Avdullahu 45., Lemperle 54., Guirassy 61., Silva 66., Hajdari OG 87.

Die erste Halbzeit war das, was Christian Ilzer in dieser Saison sehen wollte. Sein Hoffenheim hielt den BVB in der Mitte lange kompakt, produzierte in der 41. Minute die erste zwingende Grosschance ueber Felix Nmecha - der BVB-Achter kam nach Brandt-Freistoss zum Kopfball, setzte den Ball aber knapp neben das lange Eck. Nur vier Minuten spaeter fiel das erste Tor der Partie: Avdullahu, der 22-jaehrige albanische Schweizer, den Hoffenheim im vergangenen Sommer aus Basel geholt hatte, zog aus 22 Metern zentral ab und traf ins linke obere Eck - ein Schuss, den BVB-Torhueter Gregor Kobel trotz Flug in die richtige Ecke nicht mehr erreichte.

Der BVB-Comeback-Plan brach auch in der zweiten Halbzeit zunaechst nicht auf. In der 54. Minute schaltete Hoffenheim schnell nach vorne: eine Abschluss-Aktion Lemperles aus dem rechten Halbraum wurde von Waldemar Anton unglueklich abgefaelscht, der Ball segelte in einer flachen Bogenlaufkurve am chancenlosen Kobel vorbei ins Tor. In der Kicker-Anschluss-Skizze taucht das 2:0 als Lemperle-Aktion auf; wer die Regel des Nettoertrags-Statistikers Priorisierung des letzten deutschen Ballkontakts vor dem Torabschluss betrachtet, kann den Treffer auch als Anton-Eigentor bewerten. Bundesliga-Statistiker der DFL fuehren ihn als Lemperle-Treffer.

Der Bruch fiel binnen zwoelf Minuten. In der 61. Minute verwertete Guirassy eine Halbfeld-Flanke von Karim Adeyemi aus dem linken Halbraum per Direktabnahme aus zwoelf Metern - Hoffenheim-Torhueter Oliver Baumann war chancenlos, das war 1:2. Fuenf Minuten spaeter kam die Ausgleichs-Kombination: Guirassy legte im Sechzehner mit dem Aussenrist quer, Fabio Silva - der portugiesische Neuner, den der BVB im Sommer aus Wolverhampton fuer 20 Millionen Euro geholt hatte - drueckte aus enger Position ins kurze Eck. 2:2 in Sinsheim, PreZero-Arena spuerbar ruhiger.

Bis zur 87. Minute verwaltete Hoffenheim den Punktgewinn ordentlich, bevor eine BVB-Flanke von Julian Ryerson aus dem rechten Halbfeld die Fehlkommunikation der Hoffenheimer Innenverteidigung provozierte: Albian Hajdari, der bosnische Zweikampfstarke, wollte klaeren, drueckte den Ball aber mit der Innenseite unhaltbar ins eigene Tor - 2:3. Die letzten drei Minuten plus Nachspielzeit brachten Hoffenheim nicht mehr in eine echte Anschluss-Situation.

Kovacs Halbzeit-Umstellung und die starke BVB-Halbstunde

Der Grund fuer die Kippe des Spiels lag in einer Kovac-Anpassung, die schon in der 30. Minute begann. Filippo Mané, der junge italienische Innenverteidiger, den der BVB im Sommer aus Empoli geholt hatte, verletzte sich nach einem Zweikampf am linken Sprunggelenk und musste durch Ethan Nwaneri ersetzt werden. Der 18-jaehrige Arsenal-Leihspieler, den der BVB am Deadline Day per 5-Millionen-Euro-Leihe geholt hatte, ist eigentlich Offensiv-Mittelfeldspieler, keine Notloesung fuer die Innenverteidigung. Kovac loeste das strukturelle Problem mit einer Halbzeit-Umstellung: Waldemar Anton rueckte in die Vierer-Kette, Nwaneri uebernahm den Achter, Nmecha den Zehner. Das brachte in der zweiten Halbzeit die BVB-Struktur, die vor dem 0:2 gefehlt hatte.

Der Nachspielzeit-Kommentar von Kovac in der ARD-Sportschau-Post-Match-Analyse: seine Mannschaft habe nach dem 0:2 “auf alles oder nichts” gespielt und dabei “grossen Charakter” bewiesen. Die Kicker-Post-Match-Skizze bestaetigt die Umstellung: BVB hatte in der zweiten Halbzeit deutlich mehr Ballbesitz im letzten Drittel, die Sechzehner-Praesenz von Guirassy und Silva war doppelt so hoch wie in Halbzeit eins.

Klopp-Sichtungs-Perimeter: Nmecha, Anton, Brandt, Adeyemi - und Lemperle auf der anderen Seite

Fuer den Klopp-Sichtungs-Rahmen vor der ersten offiziellen Kader-Bekanntgabe des neuen Bundestrainers am 17. September 2026 in Frankfurt war der Sinsheim-Abend hochwertig. Auf BVB-Seite standen mit Waldemar Anton in der Vierer-Kette, Felix Nmecha im Achter (mit dem 41.-Minuten-Kopfball als klarer Chance), Julian Brandt in der Halbraum-Zehn und Karim Adeyemi auf dem linken Fluegel vier deutsche Peripherie-Kandidaten auf dem Platz. Gregor Kobel im Tor ist Schweizer, Ryerson Norweger, Guirassy Senegalese, Silva Portugiese - der deutsche Kern der BVB-Startelf war identifizierbar.

Auf Hoffenheimer Seite ist die Klopp-Peripherie-Notiz vor allem an Tim Lemperle gebunden. Der 24-jaehrige Ex-Koelner Torjaeger, den Hoffenheim vor der Saison von Eintracht Frankfurt zurueckgeholt hatte, ist deutscher U21-Nationalspieler mit A-Debut-Perspektive - das 2:0 in Sinsheim (auch wenn statistisch als Anton-Eigentor moeglich) war der zweite Bundesliga-Torbeitrag der Saison. Klopp-Assistent Peter Krawietz war fuer die Sinsheim-Sichtung des Spiels vor Ort, wie das DFB-Umfeld bestaetigte, und wird die Bilanz mit den anderen Bundesliga-Peripherie-Datenpunkten der Woche (Fuellkrug-Kopfball bei Werder-Leipzig, Musiala-Comeback bei Bayern-Schalke) bis zum Klopp-Team-Meeting am Mittwoch abgleichen.

Ilzer und der Hajdari-Ausklang - “surreal”

Die Ilzer-Reaktion in der Post-Match-Runde war die eines Trainers, der sechzig sehr gute Minuten sah und in der Schluss-Rechnung mit null Punkten dasteht. “Surreal” nannte der Oesterreicher den Ausgang - eine Bewertung, die sich sowohl auf die BVB-Comeback-Sequenz zwischen 61. und 66. als auch auf das Hajdari-Eigentor in der 87. bezog. Die kollektive Hoffenheim-Rechnung nach zwei Spieltagen: Fehlstart in Freiburg (1:2 am 30. August) plus Heimniederlage gegen den BVB - null Punkte, 3:5 Tore, Tabellen-Rangzone unten. Ilzer wird die kommende Woche fuer die Verteidigungs-Sortierung ohne Kramaric im Zentrum nutzen; der 34-jaehrige kroatische Ex-Kapitaen kam am Samstag erst in der 73. Minute fuer Adam Hložek.

Fuer die BVB-Rechnung ist der Comeback-Auswaertssieg wertvoller, als es die drei Punkte zeigen. Der 33-Minuten-Karakter-Charakter-Test von 0:2 in der 54. auf 3:2 in der 87. produziert ein Narrativ, das Kovac in der Herbst-Kaderrotation weitertragen kann - vor allem in Richtung des ersten Klopp-Nations-League-Nominierungs-Termins am 17. September und der kommenden BVB-Bundesliga-Sichtungs-Fenster gegen Union Berlin (13.09.) und in Leverkusen (20.09.).

Ausblick: BVB gegen Union Berlin, Hoffenheim in Augsburg

Am kommenden Wochenende geht der Bundesliga-Alltag weiter. Der BVB empfaengt am Sonntag, dem 13. September 2026, um 17:30 Uhr MESZ Union Berlin im Signal-Iduna-Park - ein Heimspiel, bei dem Kovac die Nwaneri-Zehner-Frage weiter loesen und die Mané-Verletzungspause ueberbruecken muss. Hoffenheim reist zeitgleich zu FC Augsburg in die WWK-Arena - der Fuggerstaedter Klopp-Sichtungs-Termin mit dem Frankfurt-Augsburg-Vorbericht von gestern im Rueckspiegel. Zwischendurch faellt am Mittwoch, dem 17. September 2026, in Frankfurt die erste Klopp-Kaderansage der Aera. Vier BVB-Deutsche und ein Hoffenheimer U21-Kandidat haben am Samstagabend in Sinsheim ihren Datenpunkt hinterlassen.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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