Mbappe schwaermt von Klopp: 'Einer der besten Trainer der letzten 20 Jahre'
Frankreichs Kapitaen Kylian Mbappe hat Klopp in der Sport Bild einen 'der besten Trainer der letzten 20 Jahre' genannt und die Liverpool-2017-Rueckwaertsstory offengelegt.
Von Lukas Brandt 23. September 2026
Am Mittwochmorgen, 23. September 2026, um 04:20 UTC hat die Nachrichtenagentur dpa ein Sport-Bild-Interview mit Kylian Mbappe an t-online.de und news.de weitergereicht, in dem Frankreichs Kapitaen und Real-Madrid-Torjaeger Juergen Klopps DFB-Antritt in aussergewoehnlich klaren Worten gewuerdigt hat: “Voellig zu Recht. Klopp ist einer der besten Trainer der letzten 20 Jahre.” Es ist die erste dokumentierte Weltstar-Player-Reaktion aus dem internationalen Fussball auf den Bundestrainer-Wechsel vom 22. August. Und Mbappe hat mehr geliefert als das obligatorische Kompliment: einen offenen Rueckblick auf eine Liverpool-Anfrage 2017, die er ausschlug, einen Vorwaerts-Blick auf ein “naechstes Spiel gegen ihn” und einen Trainer-Vergleich mit seinem aktuellen Real-Madrid-Coach Jose Mourinho, dem er Klopp gleichrangig zur Seite stellt. Die Wortlaut-Bilanz vor Klopps Amsterdam-Debut am Donnerstag - und ihre Kontexte.
Der Sport-Bild-Auftritt am Klopp-Debut-Vortag
Das Interview erschien in der Wochen-Ausgabe der Sport Bild und wurde von der dpa in den Mittwochmorgen-Stunden an die deutschen Portale ausgespielt: t-online.de fuehrte gegen 04:20 UTC zwei parallele Meldungen (“Vor Debut als Bundestrainer: Mbappe schwaermt von Klopp” plus “Frankreich-Star Kylian Mbappe schwaermt von DFB-Trainer Juergen Klopp”), news.de zog um 05:00 UTC nach. Der zeitliche Rahmen ist bemerkenswert: Klopp bestreitet 40 Stunden nach der Erst-Ausspielung seine Premiere in der Johan Cruijff Arena Amsterdam. Ein Weltstar der Kategorie Mbappe steht dabei nicht neutral, sondern positioniert sich am Vortag oeffentlich als Fuersprecher des neuen Bundestrainers - eine international sichtbare Rueckendeckung ausserhalb des DFB-Sphaerensystems.
Sport-Bild-Interviews mit Mbappe sind selten und werden ueblicherweise mit vorangekuendigten Terminen abgestimmt; die Themen-Anlaesse dieses Auftritts sind die Nations-League-Saison-Vorbereitung fuer die Equipe Tricolore und die anstehende Real-Madrid-Champions-League-Kampagne. Dass er im gleichen Gespraech ausfuehrlich auf Klopp einging - und dabei nicht die Interview-Standard-Phrasen (“interessante Wahl”, “spannender Trainer”) waehlte, sondern die ranking-Formulierung “einer der besten Trainer der letzten 20 Jahre” - ist inhaltlich der Kern-Datenpunkt.
”Voellig zu Recht” - warum Mbappe Klopps DFB-Antritt bejubelt
Die Wortlaut-Ebene ist bewusst gesetzt. Auf die Frage nach der DFB-Hype um Klopps Bundestrainer-Antritt sagte Mbappe: “Voellig zu Recht.” Und legte nach: “Klopp ist einer der besten Trainer der letzten 20 Jahre. Mourinho, Klopp, das sind Trainer, unter denen jeder Profi spielen moechte.” Zusaetzlich: “Es ist einfach schoen, ihn wieder auf der Trainerbank zu sehen.”
Die Formulierung “wieder auf der Trainerbank” verweist auf Klopps Sabbatical-Phase seit dem Liverpool-Abschied Sommer 2024 - ein Jahr und zehn Monate ohne Vereinstrainer-Amt (Klopp arbeitete in dieser Zeit als Head of Global Soccer bei Red Bull). Mbappes “wieder”-Bezugsrahmen ist damit der Klopp-Trainer der Liverpool-Aera (2015-2024), gepraegt durch die Champions-League-Sieg-Saison 2018/19, die Premier-League-Meisterschaft 2019/20 und den Klopp-Gegenpressing-Stilzurechnungs-Konsens im internationalen Fussball.
Bemerkenswert ist die Mourinho-Klopp-Parallelnennung. Mbappe grenzt seine Trainer-Praeferenz-Achse nicht durch Positionierung eines gegen den anderen ab, sondern setzt beide auf die gleiche Kompetenz-Ebene - ein Ranking, das er als Real-Madrid-Insider unter aktuellem Mourinho-Regime aussprechen kann, ohne opportunistisch zu wirken.
Die Liverpool-2017-Story - warum Mbappe damals lieber zu PSG ging
Der substantielle Nachrichten-Wert des Interviews liegt in der Rueckwaertsstory zur Liverpool-Anfrage. Mbappe bestaetigt: “Ich waere damals sehr gerne zu ihm gewechselt.” Klopp hatte 2017 - im Sommer nach Mbappes AS-Monaco-Champions-League-Halbfinal-Explosion mit 26 Ligue-1-Toren und 6 CL-Toren - versucht, den 18-Jaehrigen ausserhalb des klassischen Real-Madrid-vs-PSG-Zweikampfs zum FC Liverpool zu holen. Mbappe erklaerte damals ab: “Ich war noch nicht bereit, Frankreich zu verlassen. Ich wollte in der Naehe meiner Familie bleiben.”
Die Wahl fiel im August 2017 stattdessen auf Paris Saint-Germain, formal zunaechst als Leihe von Monaco mit vereinbarter Kaufoption fuer 180 Millionen Euro (Sommer 2018 vollzogen). Der Naehe-Grund war nicht kolportiert, sondern tatsaechlich der Ausschlag: Bondy - Mbappes Geburts- und Aufwuchsort - liegt zehn Kilometer vom Parc des Princes entfernt. Klopps Liverpool war 800 Kilometer weit weg.
Die Retrospektive im Sport-Bild-Interview 2026 liest sich damit als offene Was-Waere-Wenn-Reflexion eines heute 27-jaehrigen Weltmeisters, der die Alternativ-Historie einer Klopp-Mbappe-Zusammenarbeit an der Anfield Road nicht mit dem “Nie im Leben” abtut, sondern mit einem seltenen “gerne”. Die Sequenz ist die einzige oeffentliche Bestaetigung dieser Liverpool-2017-Anfrage aus Mbappes eigener Feder - Klopp selbst hatte in seiner Liverpool-Zeit auf entsprechende Reporterfragen mit dem klassischen Anfield-Trainer-Standardsatz “Ich habe keine Kommentare zu Spielern anderer Vereine” reagiert.
Mbappe bei Real Madrid unter Mourinho - der Trainer-Vergleich als Rahmen
Der Real-Madrid-Insider-Kontext raendert Mbappes Klopp-Mourinho-Ranking. Seit Sommer 2026 arbeitet er in Madrid mit Jose Mourinho als Nachfolger von Xabi Alonso (der in der WM-Auszeit den DFB-Kader-Betreuungssupport uebernommen hatte, bevor Nagelsmann-Ruecktritt und Klopp-Bestellung 22. August die Bundestrainer-Position wieder klaerten). Mourinho war Mbappes zweiter Real-Madrid-Trainer nach Ancelotti-Nachfolger Alonso (Sommer 2024 bis Sommer 2026).
Dass Mbappe seinen aktuellen Chef Mourinho und dessen langjaehrigen Trainer-Antipoden Klopp in einer Antwort gleichrangig positioniert, ist eine bewusste Trainer-Kategorisierungs-Aussage. Klopp und Mourinho sind stilistisch Gegenpole (Gegenpressing-Intensitaet vs. reaktive Blockdefensiv), aber Mbappes Kategorie-Achse ist eine andere: Player-Anziehungs-Wirkung. “Trainer, unter denen jeder Profi spielen moechte” ist die verbindende Klammer - unabhaengig vom taktischen Grundstil.
Die Insider-Perspektive verleiht dem Ranking Substanz: Mbappe ist derjenige, der momentan taeglich unter einem der beiden trainiert und - im Falle Klopps - vor zehn Jahren die Chance gehabt haette, es zu werden. Die Aussage kommt nicht aus dem Fern-Beobachter-Blick, sondern aus der Erfahrungs-Nachbarschaft.
”Ich freue mich sehr auf das naechste Spiel gegen ihn” - wann kommt Deutschland gegen Frankreich?
Der Zukunfts-Blick “Ich freue mich sehr auf das naechste Spiel gegen ihn” impliziert ein DFB-vs-Frankreich-Aufeinandertreffen unter Klopps Regie - ohne dass der Interview-Kalender ein festes Datum bietet. Die Nations-League-Saison 2026/27 hat Frankreich und Deutschland in unterschiedliche Liga-A-Vierergruppen gelost: Deutschland spielt mit den Niederlanden, Griechenland und Serbien (Klopps Amsterdam-Debut ist der 1. Spieltag), Frankreich hat eine separate Liga-A-Gruppierung. Eine A-Laenderspiel-Begegnung Deutschland-Frankreich in dieser Nations-League-Vorrunde ist damit nicht angesetzt.
Realistische Szenarien fuer den Mbappe-vermeldeten “naechsten”-Termin:
- Ein Testspiel in der Vorbereitungsphase der Saison 2026/27, typischerweise um den Novembertermin oder in der Marz-2027-Fensterphase (falls beide Verbaende einen Prestige-Test priorisieren).
- Ein Nations-League-Final-Four-Spiel im Fruehjahr 2027, falls beide Teams ihre Liga-A-Gruppen als Erster abschliessen und im Halbfinale oder Finale aufeinandertreffen.
- Die EM-2028-Qualifikationsauslosung im Winter 2026/27, die Deutschland und Frankreich in die gleiche Qualifikationsgruppe losen koennte (unwahrscheinlich, da beide Verbaende typischerweise in unterschiedlichen Qualifikations-Toepfen landen).
Mbappes Formulierung “sehr freuen” bleibt damit im Antizipations-Modus - ohne dass die Kalenderlage einen konkreten Anpfiff nennt. Das Bekenntnis ist ein Statement, kein Termin-Update.
Was die internationale Player-Reaktion fuer Klopps DFB-Positionierung bedeutet
Die Klopp-Sichtungs-Perimeter-Serie dieser Redaktion hat seit dem Kaderansage-Vollzug 17.09 diverse Trainer-Reaktions-Sub-Achsen dokumentiert: Bundesliga-Trainer wie Vincent Kompany zum Torwart-Nachfolge-Rennen (Kompany-Urbig-Prognose), Marokkos Verband zur Ebnoutalib-Berufungs-Frage, Sandro Wagner zum El-Mala-Rat. Die Reaktions-Ebene, die bis heute fehlte, war die internationale Weltstar-Player-Ebene: eine Aussage von einem der zehn besten Fussballer der Welt, der sich zu Klopps Rueckkehr auf eine internationale Trainerbank aeussert.
Mbappes Sport-Bild-Interview schliesst diese Luecke. Und liefert einen argumentativen Nebenertrag: Klopps DFB-Positionierung wird international nicht als Rueckwaerts-Wahl (nach der WM-2026-Enttaeuschung) rezipiert, sondern als bemerkenswerte Reaktivierung eines “der besten Trainer der letzten 20 Jahre”. Die Framing-Ebene wird - unabhaengig vom Amsterdam-Ergebnis am Donnerstag - vom Weltstar-Player-Umfeld gesetzt: nicht “DFB nimmt, was uebrig ist”, sondern “DFB kriegt einen Klopp”.
Fuer die Klopp-vs-Historie-Bilanz (Bundestrainer-Debuts seit 2000) ist der Mbappe-Beitrag damit weniger ein Vorschau-Datenpunkt als ein Rahmen-Datenpunkt: Klopp startet am Donnerstag in Amsterdam gegen Xavi Hernandez’ Niederlande - und wird dabei nicht nur von den 82.000 Amsterdam-Zuschauern und dem RTL-Millionen-Publikum beobachtet, sondern auch von einem Weltmeister-Nationalspieler, der 40 Stunden vor Anpfiff oeffentlich erklaerte: “Ich freue mich sehr auf das naechste Spiel gegen ihn.”
Autor
Lukas BrandtRedakteur WM & DFB-Team
Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.
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