Elfenbeinküste WM-Kader 2026: Faé schickt Diomandé gegen Deutschland
Elfenbeinküste WM-Kader 2026: Trainer Emerse Faé nominiert 26 Spieler. Kapitän Kessié, RB-Leipzig-Talent Yan Diomandé, ohne Haller. Am 20. Juni gegen Deutschland.
Von Marco Feldmann 15. Mai 2026
Vier Wochen vor dem Anpfiff der Fußball-WM 2026 hat die Elfenbeinküste am Donnerstag ihren 26-Mann-Kader bekanntgegeben - der erste konkrete Blick auf den DFB-Gruppengegner, auf den Deutschland am 20. Juni in Toronto trifft. Trainer Emerse Faé, mit 41 Jahren der jüngste Cheftrainer im Turnier, setzt auf das Gerüst seines Afrika-Cup-Triumphs von 2024 und auf ein 19-jähriges Wunderkind aus der Bundesliga: Yan Diomandé von RB Leipzig.
Der 26er-Kader auf einen Blick
Faé nominiert drei Torhüter, acht Verteidiger, acht Mittelfeldspieler und sieben Offensivkräfte. Es ist die Mannschaft, die schon den Afrika-Cup gewonnen hat - mit einem jüngeren Schub im offensiven Flügelbereich.
| Position | Spieler (Verein) |
|---|---|
| Tor | Yahia Fofana (Çaykur Rizespor), Mohamed Koné (Sporting Charleroi), Alban Lafont (Panathinaikos) |
| Abwehr | Emmanuel Agbadou (Wolverhampton), Clément Akpa (AJ Auxerre), Ousmane Diomandé (Sporting Lissabon), Guela Doué (Racing Strasbourg), Ghislain Konan (Gil Vicente), Odilon Kossounou (Atalanta), Evan Ndicka (AS Rom), Wilfried Singo (Galatasaray) |
| Mittelfeld | Seko Fofana (FC Porto), Martial Godo (Racing Strasbourg), Parfait Guiagon (Sporting Charleroi), Christ Inao Oulaï (Trabzonspor), Franck Kessié (Al Ahli SFC), Ibrahim Sangaré (Nottingham Forest), Jean Seri (NK Maribor), Bénie Traoré (FC Basel) |
| Angriff | Simon Adingra (AS Monaco), Amad Diallo (Manchester United), Yan Diomandé (RB Leipzig), Evann Guessand (Crystal Palace), Nicolas Pépé (Villarreal CF), Bazoumana Touré (TSG Hoffenheim), Elye Wahi (OGC Nizza) |
Aus der Bundesliga sind zwei Spieler im Kader: Yan Diomandé von RB Leipzig und Bazoumana Touré von der TSG Hoffenheim. Beide stehen für den nächsten Generationenwechsel in der ivorischen Offensive.
Faé und das Defensiv-Quartett - warum die Elfenbeinküste null Gegentore kassierte
Die nackten Zahlen aus der afrikanischen WM-Qualifikation lesen sich wie ein Rechenfehler: zehn Spiele, acht Siege, zwei Remis, 25:0 Tore. Kein Gegentor in zehn Partien. Solche Serien gibt es in der CAF-Quali nicht, und Faé hat sie nicht aus Zufall produziert.
Sein Konzept ist eine Vierer- oder Fünferkette mit echten Mannmarkierern: Evan Ndicka (AS Rom, früher Eintracht Frankfurt) als linksfüßiger Stratege, Odilon Kossounou (Atalanta, früher Bayer Leverkusen) als Kopfballmonster, Ousmane Diomandé (Sporting Lissabon) als schneller Spielaufbauer und Emmanuel Agbadou (Wolverhampton) als Allrounder. Davor agiert Wilfried Singo (Galatasaray) als hybrider Rechtsverteidiger, der bei eigenem Ballbesitz ins Mittelfeld einrückt. Dazwischen lenkt Kapitän Kessié den Defensivblock.
Faé hat das Kollektiv über Einzeltalent gestellt - so weit, dass er beim Afrika-Cup 2024 Routinier Nicolas Pépé vorübergehend auf die Bank setzte, nachdem dieser seine Mitspieler in einem Interview kritisiert hatte. Pépé ist 2026 wieder dabei, aber die Botschaft sitzt: Wer dem Mannschaftsgefüge widerspricht, fliegt.
Yan Diomandé - das WM-Wunderkind aus Leipzig
Die Überraschung im Kader ist nicht der Veteran, sondern der jüngste Spieler. Yan Diomandé, 19 Jahre, RB Leipzig, hat im Oktober 2025 sein Debüt im A-Team gegeben - und sich in nur sieben Monaten zur festen Größe auf der linken Offensivseite hochgespielt. Schnelligkeit, Eins-gegen-eins-Stärke, ein gerader Schuss. Die FIFA hat ihn im Mai 2026 als eines der “WM-Wunderkinder” porträtiert.
Für Deutschland ist die Notiz interessant, weil Diomandé in der Bundesliga gegen Bayern, Leverkusen und Dortmund gespielt hat und das Tempo der DFB-Außenverteidigung kennt. David Raum oder einer der DFB-Außenbahnspieler wird am 20. Juni gegen ihn antreten - eine Personalfrage, die Bundestrainer Julian Nagelsmann in der eigenen DFB-Kader-Nominierung am 21. Mai erst noch beantworten muss.
Haller fehlt - die Sturmfrage bleibt offen
Der prominenteste Ausfall heißt Sébastien Haller. Der frühere Dortmund-Stürmer, in der ivorischen Geschichte einer der wichtigsten Mittelstürmer, ist verletzt und steht nicht im Kader. Schon in der Qualifikation war er kaum einsatzfähig - die Elfenbeinküste hat in den letzten beiden Quali-Spielen ohne klassische Neun gespielt.
Die Lösung 2026 soll Evann Guessand sein, der nach starker Premier-League-Saison bei Crystal Palace zum vorgesehenen Mittelstürmer aufrückt. Alternativ können Faé die wendigen Außen Simon Adingra (AS Monaco) und Amad Diallo (Manchester United) als falsche Neun nominieren - eine Variante, die in der Qualifikation funktioniert hat, gegen physisch starke Verteidigungen wie die deutsche aber ein Risiko bleibt.
Kessié führt - die Kapitäns- und Mittelfeld-Achse
Im Zentrum gibt Franck Kessié weiter den Ton an. Der 29-Jährige - früher AC Mailand, jetzt Al Ahli in Saudi-Arabien - hat alle zehn Quali-Spiele bestritten und ist nach 101 Länderspielen die unangefochtene Identifikationsfigur. Neben ihm bietet Ibrahim Sangaré (Nottingham Forest) die physische Komponente, Seko Fofana (FC Porto) die kreative.
Das Mittelfeld ist breiter aufgestellt als üblich (acht Spieler) - ein Hinweis darauf, dass Faé in der K.-o.-Phase auf Belastungssteuerung setzt. Bei einem Turnier mit potenziell acht Spielen bis zum Finale (siehe Modus) ist das ein logisches Kalkül.
Was das für Deutschland in Gruppe E heißt
Für den DFB ist die Kader-Bekanntgabe ein wichtiger taktischer Datenpunkt. Gruppe E ist ohne offene Auslosungsfragen - Deutschland trifft auf Curaçao (14. Juni in Houston), Elfenbeinküste (20. Juni in Toronto) und Ecuador (25. Juni in East Rutherford). Die Elfenbeinküste ist nach Papierform der stärkste Gegner, weil sie als amtierender Afrika-Meister mit gewachsener Achse und null Gegentoren in der Quali kommt.
Das Faé-Team ist gegen Ballbesitz-Mannschaften besonders schwer zu bespielen. Deutschland wird in Toronto Räume erst hinter der hohen Defensivlinie suchen müssen - dort, wo Wirtz und Musiala zwischen den Linien Kontaktversuche organisieren können. Eine vertiefende Einschätzung steht im Beitrag zur Gruppe-E-Analyse und im Profil von Elfenbeinküste bei der WM 2026.
Der Fahrplan bis zum WM-Auftakt
- 15. Mai 2026: Bekanntgabe des 26er-Kaders durch Emerse Faé.
- 21. Mai 2026: Julian Nagelsmann nominiert den DFB-Kader in Frankfurt.
- Ende Mai bis Anfang Juni: Vorbereitungslager in Marrakesch, zwei Testspiele gegen afrikanische Gegner sind geplant.
- 11. Juni 2026: Eröffnungsspiel der WM in Mexiko-Stadt.
- 14. Juni 2026: Deutschland - Curaçao in Houston (DFB-Auftakt, Spielplan-Übersicht).
- 20. Juni 2026, 22:00 Uhr MESZ: Deutschland - Elfenbeinküste im BMO Field in Toronto.
Wer die genaue Aufstellung der Elfenbeinküste verfolgen möchte, findet das vollständige Turnier-Profil unter Elfenbeinküste bei der WM 2026. Wie sich die Auslosung für den DFB ausgewirkt hat, steht im Beitrag WM 2026 Auslosung - Deutschland in Gruppe E.
Autor
Marco FeldmannRedakteur Internationaler Fußball
Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.