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WM 2026

Katars WM-Kader 2026: Lopetegui nominiert 26 für die erste sportlich erspielte Endrunde

Julen Lopetegui hat Katars 26-Mann-Kader für die WM 2026 vorgestellt - die erste sportlich erspielte Endrunde. Mit Kapitän al-Haydos, Akram Afif und Almoez Ali.

Von Marco Feldmann 01. Juni 2026

Akram Afif im Zweikampf mit Walid Abbas, AFC-Asien-Cup-Spiel Katar gegen die Vereinigten Arabischen Emirate. Beim Wiedersehen mit den VAE in der WM-Quali setzte sich Katar im Oktober 2025 mit 2:1 durch und löste damit erstmals sportlich ein WM-Ticket. Foto: Zuma Press. Foto: Zuma Press via SmartFrame

Mehr als drei Jahre nach der enttäuschenden Heim-WM in Doha kehrt Katar auf die WM-Bühne zurück - diesmal sportlich qualifiziert. Julen Lopetegui hat am Montagabend in Doha sein 26-Mann-Aufgebot für die Fußball-WM 2026 bekanntgegeben. Anders als 2022, als Katar als Gastgeber automatisch teilnahm und in der Vorrunde als erstes Heim-Team der WM-Geschichte ohne Punktgewinn ausschied, reist die Mannschaft in diesem Sommer nach einer harten, von vier Trainerwechseln geprägten AFC-Qualifikation an. Im Zentrum des Kaders steht eine Sturm-Achse, die viele Bundesliga-Beobachter aus dem WM-Finale 2022 noch im Ohr haben, in Erinnerung bleibt aber vor allem ein Mann: Akram Afif, Asiens Fußballer des Jahres und der katarische Schlüsselspieler in der entscheidenden Quali-Phase.

Die Kader-Bekanntgabe in Doha - Lopeteguis erste WM-Liste

Lopetegui stellte den 26er-Kader in einer Pressekonferenz im Aspire Park vor. Die FIFA-Frist für die offizielle Bekanntgabe der finalen Kader endet am 2. Juni 2026; Katar war damit eines der letzten asiatischen Teams, das seine Liste fristgerecht einreichte. Verbände dürfen bis Turnierbeginn nur noch verletzungsbedingt nachnominieren, das maximale Aufgebot liegt erstmals bei 26 statt zuvor 23 Spielern.

Die Auswahl trägt die Handschrift eines Trainers, der erst seit Mai 2025 im Amt ist: Lopetegui setzt auf die erfahrene Achse, die schon 2019 und 2023 den AFC Asien-Cup für Katar holte, ergänzt um jüngere Profile aus dem Aspire-Akademie-Programm. Das Durchschnittsalter liegt nach Verbandsangaben bei rund 28 Jahren, das Gros der Spieler kommt - wie schon 2022 - aus der heimischen Qatar Stars League, allen voran aus den drei Top-Klubs Al-Sadd, Al-Duhail und Al-Rayyan.

Hassan al-Haydos, Akram Afif, Almoez Ali - die Sturm-Achse aus Al-Sadd und Al-Duhail

Im Mittelpunkt der Mannschaft steht der Trio-Block aus der Offensive, der seit dem Asien-Cup 2019 die katarische Identität prägt.

Hassan al-Haydos, 35 Jahre alt, ist und bleibt Kapitän. Der Stürmer von Al-Sadd SC hält mit über 184 Länderspielen und 41 Toren beide katarische Rekorde. Bei der Heim-WM 2022 trug er in allen drei Vorrunden-Begegnungen die Binde; bei der nächsten Endrunde geht er mit hoher Wahrscheinlichkeit als ältester aktiver Asien-Cup-Sieger an den Start. Lopetegui hat al-Haydos im Frühjahr 2026 öffentlich zum Anker des Teams erklärt: „Hassan steht für alles, was diese Generation in zehn Jahren erreicht hat.”

Daneben steht Akram Afif, 29, ebenfalls Al-Sadd. Asiens Fußballer des Jahres 2019 und Top-Scorer des Asien-Cup-Triumphes 2023 ist die offensive Achse der Mannschaft - schnell, technisch, mit gutem Abschluss aus der Halbposition. Afif erzielte in der entscheidenden Phase der WM-Qualifikation 2025 die wichtigen Tore gegen Saudi-Arabien und Iran und steht inzwischen bei über 120 Länderspielen.

Der dritte Mann der Reihe ist Almoez Ali (auch: Almoez Abdulla), 29, Al-Duhail. Der zentrale Stürmer hat mit 12 Treffern die AFC-WM-Qualifikation in der entscheidenden Runde als bester Torjäger Asiens abgeschlossen; in der katarischen ewigen Torschützenliste steht er mit über 55 Treffern. Sein Tor im Asien-Cup-Finale 2019 (1:0 gegen Japan) gilt als das wichtigste der katarischen Verbandsgeschichte.

Im Mittelfeld baut Lopetegui auf den Routinier Abdulaziz Hatem (Al-Rayyan SC) und in der Innenverteidigung auf Boualem Khoukhi (Al-Sadd) - beide ebenfalls deutlich über 100 Länderspiele, beide Architekten der Asien-Cup-Erfolge.

Julen Lopetegui - der Trainer, der nach Real Madrid und West Ham nun Katar führt

Lopeteguis Lebenslauf erklärt, warum der Verband im Frühjahr 2025 nach dem dritten Trainerwechsel der Quali einen prominenten Namen anvisierte. Geboren am 28. August 1966 in Asteasu im spanischen Baskenland, war der frühere Torwart in seiner Spielerkarriere unter anderem Ersatzkeeper bei Real Madrid und Barcelona, gewann 1990 mit Logroñés die spanische Meisterschaft und stand 1996/97 im Pokalsieger-Kader Rayo Vallecanos.

Als Trainer arbeitete er sich zunächst durch die spanischen Juniorenmannschaften: U19-Europameister 2012, U21-Europameister 2013 - eine Generation, die später Real, Atlético und den FC Bayern prägen sollte. 2016 übernahm er die spanische A-Nationalmannschaft, qualifizierte sich verlustpunktfrei für die WM 2018 und wurde zwei Tage vor Turnierstart entlassen, nachdem er parallel seinen Wechsel zu Real Madrid angekündigt hatte, ohne den Verband zu informieren. Bei Real lief es nicht: 14 Spiele, dann das Aus.

Danach folgten die Stationen, die seinen Ruf reparierten oder belasteten - je nach Lesart. Mit dem FC Sevilla gewann er 2020 die Europa League (3:2 im Finale gegen Inter Mailand), zog 2021 ins Champions-League-Achtelfinale ein, ging im Herbst 2022 zu den Wolverhampton Wanderers und rettete den Klub vor dem Premier-League-Abstieg. Bei West Ham United (Juli 2024 bis Januar 2025) gelang ihm das nicht: Nach 20 Spielen und nur sechs Siegen wurde er entlassen. Im Mai 2025 unterschrieb er beim katarischen Verband einen Vertrag bis 2027 - genau zur richtigen Zeit, um die Qualifikation in der entscheidenden vierten Runde noch zu drehen.

Vier Trainer in einer Quali - wie Katar trotz Chaos zur ersten sportlichen WM kam

Was nach dem Quali-Pflichtsieg gegen die VAE nüchtern in den Tabellen steht, war auf dem Weg dahin eine der unruhigsten Kampagnen, die ein WM-Teilnehmer in dieser Zykluslänge erlebte. Vier verschiedene Cheftrainer übernahmen die Mannschaft in den knapp drei Jahren zwischen Heim-WM-Aus und Quali-Endspurt, in Summe sahen 56 unterschiedliche Spieler im Quali-Trikot des Verbandes Einsatzminuten.

Den entscheidenden Schritt machte das Team in der vierten Runde der AFC-Qualifikation im Herbst 2025: Im Spiel um den direkten Quali-Platz schlug Katar am 14. Oktober 2025 die Vereinigten Arabischen Emirate mit 2:1 und sicherte sich den ersten Tabellenrang in der Dreiergruppe vor den VAE und dem Oman. Es war das wichtigste Spiel der katarischen Verbandsgeschichte - mehr noch als der Asien-Cup-Sieg 2019, weil hier zum ersten Mal ohne Gastgeber-Status ein WM-Ticket erreicht wurde.

Die FIFA platzierte Katar bei der Auslosung am 5. Dezember 2025 in Pot 3 (FIFA-Rang 55 zu Beginn des Turniers) und ordnete den Verband in Gruppe B zu. Vor dem Turnier reiste das Team nach Kalifornien, wo der Verband seit Anfang Mai im Quartier auf dem Campus des Westmont College in Santa Barbara trainiert.

Gruppe B mit Schweiz, Kanada und Bosnien - der Spielplan in MESZ

Lopeteguis Gruppe sieht auf dem Papier ausgeglichen aus, hat aber mit Co-Gastgeber Kanada (Pot 1) und der Schweiz (Pot 2) zwei europäisch/nordamerikanisch geprägte Achtelfinal-Kandidaten und mit Bosnien-Herzegowina (Pot 4) den Quali-Underdog, der die Italiener im Playoff aus dem Turnier kegelte. Aus deutscher Sicht ist Gruppe B die Gruppe der drei reisesicheren Spielorte - alle drei Begegnungen Katars finden im pazifischen Nordwesten statt:

  • 13. Juni 2026, 21:00 MESZ: Katar gegen die Schweiz, San Francisco Bay Area.
  • 19. Juni 2026, 00:00 MESZ: Kanada gegen Katar, Vancouver (lokal 18. Juni Abend).
  • 24. Juni 2026, 21:00 MESZ: Bosnien-Herzegowina gegen Katar, Seattle.

Den vollständigen WM-Spielplan und die deutschen Anstoßzeiten liefern die zentralen Übersichten. Aus katarischer Sicht ist das Auftaktspiel gegen die Schweiz das wichtigste: Wer hier punktet, hat in einer ausgeglichenen Gruppe realistische Achtelfinal-Chancen.

Quartier Santa Barbara und die Vorbereitung in Kalifornien

Anders als 2022, als Katar die Vorbereitung in der heimischen Aspire-Akademie absolvieren konnte, hat Lopetegui für den 2026er-Zyklus ein nordamerikanisches Quartier organisiert. Der Verband mietete sich auf dem Campus des Westmont College in Santa Barbara ein - rund 150 Kilometer nördlich von Los Angeles, mit kurzen Flugverbindungen zur Bay Area und nach Vancouver. Lopetegui hatte das Modell aus den USA und England mitgebracht: Quartier auf dem Campus eines Colleges, eigene Trainingsplätze, abgeschirmte Ruhezonen für die Spieler.

Die Mannschaft testete in den letzten Wochen mehrfach gegen europäische und südamerikanische Sparringspartner, unter anderem gegen Verbände aus Pot 4 anderer Gruppen. Die genauen Ergebnisse blieben - typisch für Lopeteguis Vorbereitungsstil - weitgehend unter Verschluss, der Verband hat erst zwei der Testspiele nachträglich publik gemacht.

Was 2026 anders ist als 2022 in Doha

Die WM 2022 endete für den Gastgeber sportlich verheerend: Auftaktniederlage 0:2 gegen Ecuador, 1:3 gegen Senegal, 0:2 gegen die Niederlande - drei Niederlagen, kein Sieg, kein Punkt, ein einziges Tor. Katar war damit das erste Heim-Team der WM-Geschichte, das aus seinem eigenen Turnier ohne Punktgewinn ausschied.

2026 ist die Ausgangslage strukturell anders. Erstens reist Katar nicht als zwangsverpflichteter Gastgeber an, sondern als sportlich qualifizierte Mannschaft mit der Routine eines zweimaligen Asien-Cup-Siegers. Zweitens hat das Team mit Lopetegui einen Cheftrainer, der die WM aus eigener Erfahrung kennt - selbst wenn diese Erfahrung 2018 mit einer Entlassung endete. Drittens sind die Spieler des Asien-Cup-Triumphs 2023 inzwischen in ihren späten Zwanzigern: physisch im Peak, mental nach zwei großen Turnier-Triumphen in Reihe gefestigt. Und viertens spielt das Turnier nicht im katarischen Hochsommer, sondern in einem nordamerikanischen Reise-Programm, das Lopetegui kennt - aus drei Premier-League-Saisons und einer LaLiga-Karriere mit Sevillas Auswärtsfahrten nach Lateinamerika.

Was 2026 nicht anders sein dürfte, ist die taktische Identität. Lopeteguis Katar verteidigt im 4-1-4-1 mit hoher Verteidigungslinie, presst aus dem Mittelfeld und sucht in Umschaltsituationen die Tiefenläufe von Afif. Es ist ein Stil, den die Spieler aus dem Asien-Cup-Pokalwege kennen und der gegen Top-Ten-Gegner wie die Schweiz funktionieren kann - wenn die Mannschaft das Auftaktspiel ernst nimmt.

Kontext: andere AFC-Kader und der Auftakt-Gegner

Im selben Zeitfenster haben weitere asiatische Verbände ihre 26 nominiert. Aus AFC-Sicht stehen damit alle direkt qualifizierten Teams: Beim Iran-Kader unter Ghalenoei sorgte der politisch motivierte Ausschluss von Sardar Azmoun für Schlagzeilen, Saudi-Arabien um Trainer Georgios Donis setzt fast komplett auf die heimische Saudi Pro League. Auf der Gegenseite hat Katars Auftaktgegner Schweiz unter Murat Yakin den Kader bereits Ende Mai bestätigt - eine ausführliche Vorschau auf das Eröffnungsspiel folgt in den nächsten Tagen.

Mehr zu Katars Mannschaft, Geschichte und Rekorden auf der Team-Übersicht Katar. Wer die historische Einordnung sucht, findet die Bilanz der Heim-WM 2022 unter Fußball-WM 2022.

Häufige Fragen zum Katar-Kader für die WM 2026

Wer steht in Katars WM-Kader 2026? Trainer Julen Lopetegui hat 26 Spieler nominiert. Kapitän ist Hassan al-Haydos (Al-Sadd), die Sturm-Achse bilden Akram Afif (Al-Sadd) und Almoez Ali (Al-Duhail). Im Mittelfeld stützt sich Lopetegui auf Abdulaziz Hatem (Al-Rayyan), in der Defensive auf Boualem Khoukhi (Al-Sadd).

Wer ist Katars Trainer? Julen Lopetegui, 59, Spanier, seit Mai 2025 im Amt mit Vertrag bis 2027. Er trainierte zuvor unter anderem Spanien (bis zur Entlassung zwei Tage vor der WM 2018), Real Madrid, Sevilla (Europa-League-Sieger 2020), Wolverhampton und West Ham.

Wie hat sich Katar qualifiziert? Mit dem 2:1-Sieg gegen die Vereinigten Arabischen Emirate am 14. Oktober 2025 in der vierten AFC-Quali-Runde. Es war die erste sportlich erspielte WM-Qualifikation in der Geschichte des katarischen Verbandes - 2022 reiste das Land als Gastgeber automatisch an.

In welcher Gruppe spielt Katar? Gruppe B mit der Schweiz, Co-Gastgeber Kanada und Bosnien-Herzegowina. Auftakt am 13. Juni 2026 um 21:00 MESZ gegen die Schweiz in der San Francisco Bay Area, danach Kanada (19. Juni in Vancouver) und Bosnien-Herzegowina (24. Juni in Seattle).

Wo trainiert die Mannschaft? Quartier auf dem Campus des Westmont College in Santa Barbara, Kalifornien. Von dort aus geht es per Inlandsflug zu den drei Gruppenspielorten an der amerikanischen und kanadischen Westküste.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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