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DFB-Team

Paderborn 0:1 Freiburg: Eggesteins dritter Paderborn-Fluch, Backhaus haelt Tabellenspitze fest

SC Paderborn 0:1 SC Freiburg im Bundesliga-Spieltag 2: Maximilian Eggesteins 26.-Minuten-Volley, Mio Backhaus haelt 51.-Min-Ein-gegen-Eins gegen Pieringer - Freiburg vorlaeufig Tabellenerster.

Von Lukas Brandt 06. September 2026

Maximilian Eggestein am Ball in Freiburger Trikot in der Voith-Arena Heidenheim (Bundesliga 2025/26, Foto: ImageBROKER). Ein Jahr spaeter traf der 29-Jaehrige zum 1:0-Auswaertssieg am 2. Bundesliga-Spieltag 2026/27 in Paderborn - sein drittes Karriere-Tor gegen die Ostwestfalen in drei verschiedenen Wettbewerbs-Rahmen. Foto: ImageBROKER via SmartFrame

Der SC Freiburg ist am Samstag-Nachmittag vorlaeufiger Bundesliga-Tabellenfuehrer geworden. Am zweiten Spieltag der Saison 2026/27 gewannen die Breisgauer in der ausverkauften Home-Deluxe-Arena in Paderborn mit 1:0 (1:0), das entscheidende Tor erzielte der 29-jaehrige Sechser Maximilian Eggestein in der 26. Minute per Volley nach einer geblockten Chance. Fuer Eggestein war es das dritte Karriere-Tor gegen den SC Paderborn - nach 2020 in der Bundesliga und 2023 im DFB-Pokal, damals jeweils fuer den SV Werder Bremen. Fuer die Klopp-Sichtungs-Rechnung des DFB vor der ersten Kaderansage am 17. September 2026 lieferte der Nachmittag jedoch einen ganz anderen Sichtungs-Datenpunkt: Mio Backhaus, der 21-jaehrige neue Freiburger Stamm-Torhueter, hielt in der 51. Minute mit einer 1-gegen-1-Parade gegen Marvin Pieringer den Vorsprung fest - der erste substanzielle Positiv-Datenpunkt fuer die deutsche Torhueter-Landkarte 14-von-18 unter Bundestrainer Juergen Klopp.

Torfolge: Eggestein 26. Minute - Volley nach Scherhant-Flanke

Freiburg-Coach Julian Schuster liess sein Team nach dem 4:1-Statement gegen Werder Bremen am 30. August mit dem gleichen 4-2-3-1-Grundriss auflaufen, den einzigen Wechsel gab es zwangslaeufig auf der Torhueter-Position. Statt Noah Atubolu, der eine Woche zuvor per Leihe mit 13-Millionen-Kaufpflicht nach Frankfurt gewechselt war, stand der aus der Werder-Bremen-Jugend kommende Mio Backhaus im Freiburger Kasten - seine zweite Bundesliga-Startelf-Nominierung als neue Nummer eins.

Der Freiburger Bundesliga-Auswaerts-Auftritt begann mit einem klaren Zugriff: Angreifer Igor Matanovic haemmerte in den ersten 25 Minuten drei Torschuesse in Richtung Paderborner Tor, Paderborn-Torhueter Nahuel Noll parierte zweimal reflexartig, einmal fischte er einen Halbfeld-Distanzschuss aus der linken oberen Ecke. In der 26. Minute dann der Freiburger Fuehrungstreffer: Derry Scherhant brachte von der linken Halbraum-Position eine flache Flanke in den Sechzehner, Yannik Engelhardt zog aus zentraler Position sofort ab, ein Paderborner Verteidiger warf sich in den Schuss - und der geblockte Ball fiel Eggestein im Rueckraum vor die rechten Fuesse. Der Volley-Abschluss aus rund neun Metern schlug flach im kurzen Winkel ein, Nahuel Noll war chancenlos.

Eggesteins Paderborn-Fluch: 2020 Werder-Bundesliga, 2023 Werder-DFB-Pokal, 2026 Freiburg-Bundesliga

Fuer die Torjaeger-Statistik ist Maximilian Eggesteins Bundesliga-Bilanz uebersichtlich. In seiner gesamten Erstliga-Karriere seit dem Werder-Debut 2015 hat der 29-jaehrige Sechser weniger als 20 Bundesliga-Tore erzielt - er ist der Aufbau-Sechser, nicht der Torjaeger-Sechser. Gegen den SC Paderborn aber trifft Eggestein wiederholt. Das 26.-Minuten-Volley-Tor am 5. September 2026 ist bereits sein drittes Karriere-Tor gegen die Ostwestfalen in drei verschiedenen Wettbewerbs-Rahmen: 2020 fuer den SV Werder Bremen in der Bundesliga (Werder-Auswaertssieg), 2023 fuer den SV Werder Bremen im DFB-Pokal, und jetzt 2026 fuer den SC Freiburg in der Bundesliga.

Der Paderborner Verein ist damit der einzige Klub, gegen den Eggestein in zwei unterschiedlichen Trikot-Farben und in zwei verschiedenen Wettbewerben getroffen hat. Die Sportschau-Redaktion haengte den Spielbericht nach Abpfiff nicht ohne Grund an der Ueberschrift “Paderborn-Experte Eggestein fuehrt Freiburg zum Sieg” auf. Fuer Eggestein selbst, der in der Post-Match-Interview-Runde relativ trocken reagierte, blieb es beim knappen Kommentar, dass er “beim Volley einfach nur gedankenlos den Fuss draufhalten” musste. Fuer den Freiburger Trainer Julian Schuster ist der Treffer in einer Woche eingeordnet, in der auch der Freiburger Motherwell-Doppelpack von Matthias Ginter die Sechser-Zentrum-Bilanz gestuetzt hatte.

Mio Backhaus in der 51. Minute: Erster Klopp-Sichtungs-Datenpunkt fuer die neue Nummer eins

Die entscheidende Spielszene fuer die DFB-Beobachter kam nach dem Wiederanpfiff. Paderborns neuer Cheftrainer Ralf Kettemann hatte zur Halbzeit den 32-jaehrigen Angreifer Steffen Tigges fuer den Fluegel-Franzosen Rayan Philippe gebracht - die Umstellung wirkte sofort. In der 51. Minute spielte Paderborns Aussenverteidiger einen langen Steilpass durch die Freiburger Innenverteidigungs-Kette, Marvin Pieringer war einen Schritt frueher am Ball als Freiburgs Ginter und stand allein vor dem Freiburger Kasten.

Mio Backhaus, 21 Jahre alt, gebuertiger Duesseldorfer und aus der Werder-Bremen-Jugend uebernommener neuer Freiburger Nummer eins, kam wenige Schritte aus dem Kasten, verkuerzte den Winkel, blieb lange stehen und lenkte Pieringers flachen Innenristschuss ins rechte Eck mit der Hacke des rechten Fusses zur Ecke ab. Fuer die Klopp-Torhueter-Landkarte 14-von-18-deutschen-Nummer-Eins, die zum Auftakt der Saison 2026/27 fuenf neue Nummer-Eins-Torhueter dokumentierte (Backhaus, Atubolu, Raab, Vandevoordt, Hein), ist die Backhaus-Parade der erste substanzielle Positiv-Datenpunkt in der Post-WM-Sichtungs-Bilanz.

Bundestrainer Juergen Klopp, der am 17. September 2026 auf dem DFB-Campus Frankfurt seine erste offizielle Kaderbekanntgabe fuer die Nations-League-Doppelrunde gegen Kroatien und die Niederlande vornimmt, sitzt bei der Torhueter-Nachfolge weiter vor derselben Ausgangs-Rechnung: Manuel Neuer (Bayern) ist nach dem WM-2026-Sechzehntelfinal-Aus zurueckgetreten, Alexander Nuebel (Stuttgart) und Oliver Baumann (Hoffenheim) bilden die WM-Peripherie. Fuer den mittelfristigen Sichtungs-Radar sind Kandidaten wie Backhaus, Jonas Urbig, Finn Dahmen und Marius Mueller die Adressen. Ein Positiv-Datenpunkt wie die Pieringer-Parade zaehlt in dieser Rechnung.

Zweite Halbzeit: Paderborn hat mehr Ballbesitz, Freiburg haelt

Nach dem Kettemann-Wechsel Tigges-fuer-Philippe hatte Paderborn deutlich mehr Ballbesitz und die klareren Chancen. Tigges kam in der 54. Minute ueber einen halbhohen Kopfball nach Standard zum ersten guten Torabschluss, Laurin Ulrich folgte in der 65. Minute mit einem Distanzschuss aus rund 20 Metern, den Backhaus zur Ecke lenkte. Freiburg zog sich tiefer, verteidigte mit einer Fuenf-vor-der-Kette-Formation und lauerte auf Umschalt-Momente, die aber nur einmal (Scherhant-Flanke in der 78. Minute, Matanovic-Kopfball uebers Tor) zu einer Halb-Chance fuehrten.

Freiburgs Cheftrainer Julian Schuster ordnete den Nachmittag nach Abpfiff im Sky-Interview mit der ihm eigenen Nuechternheit ein: “In der zweiten Halbzeit hatten wir Glueck.” Paderborn-Coach Ralf Kettemann, der am Beginn der Saison 2026/27 zum ersten Bundesliga-Cheftrainer-Auftrag seiner Karriere gekommen war, sah es genau spiegelbildlich: “Freiburg hat hier nicht mit Glueck gewonnen.” Die Wahrheit liegt in der Kombination - Freiburg war in der ersten Halbzeit klar besser, Paderborn in der zweiten. Der Freiburger 1:0-Sieg ist damit ein typischer Auswaerts-Bundesliga-Erfolg der Kompaktheits-Kategorie.

Ausblick: Freiburg vorlaeufig Tabellenerster, Paderborn muss zu Borussia Dortmund

Nach 90 Minuten steht der SC Freiburg mit sechs Punkten aus zwei Spielen und einer Torbilanz von 5:1 vorlaeufig auf Platz 1 der Bundesliga-Tabelle - vorlaeufig deshalb, weil das Sonntag-17:30-Uhr-Spiel zwischen FC Augsburg und Eintracht Frankfurt noch aussteht. Beide Klubs koennten mit einem Sieg an den Breisgauern vorbeiziehen. Fuer Freiburg-Trainer Schuster ist die vorlaeufige Tabellenspitze das zweite Statement in einer Wochen-Reihe, die mit dem Freiburger Motherwell-Rueckspiel-Sieg zur Conference-League-Ligaphase-Qualifikation begonnen hatte.

Paderborn steht mit einem Punkt aus zwei Spielen nach dem Bundesliga-Auftakts-0:0 gegen Mainz 05 und der 0:1-Heim-Niederlage gegen Freiburg auf dem naechsten schweren Auswaerts-Termin: Am kommenden Samstag, dem 12. September 2026 um 15:30 Uhr, muessen die Ostwestfalen zu Borussia Dortmund in den Signal-Iduna-Park - ein Spiel, in dem der neue Cheftrainer Ralf Kettemann in einem der lautesten Stadien der Republik seine Bundesliga-Feuertaufe uebersteht. Freiburg empfaengt zeitgleich Borussia Moenchengladbach im Europa-Park-Stadion.

Fuer den DFB-Beobachter-Zirkel um Peter Krawietz - Klopps Sichtungs-Assistent, der die Bundesliga-Rundschau bis Mittwoch mit Datenpunkten fuellt - reiht sich der Paderborn-Freiburg-Nachmittag in die Bundesliga-Spieltag-2-Recap-Serie rund um die anderen Sichtungs-Termine der Woche ein: Werder-Leipzig 3:1 mit Fuellkrug-Kopfball, Bayern-Schalke 0:0 mit Musiala-Comeback, Gladbach-Elversberg 3:4 mit Krattenmacher-Doppelpack. Backhaus-Parade in der 51. Minute ist der leiseste, aber fuer die DFB-Torhueter-Nachfolge-Frage vielleicht wichtigste Datenpunkt des Samstag-Nachmittags.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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