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Frauenfußball

Bayern-Frauen gegen Mainz: Kehren Gwinn und Oberdorf am 2. Spieltag in den Kader zurueck?

Bayern-Frauen empfangen am 2. Spieltag Aufsteiger Mainz 05. Rueckkehr von Gwinn (Schulter-OP) und Oberdorf (Kreuzband) moeglich - Vorsicht geboten.

Von Nina Hartmann 28. August 2026

Giulia Gwinn schreibt nach Spielende Autogramme fuer die Fans - Frauen-Bundesliga FC Bayern gegen RB Leipzig am 15. Spieltag der Saison 2025/26 (Foto: Actionpress). Nach ihrer Schulter-OP Ende Mai 2026 koennte die DFB-Kapitaenin am Montag gegen den Aufsteiger 1. FSV Mainz 05 zurueck in den Kader ruecken. Foto: Actionpress via SmartFrame

Vor dem Bundesliga-Heim-Debut am Montag im FC Bayern Campus stehen die beiden groessten personellen Fragezeichen der Bayern-Frauen-Saison 2026/27 im Fokus: Kehren Giulia Gwinn und Lena Oberdorf am 2. Spieltag gegen Aufsteiger 1. FSV Mainz 05 zurueck in den Kader? Beide DFB-Nationalspielerinnen fehlten dem Rekordmeister beim 4:1-Auftaktsieg in Berlin verletzungsbedingt - der kicker sprach vor der Mainz-Partie von Vorsicht geboten, was auch die interne Bayern-Sicht auf zwei komplexe Wiedereingliederungen widerspiegelt. Der Rueckrunden-Kader-Terminplan zur Frauen-WM 2027 in Brasilien haengt an genau diesen Wochen.

Warum das Mainz-Duell zum Kader-Comeback-Termin werden koennte

Das Duell mit dem 1. FSV Mainz 05 hat aus Bayern-Perspektive einen besonderen Charakter: Heim-Debut im FC Bayern Campus, Aufsteiger als Gegner, Montags-Termin um 18:00 Uhr mit vergleichsweise weniger Aufmerksamkeit als der Freitagabend-Auftakt in Berlin. Genau dieser dreifache Rahmen bietet Cheftrainer Jose Barcala den geschuetzten Rahmen, den er fuer die ersten Wettkampf-Minuten seiner beiden Rueckkehrerinnen sucht.

Barcala, seit Sommer 2025 in Muenchen und damit vor seiner zweiten Saison an der Seitenlinie des Doubles-Gewinners, hat in den vergangenen Wochen mehrfach den Rueckkehr-Fahrplan skizziert: kein Startelfeinsatz gegen die Wiedereingliederung, keine erzwungenen Debuts, keine Kader-Ansage vor der Trainings-Realitaet. Fuer Gwinn und Oberdorf bedeutet das: Die Nominierung als Ersatzspielerinnen mit spaeten Einsatzminuten am 2. Spieltag ist die realistische Comeback-Perspektive - der komplette Startelfeinsatz nicht.

Neben den beiden DFB-Frauen fehlen den Muenchnerinnen nach Angaben der Sportschau auch Sydney Kett und die langzeitverletzte oesterreichische Mittelfeldspielerin Sarah Zadrazil. Der Kader-Umbruch der Post-WM-2026-Phase wird damit erst mit den Rueckkehren komplett - die Sommer-Neuzugaenge Sarah Mattner (Linksaussen), Sophie Proost (Mittelfeld) und die 18-jaehrige Kassandra Potsi (Sturm) haben in Berlin bereits die ersten Punkte-Beweise geliefert.

Gwinns Weg zurueck: Von der Schulter-OP Ende Mai zum Montags-Kader

Fuer Giulia Gwinn beginnt am Montag - vorbehaltlich der Kader-Nominierung - der neue Wettkampf-Zeitplan. Die 27-jaehrige DFB-Kapitaenin hatte sich im WM-Quali-Hinspiel gegen Oesterreich Mitte April 2026 die linke Schulter ausgekugelt, die verbliebenen Wochen der Saison 2025/26 nur noch mit Kompressions-Manschette bestritten und nach dem Bayern-DFB-Pokalsieg im Mai zusammen mit Bundestrainer Christian Wueck den OP-Termin auf Ende Mai gelegt. Die Schulter-Operation war unvermeidlich, aber sie kostete Gwinn die kompletten DFB-Frauen-WM-Quali-Doppel gegen Norwegen und Slowenien im Juni und die gesamte Sommer-Vorbereitung 2026.

Waehrend der Bayern-Trainings-Auftakt im Juli lief, absolvierte Gwinn ihr Rehabilitations-Programm parallel zum Team - individuelles Training, Physio-Einheiten, schrittweise Belastungssteigerung ohne direkte Zweikaempfe. In der Saisonauftakt-Woche vor dem Union-Spiel meldete die Bayern-Athletiktrainerin den Schulter-Aufbau als auf Kurs, ohne konkretes Comeback-Datum zu nennen. Der 1. Spieltag kam noch zu frueh - der 2. Spieltag ist realistisch, aber nicht garantiert.

Fuer Gwinn selbst ist der Zeitpunkt der Rueckkehr eng an den Herbst-Kalender gekoppelt. Der Kicker-Awards-Sieg im August 2026 hatte ihr die individuelle Anerkennung fuer die vergangene Saison beschert, das WM-Quali-Doppel gegen Norwegen und Slowenien im Juni war ohne sie erfolgreich gelaufen - doch die naechsten Nations-League-Runden im Herbst und die Auslosung zur Frauen-WM 2027 am 11. Dezember 2026 werden die 27-Jaehrige wieder in der Startelf sehen wollen. Der Weg dorthin fuehrt ueber genau die Mainz-Wochen im FC Bayern Campus.

Oberdorfs dritter Anlauf: Nach zwei Kreuzbandrissen wieder Wettkampf-tauglich

Fuer Lena Oberdorf ist die Ausgangslage komplexer. Die 24-jaehrige Sechserin, 2022 zur besten deutschen Frauen-Nationalspielerin gewaehlt, wechselte im Sommer 2024 vom VfL Wolfsburg an die Isar - und riss sich noch vor ihrem Pflichtspiel-Debut fuer Bayern im August 2024 das Kreuzband. Der zweite Riss folgte im Herbst 2025, kurz nach dem geplanten Comeback. Insgesamt hat Oberdorf in zwei Jahren beim FC Bayern noch keinen einzigen Bundesliga-Einsatz absolviert.

In der Vorbereitung auf die Saison 2026/27 ging Oberdorf entsprechend behutsam vor. Die Rueckkehrerin schilderte in einem Sportschau-Portraet der Saisonvorbereitung ihre Rueckkehr-Ansage in eigenen Worten: Ich glaube, dass wir das jetzt noch eineinhalb Wochen so durchziehen - gemeint war das individuelle Training ohne direkte Zweikaempfe. Die Zeitspanne endete in der Woche vor dem Union-Spiel, ohne dass Oberdorf im Berliner Kader stand. Das Mainz-Duell am Montag waere ihr realistischer erster Kader-Termin seit dem 2024er Sommer.

Fuer die interne Bayern-Perspektive ist Oberdorf der Schluessel zum Titelverteidigungs-Konzept. Barcalas Mittelfeld baute in der Vorsaison auf Sydney Lohmann und die Neuzugaenge Sophie Proost sowie die etablierte Sarah Zadrazil - Oberdorfs Rueckkehr wuerde das defensive Zentrum um eine physische Praesenz erweitern, wie sie die Muenchnerinnen seit dem Stanway-Abgang zu Arsenal im Sommer 2026 gesucht haben. Der Georgia-Stanway-Wechsel hatte die Mittelfeld-Aufstellung der Vorsaison endgueltig aufgebrochen und den Bedarf klargemacht.

Was der 1:4-Auftakt in Berlin ohne beide gezeigt hat

Die Muenchnerinnen haben am 1. Spieltag ohne Gwinn und Oberdorf gezeigt, dass der Kader-Umbruch der Post-WM-Phase bereits funktioniert. Der 4:1-Sieg An der Alten Foersterei vor knapp 17.000 Zuschauerinnen und Zuschauern war eine klare Ansage: Klara Buehl markierte in der 18. Minute per Freistoss aus rund 20 Metern die Fuehrung, Pernille Harder erhoehte kurz nach dem Seitenwechsel in der 47. Minute nach einem missglueckten Union-Aufbau, die Islaenderin Glodis Viggosdottir stellte in der 60. Minute auf 3:0.

Union-Angreiferin Nele Bauereisen brachte per Kopfball in der 79. Minute den 1:3-Anschluss, doch Sommer-Neuzugang Sophie Proost machte in der 90. Minute per Konter das 4:1 perfekt - ihr Debut-Tor fuer die Muenchnerinnen. Barcalas Team konnte das Spiel damit ueber 90 Minuten kontrollieren, ohne dass die beiden fehlenden DFB-Frauen im offensichtlichen Sinn vermisst wurden. Das ist die Grundlage, auf der Barcala am Montag ohne Startelf-Zwang plant.

Der Sieg reihte den FC Bayern in die deutsche europapokal-Reisegruppe ein, die am gleichen Wochenende auch der VfL Wolfsburg mit dem 8:2 gegen Nuernberg zum Bundesliga-Auftakt und Eintracht Frankfurt in der WCL-Qualifikation gegen PSG belieferten. Der Auftaktspieltag der Saison 2026/27 zeigte die drei deutschen Champions-League-Anwaerter geschlossen erfolgreich - Bayern als direkt-qualifizierter Meister und Titel-Favorit, Wolfsburg und Frankfurt in der 3. WCL-Q-Runde.

Was das Kader-Comeback fuer Wuecks DFB-Frauen und die Frauen-WM 2027 bedeutet

Fuer Bundestrainer Christian Wueck haengt am Montag ein Stueck seiner Herbst-Planung. Der DFB-Frauen-Coach hat in den letzten Wochen mehrfach betont, dass sowohl Gwinn als auch Oberdorf im Oktober-Doppelspieltag der Nations-League-Herbst-Phase nominiert werden sollen - Gwinn zurueck in ihrer Kapitaenrolle, Oberdorf zurueck als moegliche Sechserin fuer das WM-2027-Mittelfeld-Konzept. Die Voraussetzung: mindestens Kader-Minuten in der Bundesliga, ideal Startelf-Zeit bis Mitte September.

Die naechsten Wochen bis zu Wuecks nachster Kader-Bekanntgabe im September sind entsprechend eng getaktet: Bayern gegen Mainz am 31. August, Bayern gegen Werder Bremen am 6. September, Bayern gegen VfL Wolfsburg am 13. September. Drei Bundesliga-Wochenenden, die Gwinn und Oberdorf zurueck in den Wettkampf-Rhythmus fuehren muessen, um im Oktober-Doppel gegen Australien in Karlsruhe und Japan in Bremen wieder in der Startelf zu stehen.

Die Auslosung zur Frauen-WM 2027 am 11. Dezember 2026 in Rio de Janeiro rueckt in dieser Rechnung immer naeher. Gwinn und Oberdorf wollen im Museum of Modern Art am Abend der Auslosung als komplett wettkampf-taugliche Fixpunkte des DFB-Frauen-Kaders auf die Gruppengegner blicken. Der Weg dorthin fuehrt ueber die Montags-Partie im FC Bayern Campus - und ueber die naechsten drei Bundesliga-Wochenenden im September.

Bis Montagabend um 17:00 Uhr, wenn Barcala den Kader offiziell bekannt gibt, bleibt die Comeback-Frage offen. Beide Rueckkehrerinnen haben in dieser Woche in Muenchen wieder mit der Mannschaft trainiert, beide sind aus rein sportlicher Sicht Kader-Kandidatinnen. Der endgueltige Freigabe-Zeitpunkt liegt bei Barcala, den beiden Athletiktrainerinnen und den behandelnden Aerzten. Kicker-Ausdruck Vorsicht geboten bleibt die passende Zusammenfassung - eine Nominierung ist realistisch, ein Startelfeinsatz nicht.

Autor

Nina Hartmann

Redakteurin Frauenfußball & Analyse

Nina Hartmann deckt den Frauenfußball ab - von der Frauen-WM 2027 in Brasilien bis zu den DFB-Frauen - und liefert daten- und taktikgetriebene Analysen zu großen Turnieren.

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