Zum Inhalt springen
Frauenfußball

DFB-Frauen im Oktober 2026: WM-Härtetests gegen Australien in Karlsruhe und Asienmeister Japan in Bremen

Am 9. Oktober gegen Australien in Karlsruhe (20:30, ZDF), am 13. Oktober gegen Japan in Bremen (17:45, ARD): Wück testet die AFC-Cup-Finalisten für WM 2027.

Von Nina Hartmann 30. Juli 2026

Bundestrainer Christian Wück im UEFA-Women's-Nations-League-Finale Deutschland gegen Spanien am 28.11.2025. Im Oktober 2026 stellt er sein Team in zwei Testspielen gegen die Finalisten der AFC-Asienmeisterschaft 2026 auf - Australien am 9. Oktober in Karlsruhe, Japan am 13. Oktober in Bremen (Foto: Actionpress). Foto: Actionpress via SmartFrame

Die Länderspielperiode Oktober 2026 der DFB-Frauen steht: Bundestrainer Christian Wück empfängt am Freitag, 9. Oktober 2026 (20:30 Uhr, ZDF) im BBBank Wildpark in Karlsruhe Australien und am Dienstag, 13. Oktober 2026 (17:45 Uhr, ARD) im Bremer Weserstadion Asienmeister Japan. Beide Testspiele sind Vorbereitung auf die Frauen-WM 2027 in Brasilien, für die sich Deutschland bereits Anfang Juni durch den 2:0-Sieg gegen Norwegen in Köln das Direktticket gesichert hatte.

Zwei Länderspiele in acht Tagen - die Fakten im Überblick

DatumAnstoßBegegnungStadionTV
Fr 9. Okt 202620:30Deutschland - AustralienBBBank Wildpark KarlsruheZDF
Di 13. Okt 202617:45Deutschland - JapanWeserstadion BremenARD / sportschau.de

Der Vorverkauf startet am Montag, 10. August 2026, um 10:00 Uhr über das offizielle DFB-Ticketportal; Fans können sich vorab in das Ticket-Alert-System der beiden Standorte eintragen. Für den Live-Slot am Freitagabend hat sich das ZDF entschieden, das Japan-Spiel am Dienstagnachmittag übernimmt das ARD-Programm samt sportschau.de-Livestream.

Warum ausgerechnet Australien und Japan - der Sydney-Finalist-Kontext

Die Wahl der Gegner ist keine Zufallsziehung, sondern eine gezielte Härtetest-Kalibrierung. Australien und Japan standen sich am 21. März 2026 im Stadium Australia in Sydney im Finale des AFC Women’s Asian Cup gegenüber. Japan gewann durch das Tor der 22-jährigen Mittelfeldspielerin Maika Hamano in der 17. Minute mit 1:0 und wurde damit nach 2014 und 2018 zum dritten Mal Asienmeister - jeweils gegen dieselben Australierinnen und jeweils mit demselben Ergebnis. Die Kulisse in Sydney - 74.397 Zuschauer - war zugleich ein neuer AFC-Zuschauerrekord bei einem Frauen-Cup-Finale.

Für den DFB heißt das: In acht Tagen misst sich die deutsche Elf mit den zwei kontinentalen Referenz-Mannschaften Asiens. Japan gilt seit dem WM-Titel 2011 als Prototyp des ballorientierten Frauenfussballs mit hoher technischer Grundausbildung; Australien um Sam Kerr und Caitlin Foord ist die athletische, körperlich robuste Variante. Beide Teams treten in Brasilien 2027 als klare Viertelfinal-Kandidaten an - genau die Gegner-Klasse, die Wück sich vor der WM in die Trainingswoche holen wollte.

Wücks Auftrag - “ohne den Druck zu haben, uns noch qualifizieren zu müssen”

Der Bundestrainer selbst hat den strategischen Wert der beiden Testspiele beim DFB-Termin so eingeordnet: “Wir wollen da die nächsten Schritte gehen - ohne den Druck zu haben, uns noch qualifizieren zu müssen. Da können wir Dinge ausprobieren.” Übersetzt heißt das: Der Oktober ist der erste Lehrgang nach der geschafften Direktqualifikation, in dem Wück systemisch experimentieren kann - Personal in der Innenverteidigung ohne die noch rekonvaleszente Kapitänin Giulia Gwinn, Rotation auf den Aussenbahnen, Aufstellungen mit der zurückgekehrten NWSL-Achse um Kössler, Hendrich und Marie Müller.

Damit unterscheidet sich der Oktober fundamental von den Juni-Spielen. Damals lag der Fokus im Kader-Zuschnitt gegen Norwegen und Slowenien noch auf maximaler Erfahrung für die Quali-Endphase. Jetzt darf sich der Trainerstab die Freiheit für Rotationen und Experimente nehmen, ohne dass ein Punktverlust sportliche Konsequenzen hat.

Karlsruhe nach 20 Jahren zurück - der 6:3-Sieg 2006 als Referenzpunkt

Der Termin in Karlsruhe hat eine kuriose historische Note. Das letzte Länderspiel der DFB-Frauen im BBBank Wildpark liegt fast 20 Jahre zurück - November 2006, ein 6:3-Sieg gegen Japan, den gleichen Gegner, den Wück nun in Bremen empfängt. Zwischen den beiden Karlsruhe-Auftritten liegen zwei WM-Titel der DFB-Frauen (2003 in den USA war schon Geschichte), das Tor-Wunderkind Alexandra Popps gesamte Karriere und ein kompletter Umbau des professionellen Frauenfussballs in Deutschland.

Karlsruhe war zuletzt 2025 beim Google Pixel Supercup der Frauen-Bundesliga Gastgeber gewesen - ein Klub-Ebenen-Termin, der die Marketing-Reichweite des Stadions ausgetestet hat. Der DFB-Return ins Wildpark-Stadion ist damit auch ein Signal an die südwestdeutsche Frauenfussball-Landschaft, die zuletzt aus dem Länderspiel-Kalender herausgefallen war.

Bremen nach Tribünen-Einsturz - was das Weserstadion bis 13. Oktober liefern muss

Der Standort Bremen ist der sportlich weniger überraschende, dafür der logistisch interessantere Teil. Im Juli 2026 war eine Tribüne des Weserstadions teilweise eingestürzt - Verletzte gab es keine, die Reparaturen liefen zum Zeitpunkt der Wück-Ankündigung noch. DFB und Werder Bremen gehen davon aus, dass das Stadion bis 13. Oktober vollständig einsatzbereit ist; der Zuschnitt der Kapazität für den Ticketverkauf am 10. August wird sich danach richten, welche Blöcke bis dahin freigegeben sind.

Der letzte DFB-Frauen-Auftritt an der Weser liegt gerade einmal 17 Monate zurück: Mai 2025, UEFA Women’s Nations League gegen die Niederlande, 4:0-Sieg vor 32.398 Zuschauern. Damit war Bremen einer der besucherstärksten Frauen-Länderspiel-Standorte in Deutschland überhaupt - ein Wert, den der DFB im Oktober trotz Tribünen-Einschränkung mindestens erreichen will.

Was die Testspiele für die WM-2027-Stammelf bedeuten

Für Wücks Planung der Frauen-WM 2027 in Brasilien sind die Oktober-Spiele der erste ernsthafte Test-Slot, in dem er ohne Quali-Druck die Stammelf feinschleifen kann. Die zentralen Baustellen sind nach dem Norwegen-Erfolg identifiziert: die rechte Verteidiger-Position ohne die noch rekonvaleszente Kapitänin Giulia Gwinn, die Verzahnung von Elisa Senß und Sjoeke Nüsken im zentralen Mittelfeld sowie die Reihenfolge im Sturm zwischen Lea Schüller und der Rückkehrerin Melissa Kössler.

Die Übersicht zum aktuellen WM-2027-Perspektivkader zeigt das Personalgerüst, mit dem Wück im Oktober arbeitet. Der breitere strukturelle Rahmen - Gruppenphase, Direktticket-Route und die restlichen europäischen Qualifikanten - steht auf der Pillar-Seite zur Frauen-WM-Qualifikation. Für den Fan bedeutet der Oktober vor allem: Freitag Karlsruhe, Dienstag Bremen, dazwischen der Vorverkaufsstart am 10. August. Sportlich der nächste ernstzunehmende Prüfstein vor dem Winter-Lehrgang und der langsam anlaufenden Brasilien-Endvorbereitung.

Autor

Nina Hartmann

Redakteurin Frauenfußball & Analyse

Nina Hartmann deckt den Frauenfußball ab - von der Frauen-WM 2027 in Brasilien bis zu den DFB-Frauen - und liefert daten- und taktikgetriebene Analysen zu großen Turnieren.

Mehr aus Frauenfußball