Messi-Viererpack und Casemiro-Debuettor: Inter Miami zerlegt CF Montreal 7:1
Inter Miami feiert am 29.08.2026 im Chase Stadium ein 7:1 gegen CF Montreal. Messi trifft viermal, Casemiro erzielt im Debuet das 1:0, Interim Rafael Perez fuehrt Regie.
Von Marco Feldmann 30. August 2026
▍ MLS · 30.08.2026 · 06:37 UHR - Der zweite Post-Mascherano-Trainer wird bei seinem letzten Auftritt gesperrt, der dritte wartet noch auf sein US-Visum, und dazwischen zerlegt der Kader den Gegner im Chase Stadium mit 7:1. Inter Miami CF hat am Samstagabend Ortszeit (Anpfiff 19:30 Uhr, 01:30 Uhr MESZ am 30. August) am 22. Spieltag der Major League Soccer den CF Montreal aus der Bahn geraeumt. Lionel Messi erzielte einen Viererpack (40., 52., 83. und 90.+6.), Neuzugang Casemiro eroeffnete das Scoring in seinem MLS-Debuet bereits in der 20. Minute, Luis Suarez (80.) und der 18-jaehrige Alexander Shaw (89.) rundeten das ESPN-titulierte “record win” ab. Die Fuenf-Spiele-Sieglos-Serie, die letzte Woche den Trainerwechsel zu Kily Gonzalez ausgeloest hatte, ist damit beendet. Fuer die Argentinien-Post-WM-2026-Achse und die Brasilien-Kader-Splitter der WM 2026 ist dieser Abend die erste MLS-Bilanz mit ordnungsgemaessem Vorzeichen.
Der Kantersieg im Chase Stadium: 7:1 als Miami-Vereins-Rekord
Der 22. Spieltag der MLS-Regulaersaison 2026 fiel fuer den amtierenden MLS-Cup-Sieger 2025 in eine Phase, in der die Playoff-Ambition der Eastern Conference sportlich vor sich hin bruechte. Fuenf Pflichtspiele in Folge ohne Sieg hatten die Trainerbank in Bewegung gebracht; die 7:1-Schlagseite gegen Montreal war laut ESPN “a club-record” und damit die hoechste Miami-Torschussdifferenz eines regulaeren MLS-Spiels seit dem Klub-Auftakt 2020. Die statistische Bilanz - 57 Prozent Ballbesitz, 20 zu 10 Torschuesse, 11 zu 5 auf das Tor - ist dabei nicht die Ueberraschung; die Ueberraschung ist die exekutorische Klarheit. Aus einer Krisenphase heraus fabriziert der Kader in 75 Minuten zwischen dem Casemiro-Fuehrungstor (20.) und Messis Schlusspunkt (90.+6.) sieben Treffer.
Der Gegner aus Quebec brachte seinerseits nur einen Torschuetzen aufs Papier: Fabian Herbers verkuerzte in der 37. Minute auf 1:1 zwischen Casemiros 1:0 und Messis erstem Freistoss-Treffer - danach nichts mehr. Montreal steht in der Eastern Conference unter Playoff-Strich und wechselt fruehzeitig durch. Die kanadische Franchise hatte sich bereits vor der Partie als Aussenseiter-Auswaerts-Mannschaft praesentiert; die Ausgangslage war ein klassisches MLS-Gefaelle-Spiel.
Casemiros Debuet-Traumtor: Der ehemalige Real-Madrid-Sechser eroeffnet nach 20 Minuten
Der Auftritt hatte fuer die MLS-Chronik zwei Debuet-Facetten. Der prominentere Neuzugang aus dem Sommer, Casemiro, erhielt in der Woche vor der Partie sein P-1-Arbeitsvisum fuer die USA und stand damit erstmals im MLS-Kader Miami. Der 34-jaehrige brasilianische Sechser mit Real-Madrid- (2013-2022) und Manchester-United-Vergangenheit (2022-2026) trug die Rueckennummer 5 und schob in der 20. Minute einen abgetropften Ball aus dem Strafraum-Zentrum zur 1:0-Fuehrung ins Miami-Netz - sein erstes MLS-Tor.
Fuer die WM-2026-Chronik ist das Detail bemerkenswert: Casemiro war Mitte Juli mit Brasilien im Sechzehntelfinale gegen Norwegen 1:2 ausgeschieden - der Haaland-Doppelpack und Nylands Elfmeter-Parade beendeten die brasilianische Turnier-Ambition. Sein Vertrag bei Manchester United war ausgelaufen, der Wechsel nach Miami als Ablose-Freier war drei Tage nach dem WM-Finale offiziell geworden. In der ersten Miami-Ausbau-Woche fehlte allerdings noch das US-Visum - beim Heimspiel gegen Toronto FC am 22. August (1:2) hatte er nur “look on” von der Bank aus mitverfolgen koennen (siehe Bild). Sechs Tage spaeter dann direkt der Treffer im Debuet. Der zweite Miami-Debuetant des Abends war der 18-jaehrige Alexander Shaw, der in der 89. Minute zum 6:1 traf.
Messis Viererpack: Freistoss, Solo, Chip und der 90.+6.-Standard
Der Star des Abends aber blieb Lionel Messi. Der argentinische Vize-Weltmeister von 2026, der die A-Nationalmannschafts-Karriere nach dem 0:1-Finale gegen Spanien offen laufen laesst, uebernahm die Torfabrikation ab dem 1:1-Ausgleich. In der 40. Minute verwandelte er einen indirekten Freistoss aus 20 Metern, der Ball wurde beim Blockversuch der Montreal-Mauer abgefaelscht und liess Torhueter Jonathan Sirois keine Chance. Der argentinische Kapitaen legte in der 52. Minute nach: Solo-Lauf von der Mittellinie durch die Montreal-Kette, im Strafraum flach ins lange Eck.
Die Rolle des Vorbereiters uebernahm Messi in der 80. Minute, als er nach einem Doppelpass auf Luis Suarez ablegte, der aus 14 Metern zum 4:1 einschob. Drei Minuten spaeter dann der Chip ueber den herausgelaufenen Sirois aus der Halbraum-Position zum 5:1 (83.), und in der sechsten Minute der Nachspielzeit setzte Messi den Schlusspunkt: direkter Freistoss aus 22 Metern rechte Seite, praezise ins kurze Eck. Vier Tore und ein Assist, die 20. bis 23. Saison-Bude fuer den 39-Jaehrigen, dessen MLS-Rueckrunde vor der Partie im Rest-Programm der Eastern Conference als schwaechelnd galt.
Wer stand an der Seitenlinie? Hoyos gesperrt, Kily Gonzalez wartet, Rafael Perez fuehrt
Die Trainerfrage war die MLS-Nebenerzaehlung der Woche und wurde am Match-Tag noch einmal verschaerft. Die Liga verhaengte kurz vor Anpfiff eine Ein-Spiel-Sperre gegen Guillermo Hoyos wegen wiederholter Verletzung der Late-Kickoff-Policy. Die MLS-Wettbewerbsordnung schreibt vor, dass beide Mannschaften zum planmaessigen Anpfiff jeder Halbzeit spielbereit auf dem Feld stehen muessen; bei wiederholten Verstoessen greift eine gestaffelte Strafen-Kaskade. Miami und Hoyos akzeptierten zusaetzlich eine nicht offengelegte Geldbusse. Der Interimscoach seit April hatte in fuenf Partien nicht mehr gewonnen; die Sperre traf ihn ausgerechnet in einem Spiel, das er als sportliche Rehabilitation haette nehmen koennen.
Der offiziell bereits ernannte Nachfolger Kily Gonzalez wartet auf seine US-Arbeitserlaubnis - typischerweise ein zwei- bis vierwoechiges P-1-Verfahren fuer Cheftrainer aus dem Ausland. Sport1 hatte bereits am Vorstellungs-Tag zitiert: “Bis er seine Arbeitserlaubnis fuer die USA erhaelt, bleibt Hoyos erstmal noch weiter im Amt.” An diesem Abend uebernahm damit Assistenz-Coach Rafael Perez die Regie - laut ESPN “with assistant coach Rafael Perez leading the team, Inter Miami dominated this match”.
Fuenf-Spiele-Sieglos-Serie beendet: Playoff-Kontext Eastern Conference
Fuer die MLS-Rueckrunde 2026 hat der Abend Signalwirkung. Miami rangierte vor dem 22. Spieltag im gesetzten Playoff-Bereich der Eastern Conference, war aber durch die fuenf sieglose Pflichtspiele - inklusive der Toronto-Niederlage vom 22. August (1:2) - unter Druck geraten. Der 7:1-Kantersieg mit sieben verschiedenen Assist-Fluss-Punkten (Messi 4 Tore + 1 Assist, Casemiro Debuet-Tor, Suarez, Shaw) bringt Ruhe zurueck ins Torfabrik-Konzept, ohne die Trainerfrage zu loesen. Sobald Kily Gonzalez das P-1-Visum erhaelt, uebernimmt er einen Klub mit gefuehltem Rueckenwind, kann aber nicht auf das Argentinien-Interim-Hoyos-Modell verlaengern.
Was das fuer die WM-2026-Post-Nachwehen bedeutet
Fuer die WM-2026-Kader-Nachwehen ist das Spiel ein Muster-Beispiel der Post-WM-Klub-Realitaeten. Auf der Argentinien-Seite hatten sich Emi Martinez (Aston Villa zu Chelsea) und Exequiel Palacios (Bayer Leverkusen zu Ipswich Town) im Sommer neu positioniert, der Trainer-Wechsel bei Messis Klub kam als dritter Post-WM-Baustein hinzu. Auf der Brasilien-Seite ist Casemiros MLS-Landgang das prominenteste Beispiel fuer den nach Ancelottis Ansage vom Umbruch mit jungen Spielern einsetzenden Kader-Umbau. Beide Baenke - die vermutete Zukunfts-Nations-Trainer-Achse Messi/Casemiro auf Klub-Ebene sowie die WM-2026-Erfahrung - buchen an diesem Abend ihre erste gemeinsame MLS-Bilanz mit ordentlichem Vorzeichen. Fuer den Argentinien-Kapitaen ist es die 20. bis 23. Saison-Bude in der MLS-Rueckrunde 2026, fuer den Brasilien-Sechser das erste MLS-Tor seiner Karriere.
Die naechste Miami-Partie folgt am 13. September gegen Charlotte FC - ob dann bereits Kily Gonzalez auf der Bank steht oder weiter Rafael Perez interimsmaessig uebernimmt, entscheidet die US-Auslaenderbehoerde.
Autor
Marco FeldmannRedakteur Internationaler Fußball
Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.
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