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Frauenfußball

DFB-Frauen 2:0 in Slowenien: Martinez trifft erstmals, Wück lobt

DFB-Frauen gewinnen 2:0 in Ljubljana: Lara Prasnikar trifft per Eigentor (39.), Shekiera Martinez sichert mit erstem Länderspieltor (50.) die Generalprobe.

Von Nina Hartmann 10. Juni 2026

Shekiera Martinez (DFB, Nr. 18) im Nations-League-Finale gegen Spanien am 28.11.2025 - in Ljubljana erzielte sie ihr erstes Tor im DFB-Trikot (Foto: Actionpress). Foto: Actionpress via SmartFrame

Die DFB-Frauen haben ihre WM-Qualifikation für Brasilien 2027 mit einem schmucklosen Pflichtsieg beendet. Im Stožice-Stadion von Ljubljana gewann das Team von Bundestrainer Christian Wück am Dienstagabend 2:0 gegen Slowenien. Die Tore erzielten Lara Prasnikar per Eigentor (39.) und Shekiera Martinez mit ihrem ersten Länderspieltreffer (50.). Sportlich ging es um nichts mehr: Das Ticket für die Frauen-WM 2027 in Brasilien war bereits durch den 2:0-Heimsieg gegen Norwegen am 5. Juni in Köln gebucht.

Slowenien 0:2 Deutschland: das Wichtigste in Kürze

Datum9. Juni 2026, 18:00 MESZ
WettbewerbUEFA Frauen WM-Qualifikation, Liga A, Gruppe A4
SpielortStožice-Stadion, Ljubljana
Zuschauerrund 3.000
EndstandSlowenien 0:2 Deutschland (0:1)
Tore39. Prasnikar (Eigentor), 50. Martinez
Bedeutungsportlich folgenlos, Quali bereits gesichert

Erste Halbzeit: Hitze, slowenische Chancen, Linder über Bande

Bei sommerlichen 30 Grad starteten die Gastgeberinnen aus Slowenien forsch. Maja Sternad schob in der 19. Minute zum vermeintlichen 1:0 ein, doch der Treffer wurde wegen Abseits zurückgenommen. In der 28. Minute scheiterte Lara Prasnikar nach einem Patzer von DFB-Torhüterin Selina Mahmutovic frei vor dem Tor, der Ball flog am Pfosten vorbei.

Der DFB-Elf in der Hitze die Spritzigkeit fehlte sichtbar - bis zur 39. Minute. Klara Bühl drehte eine Ecke flach auf den ersten Pfosten, Sophia Linder stieg am höchsten und nickte den Ball zum Tor. Ausgerechnet Slowenien-Kapitänin Prasnikar lenkte die Kugel unhaltbar ins eigene Netz. Mit dem schmeichelhaften 0:1 ging es in die Pause.

Shekiera Martinez’ Premieren-Tor: “Habe mich sehr gefreut”

Wück brachte zur zweiten Halbzeit drei frische Kräfte - Kleinherne, Mühlhaus und Cerci kamen für Wamser, Senß und Bühl. Die DFB-Elf schaltete einen Gang hoch, und es dauerte nur fünf Minuten bis zur Entscheidung. Selina Cerci spielte den Ball auf Janina Kössler, deren Schuss klatschte Slowenien-Torhüterin Mersnik nach vorne ab. Shekiera Martinez stand goldrichtig und schob aus kurzer Distanz zum 0:2 ein.

Für die Stürmerin war es der erste Treffer im DFB-Trikot. “Habe mich sehr gefreut”, sagte Martinez nach Abpfiff im Sportschau-Interview - eine knappe Reaktion mit großem Symbolwert: Wück hatte ihr im 23er-Aufgebot für den Doppellehrgang ein klares Vertrauensvotum gegeben, jetzt zahlte sie es zurück. Sechs Minuten später lag die Vorentscheidung in der Luft, als Vivien Endemann ihren Schuss aus dem Strafraum nicht mehr im Tor unterbringen konnte - Mersnik parierte stark.

Wücks Rotation: 8 Wechsel zur Norwegen-Elf, Berger geschont

Schon in der Pressekonferenz vor dem Spiel hatte Wück die Generalprobe als Versuchsfeld angekündigt. Mit Blick auf die Belastung in einer langen Klubsaison wurden Ann-Katrin Berger (Bauchverletzung aus Gotham FC), Sjoeke Nüsken, Linda Dallmann und Sara Doorsoun komplett geschont. Im Vergleich zur Startelf gegen Norwegen (Spielbericht hier) tauschte der Bundestrainer acht Positionen.

Die DFB-Startelf in Ljubljana: Mahmutovic - Wamser, Minge, Küver, Linder - Senß - Gräwe, Endemann, Martinez, Bühl, Kössler.

In Halbzeit eins kostete die hohe Rotation Bindung und Tempo, in Halbzeit zwei trug sie zu fünf Wechseln und sichtbar mehr Tiefe in der Offensive bei. Carlotta Wamser, gegen Norwegen Torschützin, kassierte in Slowenien eine frühe Verwarnung und musste zur Pause aussortiert werden. Spätere Joker waren Jana Brand für Endemann (75.) und Sjoeke Nüsken für Martinez (74.).

Wücks Bilanz: “Gibt wenig zu meckern” - und was Minge erkannt hat

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel überwog die Zufriedenheit. “Gibt wenig zu meckern” sagte Wück - und meinte damit weniger die spielerische Leistung als das Erreichen der Wettbewerbsziele: erst der Brasilien-Sieg in Köln, jetzt der Pflichtsieg trotz Rotation in der Sommerhitze.

Janina Minge, die als Kapitänin mit der Binde aufgelaufen war, fasste den Auftritt nüchtern zusammen: “Man hat wieder gesehen, dass wir eine enorme Qualität haben” - bezogen auf die zweite Halbzeit, in der die Mannschaft trotz acht Personalwechseln zurück in den Rhythmus fand. Vivien Endemann gab den selbstkritischen Gegenpol: Es gebe “immer noch Sachen, woran wir arbeiten müssen”, erklärte sie zum schwachen Auftakt.

Im Kontrast zum 5:0-Hinspielsieg gegen Slowenien zur Aufstockung der Quali-Gruppe blieb der Auftritt mau. Aber die wichtigste Kennzahl steht: Liga-A-Gruppensieg, Brasilien-Ticket gelöst, zehn von zwölf möglichen Punkten in den entscheidenden vier Spielen.

So geht es weiter: Brasilien-Vorbereitung und der nächste Lehrgang

Mit dem Schlusspfiff von Ljubljana endet das Quali-Kapitel. Vor den DFB-Frauen liegen jetzt ein Sommer ohne Lehrgang, der Saisonstart in den heimischen und ausländischen Ligen, und im Herbst 2026 der erste Vorbereitungslehrgang für die Frauen-WM 2027 in Brasilien. Wück wird Test-Gegnerinnen aus den Top 10 der FIFA-Weltrangliste suchen, um die taktische Marschroute - hohes Pressing, schnelle Außen, viel Tiefe - unter Turnierbedingungen zu prüfen.

Eines hat das Slowenien-Spiel klar gezeigt: Die Tiefe im Kader trägt. Spielerinnen wie Martinez, Kössler oder die spät eingewechselte Jana Brand drücken sich in die zweite Reihe einer Auswahl, die auch ohne Berger, Nüsken und Giulia Gwinn (Schulter-OP, Saisonende) 2:0 gegen einen kompakten Außenseiter gewinnt. Bis zum WM-Auftakt 2027 in Brasilien sind es noch rund zwölf Monate - genug Zeit, um aus dem Quali-Programm einen Titelkandidaten zu formen.

Autor

Nina Hartmann

Redakteurin Frauenfußball & Analyse

Nina Hartmann deckt den Frauenfußball ab - von der Frauen-WM 2027 in Brasilien bis zu den DFB-Frauen - und liefert daten- und taktikgetriebene Analysen zu großen Turnieren.

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