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DFB-Team

Gruda-Verletzung in Leverkusen: Klopps Kader 2 verliert vorerst seinen Leipziger

Brajan Gruda musste beim 0:2 in Leverkusen in der 26. Minute mit Hueftproblemen vom Feld. Klopps Kader-2-Debut in Muenchen am 1. Oktober steht in Frage.

Von Lukas Brandt 20. September 2026

Brajan Gruda in Aktion beim vorletzten direkten Duell Bayer Leverkusen gegen RB Leipzig am 2. Mai 2026 in der BayArena. Am 20. September 2026 verletzte sich der 22-jaehrige Fluegelstuermer am selben Ort in einem Zweikampf mit Miguel Gutierrez und musste bereits in der 26. Minute ausgewechselt werden. Foto: Ulrik Pedersen / ZUMA Press Wire / Actionpress. Foto: Zuma Press via SmartFrame

Was Bundestrainer Juergen Klopp Sonntagabend um 17:15 Uhr in der Sportschau-Konferenz mitbekam, war die erste konkrete Zwischenmeldung der Kategorie, die sich in seinem drei Tage alten 44er-Herbstkader bisher nicht ereignet hatte: eine Verletzung. Im vierten Bundesliga-Spieltag beim 0:2 in Leverkusen musste Brajan Gruda - vor drei Tagen als einziger Leipziger in Klopps Kader-2-Block berufen - in der 26. Minute mit Hueftbeschwerden vom Feld. Der kicker titelte um 16:26 Uhr am Sonntagnachmittag: “Sorgen um Nationalspieler Gruda”. Das Klopp-Debut in Amsterdam ist damit nicht direkt betroffen, wohl aber das Kader-2-Debut-Fenster in Muenchen (Serbien, 01.10.) und Thessaloniki (Griechenland, 04.10.).

Der Zweikampf mit Gutierrez: 26. Minute BayArena

Die Szene fiel in eine Phase, in der weder Leverkusen noch Leipzig ins Spiel gefunden hatten. Beide Mannschaften begannen zurueckhaltend, die Sportschau beschreibt die Anfangsphase als vorsichtig auf beiden Seiten. Gruda stellte sich in der 26. Minute im Mittelfeld an der Aussenlinie einem Vorstoss des Leverkusener Neuzugangs Miguel Gutierrez in den Weg. Der Zweikampf-Kontakt traf den 22-jaehrigen Leipziger an der Huefte. Gruda blieb nach dem Auftreffen liegen, die Betreuer kamen, ein Wechsel folgte kurz darauf. Die BayArena, die selbe Adresse, an der Gruda in der Vorsaison (2. Mai 2026) im damaligen Duell bereits gestanden hatte, wurde damit zur Kulisse der ersten Klopp-Sichtungs-Sorge dieser Nations-League-Runde.

Die praezise Diagnose lag bei Abpfiff nicht vor. Der Sportschau-Spielbericht spricht von einer “Verletzung an der Huefte” ohne weitere medizinische Einordnung, der kicker verzichtet ebenfalls auf ein Diagnose-Label und formuliert stattdessen die konkrete DFB-Ausfall-Prognose. Ob es sich um eine Prellung, eine Ueberdehnung des Hueftbeugers oder einen strukturellen Muskelschaden handelt, wird sich nach einer MRT-Untersuchung am Montag oder Dienstag zeigen - das ist der bundesligauebliche Ablauf nach einer solchen Zweikampf-Verletzung.

Bayer Leverkusen 2:0 RB Leipzig: Schicks Traumtor und Gutierrez’ Ironie

Die Partie selbst gewann die Werkself mit 2:0 (1:0). Das 1:0 erzielte der tschechische Nationalspieler Patrik Schick in der 44. Minute mit einer aussergewoehnlichen Aktion: einem Volley aus der Drehung, den er im Rutschen mit rechts abschloss - die Sportschau nannte es ein “Traumtor”. Die Vorentscheidung fiel in der 58. Minute durch Miguel Gutierrez, denselben Spieler, mit dem sich Gruda 32 Minuten zuvor verhakt hatte. Die Ironie des Sonntagabend-Spielberichts: derselbe Leverkusener, der Grudas Sichtungs-Fenster mechanisch zu schliessen droht, entschied die Partie auch auf der Torschuetzenliste.

Fuer Leverkusen setzte sich damit die aufwaertsgerichtete Formkurve fort, die die Sportschau bereits vor Anpfiff beschrieben hatte. Fuer RB Leipzig verband sich die Auswaerts-Niederlage mit dem angekuendigten Wackeln in der ersten Kader-Position. Der Leipziger Trainerstab wollte sich unmittelbar nach der Partie noch nicht auf einen Ausfall-Zeitraum festlegen - ueblich ist bei Hueft-Zweikampfen eine Untersuchung zu Beginn der Woche.

Kader 2, nicht Amsterdam: die richtige Zeitachse

Ein weit verbreitetes Missverstaendnis: Klopps Debut-Spiel am Donnerstag in der Amsterdamer Johan Cruijff ArenA gegen die Niederlande ist von Grudas Verletzung nicht unmittelbar betroffen. Der Bundestrainer hatte am 17. September in Frankfurt einen bewusst zweigeteilten Herbstkader angekuendigt. Der erste Kader-Block (24 Namen) reist am Montag nach Herzogenaurach, spielt am Donnerstag in Amsterdam und am Sonntag darauf in Augsburg gegen Griechenland. Der zweite Kader-Block (21 Namen) - darunter Gruda - kommt anschliessend nach Herzogenaurach nach, spielt am 1. Oktober in Muenchen gegen Serbien und am 4. Oktober in Thessaloniki gegen Griechenland.

Zwischen dem Verletzungs-Zeitpunkt (Sonntag, 20.09., 16:00 Uhr) und dem Kader-2-Anstoss in Muenchen (Donnerstag, 01.10., 20:45 Uhr) liegen elf Tage. Zwischen Verletzung und Kader-2-Rueckspiel in Thessaloniki (04.10., 20:45 Uhr) sind es 14 Tage. Beide Fenster reichen bei einer harmlosen Prellung fuer eine Rueckkehr; bei einer Ueberdehnung des Hueftbeugers reicht die Zeit knapp. Bei einem strukturellen Muskelriss ist das komplette Kader-2-Fenster verloren, dazu potenziell ein Teil des Bundesliga-Oktobers.

Fluegel-Alternativen im 21er Kader 2

Klopps zweiter Kader-Block ist im offensiven Mittelfeld mit zehn Namen dicht besetzt: Karim Adeyemi (FC Barcelona), Mika Baur (Celtic Glasgow), Tom Bischof (FC Bayern Muenchen), Said El Mala (1. FC Koeln), Brajan Gruda (RB Leipzig), Vitaly Janelt (FC Brentford), Felix Keidel (SV Elversberg), Aleksandar Pavlovic (FC Bayern), Derry Scherhant (SC Freiburg) und Florian Wirtz (FC Liverpool). Auf Grudas nomineller Rechtsaussen-Position sind vor allem Adeyemi, Wirtz, El Mala und Scherhant natuerliche Alternativen - alle vier bringen die Fluegel-Zehn-Hybrid-Interpretation mit, die Klopp im Sichtungs-Fenster demonstrieren will.

Bemerkenswert dabei: Said El Mala, fuer den FC-Koeln-Chefcoach Rene Wagner am Sonntagmorgen im kicker das Debut-Vorwort schrieb, war ohnehin einer der Kandidaten fuer die aeussere Position im Muenchener Spiel. Ein Ausfall Grudas wuerde El Malas Fenster verbreitern - eine der wenigen mechanischen Konsequenzen, die sich aus dem Sonntag-Doppel (Wagner-Sonntagmorgen-Rat plus Gruda-Sonntagnachmittag-Verletzung) direkt ergibt. Derry Scherhant, der Freiburger, dessen taktische Weiterentwicklung SC-Trainer Julian Schuster am selben Sonntagmittag im kicker beschrieben hatte, ist die andere naheliegende Nachfolge-Adresse.

Die Kader-Groesse selbst zwingt Klopp nicht zur formellen Nach-Nominierung. Der 21er Block koennte durch einen Ausfall auf 20 Namen schrumpfen und laege damit immer noch drei Spieler ueber der UEFA-Match-Kader-Vorgabe von 23 (Kader-1-Reserve). Die Wechselreserve reicht.

Zeitfenster: Herzogenaurach 28.09., Muenchen 01.10., Thessaloniki 04.10.

Fuer Gruda selbst laeuft das Zeitfenster nach dem Klopp-Herbstplan wie folgt: Am 27.09. spielt Klopps Kader 1 in Augsburg gegen Griechenland; im Anschluss verlaesst ein Teil der Amsterdam-und-Augsburg-Reisenden Herzogenaurach in Richtung ihrer Klubs, waehrend die Kader-2-Namen ab Montag, 28.09., in Herzogenaurach ankommen. Fuer Gruda hiesse das im Idealfall eine Rueckkehr ins DFB-Trainingsprogramm sechs bis acht Tage nach der Verletzung - moeglich bei einer harmlosen Prellung, knapp bei einer Ueberdehnung, ausgeschlossen bei einer strukturellen Verletzung.

Die 23er-Match-Kader-Meldung fuer die Muenchener Partie liegt bei der UEFA 24 Stunden vor Anstoss - konkret am Mittwoch, 30.09. abends. Bis dahin hat Klopp Zeit, ueber Grudas Match-Verfuegbarkeit zu entscheiden. Die inoffizielle Klub-Herzogenaurach-Kommunikation duerfte den Ausfall aber deutlich frueher signalisieren, sobald die MRT-Ergebnisse aus Leipzig vorliegen.

Erste Nominierten-Verletzung im Klopp-Perimeter seit Kaderansage-Vollzug

Gruda liefert den ersten harten Fitness-Datenpunkt aus dem Kreis der 44 Klopp-Nominierten. Der Post-Kaderansage-Zeitraum seit Donnerstagmorgen hatte drei andere Reaktions-Kategorien dominiert: eine Nicht-Nominierten-Tor-Antwort (Maximilian Beier beim BVB-Sieg in Stuttgart am Freitagabend), einen Nicht-Nominierten-Ruecktritt (Pascal Gross nach dem Brighton-3:0-Sieg gegen Arsenal am Sonntagmittag) und eine Klub-Trainer-Debut-Empfehlung fuer einen Nominierten (Wagner ueber El Mala am Sonntagmorgen). Grudas Verletzung liefert die vierte, mechanisch andere Kategorie: einen Nominierten, der die Sichtung durch eine Verletzung verpasst - moeglicherweise komplett, moeglicherweise nur teilweise.

Das erhoeht den Druck auf einen zweiten Klopp-Watchparty-Moment am Sonntagabend, wenn der Bundestrainer die Konferenz-Zusammenfassung sichtet. Nach der Freiburg-Frankfurt-Watchparty am Freitagabend war die Kader-Bilanz noch ausgeglichen - vier Klopp-Nominierte hatten Bundesligaspiele bestritten. Der Sonntag-Doppel-Spieltag (drei Uhr-Konferenz sowie Wolfsburg-Bayern und Leverkusen-Leipzig um halb sechs) bringt nun das erste konkrete Verletzungs-Signal in die Kader-Statik. Aus Sicht der Griechenland-Kader-Sichtung durch Bondscoach Ivan Jovanovic am Sonntagvormittag ist die Nachricht ohne Bedeutung - Gruda war nie eine der Griechenland-Personalien.

Was folgt jetzt konkret: die Leipziger MRT-Untersuchung am Montag, die Klopp-Kommunikation ueber den moeglichen Ausfall im Verlauf der Woche, und - falls sich der Ausfall bestaetigt - eine sichtbare Verschiebung des Muenchener und Thessaloniki-Aussenbahnen-Plans in Richtung El Mala oder Scherhant. Fuer die DFB-Auswahl bei der WM 2026 und die daran anschliessende Sichtungs-Runde ist Gruda ohnehin nur eine mittelfristige Perspektive; die kurzfristige Konsequenz ist der Verlust eines der zehn Kader-2-Zehner-Namen im Rotations-Modell des Klopp-Riesenkaders.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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