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WM 2026

FIFA-Klub-Entschädigung WM 2026: 307 Millionen Euro für die Vereine, 70 Prozent mehr als in Katar

Die FIFA zahlt für die WM 2026 rund 307 Millionen Euro Abstellungsprämien an die Klubs - knapp 70 Prozent mehr als 2022 und erstmals auch für die Quali.

Von Marco Feldmann 05. Juni 2026

FIFA-Präsident Gianni Infantino bei einer Pressekonferenz: Sein Verband zahlt für die WM 2026 rund 307 Millionen Euro Abstellungsprämien an die Klubs (Foto: Pradeep Dambarage / ZUMA Press Wire / Archiv 2021). Foto: Zuma Press / Pradeep Dambarage via SmartFrame

Sechs Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2026 hat die FIFA am Freitagnachmittag die wohl wichtigste Zahl für die Vereine bekanntgegeben: Rund 307 Millionen Euro fließen aus dem Weltverband zurück an die Klubs, deren Spieler abgestellt wurden. Das sind knapp 70 Prozent mehr als die rund 177 Millionen Euro, die nach Katar 2022 an 440 Vereine in 51 Nationen ausgeschüttet wurden. Und erstmals gibt es überhaupt Geld für die Abstellungen in der Qualifikation, nicht nur für die Endrunde selbst. Ein Schritt, der Bayern, Dortmund und Leipzig genauso betrifft wie den dritten Profiklub eines abgestellten Wales-Außenverteidigers.

Was die FIFA am 5. Juni mitgeteilt hat

Der offizielle Topf für die Klub-Abstellungsprämien WM 2026 liegt bei rund 307 Millionen Euro, das hat die FIFA am 5. Juni 2026 in einer Mitteilung bestätigt. Sportschau und Kicker griffen die Zahl am Freitagnachmittag auf. Gegenüber Katar 2022 ist das ein Plus von knapp 70 Prozent, obwohl das Geld jetzt auf 48 statt 32 Teilnehmer verteilt werden muss. Allein 1.248 Spieler sind für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko nominiert; ihre Klubs werden in den nächsten Wochen automatisch in die Verteilungsliste aufgenommen.

Der Auslöser für die Erhöhung ist eine direkte Verhandlung der European Club Association (ECA) mit der FIFA. ECA-Präsident Nasser Al-Khelaifi sagt, das neue Modell werde sicherstellen, dass “noch mehr Klubs weltweit für die Abstellung von Spielern belohnt werden”. FIFA-Präsident Gianni Infantino nennt die Zahlung eine “finanzielle Anerkennung für den enormen Beitrag, den so viele Klubs und ihre Spieler weltweit sowohl zur Qualifikation als auch zum Turnier selbst leisten”. Beide Sätze zeigen die Logik der Erhöhung: Die FIFA muss die Klubs ruhighalten, gerade nach den Reibereien rund um die Klub-WM im Vorjahr.

Wie sich die 307 Millionen Euro aufteilen

Der Gesamttopf zerfällt in drei Töpfe, die sich klar voneinander trennen lassen.

  • Qualifikation: rund 87 Millionen Euro, verteilt auf etwa 905 Quali-Spiele weltweit. Das sind im Schnitt rund 2.000 Euro pro Spieler und Partie. Sportschau hat den Quali-Topf erstmals beziffert; in Katar war diese Position null.
  • Endrunde: rund 216 Millionen Euro für das Turnier vom 11. Juni bis 19. Juli. Die FIFA rechnet pro Spieler und Tag ab; der Tagessatz liegt bei mindestens rund 4.300 Euro und gilt vom Anreisetag bis zum Ausscheiden der Mannschaft.
  • Reserve und Förderung: zusätzlich rund 4,3 Millionen Euro für die globale Klubfußball-Förderung nach Verwaltungskosten.

Wer am 19. Juli im Finale im MetLife Stadium steht, hat seinem Klub damit theoretisch 38 bis 39 Tagessätze eingespielt, also rund 165.000 Euro pro Spieler an der ganzen Reise. Wer im Sechzehntelfinale ausscheidet, bringt seinem Klub eher die Hälfte. Die Spreizung ist also eingebaut, und sie ist gewollt: Die FIFA will Klubs belohnen, deren Spieler tatsächlich im Turnier stehen, nicht nur nominell zum Pool gehören.

Neu: Erstmals Geld für die Quali-Abstellungen

Die für viele kleinere Klubs wichtigste Neuerung ist der Quali-Topf. Ein peruanischer Erstligist, dessen Außenverteidiger zwölf Quali-Spiele für Peru bestritten hat, bekommt jetzt rund 24.000 Euro, selbst wenn Peru am Ende die Endrunde verpasst. Bisher war diese Position für Klubs außerhalb der Endrunden-Teilnehmer schlicht nicht vorgesehen, und für Klubs der Teilnehmer landete das Quali-Geld in keiner separaten Auflistung.

Für die Bundesliga ist die Wirkung subtiler, aber spürbar. Klubs wie der VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt oder Werder Bremen, die einzelne DFB-Stammkräfte abstellen, kassieren neben den Endrunden-Tagessätzen auch eine Vergütung für die UEFA-Quali-Spiele. Das betrifft genauso die Abstellungen der Bayern für die österreichische Auswahl oder die der Bremer für Marokko. Konkrete Klub-Zahlen liefert die FIFA erst nach dem Turnier in der Verteilungsliste.

Was Bundesliga-Klubs aus Katar 2022 mitnehmen können

Die Größenordnung lässt sich am Katar-Vergleich abschätzen. Nach der WM 2022 ging der größte deutsche Anteil an den FC Bayern: rund 3,89 Millionen Euro, weltweit Platz drei hinter Manchester City (4,13 Millionen) und dem FC Barcelona (4,08 Millionen). Borussia Dortmund kassierte 2,22 Millionen Euro, RB Leipzig 1,97 Millionen Euro. Insgesamt teilten sich 27 Klubs aus der 1. und 2. Bundesliga rund 19 Millionen Euro.

Bei einem Plus von 70 Prozent im Gesamttopf und einer zusätzlichen Quali-Komponente ist nach der WM 2026 ein deutscher Gesamtanteil im niedrigen 30er-Millionen-Bereich plausibel, mit Bayern, BVB und RB Leipzig erneut an der Spitze. Bayern profitiert besonders, weil die Münchner mit Kim Min-jae, Manuel Neuer, Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Joao Palhinha, Leon Goretzka, Aleksandar Pavlovic und Nathaniel Brown eines der zahlenmäßig stärksten Klub-Kontingente überhaupt abstellen. Wie viele Bayern-Profis es am Ende ins jeweilige Endrunden-Aufgebot schaffen, hat die Sportschau am Freitag separat aufgeschlüsselt; aktuell stehen 17 Bayern-Spieler in WM-Kadern.

Warum 1.248 nominierte Spieler den Pro-Kopf-Anteil drücken

Die 48-Teams-Endrunde bringt einen rechnerischen Nebeneffekt mit, der oft übersehen wird. Mit 1.248 nominierten Spielern (48 Teams x 26 Mann) ist der Pro-Kopf-Anteil am Endrunden-Topf rein mathematisch kleiner als 2022, als 832 Spieler (32 x 26) den damals deutlich kleineren Topf teilten. Der Tagessatz von rund 4.300 Euro liegt nach Sportschau-Recherche zwar nominal höher als bei Katar 2022, doch der individuelle Klub-Anteil pro abgestelltem Spieler entscheidet sich am Turnierfortschritt.

Anders gesagt: Wer im Sechzehntelfinale ausscheidet, kassiert weniger Tagessätze als bei Katar 2022 jeder Achtelfinal-Teilnehmer; wer aber im Viertelfinale oder weiter steht, profitiert von der Erhöhung deutlich. Für die DFB-Klubs ist die Botschaft klar: Je weiter die DFB-Elf im Turnier kommt, desto deutlicher rechnet sich die Abstellung. Im Modell von Sportschau bringt eine Halbfinal-Teilnahme dem FC Bayern allein durch seine acht DFB-Profis rund 1,3 Millionen Euro Tagessätze ein, dazu kommen die Tagessätze der ausländischen Bayern-Stars.

Quellen

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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