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WM 2026

Spanien stolpert in der WM-Generalprobe: nur 1:1 gegen Irak

Spanien kommt in der WM-Generalprobe gegen Irak nicht ueber ein 1:1 hinaus: Ferran Torres trifft, Doski gleicht nach Garcia-Fehler aus. Was das fuer Spaniens WM 2026 heisst.

Von Marco Feldmann 05. Juni 2026

Iraks Keeper Jalal Hassan stoppt den Ball in A Coruna - Spaniens WM-Generalprobe endete trotz zahlreicher Chancen nur 1:1. Foto: Zuma Press via SmartFrame

Sechs Tage vor dem WM-Auftakt hat Europameister Spanien seine Generalprobe verpatzt: Im nordspanischen A Coruna kam die Mannschaft von Luis de la Fuente am 4. Juni gegen den Irak nicht ueber ein 1:1 hinaus. Ferran Torres brachte die Furia Roja per Konter in Fuehrung, Merchas Doski glich nach einem unglueck­lichen Auftritt von Keeper Joan Garcia aus. Es war Spaniens letzter sportlich gewichtiger Test vor dem WM-Start am 15. Juni gegen Kap Verde in Gruppe H - und ein Spiel, das mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet hat.

Ferran Torres trifft, Doski gleicht aus

Spanien wirkte in den ersten 30 Minuten leichtfuessig: viel Ballbesitz, viel Bewegung in den Halbraeumen, dazu die typische De-la-Fuente-Mischung aus Tiki-Taka und schnellen vertikalen Klingen. Belohnt wurde das in der Anfangsphase mit dem 1:0 durch Ferran Torres: Der Stuermer des FC Barcelona attackierte einen unsauberen Pass im irakischen Spielaufbau, lief geradlinig ins Sechzehnerzentrum und schob flach ins lange Eck ein. Eine Tor-Visitenkarte, wie Spanien sie bei der WM 2026 immer wieder brauchen wird - aggressives Anlaufen, blitzschnelle Verwertung.

Doch der Irak liess sich davon nicht beirren. Graham Arnold, der Australier mit WM-Erfahrung aus Katar 2022 auf der Trainerbank, hatte seine Mannschaft kompakt und mutig eingestellt. Beim ersten ernsthaften Abschluss der Iraker zappelte der Ball im spanischen Tor: Merchas Doski zog aus dem Halbfeld ab, Joan Garcia vom FC Barcelona reagierte zu spaet und machte beim 1:1-Ausgleich keine gute Figur. Der erst nach den Verletzungen von Unai Simon und David Raya hochgezogene Schlussmann hat sich damit nicht fuer den WM-Auftakt empfohlen - die Torhueter-Frage bleibt bei Spanien offen.

De la Fuentes Rotation: Olmo, Gavi und drei Personalien

De la Fuente nutzte den Test fuer eine breite Personal-Rochade. Neben Joan Garcia standen mit Dani Olmo, Gavi und Torschuetze Ferran Torres drei weitere Barcelona-Profis in der Startelf. Eric Garcia verteidigte zentral, Sergio Gomez belebte die linke Seite. In der zweiten Halbzeit wurde dann nahezu komplett durchgewechselt - der Spanien-Coach wollte das ganze Aufgebot in der Praxis pruefen, bevor das Charterflugzeug Richtung Atlanta abhebt.

Die Krux: Spaniens Probelauf lieferte mehr Hinweise auf offene Baustellen als auf Topform. Das Pressing der Iraker zwang die spanische Aufbauphase mehrfach in lange Baelle, und die zweite Halbzeit verlor durch die breite Rotation an Struktur. Zwischen Fragmenten guter Kombinationen blieben Anschlusschancen Mangelware - ein Befund, der nach den Verletzungen von Yamal und Fermin Lopez im Mai ohnehin in der Luft hing und nun durch die Personalrotation in A Coruna sichtbar wurde.

Was das 1:1 fuer Gruppe H bedeutet

Trotz der gedaempften Generalprobe bleibt Spanien der klare Favorit in Gruppe H. Die drei Gegner - WM-Debuetant Kap Verde, Saudi-Arabien und Uruguay - liegen auf dem Papier alle unter spanischem Niveau. Trotzdem ist die Botschaft aus A Coruna eine Warnung: De la Fuentes Kader ohne Real-Madrid-Spieler braucht noch einige Justierungen, vor allem auf der Torwartposition und im Defensiv-Verbund.

Spaniens Spielplan in der Vorrunde fuehrt das Team auf eine lange Reise quer ueber den nordamerikanischen Kontinent: Auftakt am 15. Juni um 18:00 Uhr MESZ in Atlanta gegen Kap Verde, zweites Gruppenspiel am 21. Juni ebenfalls in Atlanta gegen Saudi-Arabien, dann der Vorrunden-Abschluss am 27. Juni um 02:00 Uhr MESZ in Guadalajara gegen Uruguay. Das letzte Gruppenspiel in Mexiko bei naechtlicher MESZ-Anstoss­zeit wird vor allem fuer die deutschen Fans der wahre Gradmesser, wie weit Spanien im Turnier ueber den ersten Eindruck hinauskommt.

Iraks Auftritt - mehr als ein Pflichtgegner

Iraks 1:1 in A Coruna ist mehr als ein Achtungserfolg, es ist ein Signal an Gruppe I, in der das Team auf Norwegen, Senegal und Frankreich trifft. Graham Arnold hat aus den vorhandenen Profis um Kapitaen Aymen Hussein und Routinier Ibrahim Bayesh eine Mannschaft geformt, die in der Defensive geduldig steht und im Konter zubeissen kann. Iraks Jalal Hassan im Tor zeigte eine starke Leistung mit mehreren Big Saves gegen Olmo und den eingewechselten Mikel Oyarzabal.

Fuer Spaniens WM-Vorbereitung bleibt das 1:1 eine Episode, die sich noch wegerklaeren laesst - es war eine Probe, kein Pflichtspiel. Aber sechs Tage vor dem Auftakt gegen Kap Verde haetten viele Fans der Furia Roja sich einen klareren Form-Beweis gewuenscht. Ob Joan Garcia im Auftaktspiel von Atlanta wirklich der Mann zwischen den Pfosten sein wird, ist nach diesem Abend offener als zuvor.

Sechs Tage bis Atlanta. Ein 1:1 mit Lehren. Spaniens WM beginnt jetzt im Kopf.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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