WM 2026 Kader-Regeln: Nachnominierung und Gelbsperren erklärt
Wie groß ist der WM-Kader 2026? Wann darf nachnominiert werden? Wann verfallen Gelbe Karten? Die FIFA-Regeln zu Kader, Sperren und Roten Karten.
Von Die Redaktion 03. Juni 2026
Das DFB-Team ist in Chicago angekommen, der 26er-Kader steht seit dem 21. Mai, die FIFA-Frist vom 1. Juni ist verstrichen. Bis zum Eröffnungsspiel der Fußball-WM 2026 am 11. Juni in Mexiko-Stadt sind es noch acht Tage. Während sich die letzten Mannschaften in ihren US-Quartieren einrichten, lohnt der Blick auf drei FIFA-Regelwerke, die im Turnierverlauf über Personalplanung und Sperren entscheiden: die Kadergröße, die Nachnominierungs-Regeln und die Gelbsperren mit ihren zwei Streichterminen.
Der Rahmen: 26 Spieler, drei Torhüter
Für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko gelten die Kader-Regeln, die die FIFA erstmals für die Pandemie-WM 2022 in Katar eingeführt hat: Jede der 48 Nationen darf mindestens 23, höchstens 26 Spieler für das Turnier benennen. Drei Plätze davon sind für Torhüter reserviert.
Bis zum 1. Juni 2026 mussten alle Verbände ihre endgültige Liste bei der FIFA hinterlegen - zehn Tage vor dem Eröffnungsspiel. Davor gab es einen zweiten Stichtag: Bis zum 11. Mai war eine vorläufige Liste mit 35 bis 55 Namen einzureichen, aus der die Trainer ihren finalen Kader zogen. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat am 21. Mai sein Aufgebot vorgestellt, drei Torhüter inklusive: Neuer, Nübel, Baumann (siehe Nagelsmanns 26er-Kader für die WM 2026). Die DFB-Auswahl bei der WM 2026 schöpft das Limit voll aus - wie die meisten anderen Top-Nationen auch.
Nachnominierung vor dem ersten Spiel
Was passiert, wenn sich ein nominierter Spieler nach dem 1. Juni verletzt? Die FIFA-Regel ist eindeutig: Bis 24 Stunden vor dem ersten Gruppenspiel der eigenen Mannschaft ist eine Nachnominierung möglich - vorausgesetzt, die Verletzung ist nachgewiesen und wird von der medizinischen Abteilung der FIFA überprüft und akzeptiert. Eine Form-Entscheidung oder ein freiwilliger Tausch ist nicht zulässig.
Für die deutsche Mannschaft heißt das konkret: Der Auftakt gegen Curaçao ist am 14. Juni 2026 um 19:00 Uhr MESZ in Houston angesetzt. Die Nachnominierungsfrist endet also am 13. Juni um 19:00 Uhr MESZ. Bis dahin könnte Nagelsmann einen verletzten Spieler aus dem 26er-Kader noch ersetzen - aus der Vorauswahl, die im Mai an die FIFA gemeldet wurde. Danach gilt: Wer im Quartier sitzt, ist Teil des Turniers.
Nachnominierung während des Turniers - die Torhüter-Ausnahme
Für Feldspieler endet das Nachnominierungs-Fenster mit dem ersten Spiel. Eine Ausnahme räumt die FIFA jedoch ein, und sie betrifft ausschließlich Torhüter: Bei einer attestierten Verletzung eines Keepers darf während des kompletten Turniers nachnominiert werden - vor und nach dem ersten Anpfiff. Hintergrund ist die geringe Zahl an Spielern auf dieser Position; nur drei Torhüter im Kader, dazu die spezifische Belastung, machen die Ausnahme aus FIFA-Sicht notwendig.
In der Praxis betrifft das oft den dritten Torhüter. Wer für die WM-2026-Stammelf vorgesehen ist - bei der DFB-Auswahl Manuel Neuer -, wird kaum durch eine kurzfristige Nachnominierung ersetzt. Anders bei Position drei: Hier kann ein Verband selbst kurz vor dem Achtel- oder Viertelfinale noch tauschen, falls etwa der Reservetorwart im Training Probleme bekommt.
Gelbsperren - die zwei Streichtermine
Das zweite große Regelwerk betrifft die Disziplin auf dem Platz. Die Grundregel ist simpel und seit Jahrzehnten unverändert: Zwei Gelbe Karten ziehen eine Sperre für das nächste Spiel nach sich. Wer zum zweiten Mal im Turnier verwarnt wird, ist beim nächsten Auftritt seiner Mannschaft nicht dabei.
Der entscheidende Mechanismus für 2026 sind die zwei Streichtermine. Sie sorgen dafür, dass kein Spieler eine WM-Endrunde wegen einzelner Verwarnungen frühzeitig beenden muss:
| Phase | Was passiert mit einzelnen Gelben Karten? |
|---|---|
| Während Gruppenphase | Zwei Gelbe in zwei verschiedenen Spielen = ein Spiel Sperre |
| Nach Gruppenphase | Alle einzelnen Gelben Karten werden gestrichen |
| Während K.-o.-Runde bis Viertelfinale | Zähler startet neu - zwei Gelbe = ein Spiel Sperre |
| Nach Viertelfinale | Alle einzelnen Gelben Karten werden erneut gestrichen |
| Halbfinale und Finale | Eine einzelne Gelbe im Halbfinale führt nicht zur Finalsperre |
Damit ist eines garantiert: Kein Spieler verpasst durch eine Gelbsperre das WM-Finale am 19. Juli 2026 im MetLife Stadium. Wer sich im Halbfinale eine Gelbe abholt, läuft beim Endspiel auf - die einzelne Karte zählt nicht mehr. Eine bewährte FIFA-Regelung, eingeführt zur WM 2002, mit der die Endspiele vor unsinnigen Sperren geschützt werden.
Eine Sperre aus zwei Gelben innerhalb derselben Turnierphase bleibt natürlich gültig - wer im Achtel- und im Viertelfinale je eine Gelbe sammelt, fehlt im Halbfinale.
Gelb-Rot und Rote Karten
Härter sind die Konsequenzen bei direkten Platzverweisen. Eine Gelb-Rote Karte zieht automatisch eine Sperre für das nächste Spiel der eigenen Mannschaft nach sich. Eine Rote Karte bedeutet mindestens ein Spiel Sperre - das letzte Wort hat in beiden Fällen die FIFA-Disziplinarkommission, die je nach Schwere des Vergehens nachschärfen kann. Bei einer Tätlichkeit oder einem groben Foulspiel sind zwei oder drei Spiele Sperre nicht ungewöhnlich; im schlimmsten Fall ist die WM für den betroffenen Spieler vorbei.
Anders als die Gelbsperren werden Rote Karten nicht durch die Streichtermine gelöscht. Wer im letzten Gruppenspiel die Rote sieht, fehlt im Sechzehntelfinale - egal, wie viele Karten zwischendurch verfallen. Die Sperre läuft ab dem Folgespiel und endet, sobald die festgesetzte Strafe abgesessen ist.
Wie die Schiedsrichter bei dieser WM 2026 das Pfeifen handhaben, hat der Vorsitzende der FIFA-Schiedsrichter-Kommission Pierluigi Collina kürzlich erklärt (siehe unsere Analyse der FIFA-Verhaltensregeln zur WM 2026). Die FIFA hat zudem an mehreren technischen Hilfsmitteln gedreht; die wichtigsten Neuerungen passen in einen kurzen Überblick zum Turniermodus der WM 2026.
Der Fahrplan bis zum ersten Anpfiff
Für die deutsche Mannschaft sind die nächsten Stationen klar: nach der Ankunft in Chicago Test gegen die USA am 6. Juni, danach Umzug ins Base Camp Winston-Salem in North Carolina, am 14. Juni das erste Gruppenspiel gegen Curaçao. Bis dahin laufen Nachnominierungen theoretisch noch - jedenfalls bis zum Vorabend. Ab dem ersten Anpfiff zählen die Karten. Und ab dann gilt die FIFA-Logik vom 1. Juni: 26 Spieler im Kader, drei davon Torhüter, zwei Streichtermine, zwei Karten gleich eine Sperre.
Wer das Reglement im Detail nachlesen will, findet die zentralen Regeln im FIFA-WM-2026-Reglement der World Cup Regulations. Wer es kompakt mag, hat sie in diesem Überblick - und auf unserer Modus-Übersicht zur WM 2026 den nächsten Schritt: das Format mit 48 Teams, 12 Gruppen und der neuen Runde der letzten 32.
Autor
Die Redaktionfussballweltmeisterschaft.online
Das Redaktionsteam von fussballweltmeisterschaft.online berichtet rund um die Fußball-Weltmeisterschaft - von der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko über die DFB-Auswahl bis zur WM-Geschichte und den Nationalmannschaften der Welt.
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