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WM-Qualifikation

Italien und die WM 2026: Warum die Squadra Azzurra fehlt

Italien WM 2026: Warum die Squadra Azzurra fehlt. Nach 2018 und 2022 verpasst der viermalige Weltmeister zum dritten Mal in Folge die WM - Norwegen-Pleite und Playoff-Drama gegen Bosnien.

Von Marco Feldmann 28. April 2026

2014 FIFA World Cup - Group D match, Costa Rica (1) v (0) Italy, held at Arena Pernambuco Foto: WENN via SmartFrame

Es ist das, was in Italien längst niemand mehr für möglich halten wollte und nun doch Realität ist: Der viermalige Weltmeister Italien wird auch bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nicht dabei sein. Nach den verpassten Turnieren 2018 in Russland und 2022 in Katar ist es das dritte WM-Aus in Serie - so etwas hat noch kein anderer ehemaliger Weltmeister erlebt. Wie es dazu kam, was in Italien los ist und was das für den Calcio bedeutet.

Kurz zur Einordnung: Wer nach “Italien WM 2026” oder “Italien Fußball WM 2026” sucht, landet hier richtig - die Squadra Azzurra ist nicht qualifiziert und spielt deshalb 2026 weder in den USA noch in Kanada oder Mexiko. Es gibt für die WM 2026 keine italienische Mannschaft im Teilnehmerfeld, kein “Gruppe Italien”, keine Kader-Nominierung. Wer die qualifizierten 48 Mannschaften sucht: WM-2026-Teilnehmer.

Der Knackpunkt: Platz zwei hinter Norwegen

Schon in der regulären WM-Qualifikation war Italien nie Herr der Lage. In seiner UEFA-Gruppe traf die Squadra Azzurra auf ein Norwegen, das mit Erling Haaland in Topform durch die Gruppenphase marschierte. Das direkte Duell verlor Italien auswärts klar mit 0:3 - und im letzten Gruppenspiel im November 2025 setzte es daheim sogar ein 1:4 gegen die Skandinavier. Norwegen gewann die Gruppe souverän, Italien blieb nur Rang zwei und damit der gefürchtete Umweg über die Playoffs.

Der zweite Platz ist in der UEFA-Quali für die WM 2026 ein Stolperdraht: Nur die zwölf Gruppensieger fahren direkt zur Endrunde, alle Gruppenzweiten müssen in ein K.-o.-Miniturnier mit jeweils Halbfinale und Finale. Genau dort war Italien schon 2017 (gegen Schweden) und 2022 (gegen Nordmazedonien) gescheitert. Wie diese Playoff-Mechanik europaweit funktioniert, ordnen wir auf der Seite zur WM-Qualifikation ein - und im Detail, wie das Turnier in Nordamerika danach abläuft, im WM-2026-Modus.

Das Playoff: 2:0 gegen Nordirland - und dann das Drama gegen Bosnien

Im Halbfinale der Playoffs wirkte zunächst alles, als hätte Italien die Lektion gelernt. Gegen Nordirland tat sich die Mannschaft eine Halbzeit lang schwer, drehte dann aber auf: Sandro Tonali und Moise Kean trafen, am Ende stand ein 2:0, und der Weg ins Finale war frei. Dort wartete Bosnien und Herzegowina - und es wurde ein Abend, der sich in Italien einbrennen dürfte.

Italien ging durch Kean nach einem Patzer von Torhüter Nikola Vasilj in Führung, hatte das Spiel über weite Strecken im Griff - und verlor dann den Faden: Eine Rote Karte gegen Alessandro Bastoni als letzter Mann, kurz vor Schluss der Ausgleich durch Haris Tabakovic, in der Verlängerung kein Tor mehr. Im Elfmeterschießen scheiterte Italien an den eigenen Nerven; Bosnien verwandelte eiskalt und gewann 4:1 vom Punkt. Für Bosnien war es nach 2014 erst die zweite WM-Teilnahme - für Italien das nächste Kapitel einer Geschichte, die sich nicht mehr wie ein Ausrutscher anfühlt, sondern wie ein Muster. Welche Teams sich am Ende qualifiziert haben und in welchen Töpfen sie bei der Auslosung landeten, zeigt die Übersicht der WM-2026-Teilnehmer samt aller Gruppen.

Die Reaktion in Italien: Wut, Scham und die alten Fragen

Die italienischen Sportzeitungen reagierten, wie man es erwarten konnte: mit Schwärze auf den Titelseiten und Worten wie “Vergogna” - Schande. Drei verpasste Weltmeisterschaften in Folge, dazwischen zwar der EM-Titel 2021, aber eben auch ein System, das international immer wieder durchfällt. Die Debatten sind dieselben wie 2017 und 2022: zu wenige italienische Stammspieler in der Serie A, eine ausbaufähige Nachwuchsförderung, ein Verband (FIGC) unter Reformdruck, ein Trainerstuhl, der zur Schleudersitz-Zone geworden ist.

Mehr als die Tabelle schmerzt der Kontext: Italien war 1934, 1938, 1982 und 2006 Weltmeister, hat eine der reichsten WM-Traditionen überhaupt - und schaut nun zum dritten Mal in Folge zu, wenn der Rest der Welt das größte Turnier des Sports spielt. In der WM-Geschichte findet man Italiens vier Titel und legendäre Auftritte wie das Halbfinale 1970 im Estadio Azteca gegen Deutschland; ausgerechnet diese Bühne, der Schauplatz des WM-2026-Eröffnungsspiels, bleibt den Azzurri 2026 verschlossen.

Was das Aus konkret bedeutet

Sportlich heißt es: kein WM-Sommer 2026 für Italien, kein Aufeinandertreffen mit den großen Nationen, kein Schaufenster für die jungen Talente, kein TV-Geld aus einer Endrunde, dafür ein langer Schatten über der Amtszeit jedes Verantwortlichen. Wirtschaftlich trifft es Sponsoren, Sender und einen Markt, der sich an die Squadra Azzurra als Selbstläufer gewöhnt hatte. Und psychologisch sitzt der Stachel tief: Ein einmaliges Aus ist ein Betriebsunfall, ein zweimaliges ein Alarmzeichen - ein dreimaliges ist eine Strukturkrise.

Für Italien beginnt damit faktisch sofort der nächste Zyklus: Aufbau für die WM 2030, die in Marokko, Spanien und Portugal stattfindet, mit Jubiläumsspielen in Uruguay, Argentinien und Paraguay. Bis dahin muss der italienische Fußball Antworten finden, die er seit fast einem Jahrzehnt vor sich herschiebt. Die WM 2026 selbst beginnt unterdessen am 11. Juni mit dem Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt; das Finale steigt am 19. Juli im MetLife Stadium bei New York - ohne Italien, zum dritten Mal in Folge. Wer alle qualifizierten Mannschaften, ihre Gruppen und den kompletten WM-2026-Spielplan im Blick behalten will, findet bei uns die laufend aktualisierte Übersicht.

Häufige Fragen: Italien und die WM 2026

Spielt Italien bei der WM 2026? Nein. Italien hat sich für die WM 2026 nicht qualifiziert und ist weder in einer Gruppe noch im erweiterten Teilnehmerfeld vertreten. Die Squadra Azzurra fehlt zum dritten Mal in Folge bei einer Endrunde.

Warum ist Italien nicht bei der WM 2026 dabei? Italien scheiterte in der UEFA-Qualifikation an Norwegen, wurde in der Gruppe nur Zweiter und ging damit in die Playoffs. Dort folgte zwar ein souveränes 2:0 im Halbfinale gegen Nordirland, im Finale aber das Aus gegen Bosnien und Herzegowina im Elfmeterschießen.

Zum wievielten Mal verpasst Italien die WM? Es ist das dritte WM-Aus in Folge - nach 2018 (Russland) und 2022 (Katar). Davor war Italien viermal Weltmeister (1934, 1938, 1982, 2006).

Wie oft ist Italien Weltmeister geworden? Italien hat den WM-Pokal viermal gewonnen: 1934 (im eigenen Land), 1938 (in Frankreich), 1982 (in Spanien) und 2006 (in Deutschland). Damit liegt Italien gleichauf mit Deutschland und hinter Rekordweltmeister Brasilien (5 Titel). Die komplette Übersicht: Alle Fußball-Weltmeister.

Welcher ehemalige Weltmeister fehlt sonst noch bei der WM 2026? Außer Italien fehlt unter den bisherigen Weltmeistern niemand: Brasilien, Deutschland, Argentinien, Frankreich, Uruguay, England und Spanien sind alle dabei. Die Liste der 48 Teilnehmer steht unter WM 2026 Teams.

Was bedeutet das Aus für Italien sportlich? Drei verpasste WM-Endrunden hintereinander sind ein historisches Tief und werden in Italien als Strukturkrise diskutiert: zu wenige italienische Stammspieler in der Serie A, schwache Nachwuchsförderung, Reformdruck beim Verband FIGC. Der nächste Anlauf folgt 2030 mit der Jubiläums-WM in Marokko, Spanien und Portugal.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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