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DFB-Team

BVB besiegt Villarreal 3:2: Guirassy-Doppelpack in den Schlussminuten, Karetsas-Kreislaufprobleme ueberschatten den CL-Auftakt

Borussia Dortmund gewinnt den CL-Auftakt gegen Villarreal 3:2 dank Guirassy-Doppelpack. Ein Karetsas-Ausfall in der 23. Minute ueberschattet den Sieg.

Von Lukas Brandt 09. September 2026

Trainer Niko Kovac im Gespraech mit Konstantinos Karetsas nach dem 2:0-Bundesliga-Sieg gegen den HSV am 29. August 2026 im Signal Iduna Park: 10 Tage spaeter musste der 18-jaehrige Grieche beim CL-Auftakt gegen Villarreal wegen Kreislaufproblemen mit einer Trage vom Feld getragen und ins Krankenhaus gebracht werden. Foto: osnapix / Marcus Hirnsch, Actionpress. Foto: Actionpress via SmartFrame

Der BVB hat den Champions-League-Auftakt gegen Villarreal am Dienstagabend im Signal Iduna Park mit 3:2 gewonnen und ist damit der erste deutsche Klub-Sieger des 1. Ligaphase-Spieltages 2026/27. Doch der sportliche Erfolg wird von einer Sub-Story ueberlagert, die dem Verein und dem Trainerteam am Mittwochmorgen mehr Sorgen bereitet als der Sieg Rueckhalt gibt: der 18-jaehrige Sommer-Neuzugang Konstantinos Karetsas brach in der 23. Minute ohne Fremdeinwirkung auf dem Rasen zusammen und musste mit einer Trage vom Feld getragen werden. Zeit-Diagnose: Kreislaufprobleme, Krankenhaus-Untersuchung, genaue Diagnose ausstehend. BVB-Sportgeschaeftsfuehrer Lars Ricken sprach nach Spielende von einem Vorfall “ohne jegliches Warnzeichen im Vorfeld”.

Der Spielverlauf - Veiga-Eigentor, Mourino-Ausgleich, Guirassy-Doppelpack

Die erste Halbzeit endete torlos - dominiert wurde sie in der Wahrnehmung nicht vom Fussball, sondern von der 23. Minute, als Karetsas ohne Kontakt zu Boden ging (siehe unten). Nach dem Seitenwechsel kam der BVB besser in die Partie: In der 53. Minute faelschte Villarreal-Innenverteidiger Renato Veiga einen Ball unglueklich zum 1:0 fuer den BVB ab - offiziell ein Eigentor, das der BVB als Rebellions-Signal nach der Karetsas-Schockphase verbuchte. Zwoelf Minuten spaeter (66.) glich Santiago Mourino nach einem Umschalt-Konter fuer die Spanier zum 1:1 aus. Genau in dieser Phase griff Cheftrainer Niko Kovac ein: Er wechselte Fabio Silva heraus und die vom Sommer-Transfer-Endspurt bekannte Sturmspitze Serhou Guirassy ein - eine Rollenumkehr zum 2:3-Comeback in Sinsheim vom vergangenen Samstag, als Silva umgekehrt als Wende-Impuls von der Bank gekommen war.

Der Wechsel zahlte sich in den Schlussminuten aus. In der 80. Minute traf Guirassy zum 2:1, fuenf Minuten spaeter (85.) legte er zum 3:1 nach - Doppelpack im Sinne der reinen Torschuetzen-Chronik. In der Nachspielzeit (90.+3) landete ein weiterer Ball unter der Beteiligung Guirassys im BVB-Tor: ein Eigentor des Guineers, das den 3:2-Endstand fixierte. Die statistische Kuriositaet des Abends: Guirassy stand am 8. September zugleich mit Doppelpack (als Torschuetze fuer den BVB) und mit einem Eigentor (fuer Villarreal) auf beiden Seiten der Torschuetzenliste.

Karetsas-Kreislaufprobleme in der 23. Minute - Trage, Krankenhaus, Diagnose ausstehend

Was in der 23. Minute geschah, hatte niemand vor Anpfiff auf dem Zettel. Karetsas setzte sich ohne Fremdeinwirkung auf den Rasen und wurde von den herbeigelaufenen BVB-Aerzten sofort behandelt. Nach kurzer Behandlung entschied das medizinische Team, den 18-jaehrigen Griechen mit einer Trage vom Feld zu bringen - die Zuschauer applaudierten, Karetsas hatte nach den zeitgenoessischen sportschau-Aufnahmen Traenen in den Augen. Als Einwechselspieler kam der 18-jaehrige englische Sommer-Neuzugang Ethan Nwaneri, der damit ebenfalls sein CL-Pflichtspiel-Debut im BVB-Trikot gab.

Nach Spielende gab der BVB die Zeit-Diagnose bekannt: Kreislaufprobleme. Karetsas wurde zur weiteren Untersuchung ins Krankenhaus gebracht - eine ausschliessende Diagnose zu ernsteren Ursachen stand am fruehen Mittwochmorgen noch aus. BVB-Sportgeschaeftsfuehrer Lars Ricken sagte im sportschau-Interview: “Es hatte im Vorfeld keinerlei Warnzeichen.” Sportschau-Reporter Patrick Kleinmann nannte in der Kicker-Videoanalyse die Sorgen um Karetsas einen “deutlichen Schatten ueber einem eigentlich so guten Abend”.

Die Vor-Match-Bilanz macht den Vorfall in der Rueckschau bitter: Kovac hatte Karetsas im Montag-Training aus Belastungssteuerung heraus geschont und im BVB-Medienpool von einem “vollkommen kerngesunden” Spieler und “Alternative fuer das Spiel” gesprochen. Der Trainer hatte im Vorbericht-Zitat vom Montagnachmittag auch zur Villarreal-Umschaltqualitaet gewarnt: “Du kannst einen vergessen, und schon schlaegt er zu.” Am Ende schlug an diesem Abend ein anderer zu - der Kollaps eines eigenen Spielers, den niemand hatte kommen sehen.

Karetsas ist mit einer Sommer-Transfersumme von rund 30 Millionen Euro aus dem belgischen KRC Genk der teuerste BVB-Sommer-Neuzugang 2026/27 und war als Nachfolge-Loesung des vor dem Wechselschluss transferierten Konstantinos Konstantelias-Kollegen mit hohen Erwartungen versehen. Er sollte mittelfristig Julian Brandt als kreative Zehner-Achse hinter den Sturmspitzen abloesen. Die Karetsas-Diagnose entscheidet in den kommenden 24 bis 48 Stunden darueber, ob das Sichtungs-Fenster fuer den 18-Jaehrigen jetzt einen ernsten Rueckschlag erleidet oder ob es sich um eine einmalige Kreislauf-Episode mit rascher Wiedereingliederungs-Prognose handelt.

Fabio Silvas Effekt - der Wechsel, der die Wende einleitete

Der spielentscheidende Kovac-Impuls war nicht die Startelf, sondern der Wechsel nach dem 1:1. Silvas Herausnahme und Guirassys Einwechslung reissen den Vergleich zum Hoffenheim-2:3-Comeback direkt auf: In Sinsheim kam Silva am vergangenen Samstag als Wende-Joker; im CL-Auftakt am Dienstag war es umgekehrt Guirassy, der am Punkt der Kovac-Einwechslung die entscheidenden zehn Minuten dominierte. Das doppelte Rollenprinzip - beide Neuner sind stark, jede der zwei Konstellationen erzeugt eine eigene Wende-Dynamik - ist die zentrale Sturmspitzen-Erkenntnis des BVB-Auftakts 2026/27.

Fuer Kovacs strategische Kaderplanung ist die Bilanz nach vier Pflichtspielen (2:0 HSV, 2:3 Sinsheim, 3:2 Villarreal, plus 1:2-Supercup-Niederlage gegen Bayern am 22. August) klar: die Neuner-Doppel-Situation ist ein Aktivposten, nicht ein Kompromiss.

Kovacs Abwehr-Improvisation im Spiegel - Anton, Gadou, Reggiani halten stand

Die vor dem Anpfiff im Zentrum stehende Kovac-Abwehr-Improvisation ohne Nico Schlotterbeck, Emre Can, Ramy Bensebaini und Filippo Mane hielt der Villarreal-Umschalt-Attacke ueber 90 Minuten weitgehend stand. Waldemar Anton organisierte die Dreier- bzw. Vierer-Kette als etablierter DFB-Innenverteidiger; der 19-jaehrige franzoesische Sommer-Zugang Joane Gadou und die weiteren Improvisations-Loesungen (inklusive dem Wechsel-Einsatz von Daniel Svensson anstelle des vor dem Anpfiff kurzfristig ausgefallenen Mane) hielten die Struktur weitgehend zusammen. Der 18-jaehrige italienische Sommer-Zugang Luca Reggiani kam aus der Startelf-Ueberlegungs-Skizze der Vorbericht-Videos nicht zum Einsatz - Kovac hatte sich am Ende doch fuer die Vierer-Kette entschieden.

Die einzige klare Villarreal-Chance vor Mourinos Ausgleich fiel in der 41. Minute, die einzige nach dem 3:1 in der Nachspielzeit - beide Situationen blieben ohne Nachwirkung ausser dem 3:2-Eigentor. Das Zero-Zu-Null-Signal der Vorbericht-Sichtungs-Erwartung fuer Anton wurde also nicht eingeloest - fuer Klopps 17.-September-Rechnung ist der Datenpunkt aber deutlich positiver als etwa Antons abgefaelschter Lemperle-Treffer beim Sinsheim-Comeback am Samstag zuvor.

Klopp-Sichtungs-Ausbeute - was Anton, Nmecha, Brandt hinterlassen

Am zentralen Klopp-Sichtungs-Fenster gemessen liefert das Villarreal-Spiel eine gemischte Bilanz. Anton (Innenverteidigung, 90 Minuten) hat mit der weitgehend stabilen Improvisations-Achse den positiven Verletzungs-verfuegbaren Datenpunkt geliefert, den Klopp und Wagner in den letzten Sichtungs-Slots sammeln. Felix Nmecha (Sechs, 90 Minuten) hat die vor dem Anpfiff diagnostizierte solide Umschalt-Absicherung stabilisiert; der positive Kopfball-Chance-Peripherie-Datenpunkt aus Sinsheim hat sich in der CL-Kulisse zwar nicht wiederholt, ein negativer Umschalt-Fehler ist ihm aber auch nicht unterlaufen. Julian Brandt (Zehn, 76 Minuten bis Wechsel) hat als kreative Achse den Aufbau organisiert; die Torgefahr blieb aber ausserhalb der Konzept-Erwartung.

Karim Adeyemi (Fluegel, Einwechslung nach ca. 60 Minuten) war nach dem Ausgleich fuer die Wende-Wirkung mitverantwortlich - aehnlich der Havertz-Wende-Rolle beim Arsenal-Sieg in Chelsea am Samstagabend zuvor. Fuer Klopps Zettel sind diese vier BVB-Datenpunkte plus Woltemades Juventus-Debut in Mailand und Havertz’ Community-Shield-plus-PL-Sichtung die operative Legionaers-Sichtungs-Basis der ersten Kader-Bekanntgabe am 17. September.

Wie es weitergeht - Paderborn Samstag, Bodoe/Glimt am 14. Oktober

Der BVB kehrt bereits am Samstag, 13. September, um 15:30 Uhr im Signal Iduna Park zur Bundesliga zurueck: Gegner am 3. Spieltag ist der Aufsteiger SC Paderborn - eine Woche nach dem 2:3-Auswaerts-Comeback in Sinsheim und der Chance, die Sieger-Serie zu Hause fortzusetzen. Kovac wird abwarten muessen, wie die Karetsas-Untersuchungs-Diagnose ausfaellt und ob der 18-Jaehrige rasch zurueckkehren kann. Der Innenverteidiger-Notstand wird sich fruehestens im Oktober entspannen, wenn Nico Schlotterbeck ins Comeback-Fenster tritt.

Fuer die Champions League geht es erst nach der September-Laenderspielpause weiter: Am Dienstag, 14. Oktober, reist der BVB zum norwegischen Meister FK Bodoe/Glimt in den Norden - eine der Ligaphase-Auswaertsfahrten mit klarem Umschalt-Fussball-Profil. Auf der im August ausgelosten Ligaphase-Tabelle ist der BVB nach dem 1. Spieltag mit drei Punkten die erste deutsche Klub-Startposition der neuen Saison - vor Bayern (spielt am Mittwoch gegen Chelsea), Stuttgart (spielt am Mittwoch gegen Viking FK) und Leipzig (spielt am Donnerstag bei Como 1907).

Die Erinnerung des Abends bleibt aber die 23. Minute. Kovacs Montag-Zitat vom “kerngesunden” Karetsas wurde in der bittersten Weise ueberholt, die kein Trainer erleben moechte. Die Kreislauf-Diagnose in den kommenden 24 bis 48 Stunden entscheidet, ob dieser Auftakt-Sieg fuer den BVB im Rueckblick der 2026/27-Ligaphase als klarer Rebellions-Erfolg oder als Auftakt mit Vorzeichen erinnert wird.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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