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WM 2026

Argentinien 7:0 Burkina Faso: Flugchaos-Generalprobe im Monumental vor Messis Abschied

Argentinien schlaegt Burkina Faso 7:0 im Monumental. Lautaro-Elfer in Minute 4, sieben Scorer, Flugchaos drei Tage vor Messis Abschied gegen Benin.

Von Marco Feldmann 04. Oktober 2026

Buenos Aires, 3. Oktober 2026: Franco Mastantuono im Estadio Monumental. In der 57. Minute setzt der 19-jaehrige Real-Madrid-Mittelfeldspieler den Schlusspunkt zum 6:0 im 7:0-Erfolg der Albiceleste gegen Burkina Faso (Foto: Zuma Press). Foto: Zuma Press via SmartFrame

Buenos Aires. Es war die seltsamste Generalprobe der juengeren Albiceleste-Geschichte, und sie endete 7:0. Argentinien hat am Samstagabend, 3. Oktober 2026, im Estadio Monumental von Nunez das Freundschaftsspiel gegen Burkina Faso mit 7:0 (5:0) gewonnen. Es war der zweite Auftritt der Weltmeister-Finalisten nach dem Nationalmannschafts-Ruecktritt von Lionel Messi am 31. August 2026 und zugleich die Generalprobe fuer Messis Abschiedsspiel gegen Benin am 6. Oktober 2026 - drei Tage spaeter, im selben Stadion, vor denselben 80.000 Fans. Die Burkinabe erreichten Buenos Aires nach einem Charterflug-Chaos erst fuenf Stunden vor Anpfiff, Trainer Lionel Scaloni sprach am Ende weniger ueber Tore als ueber Dankbarkeit.

Das Spiel - 5:0 zur Pause, sieben Scorer im Monumental

Die 42.000 Zuschauer unter dem halben Dach des Monumental - die FIFA-Sanktionen nach dem Falkland-Plakat-Vorfall begrenzen die Kapazitaet weiter auf 50 Prozent - sahen ein Spiel, das nach vier Minuten entschieden war. In der 4. Minute wurde Nico Paz im Strafraum von einem Burkinabe-Verteidiger gelegt. Chefschiedsrichter Jose Cabero aus Chile zeigte sofort auf den Punkt, Lautaro Martinez verwandelte sicher - 1:0, und die zweite Serie-Albiceleste-Fuehrung in Folge nach dem Lautaro-Treffer in Cordoba.

Vier Minuten spaeter faelschte der Burkinabe-Innenverteidiger Moumouni Diallo eine Prestianni-Hereingabe unglueckluch zum 2:0 ins eigene Tor ab. In der 12. Minute vollendete Gianluca Prestianni seine Flanke selbst zum 3:0 - der 19-Jaehrige Benfica-Fluegel laeuft frei durch, chippte den Keeper. Nach einer knappen Viertelstunde fuehrte Argentinien mit 3:0 und spielte Katze und Maus mit einem Gegner, der sichtbar auf den Schlusspfiff wartete.

In der 34. Minute spielte Alexis Mac Allister einen Durchsteckpass auf Nico Paz, der im zweiten Versuch nach einer Guira-Parade das 4:0 nachlegte - zweites Tor im zweiten Post-Messi-Spiel. Zwei Minuten spaeter stellte Julian Alvarez per Dropkick aus 14 Metern auf 5:0. Pausenstand: 5:0 nach 17 Argentinien-Abschluessen und 11 Toren-Schuessen - ein Statistik-Peg, den die Reportagen von Clarin und La Nacion am Sonntagmorgen prominent fuehrten.

Nach dem Wechsel lief das Spiel in gedrosseltem Tempo. Franco Mastantuono zog in der 57. Minute aus 20 Metern ab, Guira war einen halben Schritt zu spaet - 6:0. In der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit (90.+3) brach Giuliano Simeone nach einem Fehlpass von Diallo durch das Zentrum und schob zum 7:0-Endstand ueber den herauslaufenden Burkinabe-Keeper. Guira - der nach dem Spiel von La Nacion und Infobae uebereinstimmend als “einziger Burkinabe mit Normalform” ausgezeichnet wurde - hatte zuvor im Monumental mehr als zwanzig Argentinien-Abschluesse vereitelt.

Die Tore im Protokoll

MinuteTorschuetzeSpielstandNotiz
4.Lautaro Martinez1:0Foulelfmeter (Foul an Nico Paz)
8.Moumouni Diallo (ET)2:0Prestianni-Flanke abgefaelscht
12.Gianluca Prestianni3:0Chip ueber Guira
34.Nico Paz4:0Nachschuss nach Mac-Allister-Pass
36.Julian Alvarez5:0Dropkick aus 14 Metern
57.Franco Mastantuono6:020-Meter-Schuss
90.+3Giuliano Simeone7:0Alleingang nach Diallo-Fehlpass

Das Flugchaos - Charterflug ab Marokko storniert

Die eigentliche Geschichte des Abends liegt vor dem Anpfiff. Burkina Fasos AS 1234-Charterflug ab Casablanca sollte am Freitagabend starten und am Samstagmorgen in Ezeiza landen - 36 Stunden Vorlauf, der uebliche Fenster-Rahmen fuer FIFA-A-Freundschaftsspiele. Nach einem technischen Defekt an einem Triebwerk wurde die Maschine am Freitag kurz vor dem Start aus dem Verkehr gezogen. Die burkinische Delegation musste in Casablanca uebernachten und am Samstagmorgen auf einem Ersatzflug ueber Dakar und Sao Paulo umgebucht werden - Ankunft in Ezeiza war am Samstag um 15:00 Uhr Ortszeit, exakt fuenf Stunden vor Anpfiff.

Die Konsequenzen waren absehbar. Mehrere Stammspieler Bertrand Traore (Aston Villa), Issa Kabore (Werder Bremen) und Dango Ouattara (Bournemouth) blieben wegen der Reise-Belastung bereits am Freitagabend in Afrika zurueck. Der verbleibende Reisekader bestand groesstenteils aus U-23-Spielern aus der heimischen Primera Division und dem franzoesischen Ligue-2-Umfeld. Trainer Brama Traore reiste nicht mit - der ehemalige Co-Trainer Herbet Kabore uebernahm die Chef-Bank im Monumental, es war sein Debuet an der Burkinabe-Seitenlinie.

Argentiniens Verband wusste um die Umstaende, bot aber keine Verschiebung an. “Die Albiceleste ist seit September auf dieses Fenster programmiert”, sagte Verbands-Praesident Claudio Tapia vor dem Spiel im TyC-Sports-Interview. “Wir sind dankbar, dass Burkina Faso trotzdem antritt.”

Scaloni-Dank - “Sie haetten absagen koennen”

Lionel Scalonis Statement nach Spielschluss gehoerte dem Gegner. “Sie haetten in Marokko bleiben koennen, das Spiel haette abgesagt werden koennen”, sagte der Weltmeister-Trainer von Katar 2022 auf der Pressekonferenz im Bauch des Monumental. “Wir sind enorm dankbar, dass sie den Weg auf sich genommen haben, denn sie haben die Anstrengung gemacht.” Es war eine Formulierung, die ohne Pathos auskommt - und die der argentinischen Nationalmannschaft im Zuge der Flugchaos-Nachbereitung in den sozialen Medien ungewohnt viel Sympathie-Oekonomie eintrug.

Sportlich war die Analyse kuerzer. “Die ersten zwanzig Minuten waren das, was wir sehen wollten”, sagte Scaloni. “Danach haben wir das Tempo rausgenommen, weil es nicht fair gewesen waere, mit diesem Kraefte-Verhaeltnis volle Intensitaet zu spielen.” Der 48-Jaehrige wechselte in der Halbzeit zweimal, in der 60. Minute dreimal, in der 75. Minute noch einmal zweimal - acht Wechsel in neunzig Minuten, der obere Rahmen der neuen FIFA-Freundschaftsspiel-Regelung.

Die Startelf - Monumental-Rotation unter dem Dach der FIFA-Sanktionen

Scaloni ging im Monumental mit der folgenden Elf in die Partie:

  • Tor: Emiliano Martinez (Aston Villa).
  • Abwehr: Nahuel Molina (Atletico Madrid), Cristian Romero (Tottenham), Leonardo Balerdi (Olympique Marseille), Nicolas Tagliafico (Olympique Lyon).
  • Mittelfeld: Nico Paz (Como), Alexis Mac Allister (Liverpool), Exequiel Palacios (Bayer Leverkusen).
  • Sturm: Gianluca Prestianni (Benfica), Julian Alvarez (Atletico Madrid), Lautaro Martinez (Inter Mailand).

Im Vergleich zum Cordoba-4-4-2 vom 30. September gegen Bolivien war der Monumental-Zugang asymmetrisch 4-3-3 geordnet, mit Prestianni auf dem rechten Fluegel und Alvarez links eingerueckt. Die Rueckkehrer Nahuel Molina und Nicolas Tagliafico rutschten in die Viererkette, Leonardo Balerdi gab sein Startelf-Debut neben Romero. In der zweiten Halbzeit kamen die drei Debuetanten-Minuten-Namen aus Cordoba (Franco Mastantuono, Valentin Barco, Leonel Flores) als Einwechselspieler mit Teilen von bis zu 45 Minuten; Mastantuono setzte den 6:0-Punkt, Giuliano Simeone sein erstes Tor im Albiceleste-Trikot mit dem 7:0.

Die 10 blieb auch im Monumental leer. Nico Paz trug wie in Cordoba die 18, Lautaro Martinez behielt die Kapitaenbinde, die er seit Honduras-Freundschaftsspiel im Juni 2026 traegt. Die weiche Variante der Trikot-Pensionierung aus dem AFA-Boletin 6940 steht - mit genau einem offenen Rueckweg: Messis 207. und letztes Laenderspiel am Dienstag im selben Monumental.

Ausblick - Dienstag Benin, Messis Abschied vor 80.000 Fans

Argentiniens naechster Termin liegt im selben Monumental, drei Tage spaeter. Am Dienstag, 6. Oktober 2026, 20:00 Uhr Ortszeit (01:00 MESZ Mittwoch) ist Benin zu Gast - und mit ihnen die eigentliche Hauptrolle des Oktober-Doppelfensters. Lionel Messi reist am Montag aus Rosario an, trainiert einmal mit dem Kader und absolviert am Dienstag sein 207. und letztes Laenderspiel im Albiceleste-Trikot - 65 Tage nach dem Instagram-Ruecktritt vom 31. August 2026 und 79 Tage nach dem verlorenen WM-Finale gegen Spanien im MetLife Stadium.

Die urspruenglich fuer den 9. Oktober in Doha (gegen Kamerun) und den 13. Oktober in Luanda (gegen Angola) angekuendigten Testspiele, die wir noch in der Cordoba-Vorberichterstattung als naechste Termine protokolliert hatten, sind damit vom Verband zugunsten des Monumental-Doppelfensters aufgehoben worden. Der Kamerun-Termin soll laut TyC-Sports in das Maerz-FIFA-Fenster 2027 verschoben werden, der Angola-Termin wird aktuell neu verhandelt.

Einordnung - Generalprobe mit Fussnote, Hauptakt am Dienstag

Das 7:0 ist der zweite Albiceleste-Sieg in der Post-Messi-Aera, es ist aber mit einem starken Asterisken versehen. Burkina Faso war kraeftemaessig, personell und mental nicht in der Verfassung, Argentinien in einem Freundschaftsspiel-Rahmen zu testen - zwei Drittel des Burkinabe-Reisekaders waren U-23, die Mannschaft hatte seit Donnerstag kein normales Training absolviert, der Trainer stand zum ersten Mal auf dieser Bank. Sportlich belastbar sind damit allenfalls die ersten zwanzig Minuten des Monumental-Spiels.

Was belastbar bleibt, ist der Rahmen. Nico Paz hat jetzt in beiden Post-Messi-Freundschaftsspielen getroffen und sich die Rueckennummer 18 als dauerhaften Zehn-Platzhalter gesichert. Lautaro Martinez fuehrt die Mannschaft als Kapitaen durch die Uebergangs-Phase - seine 59. Laenderspiel-Partie beim Bolivien-4:0 in Cordoba markierte den Rollenwechsel, der Monumental-Elfer in der 4. Minute war die stillschweigende Bestaetigung. Franco Mastantuono und Gianluca Prestianni sind nach ihren Teilzeit-Minuten in Cordoba und ihren Toren im Monumental endgueltig als Vier-Jahres-Perspektive gesetzt - der eine zentral, der andere ueber rechts.

Fuer das WM-2026-Weltbild - mit Spanien als Weltmeister auf dem Thron und Argentinien als Vize-Weltmeister in der Nachjager-Rolle - liefert das Monumental-7:0 zunaechst keinen neuen Datenpunkt. Der eigentliche Datenpunkt kommt am Dienstag. Wenn Messi dann sein 207. Laenderspiel absolviert, schliesst sich das Kapitel, das in Cordoba und im Monumental vorbereitet wurde - und das in der Vier-Jahres-Perspektive bis zur FIFA-WM 2030 ohne ihn weitergeht.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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