Deutschland 2:0 Serbien: Klopps erster Sieg, Baur wird 1000. Nationalspieler
Deutschland schlaegt Serbien 2:0. Bischof (39.) und Wirtz (61.) treffen in der Allianz Arena. Mika Baur wird mit seiner Einwechslung der 1000. deutsche Nationalspieler.
Von Lukas Brandt 01. Oktober 2026
Es war der Abend, an dem Juergen Klopps DFB-Debut-Konto endlich auf der Haben-Seite stand. Deutschland hat sein Nations-League-A-Heimspiel in der Muenchener Allianz Arena mit 2:0 (1:0) gegen Serbien gewonnen - Klopps erster Sieg als Bundestrainer, knapp verhinderter Negativrekord und der Chapter-Abschluss der am 29. September aufgebauten Nummer-1000-Mechanik. Tom Bischof traf in der 39. Minute per Abpraller, Florian Wirtz legte in der 61. Minute nach, und Mika Baur wurde mit seiner Einwechslung in der 77. Minute der 1000. deutsche A-Nationalspieler. Fuenf Erstlaenderspiele in einem einzigen Match, erster Dreier nach dem WM-Aus gegen Paraguay - der Herbst-Kalender der Klopp-Amtszeit hat seinen ersten echten Baustein.
Der Bischof-Abpraller - der befreiende erste Treffer
Deutschland begann dynamisch. Nach einer frueen Scherhant-Flanke, die Philipp Treu per Kopf fuer Aleksandar Pavlovic verlaengerte, verzog der Bayern-Youngster knapp rechts (8.). Serge Gnabry, in Abwesenheit des heimgeschickten Joshua Kimmich als erfahrenster Startelf-Spieler mit der Kapitaensbinde, scheiterte in der 30. Minute an Torwart Dordje Petrovic. Dazwischen hatte Serbien die groesste Chance der ersten Halbzeit: Luka Jovic spielte Filip Kostic auf links frei, dessen Flanke an den zweiten Pfosten Kostas Nedeljkovic nur knapp verpasste (32.).
Das 1:0 folgte in der 39. Minute. Pavlovic spielte Wirtz an, dessen Schuss aus dem rechten Strafraum am linken Pfosten abprallte - Bischof stand goldrichtig und drueckte den Abpraller mit links in das verwaiste Tor. Der 20-Jaehrige vom FC Bayern feierte damit sein erstes Tor im DFB-Dress bei seinem Startelf-Debut unter Klopp. Zur Pause fuehrte die DFB-Elf 1:0 und hatte Serbien bis dahin mit sieben Torschuessen gegen zwei zugelassene Chancen klar im Griff.
Wirtz-61. - Mittelstaedts Zuspiel, platziertes rechtes Eck
Zur zweiten Haelfte brachte Klopp Said El Mala fuer Gnabry. Der 20-jaehrige Koelner wurde damit zum 999. deutschen A-Nationalspieler. Deutschland blieb dominant: El Mala (57.), Scherhant (58.) und Nick Woltemade (59.) scheiterten in schneller Folge am aufmerksamen Petrovic. Dann kam Wirtz. Maximilian Mittelstaedt setzte den Leverkusen-Spielmacher von links in Szene; Wirtz zog in den Strafraum, legte den Ball an Serbien-Verteidiger Nemanja Babic vorbei und platzierte ihn flach ins rechte untere Eck (61.). Das 2:0 war die Belohnung fuer eine Chancenphase, die ohne den zweiten Treffer wie eine zweite Hoffnungs-Niederlage ausgesehen haette.
Nach dem Treffer kontrollierte Deutschland die Partie souveraen. Serbien reagierte in der 67. Minute mit vier Wechseln auf einmal - Veljko Paunovic brachte Sasa Lukic, Mihajlo Cvetkovic, Strahinja Pavlovic und Lazar Samardzic - ohne nennenswerte Wirkung. Bambase Conte vergab in der 85. Minute die beste Nachlege-Chance der DFB-Elf, als er aus kurzer Distanz an Petrovic scheiterte. Vier Minuten offizielle Nachspielzeit brachten keine weiteren Treffer.
Fuenf Debuetanten - Urbig, Scherhant, El Mala, Baur, Janelt
Klopp hatte vor dem Spiel angekuendigt, in Muenchen mehrere Debuetanten einzusetzen - die Zahl fuenf an einem Nations-League-A-Abend hat trotzdem Seltenheitswert. In der Startelf standen Jonas Urbig (FC Bayern Muenchen, 22, zweiter Torhueter hinter dem zurueckgetretenen Manuel Neuer) und Derry Scherhant (SC Freiburg, 22, Linksaussen). Zur Halbzeit kam Said El Mala (1. FC Koeln, 20) fuer Gnabry. In der 77. Minute brachte Klopp mit einem Dreifach-Wechsel Mika Baur (Celtic Glasgow, 22) fuer Nick Woltemade - und damit den 1000. Nationalspieler. In der 88. Minute komplettierte Vitaly Janelt (FC Brentford, 28) das Quintett, als er fuer Aleksandar Pavlovic ins Spiel kam.
Mika Baur, 22, Celtic Glasgow - der 1000. deutsche Nationalspieler
Die am 30. September in neun Kandidaten aufgefaecherte Nummer-1000-Mechanik hat sich am Donnerstag an einem einzigen Namen aufgeloest: Mika Baur. Der 22-Jaehrige, im Sommer vom SC Paderborn zu Celtic Glasgow gewechselt, ist der einzige Auslands-Legionaer unter den neun Kader-2-Neulingen. In der Zaehlung des Deutschen Fussball-Bundes seit dem ersten Herren-Laenderspiel am 5. April 1908 in Basel gegen die Schweiz (3:5) ist Baur die Nummer 1000; DDR-Nationalspieler sind in dieser Zaehlung nicht enthalten.
Die Reihenfolge der heutigen Debuetanten in der DFB-Statistik orientiert sich am FIFA-Meldebogen (Startelf-Debuetanten vor Einwechslungen, Einwechslungen in Chronologie der Einwechsel-Reihenfolge). Urbig und Scherhant teilen die 997/998-Marken, El Mala ist die 999, Baur die 1000, Janelt die 1001. Der offizielle DFB-Vollzug der Nummern-Zuordnung ist fuer die Nacht zum Freitag zu erwarten.
Negativrekord vermieden - Herberger und Schoen bleiben die Marke
Mit dem 2:0 ist auch die in der Vorberichterstattung thematisierte Negativrekord-Marke vom Tisch: Haette Klopp am Donnerstag auch das dritte Spiel seiner Amtszeit nicht gewonnen, waere er der erste Bundestrainer seit Beginn der DFB-Zeitrechnung mit null Siegen aus den ersten drei Partien gewesen. Sepp Herberger (1936) und Helmut Schoen (1964) hatten mit jeweils zwei sieglosen Start-Spielen den bisherigen Fehlstart-Rekord gehalten; Klopp bleibt im Herbst 2026 nun auf gleicher Hoehe mit beiden. Der Sieg verschiebt den Herbst-Negativ-Marker auf eine mogliche Thessaloniki-Niederlage am Sonntag.
Nations-League-Gruppe A2 nach dem 3. Spieltag
Mit den drei Punkten klettert Deutschland in der Nations-League-A-Gruppe A2 auf vier Zaehler. Griechenland und die Niederlande trafen parallel in Thessaloniki aufeinander; der Blitztabellen-Stand zur Redaktionsschluss-Zeit hatte Griechenland in Fuehrung. Serbien bleibt mit null Punkten Letzter der Vierergruppe und muss im November im Belgrad-Rueckspiel gegen die DFB-Elf praktisch gewinnen, um den Abstieg aus Liga A noch abzuwenden.
Thessaloniki am Sonntag - was auf Klopp noch wartet
In 68 Stunden geht es weiter. Am Sonntag, 4. Oktober 2026, trifft die DFB-Elf um 20:45 Uhr MESZ im Toumba-Stadion auf Griechenland - das Rueckspiel gegen jene Mannschaft, die vor fuenf Tagen in Augsburg mit 1:0 gewonnen hatte. Klopp wird den Kader fuer Thessaloniki weiter rotieren; Nico Schlotterbeck ist nach MRT-Diagnose ohnehin fuer das gesamte Fenster ausgefallen, Joshua Kimmich ist bereits vor dem Serbien-Spiel heimgeschickt worden. Die Debuetanten-Rotation hat am Donnerstag ihre Haelfte abgearbeitet - vier weitere Kader-2-Neulinge stehen fuer Thessaloniki noch zur Verfuegung: Noah Atubolu, Finn Dahmen, Finn Jeltsch und Felix Keidel.
Um 22:40 Uhr MESZ verliess Klopp den Rasen der Allianz Arena mit dem ersten Laecheln seit seinem Amtsantritt. Ein 2:0 gegen Serbien ist nicht die Flutlicht-Ouverture, von der die DFB-Nostalgie-Erzaehlung in diesem Herbst getraeumt hatte - aber der befreiende erste Dreier in einer Phase, in der Klopp zuerst Nagelsmann-Erbe plus Paraguay-Schock plus Red-Bull-Freigabe plus Herbst-Fehlstart zu administrieren hatte. Der naechste Baustein wartet am Sonntag in Thessaloniki.
Autor
Lukas BrandtRedakteur WM & DFB-Team
Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.
Mehr aus DFB-Team
Stepanovic vor Deutschland-Serbien: Als Klopp bei ihm in Frankfurt spielte
01.10.2026
DFB-TeamSchmidt tritt Klopp-Nachfolge bei Red Bull an: 'Head of Global Soccer' seit heute
01.10.2026
DFB-TeamDeutschlands Gegner Serbien: UEFA-Sperre, leerer Gaesteblock und politische Krise vor dem Nations-League-Spiel in Muenchen
01.10.2026