Zum Inhalt springen
WM 2026

Theate raus beim DFB-Pokal: Huetter bootet Belgiens einzigen Bundesliga-Fahrer aus

Adi Huetter streicht Arthur Theate am 21.08.2026 aus dem Frankfurt-Kader fuer die 1. DFB-Pokal-Runde beim SC St. Toenis (11:0). Belgiens einziger Bundesliga-WM-Fahrer vor Wechsel.

Von Marco Feldmann 21. August 2026

Arthur Theate im Kopfball-Duell fuer Eintracht Frankfurt beim Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig am 18. April 2026 (Foto: Ulrik Pedersen / Zuma Press). Vier Monate spaeter streicht Trainer Adi Huetter den 26-jaehrigen Belgier aus dem Kader fuer die 1. DFB-Pokal-Runde beim SC St. Toenis - der 21. August 2026 markiert das faktische Aus des einzigen Bundesliga-Belgiers im WM-2026-Aufgebot. Foto: Zuma Press via SmartFrame

Das Ergebnis war eine historische Frankfurter Machtdemonstration - der Wortlaut auf der Freitags-Pressekonferenz die eigentliche Nachricht. Eintracht Frankfurt gewann am Freitag, 21. August 2026, in der ersten Runde des DFB-Pokals 2026/27 beim Fuenftligisten SC St. Toenis mit 11:0 - der hoechste Halbzeit-Vorsprung der DFB-Pokal-Geschichte, drei Tore von Jonathan Burkhardt, weitere Treffer von Robin Koch, Ayoube Amaimouni-Echghouyab, Can Uzun (2), Elias Baum, Younes Ebnoutalib, Mario Goetze und Fares Chaibi. Zwischen den Torfestivals stand aber eine andere Ansage, die den Frankfurter Sommer 2026 zusammenfasst: Trainer Adi Huetter hatte Arthur Theate aus dem 20er-Reisekader gestrichen. Fuer den einzigen Bundesliga-Belgier im WM-2026-Aufgebot ist es das faktische Aus.

Es ist der zweite Post-WM-Kaderschnitt an einem einzigen Tag am Main. Am gleichen Freitagvormittag hatte Frankfurt bereits die Rueckkehr von Ellyes Skhiri zum 1. FC Koeln offiziell gemacht - der tunesische WM-Sechser war schon vorher freigestellt worden. Fuer Belgiens WM-Kaderplanung, in der Theate seit der Rudi-Garcia-Aera 2024/25 den gesetzten linken Innenverteidiger einer Fuenferkette markierte, ist der Frankfurt-Ausschluss die deutlichste einzelne Signal-Erschuetterung des Post-WM-Sommers.

Der Ausschluss - kein Kader gegen St. Toenis, Wahi und Nkounkou ebenfalls raus

Die Frankfurt-Delegation reiste am Donnerstag mit 20 Feldspielern und zwei Torhuetern nach St. Toenis am Niederrhein. In der offiziellen Reise-Liste fehlten drei Namen: Arthur Theate, der franzoesische Angreifer Elye Wahi und Linksverteidiger Niels Nkounkou. Nach uebereinstimmenden Berichten von sport1.de aus der Transfermarkt-Sektion und kicker.de handelt es sich bei allen drei um Verkaufskandidaten, deren Zukunft nicht mehr in Frankfurt liegt.

Der Fall Theate ist der prominenteste. Der 26-jaehrige Innenverteidiger war im Februar 2025 fuer rund 13 Millionen Euro vom Stade Rennes verpflichtet worden, hatte in der Rueckrunde 2024/25 als gesetzter Linksverteidiger den Sprung in die Europa-League-Achtelfinal-Kampagne mitgestaltet und im Sommer 2025 mit dem Sprung ins WM-Aufgebot Belgiens die Rolle des einzigen Bundesliga-Fahrers uebernommen. Die Saison 2025/26 war dann eine defensive Serie mit klaren Blessuren - unter anderem ein Ausfall nach einer Verletzung im Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim - und ein sportlicher Formeinbruch, den der neue Bundeskollegen Robin Koch und der Zugang Rasmus Kristensen im Sommer 2026 endgueltig ueberschrieben haben.

Huetter auf der PK - “die Spieler, die hier bleiben”

Auf der Freitags-Pressekonferenz in Frankfurt formulierte Huetter die Trennung ohne Umschweife. Zum Ausschluss der drei Spieler sagte er woertlich: “Wir haben sie nicht mitgenommen, weil ich mich auf die Spieler konzentriere, mit denen ich plane. In meinen Planungen spielen die Spieler eine Rolle, die hier bleiben.”

Kein Name faellt, keine sportliche Erklaerung wird gegeben - aber die Logik ist eindeutig: Wer nicht Teil des Kaders 2026/27 sein wird, faehrt auch zu Pokal-Auftaktpartien nicht mehr mit. Es ist die gleiche Kabinen-Sprache, mit der die Bayer-04-Leverkusen-Fuehrung um Trainer Carles Martinez in dieser Woche die Kapitans-Ablosung von Robert Andrich zugunsten Edmond Tapsobas begruendet hatte - eine Post-WM-2026-Woche der Klartext-Ansagen an Verkaufskandidaten und Kader-Rand.

Theates Weg - 13 Millionen Ablose, schwache Saison, WM-Startelf

Aus belgischer Perspektive verliert Frankfurt einen Spieler, der noch vor 14 Monaten der einzige Bundesliga-Punkt in einer Landeskarte war, die in Katar 2022 vier und in Russland 2018 sechs Bundesliga-Profis gestellt hatte. Theate war in Belgiens WM 2026 durchgehend Stammkraft: Startelf gegen Aegypten (Auftakt 15. Juni Seattle), Iran (21. Juni Los Angeles) und Neuseeland (27. Juni Vancouver) in Gruppe G, Achtelfinale gegen die USA (1:4-Niederlage in Belgien-Sicht) und schliesslich das Viertelfinale gegen den spaeteren Weltmeister Spanien am 10. Juli 2026 im SoFi Stadium in Inglewood.

Das 1:2 gegen Spanien nach spaetem Merino-Joker-Treffer beendete Belgiens WM-Kampagne. Theate bildete in einer 5-4-1-Fuenferkette mit Timothy Castagne, Zeno Debast, Wout Faes und Brandon Mechele die Linksverteidiger-Position und hatte in der ersten Halbzeit die spanische Rechts-Achse um Lamine Yamal und Pedro Porro relativ gut in den Griff bekommen. Ein aus dem Turnier ausgeschiedener Stammspieler eines Viertelfinalisten sollte fuer einen internationalen Klub eigentlich Marktwert bedeuten - fuer Frankfurt tut er es aktuell nicht mehr.

Interessenten - Nottingham Forest, Bournemouth, Crystal Palace plus Tuerkei

Sport1.de kartiert die Interessenten-Lage konkret. Aus der Premier League haben drei Klubs Anfragen deponiert: Nottingham Forest unter dem umtriebigen Aufsteiger-Etat, AFC Bournemouth als weiterer Innenverteidiger-Sucher nach dem Abgang von Milos Kerkez zum FC Liverpool und Crystal Palace, das seit dem Wechsel von Marc Guehi in die englische Post-WM-Verteidigungslandschaft noch immer einen linksfuessigen Kettenpartner sucht. Dazu kommen laut Sport1 Anfragen aus der tuerkischen Sueper Lig, in der Fenerbahce und Galatasaray im Sommer 2026 offensiv europaeische Profile scouten.

Die realistische Preisspanne liegt zwischen 12 und 18 Millionen Euro. Theate steht bis 2029 unter Vertrag, das gibt Frankfurt eine gewisse Verhandlungsposition; nach der schwachen Saison 2025/26 wird die Eintracht aber froh sein, den Buchwert von 13 Millionen Euro ueberhaupt zurueckzuholen. Im Idealfall - Premier-League-Klub bezahlt zusaetzliche Boni - waere ein leichter Buchgewinn moeglich.

Belgien-Konsequenz - der einzige Bundesliga-Profi wechselt die Liga

Fuer Belgien und Trainer Rudi Garcia hat der Wechsel eine ueber die Personalie hinausgehende Konsequenz. Nach dem Viertelfinal-Aus steht die Auswahl vor dem naechsten Zyklus-Beginn - Nations League A gegen Deutschland, Portugal und die Niederlande in Gruppe 1 - und damit vor der Frage, wer Belgiens Innenverteidigung um Zeno Debast (Sporting Lissabon), Wout Faes (Leicester City) und Timothy Castagne (Fulham) mittelfristig verstaerken kann. Verlaesst Theate die Bundesliga in Richtung Premier League, hat Belgien in Deutschland ab September 2026 gar keinen Nationalspieler mehr - eine Konstellation, die es seit den 1990er Jahren nicht gab.

Aus Frankfurter Sicht ist der Theate-Ausschluss dagegen bereits die zweite Post-WM-Kader-Bereinigung nach dem Skhiri-Wechsel zurueck zum 1. FC Koeln desselben Tages. Beide Freistellungen greifen dieselbe Grundlogik auf, die auch Bayern mit dem Palhinha-Wechsel zu Benfica fuer 14 Millionen Euro und Leverkusen mit der Andrich-Degradierung am 21. August markiert haben: Post-WM-2026-T+33-Tage-Kader-Bereinigung im Bundesliga-Sommer.

Die naechste Etappe im Kalender ist konkret: Frankfurt spielt am Samstag, 30. August 2026, das erste Bundesliga-Heimspiel der Saison gegen Werder Bremen im Deutsche-Bank-Park - dort wird Theate voraussichtlich nicht mehr auf der Bank sitzen. Bis zum Transferschluss am Montag, 1. September 2026, hat die Eintracht nun genau elf Tage Zeit, den einzigen Bundesliga-Belgier des WM-2026-Aufgebots ohne Verlust in eine europaeische Anschluss-Loesung zu ueberfuehren.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

Mehr aus WM 2026