Zum Inhalt springen
WM 2026

Argentiniens WM-Kader 2026: Scaloni nominiert 17 Weltmeister - Messi und Martínez angeschlagen

Argentinien hat den 26er-Kader für die WM 2026 benannt: 17 Weltmeister von 2022, Messi mit Oberschenkelproblem, Emiliano Martínez mit Fingerbruch, kein Di María.

Von Marco Feldmann 29. Mai 2026

Lionel Scaloni bei einer Trainingseinheit der argentinischen Nationalmannschaft. Drei Jahre nach dem WM-Titel in Doha schickt er erneut 17 Weltmeister von 2022 ins Turnier. Foto: Zuma Press. Foto: Zuma Press via SmartFrame

Als eine der letzten Nationen hat Argentinien seinen Kader für die WM 2026 bekanntgegeben. Trainer Lionel Scaloni nominierte am Donnerstag 26 Spieler - darunter 17 Weltmeister des Doha-Triumphs von 2022. Die Botschaft ist klar: Der Titelverteidiger setzt auf die Achse, die ihm 36 Jahre nach dem letzten Erfolg den Pokal zurückgebracht hat. Offene Fragen drehen sich um zwei Namen, beide mit Verletzungsfragezeichen vor dem Anpfiff: Lionel Messi mit einer Zerrung am linken Oberschenkel und Torwart Emiliano Martínez mit gebrochenem Finger.

Späte Bekanntgabe, klare Linie

Während Deutschland, Brasilien, Frankreich und Spanien ihre 26er-Aufgebote bereits in der Woche zwischen 18. und 22. Mai bestätigt hatten, ließ sich Scaloni Zeit. Erst am 28. Mai wurde die Liste in Buenos Aires offiziell, am Morgen des 29. Mai stand sie in den Sportredaktionen Europas. Die argentinische Verbandsspitze hatte den Termin bewusst nach hinten geschoben, um die Akklimatisation der MLS-Profis um Messi und die Reha-Verläufe der angeschlagenen Spieler abzuwarten.

Das Ergebnis ist eine Liste mit minimalen Überraschungen. Die FIFA hat die Kadergröße für 2026 von 23 auf 26 Spieler angehoben; Scaloni nutzt den vergrößerten Spielraum vor allem in der Defensive und im offensiven Mittelfeld, wo er mit Valentín Barco (RC Strasbourg) und Nico Paz (FC Como) zwei jüngere Profile dazunimmt. Die endgültige Frist für Anpassungen läuft am 2. Juni 2026; bis dahin sind nur verletzungsbedingte Wechsel zugelassen.

Die 17 Weltmeister von 2022 - Achse intakt

Der prägende Befund: Von der argentinischen Startelf des Finales gegen Frankreich fehlen 2026 nur Ángel Di María (Rücktritt nach Doha) und der damalige Stammtorhüter neben Martínez. Alle anderen Säulen des Titels sind dabei.

Im Tor steht Emiliano Martínez (33), der 2022 mit seinem Elfmeter-Showdown gegen Hugo Lloris die WM entschied. In der Innenverteidigung Cristian Romero (28, Tottenham) und Nicolás Otamendi (38, Benfica). Die Außenverteidiger heißen Nahuel Molina (28, Atlético) und Nicolás Tagliafico (33, Olympique Lyon). Im Mittelfeld die komplette Doha-Reihe: Rodrigo De Paul (32, jetzt Inter Miami), Enzo Fernández (25, Chelsea), Alexis Mac Allister (27, Liverpool). Davor Lionel Messi (38) und Julián Álvarez (26, Atlético). Hinzu kommen die Bank-Weltmeister Lautaro Martínez (28, Inter Mailand), Lisandro Martínez (28, Manchester United), Leandro Paredes (31, Boca Juniors), Exequiel Palacios (27, Bayer Leverkusen), Geronimo Rulli (33, Marseille) und Gonzalo Montiel (29, River Plate).

Diese Tiefe ist ein Alleinstellungsmerkmal. Mehr zur generationsübergreifenden Frage, wie viel von dieser Achse 2026 noch leistungsfähig ist, in der Analyse zu Argentinien als Titelverteidiger bei der WM 2026.

Tor: Emiliano Martínez trotz Finger-Bruch

Ein kleiner Schock erwischte den Verband am Wochenende vor der Bekanntgabe: Emiliano Martínez zog sich beim Aufwärmen vor dem Europa-League-Finale einen Bruch am rechten Finger zu. Aston Villa und der argentinische Verband stimmten ihre Diagnosen Anfang der Woche ab; Scaloni hält an seiner Nummer eins fest. Hinter Martínez stehen mit Geronimo Rulli (Olympique Marseille) und Juan Musso (Atlético Madrid) zwei erfahrene Backups - Rulli war 2022 bereits dritter Torhüter, Musso übernimmt die Rolle erstmals bei einer WM.

Die Abwehrachse bleibt Romero - Otamendi. Beide spielten schon 2022 die entscheidenden Minuten gegen Mbappé; 2026 fällt Romero die Verantwortung zu, weil Otamendi inzwischen 38 ist und nicht über drei Spiele in sechs Tagen volle Belastung absolvieren soll. Lisandro Martínez dient als linker Innenverteidiger und Kettenbrecher; sein Sommer war von einer Knieoperation im Februar geprägt, der United-Profi kommt jetzt fit ins Turnier.

Auf den Außenpositionen bleibt Tagliafico links erste Wahl - Facundo Medina (Olympique Marseille) ist neu hinter ihm, Leonardo Balerdi (Marseille) Backup für die linke Innenverteidigung. Rechts steht Molina vor Montiel; beide haben im Verein im Frühjahr 2026 stabil gespielt.

Mittelfeld: Mac Allister und Enzo Fernández als Schaltzentrale

Im Zentrum führt Scaloni unverändert mit Alexis Mac Allister (Liverpool) als Achter und Enzo Fernández (Chelsea) als spielmachender Sechser. Beide sind in europäischen Top-Klubs gesetzt; Mac Allister gewann mit Liverpool 2025 die Premier League, Enzo war beim Chelsea-Lauf in die Klub-WM-Halbfinale Spielmacher. Dahinter und neben ihnen ergänzen Rodrigo De Paul (jetzt bei Inter Miami als MLS-Wechsel im Winter), Leandro Paredes (Boca Juniors), Exequiel Palacios (Leverkusen) und Giovani Lo Celso (Real Betis) - alle mit deutlich über zehn Länderspielen im aktuellen Zyklus.

Der jüngere Akzent kommt mit Valentín Barco (21, RC Strasbourg). Der Linksfüßer war im Winter 2025 von Brighton nach Frankreich gewechselt, schoss in der Rückrunde fünf Ligue-1-Tore und hatte sich damit ins WM-Aufgebot empfohlen.

Sturm: Messi, Álvarez, Lautaro Martínez - plus Newcomer Nico Paz

In der Offensive bleibt Lionel Messi Spielmacher und Endpunkt. Bei Turnierbeginn ist er 38 (Geburtstag 24. Juni - mitten in die Vorrundenphase). Lautaro Martínez (Inter Mailand) und Julián Álvarez (Atlético Madrid) sind die zwei Optionen für die zentrale Sturmspitze; Scaloni hat in der Quali beide Varianten erprobt, mit klarer Tendenz zu Álvarez als Pressing-Stoßdämpfer und Lautaro als Strafraum-Stürmer. Dazu ergänzen Nicolás González (Atlético), Giuliano Simeone (Atlético), Thiago Almada (Atlético) und José Manuel López (Palmeiras) das offensive Außenspiel - in der Spanischen Hauptstadt häufen sich die Profile, drei der vier Außenoptionen stehen aktuell bei Diego Simeones Klub unter Vertrag.

Der jüngste Name im Sturm ist Nico Paz (21, FC Como). Der Sohn des früheren argentinischen Nationalspielers Pablo Paz war bei Real Madrid ausgebildet worden, hat in Como in der Serie A seine erste komplette Spielzeit absolviert und kommt nun als kreativer Joker mit. Sein Profil - zwischen Achter und hängender Spitze - macht ihn zur möglichen Nachfolgegeneration für Messis Rolle.

Wer fehlt - Di María, Correa, Dybala

Drei Namen fehlen, die in den vergangenen Jahren regelmäßig im Aufgebot standen:

  • Ángel Di María (37, Benfica): Rücktritt nach dem WM-Titel 2022. Hat seitdem kein Spiel mehr für die Albiceleste bestritten; ein erhofftes Abschiedsspiel bleibt ohne WM-Bühne.
  • Ángel Correa (31, Tigres UANL): Nach dem Wechsel von Atlético Madrid in die mexikanische Liga in Scalonis Kalkül zurückgefallen. Hatte 2022 nur einen Kurzeinsatz.
  • Paulo Dybala (32, AS Rom): Verletzungsgeplagte Saison in Italien und sportlich von Scaloni ohne klare Rolle. Stand zuletzt im November 2025 im Kader.

In Buenos Aires gilt vor allem das Fehlen Dybalas als Diskussionspunkt; Sportmedien wie Clarín berichten, der Trainer habe ihm in einem Telefonat erklärt, dass die Hierarchie auf den Offensivpositionen aktuell geschlossen sei.

Gruppe J - Algerien, Österreich, Jordanien

Argentinien ist als Pot-1-Team Kopf seiner Gruppe J und trifft auf Algerien, Österreich und Jordanien. Auf dem Papier ist es eine machbare Auslosung - der schärfste Test wird Ralf Rangnicks Österreich, das 2024 die EM-Vorrunde als Gruppenerster überstanden hatte. Algerien ist nach acht Jahren WM-Pause zurück, Jordanien debütiert auf der WM-Bühne.

Für Argentinien zählt: Platz 1 ist nicht Pflicht - die Albiceleste hat 2022 in Doha aus Platz 2 das Turnier gewonnen, weil Saudi-Arabien sie im Auftakt geschlagen hatte. Aber drei Siege in der Gruppe würden den anstrengenderen K.-o.-Pfad meiden helfen.

Argentiniens WM-Spielplan in deutscher Zeit

  • 17. Juni 2026, 03:00 MESZ: Argentinien gegen Algerien, Kansas City (lokal Dienstagabend, 16. Juni).
  • 22. Juni 2026, 19:00 MESZ: Argentinien gegen Österreich, Dallas.
  • 28. Juni 2026, 04:00 MESZ: Jordanien gegen Argentinien, Dallas (lokal Samstagabend, 27. Juni).

Den vollständigen Überblick über alle 104 Begegnungen liefert der WM-Spielplan, die komplette Argentinien-Übersicht steht auf der Team-Seite Argentinien.

Schwester-Kader: Brasilien, Spanien, Deutschland

Im direkten Vergleich der Mit-Favoriten hat Argentinien das älteste Aufgebot - Durchschnittsalter 29,4 Jahre nach Verbandsangabe - und gleichzeitig die meisten Weltmeister. Brasilien reist unter Ancelotti mit einem Generationswechsel; Spanien komplett ohne Real-Madrid-Profi; das DFB-Aufgebot liegt mit Schnitt 27,1 dazwischen.

Wer die Erwartung an Argentinien einordnet, sieht eine paradoxe Kombination: Ein Team, das so erfahren ist wie keines bei der Endrunde, in einer Gruppe, die der Albiceleste den schnellen Rhythmus erlaubt - und mit einem 38-jährigen Kapitän, dem 2026 als letzte Bühne dient. Wie viel davon Messi nach einer angeschlagenen MLS-Phase noch in die Beine bringt, entscheidet im Juli, ob diese Generation noch einmal das Finale erreicht.

Häufige Fragen zum Argentinien-Kader für die WM 2026

Wer steht in Argentiniens WM-Kader 2026? Scaloni hat 26 Spieler nominiert: Tor Emiliano Martínez (Aston Villa), Rulli (Marseille), Musso (Atlético). Abwehr Romero, Otamendi, Lisandro Martínez, Tagliafico, Molina, Montiel, Balerdi, Medina. Mittelfeld De Paul, Enzo Fernández, Mac Allister, Paredes, Palacios, Lo Celso, Barco. Sturm Messi, Lautaro Martínez, Julián Álvarez, Nico González, Almada, Simeone, López, Nico Paz.

Wie viele Weltmeister von 2022 stehen im Argentinien-Kader 2026? 17 von 26 - darunter Messi, beide Martínez (Emi und Lautaro), Romero, Otamendi, Tagliafico, Molina, Montiel, De Paul, Enzo Fernández, Mac Allister, Paredes und Álvarez.

Wer fehlt im Argentinien-Kader 2026? Ángel Di María (Rücktritt nach Doha), Ángel Correa (Tigres) und Paulo Dybala (AS Rom). Hinzu kommen verletzte Wechselkandidaten der vergangenen Saison.

Ist Messi fit für die WM 2026? Stand Ende Mai 2026 ja. Eine Oberschenkelzerrung aus dem MLS-Spiel gegen Philadelphia hat er auskuriert; Scaloni plant ihn als Kapitän und Spielmacher in 4-3-3.

In welcher Gruppe spielt Argentinien bei der WM 2026? Gruppe J mit Algerien, Österreich und Jordanien. Auftakt am 17. Juni 2026 um 03:00 MESZ gegen Algerien in Kansas City.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

Mehr aus WM 2026