Griechenland 0:0 Deutschland: Burkardt-Tor nach VAR annulliert, Urbig haelt den Punkt
Deutschland erkaempft in Thessaloniki ein 0:0 gegen Griechenland. Burkardts Tor annulliert nach VAR (30.), Urbig haelt Masouras in Minute 2, 76 Prozent Ballbesitz.
Von Lukas Brandt 04. Oktober 2026
Deutschland hat sein Nations-League-A-Rueckspiel in Thessaloniki torlos remis gespielt. Im ausverkauften Toumba-Stadion erkaempfte die DFB-Elf gegen Griechenland ein 0:0 - und verpasste nach der 0:1-Hinspiel-Niederlage von Augsburg die direkte Revanche. Juergen Klopps Mannschaft dominierte die Partie ueber die gesamte Spielzeit mit 76 Prozent Ballbesitz, 13 Torschuessen gegen einen der Griechen und 23:2 Strafraum-Aktionen, blieb am tief verteidigenden Gastgeber aber haengen. Zwei Chapter definierten den Abend: der Burkardt-Treffer, den der VAR nach Bischof-Handspiel im Aufbau wieder vom Platz nahm (30.), und ein spektakulaerer Reflex-Save von Jonas Urbig gegen Tasos Masouras in Minute zwei. Nach dem 2:0-Erstsieg gegen Serbien am Donnerstag in Muenchen bleibt die Klopp-Amtszeit damit bei einem Sieg aus vier Pflichtspielen und fuenf Punkten in der Nations-League-Gruppe A2.
Urbig-Reflex in Minute zwei - Masouras aus fuenf Metern
Griechenland hatte die erste Grossgefahr des Abends. Nach einer Kostas-Tsimikas-Flanke von der linken Seite stieg Masouras im Zentrum frei zum Kopfball hoch; der Weitwurf aus fuenf Metern ging halbhoch Richtung linkes Eck. Urbig, der bei seinem zweiten Start-Einsatz unter Klopp als Nummer eins bis zur November-Doppelrunde bestaetigt worden war, wehrte den Ball mit einer Reflex-Parade ueber die Latte. Es war die bisher wichtigste Rettungstat des 22-jaehrigen Bayern-Keepers im DFB-Dress - und die bis zum Pausenpfiff beste Chance der Partie fuer das Heimteam.
Nach dem Schock-Start fand Deutschland schnell in das Spiel. Die tiefe Fuenferkette der Griechen - Konstantinos Mavropanos als Abwehrchef - zwang Klopps Mannschaft zu kurzen Kombinationen durch die Zehner-Zone, wo Florian Wirtz zusammen mit Derry Scherhant ueber die linke Aussenbahn immer wieder Luecken fand.
Burkardt-Tor nach VAR annulliert - Bischof-Hand im Aufbau
In der 30. Minute dann die Szene des Abends. Scherhant hebelte Griechenlands rechten Verteidiger mit einem Tempolauf an der Grundlinie aus und legte flach vor das Tor; Jonathan Burkardt, zum ersten Mal unter Klopp in der Startelf, drueckte den Ball aus kurzer Distanz ueber die Linie. Die DFB-Bank jubelte, die Fans im Gaesteblock feierten den vermeintlichen Fuehrungstreffer - und dann sprang der Monitor-Marker auf.
Der Video-Assistent in Koeln meldete Handspiel im Aufbau. Tom Bischof hatte den Ball im Mittelfeld-Dreieck mit dem Oberarm kontrolliert, bevor er auf Scherhant ablegte. Schiedsrichter zog die Monitor-Review heran und nahm den Treffer nach etwa zwei Minuten Analyse zurueck. Es war eine harte, aber nach aktueller Regel-Auslegung konsequente Entscheidung: unmittelbarer Vorlauf, aktives Handspiel, Tor-Annullierung. Bischof fasste sich mit beiden Haenden an den Hinterkopf, Burkardt blickte in die Kamera, als er den Platz Richtung Mittellinie verliess - und das 1:0, das Deutschland den Abend haette abnehmen koennen, verschwand aus dem Spielbericht.
Scherhant links und Wirtz zentral - 13:1 Torschuesse ohne Zaehlbares
Zwischen Minute 30 und Halbzeit zog Deutschland den Druck weiter an, ohne noch einmal ein zwingendes Torabschluss-Szenario in Richtung griechisches Tor zu produzieren. Die Pausen-Statistik - deutliches Ballbesitz-Plus fuer die Gaeste, klarer Torschuss-Vorsprung bei nur einer griechischen Grosschance - erzaehlte die Dominanz, aber nicht das 0:0 auf der Anzeigetafel.
In der zweiten Haelfte uebernahm Griechenlands Trainer die taktische Antwort und brachte zur Pause Konstantinos Karetsas als frischen Spielmacher. Der neue Impulsgeber bremste zum ersten Mal den deutschen Fluss im Zentrum, und auch Mavropanos nutzte seine Kopfball-Praesenz nun bei langen Baellen vor die Deutschland-Abwehr.
2. Halbzeit - Karetsas-Impuls plus Klopp-Doppelwechsel
Klopp reagierte mit einem Doppelwechsel: Said El Mala und Nick Woltemade kamen fuer Offensivakzente in der Schlussviertelstunde. Beide hatten in Muenchen gegen Serbien gewirkt - El Mala als 999. Nationalspieler zur zweiten Halbzeit, Woltemade als Mittelstuermer - und sollten mit frischen Beinen die Griechen-Fuenferkette aufbrechen.
Die Schlussphase gehoerte dann wieder dem Druck: Deutschland schob die Griechen bis zur gegnerischen Grundlinie zurueck, auch Philipp Treu und El Mala tauchten in der Schlussviertelstunde noch in Abschluss-Positionen auf, kamen aber nicht zum Erfolg. Nach wenigen Minuten Nachspielzeit pfiff der Schiedsrichter ab. Deutschland verliess das Toumba-Stadion ohne Niederlage - und ohne Tor.
Scherhant staerker, Wirtz ohne Durchbruch
Zwei Beobachtungen zum DFB-Kader-2-Aufgebot. Scherhant setzte den Positivtrend aus Muenchen fort: der 22-Jaehrige vom SC Freiburg war ueber 65 Minuten Deutschlands auffaelligster Offensivspieler, verursachte die Scherhant-Burkardt-Vorlage und erzwang immer wieder Grundlinien-Situationen gegen die griechische Fuenferkette. Fuer sein zweites DFB-Spiel ein starker Auftritt - und ein Signal, dass Klopps “Chef vor Platzhirsch”-Konzept bei Scherhant trotz Kimmich-Hinweis nicht nur ein Verwaltungs-Statement war.
Wirtz dagegen hatte seinen bisher schwierigsten Nations-League-Abend. Der Leverkusen-Spielmacher wirkte in der ersten Halbzeit noch gefaehrlich, verlor nach der VAR-Annullierung aber den Zug zum Tor und kam im zweiten Durchgang kaum noch in Abschluss-Positionen. Keine Rolle fuer die Note-Zwei-Diskussion, die den Einzelkritik-Chapter nach Serbien dominiert hatte - der Abend in Thessaloniki wird fuer Wirtz als Pflicht-Partie ohne Spannung in die Statistik gehen.
Was auf Klopp bis November wartet
In der Nations-League-Gruppe A2 bleibt die Platz-1-Entscheidung offen, haengt fuer Deutschland aber von den Niederlanden ab. Zur Pausenpfiff-Zeit standen die Oranje in Eindhoven gegen Serbien 1:0 vorn; ein Sieg wuerde sie an die Tabellenspitze bringen und den DFB-Vorsprung fuer die November-Doppelrunde zu einem Mindestabstand von drei Punkten machen. Fuer Klopps Elf heisst das: am 15. November im Marakana-Stadion gegen Serbien ist der Sieg Pflicht, am 18. November im De-Kuip-Stadion von Rotterdam gegen die Niederlande koennte eine K.-o.-Partie auf dem Programm stehen - vielleicht die taktisch anspruchsvollste des bisherigen Herbst-Kalenders.
Fuer den Bundestrainer selbst bleibt die Bilanz nach vier Pflichtspielen ambivalent: ein Sieg, zwei Remis, eine Niederlage. Die Debuetanten-Rotation ist weit fortgeschritten - mit Lennart Karl kam gegen Griechenland ein weiterer Startelf-Neuling der jungen Klopp-Aera -, aber der ersehnte Auswaerts-Sieg bleibt dem Weltmeister-Trainer bislang verwehrt. In sechs Wochen wird in Belgrad und Rotterdam das Zwischen-Fazit der Klopp-Amtszeit festgezurrt.
Autor
Lukas BrandtRedakteur WM & DFB-Team
Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.
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