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WM 2026

Spanien antwortet auf den Irak-Patzer: 3:1 gegen Peru in Puebla

Spanien gewinnt die WM-Generalprobe in Puebla 3:1 gegen Peru. Cubarsi trifft schon in Minute 2, Ferran Torres legt nach. Was das fuer den Auftakt gegen Kap Verde heisst.

Von Marco Feldmann 09. Juni 2026

Pau Cubarsi traf gegen Peru bereits in der 2. Minute zum 1:0 - der 19-jaehrige Barca-Verteidiger empfahl sich damit fuer einen Startelf-Platz beim WM-Auftakt in Atlanta. Foto: Zuma Press via SmartFrame

Spaniens WM-Generalprobe hat einen zweiten Anlauf gebraucht - und im zweiten Anlauf gelungen. Sechs Tage vor dem Auftakt gegen Kap Verde in Atlanta hat die Mannschaft von Luis de la Fuente am Abend des 8. Juni 2026 (Anstoss kurz nach Mitternacht MESZ) im Estadio Cuauhtemoc von Puebla ein deutliches 3:1 gegen Peru geholt. Damit ist die schale Erinnerung an das 1:1 gegen Irak vom 4. Juni in A Coruna erst einmal abgewaschen. Pau Cubarsi brachte die Furia Roja schon in der 2. Minute in Fuehrung, Ferran Torres legte vor der Pause nach, ein Eigentor von Marcos Lopez entschied das Spiel.

Cubarsi-Frueh­schock, Ferran und ein Eigentor

Der Tonfall des Abends stand nach 90 Sekunden fest. Eine erste spanische Ecke flog von Mikel Merino auf den langen Pfosten, dort stieg Pau Cubarsi hoch und kopfte trocken ein - 1:0 fuer Spanien noch vor der ersten Ballberuehrung des peruanischen Defensivverbandes im eigenen Spielaufbau. Fuer Cubarsi war es das vierte Tor im 22. Laenderspiel, gleichzeitig ein klares Bewerbungs-Signal an De la Fuente, neben Robin Le Normand in der WM-Startelf zu beginnen.

Spanien blieb dominant. Ueber 66 Prozent Ballbesitz, ein Pressing, das Perus Aufbau immer wieder im eigenen Drittel erstickte, und ein Ferran-Torres-Treffer in der 32. Minute, der die Halbzeitfuehrung auf 2:0 schraubte: ein hoher Ball auf Mikel Oyarzabal, dessen Ablage Ferran Torres im Rueckwaertslaufen platziert ins lange Eck schob. Der zweite Treffer des Barca-Stuermers in nur fuenf Tagen, nachdem er gegen Irak ebenfalls getroffen hatte. De la Fuente, der eine Sturmlosung Yamal-Oyarzabal-Williams im Kopf hat, bekam genau die Form-Botschaft, die er von seinem Mittelstuermer-Reservisten hoeren wollte.

Nach der Pause wechselte De la Fuente kraeftig durch - Borja Iglesias kam fuer Ferran Torres (67.), Alex Grimaldo ersetzte Marc Cucurella (69.), Marcos Llorente ersetzte Pedro Porro (70.). Spanien blieb das Spiel im Griff, ohne mit derselben Schaerfe nachzulegen. Erst in der 66. Minute fiel das 3:0, als Oyarzabal von links durch das Sechzehnerzentrum zog und der versuchte Klaerungs-Versuch von Linksverteidiger Marcos Lopez ins eigene Tor abprallte. Jairo Velez verkuerzte fuer Peru in der 88. Minute zum 3:1-Endstand nach einem Schnitzer von Torhueter Joan Garcia - die einzige Episode des Abends, in der Spaniens Torwart-Frage erneut sichtbar wurde. Mit insgesamt 39 Torschuessen (14 davon auf das Tor) gegenueber 15 von Peru war die statistische Bilanz dennoch glasklar.

Erneut ohne Yamal und Williams: De la Fuentes Personal-Ansage

Wie schon gegen Irak fehlten Lamine Yamal und Nico Williams auch in Puebla. De la Fuente hatte das bereits im Vorfeld so kommuniziert: Beide trainierten am Tag des Spiels separat in Madrid, beide werden gezielt fuer den WM-Auftakt in Atlanta vorbereitet. Auch das ist die Botschaft aus seiner Pressekonferenz vom 3. Juni: Yamals leichte Oberschenkelblessur sei vom Tisch, Williams’ Adduktoren-Reizung ausgeheilt - aber bis zum Anpfiff am 15. Juni um 18:00 Uhr MESZ wolle er kein Risiko mehr eingehen.

Stattdessen waren in Puebla wieder die jungen Profis aus dem FC Barcelona dominant - Cubarsi, Gavi, Pedri, Fermin Lopez, dazu Ferran Torres. Eric Garcia verteidigte zentral, Pedro Porro rechts, Marc Cucurella links. Im Tor stand erneut Joan Garcia, dessen Patzer beim 3:1-Anschlusstreffer wieder Fragen aufgeworfen hat: Nach den Ausfaellen von Unai Simon (Knie) und David Raya (Schulter) ist der ehemalige Espanyol-Schlussmann zwar gesetzt, ueberzeugend ist seine Generalprobe-Bilanz aber nicht.

Auffaellig auch: De la Fuente liess das gesamte historisch erstmals real-madrid-freie Aufgebot Spielminuten sammeln. Mikel Merino, Aymeric Laporte, Fabian Ruiz, Borja Iglesias, Mikel Oyarzabal, Bryan Zaragoza - jeder bekam seinen Auftritt. Das Signal an die Mannschaft: in Atlanta ist die Konkurrenz hoch und das Trainer-Vertrauen breit verteilt.

Was das 3:1 fuer Spaniens Auftakt in Gruppe H bedeutet

Sportlich kann Spanien das 3:1 als Bestaetigung lesen. Die Mannschaft hat die ersten 30 Minuten gespielt, wie sie es gegen Kap Verde spielen wird: hoch pressend, mit schnellem Umschalten, mit klarer Standard-Effizienz (Cubarsi nach Ecke), mit dem Vertrauen in den ersten Pass aus der Aufbauphase. Genau das fehlte in A Coruna gegen Irak. Insofern ist die Puebla-Generalprobe das Statement-Spiel, das De la Fuente vor dem WM-Auftakt brauchte.

Realistisch gesehen taugt das peruanische Team aber nur bedingt als Massstab. Peru hat sich nicht fuer die WM 2026 qualifiziert, war im Conmebol-Quali-Pott vorletzter und tritt am 8. Juni mit einer Mischung aus MLS-Profis (Velez), Veteranen und einem 26-jaehrigen Cubillas im Sturm an. Die echten Pruefsteine in Gruppe H - Uruguay, Saudi-Arabien, dazu der WM-Debuetant Kap Verde - werden anders pressen, anders verteidigen, anders zaehlen.

Trotzdem: Spanien hat in 14 Pflichtspielen seit dem EM-Titel 2024 nur eines verloren (das umstrittene Nations-League-Halbfinale gegen Frankreich im Maerz). Die Mannschaft kommt mit einer 13:1-Form-Bilanz nach Atlanta. Die Buchmacher-Quoten sehen die Furia Roja in der erweiterten Favoritengruppe knapp hinter Argentinien, Brasilien und Frankreich - der Sieg von Puebla aendert daran nichts grundsaetzlich, festigt aber das Bild.

Peru als Generalprobe-Gegner und der Cuauhtemoc-Effekt

Der Cuauhtemoc-Effekt ist die zweite Erzaehlebene des Abends. Puebla liegt rund 2.135 Meter ueber Meereshoehe, und die WM-Spiele in Guadalajara (1.500 Meter) und Mexiko-Stadt (2.240 Meter) bedeuten fuer alle europaeischen Teams eine Akklimatisations-Herausforderung. Spanien hat sich diese Tour bewusst ausgesucht: Nach dem Irak-Spiel am 4. Juni in A Coruna ging es per Charter ueber Mexiko-Stadt nach Puebla. Damit verbrachte das Team rund 36 Stunden in Hoehenlage, ehe es nach Atlanta weiterfliegt - eine kleine, aber methodisch gedachte Vorbereitung auf den Vorrunden-Abschluss gegen Uruguay am 27. Juni um 02:00 Uhr MESZ in Guadalajara.

Auch das eine Lehre, die Spanien aus der letzten WM in Katar gezogen hat: Akklimatisations-Boxenstopps sind kein Komfort, sondern Strategie. Die Anstosszeiten der WM 2026 in deutscher Zeit zeigen, wie tief diese Logistik den Turnier-Rhythmus praegt - der Spielplan zwingt Teams zu transkontinentalen Spruengen, fuer die der Cuauhtemoc-Stop von Puebla schlicht Vorbereitung war.

Sechs Tage bis Atlanta. Ein 3:1, das mehr Aufschlag als Halbzeit-Befund ist. Spaniens WM beginnt jetzt - mit besseren Vorzeichen als am Wochenende.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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