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DFB-Team

Wolfsburg entkommt in Altglienicke nur im Elferschiessen: 9:8 nach 3:3 gegen den Viertligisten

Der VfL Wolfsburg schrammt beim Regionalligisten VSG Altglienicke nach 3:3 in der Verlaengerung nur im Elferschiessen mit 9:8 an einer DFB-Pokal-Erstrunden-Sensation vorbei.

Von Lukas Brandt 25. August 2026

Maximilian Arnold im Wolfsburg-Trikot beim Bundesliga-Spiel Werder Bremen - VfL Wolfsburg (1:2) am 7. November 2025 im Weserstadion: Zehn Monate spaeter rettet der Kapitaen seinen Klub in der DFB-Pokal-Erstrunde beim Regionalligisten VSG Altglienicke mit einem Doppelpack in die Verlaengerung (Foto: Actionpress / osnapix / Michael Titgemeyer). Foto: Actionpress via SmartFrame

Der VfL Wolfsburg hat am Montagabend, 24. August 2026, in der 1. Runde des DFB-Pokals 2026/27 beim Regionalligisten VSG Altglienicke eine Erstrunden-Blamage nur ganz knapp und erst im Elfmeterschiessen abgewendet. Nach 90 Minuten stand es 2:2, nach 120 Minuten 3:3 - der Berliner Viertligist ging zweimal in Fuehrung, in der Verlaengerung erneut zum 3:2, und die Woelfe brauchten in der 117. Minute einen Ausgleich von Hauke Wahl, um sich ins Schiessen zu retten. Dort hielt Wolfsburgs Torhueter Jakub Zielinski zwei Versuche der Berliner - Endstand 9:8 nach Elfmeterschiessen zugunsten des Bundesligisten. Wolfsburgs Kapitaen Maximilian Arnold hatte zuvor mit einem Doppelpack in der 55. und 83. Minute den doppelten Rueckstand aufgeholt.

Altglienicke fuehrte zweimal - Arnold-Doppelpack rettet Wolfsburg in die Verlaengerung

Die Partie auf dem Berliner Hertha-Amateurgelaende - die Berliner mussten mit ihrem Stadion an der Wurzner Strasse in die DFB-taugliche Ausweich-Spielstaette umziehen - begann fuer den Regionalligisten wie im Bilderbuch. In der 7. Minute brachte Jonas Nietfeld die Gastgeber mit 1:0 in Fuehrung, nachdem die Wolfsburger Innenverteidigung in der Auftaktphase einen Standard-Ball nicht sauber verarbeitet hatte.

Der Bundesligist tat sich lange schwer, ein Rezept gegen die tiefstehende Regionalliga-Defensive zu finden. Erst in der 55. Minute gelang dem Kapitaen Maximilian Arnold der 1:1-Ausgleich - eine Kombination im Zentrum, die der 32-jaehrige Regisseur mit einem sauberen Abschluss vollendete. Doch nur 16 Minuten spaeter passierte das, was vor allem im Erstrunden-Losspiel-Kontext zu grossen Schlagzeilen fuehrt: In der 71. Minute spielte Wolfsburgs Torwart Jakub Zielinski einen unbedraengten Rueckpass zu Jonas Saliger - der Altglienicker Angreifer schnappte sich das Geschenk und traf zum 2:1 fuer die Regionalliga-Elf.

Die Antwort des Kapitaens kam in der 83. Minute: Arnold verwandelte seinen zweiten Treffer der Partie zum 2:2-Ausgleich und rettete den Bundesligisten ueber die 90 Minuten hinaus. Der zweifache Torschuetze verkoerperte damit die zentrale Zug-Rolle im Wolfsburger Ansatz - und war zugleich der zwingende Grund, warum die Woelfe nicht mit der Erstrunden-Blamage aus Berlin abgereist sind.

Verlaengerung: 3:2 Altglienicke in der 109., Wahl-Ausgleich in der 117.

Die Verlaengerung wurde zur naechsten Zerreissprobe fuer den Bundesligisten. Altglienicke stellte sich nicht defensiv-passiv auf, sondern druckte weiter nach vorne und produzierte in der 109. Minute die naechste Fuehrungs-Schlagzeile: Mehmet Ibrahimi verwandelte zum 3:2 und schickte die Wurzner-Strasse-Fans in einen kurzen Ausnahme-Rausch. Der Viertligist stand mit knapp elf Minuten Verlaengerungs-Zeit vor dem Erstrunden-Coup gegen einen Bundesligisten - ein Kapitel, das in der Post-WM-Erstrunden-Saison 2026/27 bereits mehrfach passiert ist, unter anderem beim Jeddeloh-Coup gegen Heidenheim und beim Rot-Weiss-Essen-Sieg gegen St. Pauli.

Doch der Wolfsburger Kader hielt der Belastung stand. In der 117. Minute kam der Ausgleich zum 3:3 durch Hauke Wahl - der Innenverteidiger, der im Sommer 2025 aus Kiel zu den Woelfen wechselte, kam bei einem Standard im Altglienicker Strafraum an den Ball und verwertete zum entscheidenden Ausgleich, der die Partie ins Elfmeterschiessen brachte.

Elferschiessen: Zielinski pariert zwei Versuche, Wolfsburg mit 9:8 durch

Im Elfmeterschiessen ueber neun Schuetzen pro Team wurde Jakub Zielinski zum Wolfsburger Matchwinner. Der Wolfsburger Torhueter parierte zwei Elfmeter der Altglienicker Schuetzen und wandelte damit den eigenen Rueckpass-Fehler beim 1:2-Gegentreffer in Wiedergutmachung um. Endstand nach dem Nervenkrimi: 9:8 im Elferschiessen fuer den VfL Wolfsburg, 10:9 in der Gesamt-Torbilanz ueber alle Elfer.

Auf der anderen Seite verwehrte Altglienickes Keeper Luis Zwick den Wolfsburgern lange Zeit die Wende, hatte in der regulaeren Spielzeit mehrere Grosschancen der Woelfe pariert und war laut der Berichterstattung der eigentliche Hoehepunkt-Faktor auf Seiten der Regionalliga-Elf. Im Schiessen konnte er die zwei entscheidenden Zielinski-Paraden aber nicht spiegeln.

Fuer die Erstrunden-Chronik der Post-WM-Saison 2026/27 ist die Altglienicke-Partie damit das erste Elfmeterschiessen-Kapitel - ein Format, das den anderen Montagabend-Chaptern der Runde fehlt: Der FC Schalke 04 zitterte sich in der Verlaengerung mit 5:2 an Halle vorbei, der HSV siegte souveraen 3:0 in Verl, aber nur die Woelfe brauchten den Elfmeter-Krimi.

Einordnung: Regionalliga-Nordost-Aufstiegsanwaerter, Post-WM-Erstrunden-Vergleich

Die VSG Altglienicke spielt in der Regionalliga Nordost, der vierthoechsten deutschen Spielklasse, und gehoert dort seit mehreren Saisons zu den ambitionierten Aufstiegskandidaten fuer die 3. Liga. Der Erstrunden-Auftritt gegen den Bundesligisten unterstreicht die sportlichen Ambitionen: Zwei Fuehrungen, ein 3:2 in der Verlaengerung und erst im Elfmeterschiessen bezwungen - das ist ein starkes Positionierungs-Signal des Berliner Viertligisten.

Fuer den VfL Wolfsburg ist der Erstrunden-Sieg-im-Elferschiessen vor allem eine Erleichterung mit offenen Fragen. Pflichtaufgabe erfuellt, 2. Runde erreicht, aber der Sommer-Vorbereitungs-Rhythmus muss deutlich straffer werden, wenn die Woelfe in der Post-WM-Bundesliga-Saison 2026/27 im gesicherten Mittelfeld ankommen wollen. Zwei Fuehrungs-Rueckstaende gegen einen Viertligisten, ein Torwart-Fehler in der 71. Minute und ein 2:3-Rueckstand nach 109 Minuten sind Signal-Momente, die der Wolfsburger Kader nun aufarbeiten muss. Der Zweitliga-Start der Bundesliga-Saison folgt am kommenden Wochenende.

Im Vergleich zu den anderen Erstrunden-Chaptern der Post-WM-Saison liefert die Altglienicke-Partie einen dritten Auslegungs-Modus der Bundesligist-vs-Amateur-Konstellation: Nicht Klassen-Umsturz wie in Jeddeloh gegen Heidenheim, nicht souveraener Auftritt wie beim HSV in Verl, sondern Elfmeter-Krimi ueber Zeit-und-Nerven mit dem Torhueter als Schlussakkord-Retter. Fuer die WM-2026-Nachlese ist es kein direkt kadernahes Chapter - aber ein weiterer Baustein der Post-WM-Erstrunden-Chronik, in der die Bundesligisten die Sommer-Vorbereitung durch die Regionalliga-Fitness-Wand hindurch spuerbar bekommen. Am 5. September 2026 wird die 2. Runde ausgelost, und die Woelfe wissen: Kein weiteres Elfmeterschiessen gegen einen Viertligisten kann die Route eines Bundesligisten zur naechsten K.-o.-Runde sein.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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