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WM 2026

Zidane komplettiert seinen Frankreich-Trainerstab - Fabien Barthez wird Torwart-Trainer

Zidane hat am 13. August 2026 seinen Frankreich-Trainerstab bekanntgegeben: WM-1998-Weltmeister Fabien Barthez uebernimmt als Torwart-Trainer, David Bettoni als Co-Trainer.

Von Marco Feldmann 13. August 2026

Zinedine Zidane als Spieler der Equipe Tricolore im Stade de France - knapp zwei Jahrzehnte spaeter uebernimmt er die franzoesische Nationalmannschaft als Cheftrainer und komplettiert am 13. August 2026 seinen 22-koepfigen Trainerstab (Foto: WENN). Foto: WENN via SmartFrame

FRANKREICH / POST-WM 2026 · 13.08.2026 · 11:20 UHR - Zwei Wochen nach seiner offiziellen Vorstellung als Deschamps-Nachfolger hat Zinedine Zidane am Donnerstagvormittag, 13. August 2026, seinen Trainerstab bei der franzoesischen Nationalmannschaft bekanntgegeben. Der franzoesische Fussballverband FFF verbreitete die Personalien per Verbandsmitteilung: 22 Personen sind bereits bestellt, angefuehrt von der Rueckkehr des Welt- und Europameisters Fabien Barthez als Torwart-Trainer. Der 54-jaehrige einstige Bleus-Keeper folgt Franck Raviot nach, der seit 2016 in dieser Funktion beim Verband gearbeitet hatte.

Die FFF-Bekanntgabe: 22 Personen heute, volle Praesentation im September

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe ist kein Zufall. Bei der Zidane-Vorstellung am 28. Juli 2026 in Paris hatte der Verband bereits angekuendigt, den Stab in mehreren Schritten aufzubauen und die vollstaendige Praesentation Anfang September vorzunehmen. Grund fuer die Etappen-Struktur ist der Ligaphasen-Auftakt der UEFA Nations League 2026/27, der ab Anfang September fuer die Bleus die erste Bewaehrung des neuen Systems bedeutet.

Heute stehen 22 der insgesamt vorgesehenen Positionen fest. Ein Verbindungsoffizier des franzoesischen Innenministeriums, ein weiterer Aerztlicher Assistent sowie zusaetzliche Analyse-Rollen sollen bis Anfang September ergaenzt werden. Damit ist der Stab bereits jetzt deutlich groesser als die Deschamps-Aera-Besetzung, die vor der WM 2026 rund 18 Personen umfasste. Der Groessen-Sprung reflektiert Zidanes Real-Madrid-Muster: sowohl in der ersten Amtszeit 2016 bis 2018 als auch in der zweiten Amtszeit 2019 bis 2021 hatte er in Madrid mit einer breiten Analyse-, Performance- und Physio-Abteilung gearbeitet.

Fabien Barthez: 87 Laenderspiele, 1998-Weltmeister, Rueckkehr in die Bleus

Die Schlagzeile des Tages ist die Rueckkehr des 54-jaehrigen Fabien Barthez in die franzoesische Nationalmannschaft - nun in Cheftrainer-nahes Funktions-Format. Barthez war von 1994 bis 2006 die Nummer eins der Bleus, bestritt 87 Laenderspiele und ist einer der prominentesten Torhueter der franzoesischen Fussball-Geschichte.

Seine Turnier-Bilanz mit der Equipe Tricolore ist einzigartig. Weltmeister 1998 im Stade de France gegen Brasilien 3:0 mit zwei Kopfball-Toren von Zidane und einem Petit-Konter. Europameister 2000 in Rotterdam gegen Italien 2:1 nach Verlaengerung durch das Golden Goal von David Trezeguet. WM-Finalist 2006 in Berlin gegen Italien 1:1 nach Verlaengerung, dann 3:5 im Elfmeterschiessen - Zidanes letztes Spiel als Aktiver, das Duell mit Buffon im Elfmeterschiessen, war zugleich Barthezs Abschied. Der Zusammenhang der beiden Namen zieht sich damit ueber Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und CL-Finals hinweg.

Nach dem Karriere-Ende 2007 hatte Barthez primaer im Motorsport gearbeitet - er startete in der GT-Meisterschaft und in der European Le Mans Series - und war Trainer der Torhueter beim Rekord-Achter FC Nantes von 2020 bis 2022. Seit 2022 hatte er keine feste Rolle im Profifussball. Sein Wechsel in den Frankreich-Trainerstab ist die auffaelligste Namens-Rueckkehr des Zidane-Projekts.

David Bettoni und Hamidou Msaidie: die Real-Madrid-Vertrauten als Co-Trainer

Die zwei Assistenztrainer-Rollen im neuen Stab hat Zidane mit engsten Vertrauten besetzt. David Bettoni, 53 Jahre, war Zidanes Co-Trainer sowohl in der ersten Real-Madrid-Amtszeit von Januar 2016 bis Mai 2018 (drei Champions-League-Titel in Folge, spanische Meisterschaft 2017, zwei Klub-WM-Titel) als auch in der zweiten Amtszeit von Maerz 2019 bis Mai 2021 (spanische Meisterschaft 2020). Zwischen den Real-Amtszeiten hatte Bettoni eigenstaendige Cheftrainer-Erfahrung bei UD Almeria in der Zweiten Spanischen Liga und in Katar gesammelt.

Hamidou Msaidie ist ein weiterer enger Zidane-Vertrauter, der bereits in den Real-Trainingsgruppen als Fitness- und Athletiktrainer gearbeitet hatte und nun als Assistent im Frankreich-Stab in Erscheinung tritt. Die Doppel-Besetzung mit Bettoni und Msaidie ueberfuehrt die eingespielte Real-Madrid-Struktur direkt in die Nationalmannschaft. Die inhaltliche Idee dahinter ist Kontinuitaet: Zidane hat als Vereinstrainer keine Nationalmannschaft trainiert, und die eingespielte Assistenten-Achse verkuerzt die Uebergangs-Kurve.

Der Kontrast zur Deschamps-Aera ist deutlich. Deschamps hatte 14 Jahre lang mit dem gleichen Co-Trainer Guy Stephan zusammengearbeitet - einer der Konstantesten in der modernen Nationalmannschafts-Geschichte weltweit, dem im Turnier-Verlauf regelmaessig eine Buchhalter-Rolle zugeschrieben wurde. Zidane bricht damit die Guy-Stephan-Kontinuitaet und ersetzt sie durch die Real-Madrid-Kontinuitaet.

Performance und Datenanalyse: Dupont, Plancque, Tabet, Ybert

Fuer den Bereich Leistungsdiagnostik und Performance ist Gregory Dupont als Berater fuer Strategie und Performance zustaendig. Dupont hatte bereits in der Deschamps-Aera fuer die franzoesische Nationalmannschaft gearbeitet und wechselt damit rueckwaerts-kompatibel in Zidanes Neuaufbau. Fuer die Gegner-Beobachtung ist Stephane Plancque verantwortlich - eine klassische Skout-Rolle.

Die Video- und Datenanalyse-Zelle wird von Farid Tabet als Analyst mit Datenschwerpunkt und Clement Ybert als Assistenz-Videoanalyst gebildet. Beide Rollen sind gegenueber der Deschamps-Aera aufgewertet: Zidane hatte bei Real Madrid gerade in seiner zweiten Amtszeit stark auf Videoanalyse gesetzt, unter anderem in der Vorbereitung auf das Champions-League-Halbfinale 2021 gegen Chelsea.

Ergaenzend gehoert dem Stab ein umfangreicher medizinischer Block an - Verbandsarzt Herve Collado, die Physiotherapeuten Maxime Matton, Paul Olive, Nagib Remita und Pierre-Yves Froideval, Osteopath Philippe Boixel und Podologe Marc Retali. Im Logistik- und Support-Block agieren Team-Manager Laurent Georges, die Sicherheitsverantwortlichen Mohamed Sanhadji und Mustapha Khalef, die Intendanten Kamel Lahlouh und Bastien Geray, die Videojournalisten Guillaume Bigot und Antonio Mesa sowie Chefkoch Roberto Falvo. Zusammen ergibt das die 22 heute bestaetigten Personen.

Der Terminplan: Nations League im September und die neue Post-WM-Struktur

Der erste sportliche Ernstfall des Zidane-Stabs sind die Ligaphase-Spiele der UEFA Nations League 2026/27, die Anfang September 2026 beginnen. Bis dahin verbleiben rund drei Wochen fuer die erste Kader-Nominierung, die eingehende Video- und Daten-Vorbereitung sowie das erste Trainingslager in Clairefontaine.

Nach der Nations League folgen im Herbst 2026 die EM-Qualifikations-Termine fuer die EM 2028 in Grossbritannien und Irland. Zidanes mittelfristiges Sportziel bleibt die WM 2030 in Portugal, Spanien und Marokko - sein Vertrag laeuft bis nach diesem Turnier. Damit ist der Vertragshorizont parallel zum Klopp-Vertrag beim DFB, den Bernd Neuendorf am 24. Juli 2026 in Frankfurt verkuendet hatte.

Kontext: die parallele europaeische Trainer-Neuordnung

Der Zidane-Trainerstab reiht sich in eine der breitesten europaeischen Trainer-Neuordnungen der letzten zwei Jahrzehnte ein. Auch andere Verbaende haben ihre Post-WM-Personalien in den vergangenen Wochen abgeschlossen. Belgien hat Mark van Bommel als Garcia-Nachfolger vorgestellt, die Niederlande Xavi Hernandez als Koeman-Nachfolger geholt, Deutschland hat Juergen Klopp als Nagelsmann-Nachfolger prasentiert.

Nach der WM 2026 haben damit vier grosse westeuropaeische Nationen einen weltweit bekannten Chef-Trainer neu bestellt. Der Vergleichsmassstab liegt entsprechend hoch: Alle vier muessen bei der WM 2030 auf der iberischen Halbinsel mindestens ein Halbfinale erreichen, um die Vertragsverlaengerung ueber das Turnier hinaus zu rechtfertigen. Fuer Frankreich, das unter Deschamps in sechs aufeinanderfolgenden Turnieren stets mindestens das Halbfinale erreicht hatte, waere jedes Ergebnis unter dem Halbfinale eine sportliche Delle. Fuer Deutschland waere ein Halbfinale 2030 die erste WM-Halbfinal-Teilnahme seit 2014.

Die Uhr fuer Zidane und Barthez beginnt in gut drei Wochen zu laufen.

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Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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