SC Freiburg in der Conference League 2026/27: AS Monaco, Trabzonspor mit Salah und Panathinaikos gelost
Der SC Freiburg trifft in der Conference-League-Ligaphase 2026/27 auf Monaco, Trabzon mit Mo Salah, Panathinaikos, Twente, Jablonec und Kauno Zalgiris.
Von Lukas Brandt 28. August 2026
Am Freitagnachmittag um 15:00 Uhr MESZ ist im Grimaldi Forum in Monaco der Freiburger Los-Fächer aus dem Automaten gerollt - und mit ihm die drei europäischen Bundesliga-Auslosungen des 28. August 2026 komplettiert. Der SC Freiburg trifft in der UEFA-Conference-League-Ligaphase 2026/27 auf AS Monaco, Trabzonspor, FK Kauno Zalgiris (jeweils auswärts) und Panathinaikos Athen, FC Twente Enschede sowie FK Jablonec (jeweils zu Hause). Als einziger deutscher Vertreter in der dritten europäischen Wettbewerbs-Ebene bekommt Freiburg damit einen Los-Mix aus Ligue-1-Ambitions-Klub (Monaco), Süper-Lig-Klub mit dem prominentesten Neuzugang des Sommers (Trabzonspor mit Ex-Liverpool-Superstar Mohamed Salah), Eredivisie-Traditionsverein (FC Twente Enschede), griechischem Kult-Verein (Panathinaikos) und zwei osteuropäischen Underdogs (Jablonec aus Tschechien, Kauno Zalgiris aus Litauen). Für Trainer Julian Schuster und die neue Freiburger Nummer eins Mio Backhaus beginnt am 15. Oktober 2026 die dritte europäische Ligaphase-Saison des Sport-Clubs in Folge - direkt im Anschluss an die CoL-Playoff-Qualifikation mit dem 4:1 gegen Motherwell am Vorabend.
Die sechs Freiburger Gegner - Monaco, Trabzon-Salah und vier weitere
Der Freiburger Los-Fächer ist bunter, als er auf den ersten Blick wirkt. AS Monaco als Ligue-1-Vierter der vergangenen Saison ist der sportlich höchstplatzierte Auswärts-Gegner - der Klub aus dem Fürstentum hat unter Trainer Adi Hütter zuletzt die Champions-League-Qualifikationsrunde spielen müssen und ist über den Playoff-Weg in der Conference League gelandet. Für die Freiburger Reise ans Mittelmeer ist das Stade Louis II das kleinste Auswärts-Stadion des ganzen Ligaphase-Feldes: 18.523 Plätze, direkt am Fürstenpalast.
Trabzonspor ist der prominenteste Name des Freiburger Sechser-Pakets - allein wegen des Sommer-Neuzugangs. Mo Salah, neun Jahre lang Liverpools Flügel-Instanz, ist im August 2026 als vereinsloser Free-Agent zum türkischen Süper-Lig-Klub gewechselt, Zweijahresvertrag, rund 17 Millionen Euro Netto-Jahresgehalt plus Merchandising-Anteil. Trabzonspor selbst hat den europäischen Weg über die Europa-League-Playoffs verpasst und ist in die Conference League abgestiegen. Für den Freiburger Auswärts-Auftritt im Trabzon-Halkevi-Stadion am Schwarzen Meer bedeutet das: eine 2.900-Kilometer-Anreise für ein Duell mit dem größten europäischen Namen des gesamten CoL-Ligaphase-Feldes.
Panathinaikos Athen ist der zweite griechische Auslosungs-Effekt in dieser Woche - nach dem Kreta-Doppel für Leverkusen und Hoffenheim in der Europa League tritt Freiburg zu Hause gegen den griechischen Rekordmeister aus Athen an. Panathinaikos hat mit 20 Meistertiteln die griechische Vereins-Bestenliste vor Olympiakos und PAOK Saloniki angeführt und war 1971 im Europapokal der Landesmeister sogar bis ins Endspiel im Wembley-Stadion gegen Ajax Amsterdam gekommen.
FC Twente Enschede ist der niederländische Zusatz - der Eredivisie-Klub aus Enschede, direkt an der deutschen Grenze zu Niedersachsen, ist über die Europa-League-Playoffs in die Conference League abgestiegen. Für Freiburg-Fans ist die geografische Nähe der attraktive Nebenaspekt: Enschede liegt rund 480 Kilometer nördlich von Freiburg, das Grolsch Veste-Stadion (30.205 Plätze) ist mit dem Auto in unter fünf Stunden zu erreichen.
FK Jablonec aus der tschechischen Fortuna Liga und FK Kauno Zalgiris aus der litauischen A Lyga komplettieren den Los-Fächer als die beiden osteuropäischen Underdog-Aufgaben. Jablonec, aus der 45.000-Einwohner-Stadt Jablonec nad Nisou im nord-böhmischen Riesengebirge, hat sich über die Vize-Meisterschaft der tschechischen Liga für die europäische Bühne qualifiziert. Kauno Zalgiris aus der litauischen zweitgrößten Stadt Kaunas ist der exotischste Adressat der Freiburger Reise-Liste - die 2.150-Kilometer-Fahrt ins Baltikum ist eine Novität für den Sport-Club.
Der Salah-Faktor - Ex-Liverpool-Superstar im Europa-Park-Stadion
Der bemerkenswerteste sportliche Faktor der Freiburger Auslosung ist zweifellos der Trabzonspor-Neuzugang. Mohamed Salah, 34 Jahre alt, seit 2017 in Liverpool, Champions-League-Sieger 2019, Premier-League-Meister 2020 und 2025, sechs Mal Torschützenkönig der Premier League, hat nach dem Vertragsende an der Anfield Road im Sommer 2026 den überraschenden Wechsel in die türkische Süper Lig vollzogen. Sein eigenes Zitat bei der Trabzon-Vorstellung: “Ich bin wirklich glücklich und freue mich darauf, mit dem Team zu trainieren. Wohin ich auch gehe, gewinne ich - oder versuche zumindest, etwas zu gewinnen. Ich hoffe, dass wir Großes in der Meisterschaft und auch im europäischen Wettbewerb erreichen können.”
Für den SC Freiburg wird das Duell mit Trabzonspor damit zum vermutlich meistbeachteten seiner Ligaphase-Saison. Ob das Los den Salah-Auftritt in Freiburg oder in Trabzon vorsieht, entscheidet die UEFA-Terminplanung der 24 bis 48 Stunden nach der Auslosung. Sicher ist: Für Freiburger Fans wird eines der sechs Ligaphase-Spiele die Chance mitbringen, den mutmaßlichen Ballon-d’Or-Nominierten der 2020er-Jahre live im eigenen Stadion oder als Auswärts-Anreise-Ziel zu erleben.
Mio Backhaus - erste große Europa-Kampagne für den 22-jährigen Neuzugang
Auf Freiburger Seite ist die personelle Erzähl-Achse der Ligaphase eine andere: Mio Backhaus, 22 Jahre alt, im Sommer 2026 von Werder Bremen für rund zwölf Millionen Euro (Freiburger Rekordablöse für einen Torhüter) verpflichtet, absolviert seine erste große europäische Kampagne. Der Wechsel war die direkte Freiburger Reaktion auf den Wechselwunsch von Noah Atubolu, der zwischenzeitlich auf Leihbasis mit Kaufoption zu Eintracht Frankfurt gegangen ist - Nummer-eins-Debüt-Konstellation für Backhaus in der Bundesliga plus Europa-Wettbewerb-Debüt in einem Aufwasch.
Sein Pflichtspiel-Debüt für den Sport-Club bestritt Backhaus im Playoff-Rückspiel gegen Motherwell am 27. August 2026, das Freiburg mit 4:1 gewann und in dem der einzige schottische Torschuss zum zwischenzeitlichen 1:1 als Backhaus-Eigentor gewertet wurde - ein Distanzschuss von Emmanuel Longelo, den der Freiburger Keeper hinter die Linie fälschte. Über die kommenden sechs Ligaphase-Wochen dürfte sich für Backhaus die Frage seiner Torwart-Rangordnung in Deutschlands Nationalmannschafts-Perspektive stellen: Bundestrainer Jürgen Klopp gibt am 17. September 2026 seine erste DFB-Kaderbekanntgabe, die Torwart-Konkurrenz in der Post-Neuer-Post-Ter-Stegen-Ära ist offen wie nie.
Matchday-Kalender - Ligaphase Oktober bis Dezember 2026, Finale Istanbul 2027
Die sechs Ligaphase-Spieltage der UEFA Conference League 2026/27 sind terminiert zwischen dem 15. Oktober 2026 (Spieltag 1) und dem 17. Dezember 2026 (Spieltag 6), mit den vier Zwischen-Terminen am 22. Oktober, 5. November, 26. November und 10. Dezember. Die konkrete Verteilung der Freiburger Heim- und Auswärts-Reihenfolge wird die UEFA innerhalb der 24 bis 48 Stunden nach der Auslosung publizieren.
Danach folgt im Februar 2027 die Achtelfinal-Playoffs-Runde für die auf den Ligaphase-Plätzen 9 bis 24 einlaufenden Klubs, das Achtelfinale ab März 2027 und das Endspiel am 2. Juni 2027 in Istanbul. Der türkische Finalort ist die zweite große UEFA-Klub-Endrunden-Saison in Folge, in der Istanbul den europäischen Silber-Pokal-Abschluss stellt - im Mai 2026 hatte auch das Europa-League-Finale in Istanbul stattgefunden, damals mit dem SC Freiburg als Verlierer eines 0:3 gegen Aston Villa unter Unai Emery.
Für den Sport-Club ist die Rückkehr in die Ligaphasen-Betriebstemperatur damit auch ein sportlicher Rundgang zu einem Erinnerungs-Ort. Aus einer verlorenen Endspiel-Kulisse kann ein neues sportliches Ziel werden - drei Ligaphase-Saisons hintereinander bedeuten kumulativ mindestens 18 europäische Pflichtspiel-Termine im Freiburger Kalender 2024-2027.
Die europäische Trilogie des 28. August 2026 - drei Bundesliga-Auslosungen an einem Tag
Der Freiburger Los-Fächer ist das dritte und letzte Kapitel eines langen Bundesliga-Auslosungs-Freitags. Am Vormittag hatte die UEFA in Monaco bereits die Champions-League-Ligaphase 2026/27 mit Bayern, BVB, RB Leipzig und VfB Stuttgart ausgelost. Direkt im Anschluss folgte die Europa-League-Ligaphase 2026/27 mit Leverkusen und Hoffenheim mit dem gemeinsamen Kreta-Reiseziel. Am Nachmittag kam der SC Freiburg als einziger Bundesligist in der Conference League an die Reihe.
Sieben deutsche Klubs, drei europäische Wettbewerbe, ein gemeinsamer Auslosungs-Tag - die europäische Bundesliga-Bilanz für die Saison 2026/27 ist damit vollständig fixiert. Für den Sport-Club ist die Rolle als Solo-Vertreter in der dritten Wettbewerbs-Ebene keine Randnotiz: Freiburg ist neben Bayern der einzige Bundesliga-Klub, der drei europäische Ligaphase-Saisons in ununterbrochener Folge stellt.
Der Freiburger Kader-Umbau der Post-WM-Sommer-Runde mit den Neuzugängen Cyriaque Irié, Wataru Suzuki, Mio Backhaus, Derry Scherhant (Aufsteiger) und Anthony Jung sowie dem Rekord-Verkauf von Johan Manzambi zu Aston Villa hat den Sport-Club für die Doppel-Belastung aus Bundesliga und Conference League neu aufgestellt. Trainer Julian Schuster wird die Rotation zwischen den zwei Wettbewerbs-Ebenen ab dem 15. Oktober 2026 orchestrieren. Für die Freiburger Fans ist das nach der Motherwell-Playoff-Serie die Bestätigung: Auf die dritte europäische Ligaphase in Folge folgt der spektakulärste Los-Mix, den ein Freiburger Sommer je aus dem Monaco-Automaten gezogen hat.
Autor
Lukas BrandtRedakteur WM & DFB-Team
Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.
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