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Frauenfußball

Frauen-WM 2027: FIFA setzt Auslosungs-Termin auf den 11. Dezember 2026 in Rio

Die FIFA hat am 25.08.2026 den Auslosungs-Termin der Frauen-WM 2027 fixiert: 11. Dezember 2026 im Museum of Modern Art in Rio de Janeiro. Was das fuer die DFB-Frauen heisst.

Von Nina Hartmann 25. August 2026

Cheftrainer Christian Wueck (Deutschland) beim UEFA-Women's-Nations-League-Finale Deutschland gegen Spanien, 28.11.2025 - der DFB-Trainer erfaehrt seine WM-2027-Gruppengegnerinnen am 11. Dezember 2026 in Rio. Foto: Actionpress via SmartFrame

Genau drei Monate und 16 Tage vor der eigentlichen Ziehung hat die FIFA am Dienstag, dem 25. August 2026, den Auslosungs-Termin fuer die Fussball-Weltmeisterschaft der Frauen 2027 fixiert: Am Freitag, den 11. Dezember 2026, werden im Museu de Arte Moderna do Rio de Janeiro (MAM) die acht Vierergruppen der zehnten Frauen-Weltmeisterschaft gezogen. Die Bekanntgabe im FIFA-Bulletin schliesst die Luecke, die noch vor fuenf Tagen offen blieb - am 20. August hatten die Weltverband-Verantwortlichen in Zuerich zwar den Terminplan und die Venue-Anker praesentiert, aber die Auslosung explizit auf einen spaeteren Zeitpunkt verschoben.

Der 11. Dezember 2026: Auslosung im Museum of Modern Art

Das Museu de Arte Moderna (MAM) ist eine der bekanntesten Kultur-Adressen der brasilianischen Metropole. Die 1948 gegruendete und in einem 1954 von Affonso Eduardo Reidy entworfenen Betonbau untergebrachte Institution liegt direkt an der Guanabara-Bucht am Rand des Parque do Flamengo - der Blick aus der glaesernen Ausstellungshalle geht auf den Zuckerhut. Fuer die FIFA ist der Ort mehr als eine Kulisse: Der Weltverband will die Auslosung als Kultur-Ereignis inszenieren und die brasilianische Turnier-Erzaehlung von Fussball als Kulturgut sichtbar machen. FIFA-Football-Direktorin Jill Ellis, zweifache Weltmeister-Trainerin mit den USA (2015 und 2019), leitet die Zeremonie an. Der Auslosungs-Fahrplan sieht laut FIFA-Angaben eine Live-Uebertragung ueber fifa.com, TikTok und YouTube vor; in Deutschland begleitet die ARD den Livestream. Die genaue Uhrzeit steht noch nicht fest, ueblich sind bei FIFA-Auslosungen 18:00 MEZ (14:00 Ortszeit Rio) - der Termin lag bei allen vier vergangenen Frauen-WM-Auslosungen in diesem Fenster.

Was heisst das fuer die DFB-Frauen unter Christian Wueck?

Fuer Bundestrainer Christian Wueck und den DFB heisst der 11. Dezember: Zwei Wochen vor Weihnachten Klarheit ueber die drei Gruppengegnerinnen. Die deutsche Elf hat ihr WM-Ticket bereits am 27. Juni 2026 in Koeln mit dem 2:0 gegen Norwegen in der Liga-A-Vorrunde der UEFA-Frauen-Qualifikation geloest und gehoert damit zu den aktuell 29 sicheren Startern des 32er-Turniers. Wuecks Job in den drei Monaten bis zur Auslosung: Die Vorbereitung ohne konkreten Gegner-Referenzrahmen weiterzudenken. Der Kalender sieht dafuer bereits zwei Testspiele im Oktober 2026 vor - gegen Australien in Karlsruhe und Japan in Bremen, beide sportlich potenzielle WM-Gruppengegner. Parallel entwickelt Wueck den erweiterten WM-Kader aus der laufenden Frauen-Bundesliga-Saison 2026/27 fort.

Ellis sagte am 25. August in einer FIFA-Mitteilung, die 32 Nationen wuerden “wenige Tage vor Weihnachten” Klarheit ueber ihre Gruppen bekommen - eine Formulierung, die auf den DFB-Kalender uebertragen bedeutet: Das Weihnachts-Trainings-Camp der DFB-Frauen (ueblicherweise in der zweiten Januar-Woche) startet erstmals seit der EM 2025 in der Schweiz mit einem konkreten Wett-Kader-Plan.

Wer ist bereits qualifiziert - und wer nicht?

Von den 32 Endrundenplaetzen sind Stand 25. August 2026 exakt 29 vergeben. Die Verteilung nach Konfoederationen:

  • Suedamerika (Conmebol) 3: Brasilien (Gastgeber, gesetzt), Argentinien, Kolumbien
  • Europa (UEFA) 11: unter anderem Deutschland, Frankreich, Spanien und Daenemark - die vollstaendige Liste wird nach den Play-off-Duellen im Oktober und November/Dezember 2026 gezogen; die vier genannten Teams sind ueber die Liga-A-Vorrunde direkt qualifiziert
  • Asien (AFC) 6: unter anderem Australien, Japan, Suedkorea, China, Nordkorea, Philippinen
  • Afrika (CAF) 4: unter anderem Marokko, Kamerun, Algerien, Malawi
  • Nord-, Mittelamerika und Karibik (Concacaf) 4: die vier direkten Concacaf-Startplaetze
  • Ozeanien (OFC) 1: Neuseeland

Drei Startplaetze bleiben nach der Auslosung offen und werden ueber das interkontinentale Play-off-Turnier im Februar 2027 vergeben. Um die Gruppen-Ziehung dennoch mit vollen 32 Slots durchziehen zu koennen, arbeitet die FIFA erwartungsgemaess mit Platzhaltern (“Sieger Play-off A”, “Sieger Play-off B”, “Sieger Play-off C”) - ein Verfahren, das sich bei der Maenner-WM 2022 in Katar und der WM 2018 in Russland bereits bewaehrt hat.

Der Weg zur Endrunde: interkontinentales Play-off im Februar 2027

Die interkontinentalen Play-offs sind aus deutscher Sicht nicht direkt relevant, aus sportlicher Sicht aber der spannendste Nachhang der Auslosung. Die Play-off-Vorrunde wurde am 20. August 2026 parallel zur Terminplan-Praesentation in Zuerich gezogen: Sechs Nationen in drei Dreiergruppen. Die drei Gruppensieger treffen in einer zweiten Play-off-Stufe auf zusaetzliche Konfoederationsvertreterinnen. Am Ende dieser zweistufigen Kette bleiben drei WM-Startplaetze uebrig. Die zweite Stufe steigt Anfang Februar 2027 in Brasilien selbst - so koennen die drei Sieger direkt in die Endrunden-Vorbereitung uebergehen, ohne noch einmal einen Interkontinentalflug einzulegen.

Fuer die europaeischen Nationen, die den direkten Weg verpasst haben, laufen die UEFA-Play-offs separat im Oktober und November/Dezember 2026 - ohne Beteiligung der DFB-Elf, die als Liga-A-Vorrunden-Siegerin durch ist. Die Ergebnisse der UEFA-Play-off-Duelle ergaenzen die europaeische Delegation auf elf Teams, wobei die genaue Aufstellung erst wenige Tage vor der Rio-Auslosung feststeht.

Rio de Janeiro als Buehne - Maracana, Zuckerhut, MAM

Die Wahl Rios als Auslosungsort ist keine Ueberraschung - die Metropole ist bereits Ausrichter von Eroeffnungsspiel und Finale im Maracana und stellt damit die beiden sportlichen Bookends der WM 2027. Mit dem Museum of Modern Art bekommt Rio nun auch die zeremonielle Klammer. Sao Paulo, die zweite grosse Metropole und Austragungsort eines Halbfinals in der Arena Corinthians (Arena Itaquera), war Berichten der brasilianischen Sportzeitung “Lance!” zufolge als Alternative im Gespraech, wurde aber wegen der besseren TV-Vermarktung Rios (Postkartenmotive Zuckerhut/Corcovado) verworfen.

Zusammen mit der Bekanntgabe der Anker-Venues am 20. August und der jetzt fixierten Auslosungs-Ankuendigung schliesst die FIFA die letzte grosse Planungs-Baustelle bis zum ersten Vorrunden-Anpfiff am 24. Juni 2027. Ab dem 11. Dezember 2026 wird die Frauen-WM 2027 dann kein abstraktes Grossereignis mehr sein - sondern ein Turnier mit konkreten Spielorten, konkreten Terminen und, endlich, konkreten Gegnern fuer alle 32 Nationen. Die DFB-Frauen unter Wueck bekommen an diesem Freitag im Dezember den Rahmen, in dem sie ab Sommer 2027 den ersten grossen Titel seit dem EM-Gewinn 2013 attackieren wollen.

Autor

Nina Hartmann

Redakteurin Frauenfußball & Analyse

Nina Hartmann deckt den Frauenfußball ab - von der Frauen-WM 2027 in Brasilien bis zu den DFB-Frauen - und liefert daten- und taktikgetriebene Analysen zu großen Turnieren.

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