WM 2026: Diese Teams sind erstmals bei einer WM dabei
Vier WM-Debütanten bei der WM 2026: Curaçao, Kap Verde, Jordanien und Usbekistan stehen erstmals bei einer WM. Ihre Geschichten, ihre Gruppen und was zu erwarten ist.
Von Marco Feldmann 24. April 2026
48 statt 32 Mannschaften, mehr Plätze pro Kontinent - und das Ergebnis steht: Bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko feiern gleich vier Nationen ihr WM-Debüt. Curaçao, Kap Verde, Jordanien und Usbekistan waren bei keiner der bisherigen 22 Weltmeisterschaften dabei. Möglich gemacht hat das vor allem die Aufstockung des Teilnehmerfelds - mit mehr direkten Startplätzen für Afrika, Asien und die CONCACAF-Region. Was die Neulinge mitbringen, gegen wen sie spielen und was realistisch drin ist - der Überblick.
Curaçao: 156.000 Einwohner, ein WM-Ticket und Dick Advocaat
Die Geschichte von Curaçao ist die spektakulärste unter den Debütanten. Die Karibikinsel, ein autonomer Teil des Königreichs der Niederlande, hat nur rund 156.000 Einwohner - und ist damit das kleinste Land, das sich je für eine Weltmeisterschaft qualifiziert hat. Möglich machte es ausgerechnet ein Routinier am Spielfeldrand: Der niederländische Trainer Dick Advocaat, längst über 70, formte aus einer Mischung aus eredivisie-Profis und in den Niederlanden geborenen Spielern mit Wurzeln auf der Insel eine Mannschaft, die in der entscheidenden CONCACAF-Qualifikationsrunde ungeschlagen blieb und ihre Gruppe gewann.
Bei der Auslosung am 5. Dezember 2025 in Washington wurde Curaçao in Gruppe E gelost - und bekommt es dort gleich am ersten Spieltag mit Deutschland zu tun. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann ist es der Auftaktgegner, für Curaçao das Spiel des Lebens. Wer in derselben Vorrundengruppe noch lauert und wann genau gespielt wird, steht in unserem WM-2026-Spielplan und auf der Seite zu Deutschland bei der WM 2026. Realistisch geht es für die Curaçaoer um Achtungserfolge - aber bei der WM mit 48 Teams reicht im Zweifel schon ein dritter Platz fürs Weiterkommen, und allein das macht jede Partie zum offenen Spiel.
Kap Verde: die “Blauen Haie” schreiben afrikanische Fußballgeschichte
Kap Verde, der Inselstaat im Atlantik vor der westafrikanischen Küste, ist die zweite große Überraschung. Mit gut einer halben Million Einwohnern stellt das Land eine der kleinsten Fußballnationen, die je eine WM erreicht haben - lange Zeit kannte man die “Tubarões Azuis”, die Blauen Haie, vor allem von ihren Auftritten beim Afrika-Cup. Unter Trainer Bubista wurde aus dem ewigen Außenseiter ein ernstzunehmender Gegner: Kap Verde gewann seine CAF-Qualifikationsgruppe, blieb daheim quasi unbezwingbar und setzte sich gegen namhaftere Konkurrenz durch.
Gelost wurde Kap Verde in Gruppe H - dort wartet unter anderem Europameister Spanien, dazu Uruguay und Saudi-Arabien. Ein dicker Brocken, aber für ein Debüt eine Bühne, von der man vor wenigen Jahren nicht zu träumen wagte. Wie sich die Gruppe entwickelt und welche Stadien dafür vorgesehen sind, zeigen die WM-2026-Stadien und Spielorte. Für den afrikanischen Fußball insgesamt ist der Aufstieg von Kap Verde ein Signal: Die zusätzlichen WM-Plätze für die CAF öffnen Türen, durch die früher kaum jemand kam.
Jordanien und Usbekistan: Asiens neue Gesichter
Aus der AFC-Zone, also Asien, kommen die beiden weiteren Debütanten - und beide profitieren spürbar davon, dass der Kontinent für 2026 deutlich mehr direkte Startplätze bekommen hat.
Jordanien hatte sich zuvor in der WM-Qualifikation und über die asiatischen Playoffs immer wieder herangepirscht, ohne den letzten Schritt zu schaffen - 2026 ist es endlich so weit. Die “Al-Nashama” sind defensiv diszipliniert, schnell im Umschalten und haben mit ihren Auslandsprofis an Klasse zugelegt. Bei der Auslosung landeten sie in Gruppe J - in einer Gruppe mit Weltmeister Argentinien, mit Algerien und mit Österreich. Schwerer geht es kaum, aber genau solche Lose sind es, die ein WM-Debüt unvergesslich machen.
Usbekistan war über Jahre Asiens “ewiger Vierter” - mehrfach scheiterte das Land knapp an der Endrundenqualifikation, oft in entscheidenden Spielen oder Playoffs. Diesmal nutzten die Zentralasiaten ihre Chance und stehen erstmals bei einer WM. Gelost wurde Usbekistan in Gruppe K zu Portugal, der DR Kongo und Kolumbien. Eine technisch starke, körperlich robuste Mannschaft, die in der Quali bewiesen hat, dass sie gegen Topteams nicht einbricht. Alle Begegnungen samt Terminen findest du im Spielplan zur WM 2026.
Warum es 2026 so viele Neulinge gibt
Vier Debütanten auf einen Schlag - das gab es zuletzt bei den großen WM-Aufstockungen, etwa 1982 (von 16 auf 24 Teams) und 1998 (von 24 auf 32). Der Grund ist auch 2026 derselbe: Die FIFA hat die Endrunde vergrößert, diesmal von 32 auf 48 Mannschaften, und die zusätzlichen Plätze auf alle Konföderationen verteilt. Afrika, Asien und CONCACAF haben dadurch jeweils deutlich mehr Tickets, und prompt schaffen es Nationen, die vorher Jahr für Jahr in der Qualifikation hängen blieben. Wie genau der neue Modus mit zwölf Vierergruppen und einem 32er-Teilnehmerfeld in der K.-o.-Runde funktioniert, erklären wir ausführlich im WM-2026-Modus.
Wer das größere Bild sucht: Wie die einzelnen Teams überhaupt ins Turnier gekommen sind, ist Thema unserer Seite zur WM-Qualifikation - mit allen sechs Kontinenten und den interkontinentalen Playoffs. Und wer die Debütanten im historischen Kontext sehen will, findet in der WM-Geschichte die Liste aller bisherigen Teilnehmer und Weltmeister.
Was von den Debütanten zu erwarten ist
Realistisch wird keiner der vier Neulinge die WM aufmischen wie einst Kamerun 1990 oder Senegal 2002 - dafür sind die Gruppengegner zu stark. Aber das neue Format hilft den Außenseitern: Wer in seiner Vierergruppe Zweiter wird oder zu den acht besten Gruppendritten gehört, steht im Sechzehntelfinale. Ein einziger Überraschungssieg, ein Punkt mehr als gedacht - und ein Debütant könnte plötzlich in der K.-o.-Phase stehen. Genau diese Möglichkeit macht Curaçao, Kap Verde, Jordanien und Usbekistan zu vier Mannschaften, auf die es sich lohnt zu schauen, wenn die WM 2026 am 11. Juni mit dem Eröffnungsspiel in Mexiko-Stadt beginnt. Bis zum Finale am 19. Juli ist es ein langer Weg - aber für vier Nationen ist allein das Dabeisein schon der größte Erfolg ihrer Fußballgeschichte.
Häufige Fragen zu den WM-Debütanten 2026
Wie viele Debütanten sind bei der WM 2026 dabei? Vier: Curaçao, Kap Verde, Jordanien und Usbekistan. Keines dieser Länder hat bei einer der bisherigen 22 Weltmeisterschaften gespielt.
Welches Land ist der kleinste WM-Teilnehmer aller Zeiten? Curaçao mit rund 156.000 Einwohnern - damit ist die Karibikinsel das kleinste Land, das sich je für eine Fußball-WM qualifiziert hat. Vorher hielt Island (Russland 2018, gut 350.000 Einwohner) diesen Rekord.
Warum sind 2026 so viele Debütanten dabei? Weil die FIFA das Teilnehmerfeld von 32 auf 48 Mannschaften aufgestockt hat. Afrika, Asien und CONCACAF haben dadurch deutlich mehr direkte Startplätze, und Nationen, die zuvor knapp scheiterten, schaffen es nun. Hintergrund im Beitrag WM 2026 Modus.
Hat ein WM-Debütant je den Titel geholt? Bisher nur einmal: Uruguay als Gastgeber der ersten WM 1930. Seither blieb Neulingen meist ein Achtungserfolg, vereinzelt ein Halbfinaleinzug - Kroatien wurde bei seiner ersten WM 1998 Dritter, Portugal 1966 ebenfalls Dritter.
Autor
Marco FeldmannRedakteur Internationaler Fußball
Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.
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