Belgien - Ägypten 1:1: Joker Lukaku erzwingt 23-Sekunden-Eigentor, Salahs WM-Fluch geht weiter
Belgien rettet sich beim WM-Auftakt 2026 zu einem 1:1 gegen Ägypten. Emam Ashour trifft in der 19. Minute, Joker Romelu Lukaku erzwingt nach 23 Sekunden ein Mohamed-Hany-Eigentor. Salahs WM-Fluch geht weiter.
Von Marco Feldmann 15. Juni 2026
Die belgische Generation nach dem Goldenen Zeitalter hat ihre erste WM-Lektion bekommen, und Mohamed Salah feiert seinen 34. Geburtstag ohne den ersehnten WM-Sieg: Belgien hat sein Auftaktspiel der WM 2026 im Lumen Field in Seattle 1:1 (0:1) gegen Ägypten getrennt. Emam Ashour brachte die Pharaonen in der 19. Minute in Führung, der eingewechselte Joker Romelu Lukaku erzwang nach 23 Sekunden Spielzeit ein Eigentor von Mohamed Hany zum 1:1-Ausgleich in der 66. Minute. Vor 66.775 Zuschauern und unter der Leitung des brasilianischen Schiedsrichters Ramon Abatti verschenkte Rudi Garcias Team gegen den vermeintlich klar schwächeren Gruppen-Außenseiter zwei wichtige Punkte. Für Salah und Hossam Hassans Pharaonen ist es das dritte Unentschieden ihrer WM-Geschichte und ein klares Lebenszeichen nach dem vorab vermessenen WM-Fluch - aber auch der nächste Endrunden-Tag ohne Sieg. Belgien und Ägypten teilen sich nach Matchday 1 in Gruppe G jeweils einen Punkt, das Iran-Neuseeland-Spiel am späten Abend deutscher Zeit komplettiert das Bild.
Spielort, Endstand und Daten zur 25. Partie
| Datum | 15. Juni 2026 (MESZ) / 15. Juni Ortszeit (PDT) |
|---|---|
| Anstoss | 21:00 Uhr MESZ (12:00 Uhr Ortszeit, Seattle) |
| Stadion | Lumen Field, Seattle, Washington (~69.000 Plätze) |
| Wettbewerb | WM 2026, Gruppe G, 1. Spieltag (Partie 25 von 104) |
| Endstand | Belgien - Ägypten 1:1 (0:1) |
| Tore | 0:1 Ashour (19.), 1:1 Hany (66., Eigentor nach Lukaku/Meunier) |
| Zuschauer | 66.775 |
| Schiedsrichter | Ramon Abatti (Brasilien) |
| Bedeutung | Belgien verschenkt zwei Punkte; Ägyptens drittes Remis in acht WM-Spielen seit 1934 |
Das Mittagsspiel in Seattle war eines der vier WM-Spiele am Montag, das deutsche Fernsehen übertrug die Partie je nach FIFA-Vertrags-Rotation als Pay-Stream über MagentaTV - das Spiel zählt zu den 44 Telekom-Exklusiv-Partien des WM-Übertragungspakets, nicht zu den ARD- oder ZDF-Free-TV-Spielen. Die Sportschau lieferte ab dem Abend deutsche Höhepunkte und die Pressestimmen aus der NFL-Heimat der Seahawks und des MLS-Klubs Seattle Sounders. Hintergrund zum Spielort und seinen vier WM-2026-Spielen liefert das Stadionprofil Lumen Field Seattle.
Spielverlauf bis zur Pause: Ashours linker Schuss bestätigt Hassans Plan
Belgien startete im 4-3-3 mit Bundestrainer Rudi Garcia, der die offensiv-frischen Personalien um Kevin De Bruyne, Jérémy Doku und Charles De Ketelaere den klassischeren Mittelfeldnamen wie Lukaku vorzog - eine bewusste Entscheidung, gegen einen vermutlich tief stehenden Gegner mit Ballbesitz und Tempo zu kommen, statt mit einer klassischen Zielspieler-Konfiguration. Hossam Hassan schickte Ägypten dagegen im 4-2-3-1 auf den Platz, mit den beiden Sechsern Mohamed Elneny und Mohamed Hamdy hinter Salah als Spielmacher und Stürmer Omar Marmoush als Solo-Spitze.
In der 7. Minute prüfte Kevin De Bruyne Mohamed Aboulgheit im ägyptischen Tor mit einem Fernschuss - knapp am Pfosten vorbei. Die Pharaonen ließen sich davon nicht unter Druck setzen, hielten die Linie hinter dem Mittelfeld kompakt und warteten auf den ersten Umschalt-Moment. Der kam in der 19. Minute: Nach einem ägyptischen Pressing-Vorstoß über die linke Seite spielte sich der Kairo-FC-Mittelfeldspieler Emam Ashour ins belgische Zentrum, übernahm den Ball am Strafraum-Eck und drosch ihn flach ins linke untere Eck - 1:0 für Ägypten. Es war Ashours fünftes Länderspiel-Tor und ein Schock-Moment für Garcia: Genau das Pressing-Konter-Profil, das Hassan in der Afrika-WM-Quali als Markenzeichen kultiviert hatte, hatte funktioniert.
Belgien antwortete mit erhöhter Frequenz, fand aber im ägyptischen 4-4-2-Block kaum Räume. Mostafa Ziko prüfte in der 33. Minute Thibaut Courtois mit einem flachen Schuss aus der Distanz, der Real-Madrid-Torwart hielt sicher. In der 45.+4 verzog Omar Marmoush aus spitzem Winkel - die letzte Halbzeit-Aktion, die das Pausenpfiff bei einer halb-überraschten Pharaonen-Führung versiegelte. Hossam Hassans Plan war zur Pause aufgegangen: ein klassisches Außenseiter-Bild mit aufgeräumter Defensive und kalter Effizienz vor dem belgischen Tor.
Der Lukaku-Joker-Moment: 23 Sekunden, Meunier-Flanke, Hany-Eigentor
Garcia reagierte zur 66. Minute mit dem Personal-Joker, von dem sich vor der WM ganz Belgien einen WM-Spätsommer-Effekt erhofft hatte: Romelu Lukaku, vom Bundestrainer als Plan-B-Variante in die Rotation eingeplant, kam für Charles De Ketelaere in die Partie. Mehr brauchte das Spiel nicht: 23 Sekunden nach Lukakus Einlauf flankte Thomas Meunier von rechts in den ägyptischen Strafraum, Lukaku ging in die kurze Ecke und zwang Mohamed Hany in einen Klärungsversuch unter Druck. Der Wolverhampton-Innenverteidiger lenkte den Ball mit dem Schienbein in die linke obere Ecke des eigenen Tores - 1:1, Eigentor in der 66. Minute. Auf der FIFA-Spielprotokoll-Anzeige wurde das Tor als Eigentor (Mohamed Hany OG) gelistet, im belgischen Sportgewerbe wird es als Lukaku-Effekt-Tor diskutiert.
Vor dem Joker-Wechsel hatte die Partie zudem einen weiteren belgischen Schlüsselmoment erlebt: De Bruyne traf in der 53. Minute den Pfosten - aus halblinker Strafraum-Position drehte sich der Manchester-City-Star im einen Schritt um seinen Bewacher und schlenzte den Ball über den hereinrutschenden Aboulgheit hinweg, der Außenpfosten verhinderte den Ausgleich. Es war die belgische Aktion, an der die Pharaonen-Verteidigung gerade noch vorbeigekommen war, und sie sagte einiges über das Spielmuster nach der Pause aus: Belgien drückte, Ägypten kombinierte sich aus dem Druck heraus, und der eine Lukaku-Wechsel reichte gerade noch zum Punktgewinn. Garcias Reaktion war “Wir brauchten ihn in diesem Moment” (Sportschau-Lesart), gemeint Lukaku.
In den verbleibenden 24 Minuten plus Nachspielzeit fand Belgien keine weitere durchschlagende Aktion. Ägypten verteidigte den Punkt aus dem ersten WM-Spiel seit 2018 - und damit auch das dritte Unentschieden der ägyptischen WM-Historie seit 1990 (Niederlande 1:1, Irland 0:0) - mit einer Kompaktheit, die in der ägyptischen Bundesliga selten zu sehen ist.
Salahs vierte Endrunde ohne Sieg: der WM-Fluch geht weiter
Mohamed Salah spielte als Kapitän mit der Nummer 10 in der hängenden Spitze hinter Marmoush. Sein Geburtstagsspiel - der Liverpool-Stürmer feiert am 15. Juni seinen 34. Geburtstag - wurde nicht das von ihm in den letzten Monaten hochstilisierte Statement-Spiel. Salah hatte zwei aussichtsreiche Distanzschüsse, eine Standardsituation aus 23 Metern (38. Minute), den entscheidenden Bildschnitt-Moment ließ er aber aus. Sein WM-Fluch geht damit weiter: In vier WM-Endrunden-Spielen seit 2018 hat Salah jetzt drei Tore erzielt, aber kein einziges Mal gewonnen. Belgien-Sieg wurde verpasst, Hassans Pharaonen haben aber den ersten WM-Punkt seit Russland 2018 geholt - eine kleine, aber sichtbare Veränderung der Vorzeichen.
Die nüchterne WM-Bilanz Ägyptens ist nach diesem Auftakt: acht Spiele, drei Unentschieden (1990 Niederlande, 1990 Irland, 2026 Belgien), fünf Niederlagen, null Siege seit 1934. Hossam Hassans Plan, mit defensiver Disziplin und Salah als Lichtblick einen Außenseiter-Punkt gegen Belgien zu holen, ist aufgegangen - und das vor dem entscheidenden Schicksals-Spiel gegen Iran am 19. Juni in Houston, dem von vielen ägyptischen Beobachtern als wirklich entscheidenden Gruppen-Termin markierten Termin. Vor dem Auftakt hatten wir die Pharaonen-WM-Mission Salahs vor dem 34. Geburtstag eingeordnet; nach dem 1:1 verschiebt sich die Geschichte: Salah hat den Fluch nicht beendet, aber einen Punkt mitgenommen, der den Weg ins Achtelfinale offenhält.
Garcias offene WM-Probleme: ein Punkt aus dem Auftakt
Für Rudi Garcia und Belgien ist das 1:1 das mit Abstand schwerere Verdikt des Tages. Die Roten Teufel waren mit dem Anspruch in die WM 2026 gestartet, in einer eigentlich klar günstigen Gruppe G den Achtelfinal-Einzug als Selbstverständlichkeit abzuhaken - der einzige WM-Titel-Versuch der goldenen De-Bruyne-Generation war 2018 mit Platz 3 in Russland erreicht; jetzt im offenen Umbruch nach den Lukaku-Hazard-Witsel-Jahren wollte Garcia mit einem souveränen Auftaktsieg klären, dass die zweite Belgien-Welle ankommt. Diesen Auftakt hat er verpasst. Lukaku als Joker-Effekt hat gerade noch geliefert - aber Hand-aufs-Herz, mehr ist ein 1:1 nicht. Belgien spielt am 21. Juni gegen Iran in Foxborough und am 26. Juni gegen Neuseeland in Phoenix; nach diesem Auftaktremis sind die Erwartungen an die Pharaonen niemandes Sorge mehr, sondern eine Realität, mit der Garcia plötzlich umgehen muss. Die Pillar Belgien bei der WM 2026 listet Kader, Gruppe und Spielplan.
Gruppe G nach Matchday 1: Iran-Neuseeland steht noch aus
Mit dem 1:1 zwischen Belgien und Ägypten in der 25. Partie der WM 2026 ist die WM-Tabelle der Gruppe G nach dem ersten Auftakt klar verteilt: Beide Mannschaften haben einen Punkt, eine 1:1-Bilanz und stehen vor dem Iran-Neuseeland-Spiel am 16. Juni um 03:00 Uhr MESZ im SoFi Stadium in Los Angeles (Anstoß deutscher Zeit Nacht zu Dienstag). Erst nach diesem Spiel ist die Gruppen-Konstellation klar, aber die nüchterne Vorab-Lesart steht: Belgien ist als FIFA-Rang-8-Team in der Erwartung nicht geliefert, Iran ist als FIFA-Rang-18-Auftritt vor dem Spiel jetzt der heimliche Achtelfinal-Konkurrent für die belgische Auswahl. Hossam Hassans Pharaonen haben mit dem Punkt einen Boden, von dem aus sie ihre realistische Achtelfinal-Chance gegen Iran oder Neuseeland holen werden.
Die Parallel-Geschichten des WM-Tages haben den Auftakt von Belgien-Ägypten überlagert: in Atlanta hat Kap Verde Spanien 0:0 gehalten, die Tag-1-Analyse Deutschland-Spanien-Schweiz ordnet den DFB-Auftakt in den Vergleich der Favoriten ein. Für Belgien und Ägypten ist klar: Drei Punkte am ersten WM-Spieltag waren das Ziel - geliefert wurde am Ende einer, geteilt. Der WM-Auftakt der Gruppe G ist damit gegen den Strich gelaufen, und der zweite Spieltag wird nicht ohne Sicherheit über die Achtelfinal-Plätze entscheiden. Den Überblick über alle 104 Partien gibt der WM-Spielplan 2026.
Autor
Marco FeldmannRedakteur Internationaler Fußball
Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.
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