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WM 2026

WM 2026: 150 Dollar Zugfahrt zum MetLife - der FIFA-Streit um die Anreise

Zur WM 2026 verlangt NJ Transit 150 Dollar für die Fahrt nach East Rutherford. FIFA, Schumer und New Jerseys Gouverneurin streiten - was deutsche Fans wissen müssen.

Von Lukas Brandt 26. Mai 2026

Acht WM-Spiele und das Finale am 19. Juli 2026: Das MetLife Stadium in East Rutherford liegt rund 15 Kilometer westlich von Manhattan - und genau das wird für Fans gerade zum Streitthema. Foto: New York Jets / Brett Kosinski via SmartFrame

Wer ein WM-Ticket für das MetLife Stadium hat, soll für die kurze Bahnfahrt von Manhattan zum Stadion 150 US-Dollar zahlen - rund das Elffache des regulären Tarifs. Die FIFA spricht von “willkürlich überhöhten Preisen”, New Jerseys Gouverneurin Mikie Sherrill und US-Senator Chuck Schumer schieben den Schwarzen Peter an den Weltverband zurück. Für deutsche Fans, die am 25. Juni zum DFB-Spiel gegen Ecuador anreisen, ist die Frage konkret: Wie kommt man rein - und was kostet es wirklich?

Die Zahlen im Überblick

Strecke / VariantePreis Hin und RückFahrzeit (ca.)Vergleich Normaltarif
NJ-Transit-Sonderzug (Penn Station ↔ Meadowlands)150 US-Dollarca. 30 Min.12,90 US-Dollar (rund 11x)
Offizieller Shuttle-Bus (Manhattan ↔ MetLife)80 US-Dollar30 bis 60 Min.ca. 5 bis 10 US-Dollar bei normalen Linien
Mietwagen + Stadionparken60 bis 120 US-Dollar25 bis 75 Min.je nach Anbieter
Vergleich Boston (Gillette Stadium)95 US-Dollar Bus / 80 US-Dollar Bahn-offizielle WM-Tarife
Vergleich andere Host-Citiesteils 2,50 US-Dollar-laut Senator Schumer

Die Strecke selbst ist trivial: knapp 15 Kilometer zwischen Manhattans Penn Station und der Meadowlands Sports Complex Station, eine Direktverbindung, die NJ Transit für reguläre Pendler und Veranstaltungsgäste seit Jahren bedient. Genau diese Diskrepanz zwischen 12,90 Dollar im Alltag und 150 Dollar an WM-Spieltagen ist der Stein des Anstoßes.

Wie es zum Tarifstreit kam

Den Tarif hat NJ Transit im April 2026 zusammen mit den lokalen WM-Behörden vorgestellt. Die Verkehrsgesellschaft argumentiert, dass die zusätzlichen Sonderzüge an den WM-Spieltagen Betriebskosten von rund 48 Millionen Dollar verursachten - Personal, Schichtzulagen, längere Betriebszeiten, zusätzliche Sicherheitskräfte. Die FIFA habe sich bislang an keiner dieser Kosten beteiligt, obwohl sie für die WM 2026 mit Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe rechnet.

Gouverneurin Mikie Sherrill hat das Argument politisch geschärft: New Jerseys Pendler dürften nicht den Transport von Fußballfans subventionieren, sagte sie sinngemäß. Wenn die FIFA die Bahnfahrten nicht bezahle, dann müssten es eben die Ticketbesitzer tun.

Den lautesten öffentlichen Vorstoß machte am 19. April 2026 US-Senator Chuck Schumer aus New York. Schumer nannte den Aufschlag einen “Ripoff” und verwies darauf, dass die FIFA in anderen Gastgeberstädten Tagespässe für 2,50 Dollar im Paket habe. Sein Schluss: Der Weltverband habe genug Mittel, um den vollen Tarif für die Fans zu übernehmen.

Die FIFA-Position

Die FIFA reagierte mit einer eigenen Schärfung. Es sei “beispiellos, willkürlich überhöhte Preise festzulegen und von der FIFA zu verlangen, diese Kosten zu tragen”, heißt es in einem offiziellen Statement. FIFA-COO Heimo Schirgi warnte zudem, dass solche Tarife Fans auf Alternativen abdrängten - mit Folgen für die Verkehrsbelastung rund um das Stadion und für das Image des Turniers.

Der Hintergrund: In den 2018 unterzeichneten Host-City-Verträgen war freier öffentlicher Nahverkehr für Ticketinhaber vorgesehen. Die FIFA passte diese Verträge später an, sodass die lokalen Verkehrsbetriebe Tarife erheben dürfen - aber nicht in der Höhe, die NJ Transit nun aufruft. Ähnliche Diskussionen gab es bereits vor dem Super Bowl 2014 im MetLife Stadium, damals einigte man sich auf einen Kompromiss mit kostenlosem Bahnzubringer ab dem Stadionticket.

Für Fans aus Europa ist die Lage zusätzlich pikant: Bei der EM 2024 in Deutschland war der ÖPNV im jeweiligen Spielort am Spieltag kostenlos im Stadionticket enthalten, bei der WM 2022 in Katar fuhren die Metros gleich durchweg gratis. Die WM 2026 ist die erste Großveranstaltung dieser Größenordnung, bei der Fans für den letzten Kilometer derart zur Kasse gebeten werden.

Was deutsche Fans am 25. Juni erwartet

Für deutsche Fans hat der Streit konkrete Folgen. Das dritte Gruppenspiel des DFB-Teams gegen Ecuador wird laut WM-Spielplan am 25. Juni 2026 um 22:00 Uhr MESZ - also 16:00 Uhr Ortszeit New York - im MetLife Stadium angepfiffen. Wer das Spiel von Manhattan aus besuchen will, hat im Wesentlichen drei Wege:

  • Bahn (NJ Transit): die schnellste, planbarste Option - aber mit 150 Dollar pro Person der teuerste Weg. Pro vierköpfige Reisegruppe sind das 600 Dollar nur für die Fahrt.
  • Shuttle-Bus: 80 Dollar pro Person, längere Fahrzeit, abhängig vom Verkehr auf dem Lincoln Tunnel.
  • Mietwagen plus Stadionparken: bei zwei Mitfahrenden günstig, scheitert aber regelmäßig am dichten Verkehr und an der Parkraumknappheit rund ums Stadion.

Eine vierte Option umgehen viele Auswärtsbesucher inzwischen vorab: Übernachtung auf der New-Jersey-Seite, etwa in Secaucus oder Newark. Dann fällt der teure Manhattan-Aufschlag weg, NJ-Transit-Tarife auf den lokalen Strecken bleiben moderat, und am Spieltag bleibt mehr Zeit für Stadionbesuch und Rückreise.

Wer den vollständigen Reiseplan für das deutsche Turnier braucht, findet die drei DFB-Spielorte mit Stadioninfos im Beitrag über die deutschen WM-Spielorte in Houston, Toronto und New York. Das Stadion selbst und seine acht WM-Spiele - inklusive des WM-Finales am 19. Juli 2026 - sind auf der Seite MetLife Stadium New York/New Jersey im Detail beschrieben.

Den größeren USA-Kontext - Einreise, ESTA, FIFA-Task-Force und politische Spannungen rund um die WM-Reise - bündelt die Seite WM 2026 in den USA: Einreise, Visum, Reise. Wer die Debatte um die US-Reise von der politischen Seite einordnen will, findet sie kompakt im Beitrag zur Einreise-Diskussion um Trump, Iran und Boykott.

Der Fahrplan

  • bis 11. Juni 2026: mögliche Einigung zwischen FIFA und NJ Transit; bis dahin gilt der Tarif von 150 Dollar.
  • 25. Juni 2026, 22:00 MESZ: Deutschland gegen Ecuador im MetLife Stadium - das erste DFB-Spiel mit Anreise über NJ Transit.
  • 1. Juli 2026: erstes K.-o.-Spiel im MetLife (Sechzehntelfinale).
  • 19. Juli 2026, 21:00 MESZ: WM-Finale im MetLife Stadium.

Häufige Fragen: MetLife-Anreise zur WM 2026

Wie viel kostet die Zugfahrt vom MetLife Stadium zur WM 2026? New Jersey Transit verlangt für die Hin- und Rückfahrt zwischen Manhattans Penn Station und der Meadowlands Sports Complex Station am MetLife Stadium pro WM-Spieltag 150 US-Dollar pro Person, ohne Ermäßigung für Kinder oder Rentner. Der reguläre Tarif liegt sonst bei 12,90 Dollar.

Warum ist der Preis so hoch? NJ Transit verweist auf Betriebskosten von rund 48 Millionen Dollar für die WM-Sonderfahrten, ohne dass die FIFA bislang einen Anteil übernommen hat. Gouverneurin Mikie Sherrill will Pendler nicht für Fußballfans zahlen lassen. Die FIFA nennt den Tarif überhöht und beruft sich auf die Host-City-Verträge von 2018.

Welche Alternativen gibt es zur Anreise zum MetLife Stadium? Der offizielle Shuttle-Bus zwischen Manhattan und East Rutherford kostet rund 80 Dollar Hin und Zurück. Mietwagen plus Stadionparken liegt je nach Anbieter zwischen 60 und 120 Dollar pro Spieltag. Wer in New Jersey statt Manhattan übernachtet, kann mit kürzeren Anfahrten und niedrigeren regulären NJ-Transit-Tarifen rechnen.

Welche deutschen Spiele finden im MetLife Stadium statt? Das DFB-Team spielt am 25. Juni 2026 um 22:00 Uhr MESZ sein drittes Gruppenspiel gegen Ecuador im MetLife Stadium. Insgesamt richtet das Stadion acht WM-Partien aus, darunter das Endspiel am 19. Juli 2026.

Wer trägt am Ende die Kosten - FIFA oder die Fans? Stand 26. Mai 2026 ist die Frage offen. Senator Chuck Schumer fordert öffentlich, dass die FIFA den Tarif übernimmt; die FIFA hat dies bisher abgelehnt. Bis zu einer Einigung müssen Ticketbesitzer den vollen Preis selbst zahlen. Eine Entscheidung wird vor dem WM-Auftakt am 11. Juni erwartet.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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