Klopp kuendigt Gespraech mit Pejcinovic an: Der erste Kader-Name faellt drei Wochen vor der Nominierung
Kicker meldet am 28.08.2026: Neu-Bundestrainer Juergen Klopp kuendigt ein DFB-Gespraech mit VfB-Neuzugang Dzenan Pejcinovic an - drei Wochen vor der Kader-PK.
Von Lukas Brandt 28. August 2026
Der Neu-Bundestrainer setzt das erste konkrete Kader-Signal seiner Amtszeit - und faellt einen Namen aus einer Bundesliga-Startelf, die am selben Abend gerade 1:5 gegen den FC Bayern verloren hat. Der Kicker meldet am Freitag, 28. August 2026, um 19:44 UTC, dass Juergen Klopp ein DFB-Gespraech mit Dzenan Pejcinovic angekuendigt hat. Der 21-jaehrige VfB-Stuttgart-Angreifer, der vor der Saison fuer eine Ablose von rund 25 Millionen Euro plus Boni vom Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg an den Neckar gewechselt ist, laeuft damit als erster nomineller Kader-Kandidaten-Name durch die Klopp-Sichtungs-Pipeline - drei Wochen und sechs Tage vor der ersten offiziellen Kader-PK des neuen Bundestrainers auf dem DFB-Campus Frankfurt am 17. September 2026.
Kicker-Meldung am 28. August: “Gespraech angekuendigt”
Die Kicker-Headline vom Freitagabend liest sich als klassischer Sichtungs-Trigger: “DFB-Berufung? Klopp kuendigt Gespraech mit Pejcinovic an”. Der Zeitstempel fiel um 19:44 UTC - eine gute Stunde nach dem Anpfiff des Bundesliga-Auftakt-Spiels FC Bayern gegen VfB Stuttgart in der Allianz-Arena, das die Muenchener am Ende mit 5:1 gewannen. Der Kicker positioniert die Meldung damit klar in den Live-Kontext des Muenchener Sichtungs-Fensters: Pejcinovic hatte in der VfB-Startelf gestanden und schon in der ersten Halbzeit mit einem flachen Schuss knapp am langen Pfosten vorbei die erste Duftmarke gesetzt, ehe die individuelle Klasse der Kompany-Elf um Dayot Upamecano (21.), Michael Olise (55.), Aleksandar Pavlovic (84.) und Luis Diaz (90.+2) den Abend fuer die Schwaben endgueltig eng machte.
Fuer den Klopp-Sichtungs-Rahmen ist das Signal doppelt kodiert. Erstens: der Bundestrainer greift zum ersten Mal seit dem WM-2026-Achtelfinal-Aus gegen Paraguay konkret in die Kader-Debatte ein - nicht per allgemeinem “57-Feldspieler-Liste”-Verweis wie beim Amtsantritt am 15. August 2026, sondern mit einem konkreten Spielernamen. Zweitens: der Klopp-Sichtungs-Baustein trifft einen Spieler, der drei Wochen zuvor in Wolfsburg noch als Nachwuchs-Startelf-Option in der 2. Bundesliga eingeplant war - und der jetzt in einer VfB-Startelf gegen den Deutschen Meister steht, weil Nick Woltemade nach seiner WM-2026-Rueckkehr noch nicht vollstaendig belastungsfaehig ist.
Vom Rostock-Hattrick zur Bayern-Startelf - was Klopp beobachtet
Der Sichtungs-Impuls hat eine klare Vorgeschichte. Am Freitag, 21. August 2026, gewann der VfB Stuttgart die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals beim FC Hansa Rostock im Ostseestadion mit 4:0 (2:0) - und Pejcinovic markierte auf seinem Pflichtspiel-Debut fuer die Schwaben einen Hattrick in der 18., 38. und 82. Minute. Der 21-Jaehrige wurde damit zum ersten VfB-Profi mit einem Debut-Dreierpack im Pflichtspiel seit dem brasilianischen Angreifer Adhemar, der im Februar 2001 in der Bundesliga gegen den 1. FC Kaiserslautern gleich beim ersten Auftritt dreifach getroffen hatte.
VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth ordnete das Rostock-Debut mit demonstrativer Nuechternheit ein: “Das war ein sehr, sehr gutes Debut. Ich freue mich sehr fuer ihn.” Zugleich verwahrte er sich gegen eine automatische DFB-Beschleunigung: Eine einzige starke 90-Minuten-Leistung werde “die Entscheidungsfindung des Bundestrainers sicherlich nicht ueberrumpeln”. Pejcinovic selbst blieb bewusst zurueckhaltend: “Ehrlich gesagt hatte ich das nicht so erwartet. Fuer mich persoenlich war es wichtig, heute alles fuer die Mannschaft zu geben.”
Sieben Tage spaeter, beim Bundesliga-Auftakt in Muenchen, stellte VfB-Trainer Sebastian Hoeness den Neuzugang direkt in die Startelf - eine tatikische Setzung, die die Sturm-Rotation im Umfeld von Kapitaen Deniz Undav, Tiago Tomas und dem in Muenchen als Joker eingesetzten Ermedin Demirovic direkt unter Pflichtspiel-Bedingungen und in maximaler Bundesliga-Sichtbarkeit auf die Probe stellte. Der Anschlusstreffer zum zwischenzeitlichen 1:1 fiel dann durch Josha Vagnoman in der 52. Minute; das 1:2 in der 58. Minute durch dessen missglueckten Klaerungsversuch auf nassem Rasen. Pejcinovic selbst blieb ohne Tor-Beteiligung, machte aber laut Sportschau-Spielbericht mit seinem Pfostenschuss und der grundsaetzlichen Praesenz im Bayern-Strafraum die Sichtungs-Karte fuer den Bundestrainer offen.
Verbands-Bindungs-Status: DFB-U21 mit sieben Einsaetzen, Montenegro nur ein U15-Spiel
Ein Detail, das der Kicker-Sichtungs-Trigger implizit mittransportiert, ist die Verbands-Bindungs-Frage. Pejcinovic besitzt neben dem deutschen auch den montenegrinischen Pass; als 15-Jaehriger bestritt er ein einziges U15-Laenderspiel fuer die Auswahl seines Familien-Herkunfts-Landes. Danach hat der in Salzgitter geborene Angreifer alle DFB-Jugendmannschaften ab der U16 durchlaufen - U16, U17, U18, U19 und aktuell U21, wo Pejcinovic in der laufenden Qualifikation zur U-21-Europameisterschaft 2027 bei sieben Einsaetzen und zwei Toren steht. Der Verbands-Beitrag fuer die DFB-Nachwuchs-Kadern ist damit unstrittig; der Wechsel zur A-Elf waere nach dem ersten Pflichtspiel-Einsatz im Sinne der FIFA-Statuten Artikel 6 aber endgueltig.
Solange dieser Schritt aussteht, bliebe Montenegro theoretisch handlungsfaehig - der Verband der Balkan-Republik hat in den vergangenen Jahren immer wieder junge Doppelstaatler in Deutschland umworben. Klopps am 28. August 2026 angekuendigtes Gespraech ist damit nicht nur ein Sichtungs-, sondern auch ein Verbands-Bindungs-Signal: Wer den 21-Jaehrigen jetzt konkret in die A-Kader-Diskussion holt, sichert dem DFB die Deutungshoheit ueber Pejcinovics naechsten Karriereschritt - und beugt einem spaeteren Montenegro-Anwerbeversuch strukturell vor.
SportBild-Chronik: Klopp hatte Pejcinovic bereits nach Amtsantritt informiert
Der Kicker-Sichtungs-Trigger vom Freitagabend faellt nicht in einen leeren Raum. Bereits in den Tagen zuvor hatte SportBild berichtet, Klopp habe Pejcinovic zeitnah nach seinem Amtsantritt am 15. August 2026 informell wissen lassen, ihn “mit Blick auf die EM 2028” auf dem Zettel zu haben. Der DFB-Chefcoach griff damit auf einen Kanal zurueck, den er auch aus seiner Bundesliga-Trainer-Zeit kennt: direkter Kontakt zu jungen deutschen Spielern, deren Karriere-Bogen ueber die naechste Nations-League-Saison hinausreicht.
Pejcinovic seinerseits ordnete den SportBild-Kontakt in den ersten Interviews nach der Rostocker Pokal-Nacht auffallend nuechtern ein: “Ich bin aktuell U-21-Spieler. Was danach kommt, sehen wir.” Genau diese Zurueckhaltung ist das Muster, das SportBild als “Klopp-Radar-Signal” einordnete - Sichtungs-Anker, aber keine Nominierungs-Zusage. Der Kicker-Sichtungs-Trigger vom 28. August verschaerft nun diesen Zeithorizont: Aus einem “2028-Perspektiv-Signal” wird ein “Gespraech-Termin-in-Kuerze”, der die 17.-September-Kader-Bekanntgabe direkt beruehrt.
Was das fuer die 17.-September-Kader-PK bedeutet
Klopps erste offizielle Kader-Bekanntgabe als Bundestrainer steht - der DFB hat den Termin am 25. August 2026 fixiert - fuer Donnerstag, 17. September 2026, im PK-Format auf dem DFB-Campus in Frankfurt. Die Mannschaft sammelt sich am Montag, 21. September 2026 in Herzogenaurach; das Nations-League-Debut in Amsterdam folgt am Donnerstag, 24. September 2026 um 20:45 Uhr in der Johan-Cruijff-Arena. Klopp nominiert 23 Feldspieler plus drei Torhueter aus der 57-Feldspieler-Arbeits-Liste, die er beim Amtsantritt als sein Sichtungs-Universum genannt hatte.
Fuer einen Debut-Kader-Neuling zaehlen in diesem Fenster drei Faktoren: aktuelle Bundesliga-Form, Klopp-Trainerstab-Bewertung (Sebastian Kehl, Peter Krawietz und Zeljko Buvac als Trainer-Assistenten hatten die U21- und DFB-Nachwuchs-Perspektive im Amtsantritts-Statement explizit als Sichtungs-Prioritaet markiert) und die konkrete Positions-Not im Sturm. Der Sturm-Pool nach dem WM-Achtelfinal-Aus - Nick Woltemade nach Belastungsaufbau, Niclas Fuellkrug mit Wechsel-Fragezeichen, Kai Havertz variabel im Angriffs-Zentrum - laesst dem Bundestrainer objektiv Spielraum fuer eine junge Wildcard.
Ob Pejcinovic diese Wildcard am 17. September tatsaechlich zieht, wird das Klopp-Gespraech in den kommenden Tagen zusammen mit den Bundesliga-Sichtungs-Wochenenden am 30. August (VfB gegen Augsburg), 12./13. September (VfB in Wolfsburg) und dem entscheidenden Sichtungs-Fenster unmittelbar vor der Kader-PK klaeren muessen. Der Klopp-Kader-Diskurs - der von aussen zuletzt vor allem an Namen wie Florian Wirtz, Manuel Neuer oder Toni Kroos geknuepft war - bekommt mit Pejcinovic zum ersten Mal einen dezidiert jungen, konkret positionierten Sichtungs-Namen aus dem Klopp-Trainerstab selbst. Der Bundestrainer hat die Kader-Debatte damit von der Konjunktiv-Ebene der 57-Namen-Liste in die konkrete PK-Fenster-Ebene gehoben - noch bevor er den ersten Anpfiff seiner Amtszeit erlebt hat.
Autor
Lukas BrandtRedakteur WM & DFB-Team
Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.
Mehr aus DFB-Team
Klopp nimmt Musiala die Kader-Sorge: 'Ich kann ihm nur die eine Sorge nehmen'
28.08.2026
DFB-TeamBundesliga-Auftakt Bayern-VfB: Tah auf der Bank, Brown auf der Zehn - was der Klopp-Kader daraus liest
28.08.2026
DFB-TeamFreiburg 4:1 gegen Motherwell: Einzug in die Conference-League-Ligaphase
28.08.2026