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DFB-Team

Klopp-Startelf in Amsterdam: Treu debütiert, ter Stegen im Tor, Musiala als Zehner

Jürgen Klopps erste Startelf als Bundestrainer: Philipp Treu als einziger Debütant auf rechts, Marc-André ter Stegen zurück im Tor, Kimmich Kapitän, Musiala als Zehner im 4-2-3-1.

Von Lukas Brandt 24. September 2026

Klopp und DFB-Sportdirektor Rudi Völler beim Franz-Beckenbauer-Supercup 2026 am 22.08.2026 im Signal Iduna Park - erste öffentliche Zwei-Mann-Aufnahme des neuen Bundestrainer-Duos vor dem Amsterdam-Debüt. Foto: osnapix / Marcus Hirnschal via Actionpress via SmartFrame

Jürgen Klopp hat für sein Bundestrainer-Debüt in Amsterdam gegen die Niederlande auf eine klare Achse gesetzt - und mit Philipp Treu einen einzigen Startelf-Debütanten benannt. Die DFB-Aufstellung für das Nations-League-Match am Donnerstagabend, 24. September 2026, um 20:45 Uhr MESZ in der Johan-Cruijff-ArenA ist eine Ansage: Marc-André ter Stegen kehrt ins Tor zurück, Joshua Kimmich trägt die Kapitänsbinde vor einer Doppel-Sechs, Jamal Musiala übernimmt die Zehner-Rolle. Unser Vorbericht vom Montag hatte 4-3-3 prognostiziert - Klopp entschied sich am Ende für 4-2-3-1.

Die Startelf im Überblick

Klopp schickt folgende elf Spieler in Amsterdam auf den Rasen:

  • Tor: Marc-André ter Stegen (FC Barcelona)
  • Abwehr: Philipp Treu (SC Freiburg), Jonathan Tah (FC Bayern), Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt)
  • Doppel-Sechs: Joshua Kimmich (FC Bayern, Kapitän), Felix Nmecha (Borussia Dortmund)
  • Zehner: Jamal Musiala (FC Bayern)
  • Flügel: Kevin Schade (FC Brentford) rechts, Karim Adeyemi (Borussia Dortmund) links
  • Sturm: Kai Havertz (FC Arsenal)

Grundformation: 4-2-3-1. Die Achse durch die Mitte - ter Stegen, Kimmich, Musiala, Havertz - ist die “klare Achse”, die Klopp in der letzten Pressekonferenz am Mittwochnachmittag angedeutet hatte, ohne Namen zu nennen.

Treu als einziger Startelf-Debütant

Von den sechs Debütanten aus dem 23er-Spielbogen, den Klopp am Vormittag nach der UEFA-Streichung von Sam Bambase Conte fixiert hatte, schafft nur Treu den Sprung in die Anfangsformation. Der 21-jährige Freiburger, den Klopp bereits am 15. September zusammen mit Fabian Keidel und Yalcin Ebnoutalib in den erweiterten 44er-Trainingskader berufen hatte, spielt in Amsterdam Rechtsverteidiger. Es ist eine Positionsentscheidung mit Signalwirkung: Treu ist bei Freiburg zwar auf beiden Außenpositionen einsetzbar, seine besten Saison-Werte fährt er allerdings auf links ein. Klopp verlagert ihn hinter Schade auf die andere Seite - offenbar, um die zweikampfstärkere Variante gegen Anthony Gakpo aufzustellen und Nathaniel Brown auf der linken Seite gegen Denzel Dumfries zu lassen.

Brown selbst ist keine echte Überraschung mehr - der Frankfurter Linksverteidiger hatte im März gegen Italien und im Juni gegen Portugal bereits Einsatzzeit gesammelt. Für Treu dagegen ist es das erste A-Länderspiel überhaupt, und er startet in Klopps allererstem Spiel als Bundestrainer. Die drei weiteren Feld-Debütanten aus dem 23er-Aufgebot - Keidel, Ebnoutalib und Torhüter Finn Dahmen (Augsburg) - sitzen zunächst auf der Bank.

4-2-3-1 statt 4-3-3

Der Formationswechsel gegenüber dem, was Sportschau, kicker und wir als Standardordnung erwartet hatten, ist die zweite Delta-Botschaft dieses Abends. In der Sichtungs-Phase seit Juli hatte Klopp bei Trainingsvideos konsequent im 4-3-3 aufgestellt, mit Kimmich als tiefer Sechs, Nmecha und Musiala als linearen Achtern und Havertz als Neuner. In Amsterdam rückt Musiala eine Reihe nach vorn: Er startet als klassischer Zehner hinter Havertz, während Nmecha zusammen mit Kimmich die zentrale Achse abschirmt.

Der taktische Grund ist nachvollziehbar. Die niederländische Elftal von Xavi Hernández, der heute selbst sein Debüt als Oranje-Bundescoach gibt, presst nach Angaben der Sportschau in einem 4-3-3-Grundmuster hoch auf die gegnerische Sechs. Eine Doppel-Sechs mit Kimmich und Nmecha reduziert die Ballverlustzone genau in dem Raum, in dem Frenkie de Jong und Tijjani Reijnders am gefährlichsten sind. Musiala als Zehner wiederum erhält die Freiheit, sich hinter Xavi Simons’ Sechser-Linie zu bewegen und den kurzen Weg zum Strafraum zu wählen.

Ter Stegen - die erste sichtbare Klopp-Ansage

Dass Marc-André ter Stegen im Tor steht und nicht Alexander Nübel oder Andreas Luthe, ist keine Überraschung mehr - Klopp hatte die Torhüter-Entscheidung gestern auf der Abschluss-PK bereits mitgeteilt und dabei die Formel “Lektion eins ist Vertrauen” verwendet. In Amsterdam wird diese Ansage nun sichtbar. Für ter Stegen ist es das erste A-Länderspiel seit April 2026, als er sich in der Champions-League-Qualifikation gegen Napoli einen Fingerbruch zugezogen hatte. Der Barcelona-Keeper hatte in seiner Reha vier Monate lang keine Startelf-Perspektive - Klopps Entscheidung, ihn sofort ins Amsterdam-Match zu setzen und nicht auf einen Testeinsatz gegen Griechenland am Sonntag zu warten, ist ein Vertrauensvorschuss.

Auf den Flügeln setzt Klopp auf die zwei explosivsten Optionen im aktuellen Kader. Kevin Schade auf rechts ist der Brentford-Winger, der in der Premier League zuletzt drei Vorlagen in vier Spielen gesammelt hatte - unter anderem im 2:2 gegen Bournemouth mit Doppelpack-Vorlage. Für ihn ist es das erste A-Länderspiel unter Klopp, nicht aber das erste überhaupt: Julian Nagelsmann hatte ihn im März gegen Italien für 22 Minuten eingewechselt.

Adeyemi auf links ist der ehrlichste Payoff aus Klopps Kader-Tausch mit Karl vom Sonntagabend. Dass der Dortmunder in der Startelf steht und nicht Florian Wirtz - der ebenfalls im 23er-Aufgebot ist - deutet auf eine Klopp-Präferenz für Tempo über Kombinationsspiel hin. Adeyemi läuft in der Bundesliga aktuell die schnellsten Sprint-Werte der DFB-Auswahl, gemessen an der letzten Positionsdaten-Erhebung der DFL vom 20. September.

Was die Aufstellung über Klopps Amsterdam-Plan aussagt

Die Startelf sagt drei Dinge klar: Erstens, Klopp reagiert auf den Gegner - die Doppel-Sechs ist eine Antwort auf Xavis Pressing-Idee, kein Bekenntnis zu einer starren Grundformation. Zweitens, das Debüt ist keine Feldversuchs-Bühne - fünf der elf Startelf-Spieler waren bereits Nagelsmann-Stammkräfte (ter Stegen, Tah, Kimmich, Musiala, Havertz), drei sind nach Verletzung oder Formkrise zurück (Schlotterbeck, Nmecha, Adeyemi), zwei sind Klopp-Aufsteiger mit vorher schon Länderspiel-Minuten (Brown, Schade). Nur Treu ist ein reiner Klopp-Fund. Drittens, die Amsterdam-Botschaft ist Kontinuität über Bruch: Klopp knüpft mehr an die Nagelsmann-Achse an, als es die Vorberichte erwartet hatten.

Anpfiff in Amsterdam ist um 20:45 Uhr MESZ. RTL überträgt live, Schiedsrichter ist Anthony Taylor (England). Am Sonntag folgt das zweite Klopp-Match, das Heimspiel gegen Griechenland in der WWK-Arena Augsburg um ebenfalls 20:45 Uhr MESZ - dort erwartet Klopp einen weitgehend rotierten Kader-2 mit Conte, Keidel und Dahmen von Beginn an.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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