DFB-Frauen vor Norwegen: Wücks Kader für die WM-2027-Quali - Berger zurück, Gwinn fehlt
Wück nominiert 24 Spielerinnen für die WM-Quali gegen Norwegen und Slowenien. Berger trotz Bauchverletzung dabei, fünf Rückkehrerinnen, Gwinn fehlt nach Schulter-OP.
Von Nina Hartmann 27. Mai 2026
Drei Wochen nach Giulia Gwinns angekündigter Schulter-Operation hat Bundestrainer Christian Wück die Antwort auf die offenste Personalfrage der DFB-Frauen vor den Quali-Endspielen gegeben. Am Dienstag, 26. Mai 2026, nominierte er sein 24-köpfiges Aufgebot für die beiden Quali-Spiele gegen Norwegen am 5. Juni in Köln und Slowenien am 9. Juni in Ljubljana. Die zentralen Botschaften: Torhüterin Ann-Katrin Berger ist trotz Bauchverletzung dabei, fünf Rückkehrerinnen kehren in den Kader zurück - und Gwinn fehlt, weil die OP-Entscheidung sportlich umgesetzt wird statt aufgeschoben.
Was Wück entschieden hat - das 24er-Aufgebot im Überblick
Der Bundestrainer baut für die K.-o.-Phase der Quali auf einen breiten, aber erfahrenen Kreis. Klassische Stammspielerinnen wie Lea Schüller (FC Bayern), Sjoeke Nüsken (FC Chelsea) und die Doppel-Mittelfeldachse Elisa Senß / Larissa Mühlhaus bleiben gesetzt. Hinzu kommen die fünf prominenten Rückkehrerinnen, die nach Verletzungspausen oder einer langen Pause wieder berufen wurden. Die offizielle Komplettliste steht auf der DFB-Mannschaftsseite - hier ordnen wir die strukturellen Veränderungen ein.
Wücks Begründung für den Zuschnitt ist sachlich: “Wir wollen diese Gruppe als Erster beenden und uns direkt für die WM 2027 in Brasilien qualifizieren.” Übersetzt heißt das: Kein experimenteller Kader für eine vermeintlich entspannte Restquali, sondern die maximal mögliche Erfahrung gegen den schwersten Gruppengegner Norwegen.
Die fünf Rückkehrerinnen - Bühl, Kleinherne, Hendrich, Müller, Kössler
Der namentlich kommunizierte Teil der Nominierung dreht sich um fünf Spielerinnen, die zuletzt gefehlt haben:
- Klara Bühl (FC Bayern München) - Rückkehr nach Verletzungspause; die Flügelstürmerin ist die wichtigste Offensivwaffe neben Schüller.
- Sophia Kleinherne (VfL Wolfsburg) - Defensiv-Allrounderin, in den vergangenen Lehrgängen verletzt; mit Blick auf die Gwinn-Lücke auf der rechten Seite jetzt besonders relevant.
- Kathrin Hendrich (Chicago Red Stars) - Innenverteidigerin, ebenfalls aus dem Verletzungspool zurück.
- Marie Müller (Portland Thorns FC) - kehrt aus der US-Liga ins Aufgebot zurück.
- Melissa Kössler (Denver Summit FC) - die personalpolitisch spannendste Wahl: erste Nominierung seit 2024, ebenfalls in der NWSL beheimatet.
Bemerkenswert: Drei der fünf spielen aktuell in den USA. Wück signalisiert damit, dass die NWSL-Karrieren nicht als Ausschlusskriterium gelten, solange die Reise- und Fitness-Logistik funktioniert. Im Sommer 2026 ist die Trans-Atlantik-Erfahrung ohnehin der Standard - die Frauen-WM 2027 findet auf der westlichen Halbkugel statt, die Männer haben mit der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko gerade dieselbe Lernkurve angefangen.
Berger trotz Bauchverletzung - die Torhüterinnen-Frage
Ann-Katrin Bergers Nominierung ist die Schlagzeile, die sportschau und ndr in den Lead gestellt haben. Die Torhüterin von Gotham FC hatte sich zuletzt im NWSL-Betrieb eine Bauchverletzung zugezogen - dass Wück sie trotzdem mitnimmt, ist eine klare Hierarchie-Ansage. Berger ist Nummer eins, sofern sie spielfit ist. Auch wenn Stina Johannes als Backup auf hohem Niveau steht, will der Bundestrainer in den K.-o.-Spielen die Routine im Tor.
Die Frage, ob Berger gegen Norwegen tatsächlich auf dem Platz steht, ist damit noch nicht beantwortet. Das Trainingslager im Frankfurter Umland (Beginn 1. Juni) wird zeigen, ob die Bauchverletzung vollständig auskuriert ist. Falls nicht, übernimmt Johannes. Eine Konstellation, die Wück nicht ungewohnt ist: Bei den letzten Lehrgängen hat er bewusst beide Torhüterinnen rotiert, um die Hierarchie nicht zu fest zu zementieren.
Ohne Gwinn, ohne Anyomi - die Lücken in der Defensive und im Angriff
Die zwei Ausfälle sind beide medizinisch begründet. Kapitänin Giulia Gwinn (FC Bayern) lässt sich nach der Schulter-Luxation aus dem Quali-Hinspiel gegen Österreich operieren. Die vollständige Einordnung zur Gwinn-Schulter-OP und den medizinischen Optionen haben wir vor zwei Wochen aufgesetzt - der DFB hat jetzt sportlich Klarheit geschaffen, ohne dass der genaue OP-Termin offiziell ist.
Nicole Anyomi (Eintracht Frankfurt) fehlt ebenfalls verletzt. Die Offensivspielerin war in den vergangenen Lehrgängen Teil des erweiterten Kreises; der Ausfall trifft Wück in einer Phase, in der jede zusätzliche Variabilität im Sturmzentrum hilft. Lea Schüller, Klara Bühl und die zurückkehrende Melissa Kössler stehen aktuell vorne in der Hierarchie.
Die zwei Spiele, um das WM-Ticket zu lösen
| Datum | Anstoß (MESZ) | Begegnung | Stadion | TV |
|---|---|---|---|---|
| Fr 5. Juni 2026 | 20:35 | Deutschland - Norwegen | RheinEnergieSTADION Köln | ARD |
| Di 9. Juni 2026 | 18:00 | Slowenien - Deutschland | Stadion Stožice Ljubljana | ZDF |
Das Köln-Spiel ist die Premiere der DFB-Frauen in der RheinEnergieSTADION-Arena des 1. FC Köln. Der Vorverkauf läuft seit März - Stand DFB-Mitteilung liegen rund 24.000 Tickets in den Händen der Käuferinnen und Käufer. Für eine Frauen-Nationalspiel in Deutschland ist das ein starker Wert, getrieben durch den Quali-Charakter und den Norwegen-Gegner.
Sportlich kommt mit Norwegen die einzige Mannschaft der Gruppe, die das Niveau hat, Deutschland zu zwingen. Die Norwegerinnen haben mit Ada Hegerberg und Caroline Graham Hansen Spielerinnen, die auf Top-Vereinsniveau Tore selbst kreieren - der Match-up ist eng, das Anstoß-Zeitfenster (20:35) signalisiert ARD-Premiumslot.
Slowenien drei Tage später ist sportlich überschaubarer, logistisch aber der heikle Teil: Reise, Akklimatisierung an den anderen Platz, Belastungssteuerung. Wück hat in den Lehrgängen davor durchblicken lassen, dass er hier durchwechseln will, sofern Köln das Direktticket bereits klärt.
Was ein Sieg gegen Norwegen für Brasilien 2027 bedeutet
Die UEFA-Liga-A-Quali für die Frauen-WM 2027 in Brasilien (24. Juni bis 25. Juli 2027) ist nach Punkten und Tordifferenz aktuell zu Deutschlands Gunsten geneigt. Ein Sieg in Köln gegen Norwegen würde rechnerisch das Direktticket fixieren - unabhängig davon, was in Ljubljana passiert. Eine Niederlage wäre kein WM-Aus, würde aber Deutschland in die Play-off-Runde drücken, in der die Restplätze ausgespielt werden. Sportlich ist das die Differenz zwischen entspannter Sommer-Vorbereitung und einer zusätzlichen Belastungsrunde im Spätherbst.
Für die Trainerin-vor-2027-Perspektive ist das mehr als eine Statistik. Wück will im Sommer 2026 die Stammbesetzung für Brasilien zementieren - Torhüterinnen-Hierarchie, Abwehrkette ohne Gwinn (mindestens für die Übergangszeit), Mittelfeldachse Senß / Mühlhaus / Nüsken. Die Übersicht der Schlüsselspielerinnen zeigt das Gerüst, an dem die Quali-Resultate jetzt gemessen werden. Wer den breiteren Quali-Kontext einsammeln will, findet ihn auf der Seite zur Frauen-WM-Qualifikation.
Wenn der Plan hält, sitzt Wück am Abend des 9. Juni in Ljubljana mit gelöstem Quali-Ticket im Mannschaftsbus zum Flughafen. Wenn nicht, beginnt die spannendere Variante der nächsten zwölf Monate.
Häufige Fragen zum DFB-Frauen-Kader für die WM-Quali
Wann hat Wück den DFB-Frauen-Kader bekannt gegeben? Am Dienstag, 26. Mai 2026, hat Bundestrainer Christian Wück sein 24-köpfiges Aufgebot für die WM-Quali-Spiele gegen Norwegen (5. Juni) und Slowenien (9. Juni) nominiert. Veröffentlicht wurde der Kader über die offizielle DFB-Pressemitteilung sowie über die Partnerredaktionen von sportschau und kicker.
Wer sind die fünf Rückkehrerinnen im Kader? Klara Bühl (FC Bayern), Sophia Kleinherne (VfL Wolfsburg), Kathrin Hendrich (Chicago Red Stars) und Marie Müller (Portland Thorns FC) kehren nach Verletzungspausen ins Aufgebot zurück. Melissa Kössler (Denver Summit FC) ist erstmals seit 2024 wieder dabei.
Warum fehlt Giulia Gwinn? Die Kapitänin lässt sich nach der Luxation im Quali-Hinspiel gegen Österreich an der linken Schulter operieren. Zusätzlich fehlt Stürmerin Nicole Anyomi verletzungsbedingt.
Wann und wo spielt Deutschland gegen Norwegen und Slowenien? Freitag, 5. Juni 2026 um 20:35 MESZ im RheinEnergieSTADION Köln gegen Norwegen, live in der ARD. Dienstag, 9. Juni 2026 um 18:00 MESZ im Stadion Stožice in Ljubljana gegen Slowenien, live im ZDF. Für das Köln-Spiel sind rund 24.000 Tickets verkauft.
Was steht für Deutschland in der WM-Quali konkret auf dem Spiel? Der Gruppensieg in der UEFA-Liga-A führt direkt zur Frauen-WM 2027 in Brasilien. Mit einem Sieg gegen Norwegen wäre die Quali bereits vorzeitig fixiert. Ein zweiter Platz würde Deutschland in eine Play-off-Runde schicken.
Autor
Nina HartmannRedakteurin Frauenfußball & Analyse
Nina Hartmann deckt den Frauenfußball ab - von der Frauen-WM 2027 in Brasilien bis zu den DFB-Frauen - und liefert daten- und taktikgetriebene Analysen zu großen Turnieren.
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