Zum Inhalt springen
Klub-WM

Klub-WM erklärt: 32 Teams, alle vier Jahre, deutsche Beteiligung

Klub-WM erklärt: Wie die neue FIFA-Klub-Weltmeisterschaft mit 32 Teams funktioniert, warum sie das alte Mini-Turnier ersetzt und was Bayern und Dortmund 2025 in den USA erlebten.

Von Marco Feldmann 01. Mai 2026

General views of the Lincoln Financial Field where Manchester City will take on Wydad AC in the opening fixture of Group G of the Fifa Club World Cup on June 18, 2025 in Philadelphia, Pennsylvania. (Photo by Isaac Parkin/Manchester City FC) Foto: Manchester City FC official photo via SmartFrame

Bis 2023 war die Klub-WM eine kurze, oft belächelte Pflichtveranstaltung im Dezember mit sieben Teilnehmern. Seit 2025 ist sie ein eigenständiges Sommerturnier mit 32 Mannschaften, vier Wochen Spieldauer und einem Finale im MetLife Stadium. Wer die alte FIFA-Klub-WM kannte, erkennt das neue Format kaum wieder. Hier die Einordnung: Wie der Modus funktioniert, warum die FIFA so radikal umgebaut hat und was deutsche Beobachter aus dem Premieren-Sommer 2025 mitgenommen haben.

Das alte Format: sieben Klubs, zehn Tage, kaum Beachtung

Zwischen 2000 und 2023 war die Klub-WM ein jährliches Mini-Turnier, ausgerichtet meistens in Asien oder am Persischen Golf, oft im Dezember. Sieben Teilnehmer: die sechs Sieger der Kontinentalwettbewerbe (UEFA Champions League, Copa Libertadores, CAF Champions League, AFC Champions League, CONCACAF Champions Cup, OFC Champions League) plus ein Klub aus dem Gastgeberland. Gespielt wurde im K.-o.-Modus mit zwei bis vier Spielen pro Team, die europäischen Champions stiegen direkt ins Halbfinale ein.

Für Real Madrid, den FC Bayern oder den FC Liverpool war das Turnier eher Pflicht als Höhepunkt. Real gewann es fünfmal, Bayern 2013 und 2020, und in Deutschland wurde es selten live über die ganze Distanz verfolgt. Mehr als ein Pokal mehr in der Vitrine war es selten. Genau diesen Status wollte die FIFA mit dem neuen Format ändern - und tat es 2025 in den USA.

Das neue Format ab 2025: 32 Klubs, acht Gruppen, vier Jahre Rhythmus

Das ab 2025 gültige Format gleicht bewusst einer klassischen Fußball-WM:

  • 32 Klubs aus allen sechs Konföderationen, verteilt auf acht Vierergruppen.
  • Nach der Gruppenphase ein K.-o.-Pfad von Achtelfinale bis Finale, ohne Spiel um Platz 3.
  • Alle vier Jahre statt jährlich, in den Sommermonaten, in den ungeraden Jahren zwischen den großen Nationalturnieren.
  • 63 Spiele insgesamt, rund vier Wochen Spielzeit.
  • Eigene Plätze pro Konföderation: zwölf für die UEFA, sechs für die CONMEBOL, je vier für AFC, CAF und CONCACAF, einer für die OFC sowie der Klub des Gastgeberlandes.

Qualifiziert sind in erster Linie die Champions-League-Sieger der letzten vier Spielzeiten (Stand vor dem Turnier) plus weitere Klubs nach einem konföderationsspezifischen Punkterang. Die FIFA hat damit ein Turnier geschaffen, das in Format und Dauer einer Männer-WM bei den Nationalmannschaften ähnelt - inklusive Vergleichbarkeit der K.-o.-Architektur, wie sie auch der WM-2026-Modus bei den Nationalteams in Nordamerika anwendet.

Der Sommer 2025 in den USA: Chelsea schreibt das erste Kapitel

Die Premiere stieg vom 14. Juni bis 13. Juli 2025 in den USA, in zwölf Stadien in elf Städten - dieselben NFL-Arenen, in denen ein Jahr später ein Großteil der WM 2026 ausgetragen wird. Sieger wurde der FC Chelsea, der im Finale im MetLife Stadium Paris Saint-Germain mit 3:0 schlug. Bester Spieler des Turniers wurde Cole Palmer, bester Torschütze Gonzalo García von Real Madrid mit vier Treffern. Alle Details zur Premiere stehen auf der Seite zur Klub-WM 2025.

Die Aufmerksamkeit in Europa war geteilt: hohe Quoten in England und Spanien, gemischtes Echo in Deutschland - vor allem, weil die zwei deutschen Vertreter früh ins Stocken gerieten.

Bayern München und Borussia Dortmund: Viertelfinale, mehr nicht

Deutschland war mit zwei Klubs vertreten. Bayern München spielte sich problemlos durch die Gruppe, gewann sein Achtelfinale und scheiterte dann im Viertelfinale 0:2 an Paris Saint-Germain - dem späteren Finalisten. Borussia Dortmund musste in der Gruppenphase zweimal nachsitzen, gewann sein Achtelfinale und unterlag Real Madrid im Viertelfinale 2:3 nach einer turbulenten Schlussphase.

Für beide war es kein Desaster, aber auch kein Befreiungsschlag: Die Bundesliga blieb der drittstärkste Klubmarkt der Welt, die Premier League und die spanische Liga marschierten im Halbfinale weiter. Real Madrid scheiterte dort 0:4 an Paris Saint-Germain, Chelsea schaltete Fluminense aus Brasilien mit 2:0 aus.

Was die FIFA mit der Reform erreichen will - und wo die Kritik sitzt

Hinter dem Umbau steht ein doppeltes Motiv: sportlich ein echter, weltweiter Klubvergleich anstelle eines europäisch dominierten Mini-Turniers, finanziell ein gewaltiger Hebel. Die FIFA spielte bei der Premiere ein Preisgeld in der Größenordnung von rund einer Milliarde US-Dollar aus. Für UEFA-Klubs ist das nicht ganz so dramatisch wie für afrikanische, asiatische und nord- oder mittelamerikanische Vertreter, denen ein einziger Klub-WM-Auftritt mehr einbringen kann als ein gesamtes Jahr in der heimischen Liga.

Die Kritik ist trotzdem laut. Spielergewerkschaften und Trainer der großen europäischen Klubs verweisen auf die Überlastung der Profis: WM-Sommer 2026, Klub-WM-Sommer 2025, dazu die EM 2024, Olympia 2024 - vier internationale Großereignisse innerhalb von drei Jahren. Die Liste der Verletzten aus der Saison vor der Klub-WM 2025 wurde in mehreren Klubs gegen das zusätzliche Turnier verbucht. Wo die Debatte hingeht, hängt davon ab, wie attraktiv die FIFA das Turnier sportlich und wirtschaftlich macht. 2029 steht die nächste Auflage an, ein Gastgeber war zuletzt noch nicht offiziell.

Klub-WM oder Fußball-WM: nicht verwechseln

Die Klub-WM ist nicht die Fußball-WM 2026. Klub-WM heißt: Vereinsmannschaften, von Real Madrid über Flamengo bis Al-Ahly. Fußball-WM heißt: Nationalmannschaften, von Deutschland und Brasilien bis Curaçao - der erstmals dabei ist, wie die Liste der WM-2026-Teams zeigt. Beide Turniere veranstaltet die FIFA, beide werden in Nordamerika ausgetragen, beide finden im Sommer statt - aber sie sind unterschiedliche Wettbewerbe mit unterschiedlichem Status und unterschiedlicher Tradition. Die Männer-WM ist seit 1930 das Fußball-Großereignis schlechthin; die Klub-WM beginnt in ihrer neuen Form gerade erst, sich einen Platz im Kalender zu erkämpfen.

Wer die historische Einordnung sucht: In der WM-Geschichte sammelt sich die Liste aller Endspiele und Weltmeister seit 1930 - und genau diese Tradition will die Klub-WM ein Stück weit auf Vereinsebene kopieren.

Häufige Fragen zur Klub-WM

Was ist die FIFA-Klub-WM? Die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft ist das Turnier der besten Vereinsmannschaften der Welt. Seit 2025 wird es mit 32 Klubs im Vier-Jahres-Rhythmus ausgetragen, davor war es ein jährliches Mini-Turnier mit sieben Teilnehmern.

Wer hat die Klub-WM 2025 gewonnen? Der FC Chelsea. Die Engländer schlugen am 13. Juli 2025 im MetLife Stadium bei New York Paris Saint-Germain mit 3:0 und wurden erster Klub-Weltmeister im 32er-Format. Mehr unter Klub-WM 2025.

Wie weit kamen Bayern und Dortmund 2025? Beide deutschen Klubs erreichten das Viertelfinale: Bayern München verlor 0:2 gegen Paris Saint-Germain, Borussia Dortmund unterlag Real Madrid 2:3.

Wie unterscheidet sich die Klub-WM von der Fußball-WM? Bei der Klub-WM treten Vereinsmannschaften an, bei der Fußball-WM 2026 Nationalmannschaften. Beide Turniere veranstaltet die FIFA - aber sie sind komplett getrennte Wettbewerbe.

Wann ist die nächste Klub-WM? 2029. Die FIFA plant das Turnier künftig im Vier-Jahres-Rhythmus; ein Gastgeberland war zuletzt noch nicht offiziell bestätigt.

Wie viele deutsche Klubs sind bei einer Klub-WM dabei? Das hängt von Champions-League-Erfolgen und FIFA-Klubranking ab. Bei der Premiere 2025 waren es zwei (Bayern München und Borussia Dortmund); im alten Format vor 2025 spielte fast immer nur ein deutscher Klub pro Turnier mit.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.