Van Bommel-Debut mit Sieg: Belgien gewinnt in Rom 2:0 gegen Italien
Mark van Bommels erstes Spiel als Belgiens Nationaltrainer endet 2:0 in Rom. Mika Godts (20.) und Dodi Lukebakio (69.) treffen, Mancinis Rueckkehr misslingt.
Von Marco Feldmann 26. September 2026
Mark van Bommel hat sein erstes Pflichtspiel als Nationaltrainer Belgiens gewonnen. Die Roten Teufel setzten sich am Freitagabend im Auftakt zur neuen UEFA Nations League A, Gruppe 1, mit 2:0 (1:0) im Stadio Olimpico in Rom gegen Italien durch. Mika Godts brachte Belgien in der 20. Minute in Fuehrung, Joker Dodi Lukebakio entschied das Spiel in der 69. Minute. Fuer Italiens Coach Roberto Mancini, der zum zweiten Mal die Squadra Azzurra uebernommen hat, endete das Rueckkehr-Debut mit einer Heim-Niederlage und Pfiffen vor eigenem Publikum.
Wie die Tore fielen
Belgien war im ersten Durchgang die klar dominante Mannschaft und traf in der 20. Minute durch Mika Godts zur Fuehrung. Der junge Fluegelspieler nahm den Ball nach einem Angriff ueber die linke Seite an, zog nach innen und schob aus rund zehn Metern flach ins linke untere Eck. Torhueter Gianluigi Donnarumma war ohne Abwehr-Chance. In der ersten Halbzeit hatten die Roten Teufel weitere gute Gelegenheiten, an Donnarumma waren die Belgier aber in der Regel nicht vorbeigekommen.
Nach dem Seitenwechsel bekam Italien mehr Zugriff, kam aber selbst kaum zu zwingenden Chancen. In der 69. Minute schlug Belgien dann durch einen zweiten schnellen Konter zu: Dodi Lukebakio, elf Minuten zuvor fuer Diego Moreira eingewechselt, tauchte im linken Strafraum auf und setzte den Ball perfekt ins linke untere Eck. Auch dieses Tor kostete Donnarumma die weisse Weste; auf der Gegenseite parierte Debutant Senne Lammens im belgischen Kasten alles, was aus zweiter Halbzeit kam.
Die Aufstellung: Lammens im Tor, De Bruyne als Zehner, Godts als Debut-Torschuetze
Van Bommel setzte in der Startelf auf ein 4-2-3-1 mit Torhueter Senne Lammens, der Vierer-Kette Timothy Castagne, Zeno Debast, Joseph Amenda Ngoy und Maxim De Cuyper, dem Doppel-Sechs Nicolas Raskin und Youri Tielemans sowie im offensiven Dreier-Band Diego Moreira, Kevin De Bruyne und Charles De Ketelaere hinter der Spitze Mika Godts. Bemerkenswert waren gleich mehrere personelle Signale: Ex-Bayern-Kapitaen Van Bommel bestellte De Bruyne in eine relativ freie Zehner-Rolle statt in die Sechser-Achse, in der er unter Rudi Garcia zuletzt gespielt hatte; Godts erhielt seinen ersten Startelf-Einsatz und dankte es mit dem Fuehrungstor.
Italien-Trainer Roberto Mancini setzte im Tor auf Gianluigi Donnarumma und schickte in der Abwehr Gianluca Mancini und Riccardo Calafiori in die Kette, dazu Nicolo Barella im Mittelfeld und Moise Kean als Spitze. Der 65.-Minute-Dreifach-Wechsel mit Davide Frattesi, Daniel Maldini und Giorgio Scalvini zeigte, wie schnell der Trainer in den Umbau-Modus schaltete. Bemerkenswert waren die vielen Gelben Karten der Belgier (Raskin, Moreira, Lavia, Fernandez-Pardo und Lukaku) sowie die Nachspielzeit-Verwarnung fuer Donnarumma - Zeichen einer hitzigen Schlussphase, in der Italien nur noch mit Frust auf das Ergebnis reagieren konnte.
Mancinis Rueckkehr-Debut misslingt: “Die Pfiffe sind verstaendlich”
Fuer Roberto Mancini war das Match das erste Pflichtspiel seiner zweiten Amtszeit als Cheftrainer der Squadra Azzurra. Der 60-Jaehrige war am 29. Juli 2026 als Nachfolger von Interims-Verantwortlichem Claudio Ranieri vorgestellt worden, nachdem Italien im WM-Play-off gegen Bosnien-Herzegowina die dritte WM in Folge verpasst hatte. Nach der Halbzeit veraenderte sich das Spielbild deutlich; die Squadra Azzurra kam zu mehr Ballbesitz und in einige gefaehrliche Zonen, an Lammens war aber nicht mehr vorbeizukommen.
Nach dem Schlusspfiff sprach Mancini auf Rai selbstkritisch: “Die erste Halbzeit blieb hinter den Erwartungen zurueck, doch nach der Pause haben wir sehr gut gespielt.” Zu den Pfiffen der Tifosi im Stadio Olimpico ergaenzte er: “Die Pfiffe sind verstaendlich.” Die Erwartungshaltung an die Rueckkehr eines EM-2020-Siegers ist hoch; die 0:2-Heim-Niederlage gegen den Gruppen-Rivalen ist ein misslungener Auftakt und legt sofort Druck auf die November-Termine, zumal Frankreich und Estland die Gruppe 1 in Liga A vervollstaendigen.
Was das fuer Belgiens Post-WM-Umbruch heisst
Der Sieg in Rom ist ein sportlicher wie symbolischer Erfolg fuer Belgien. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien bei der WM 2026 hatte der Verband auf Van Bommels Verjuengungs-Kurs gesetzt; der 49-Jaehrige hatte bei seiner Vorstellung im Sommer angekuendigt, den Uebergang von der De-Bruyne-Lukaku-Hazard-Generation zur jungen Achse aus Godts, Doku, Debast, De Ketelaere und Amadou Onana konsequent zu betreiben. Der Fuehrungstreffer eines Debut-Startelfspielers Godts und die spielentscheidende Einwechslung des ebenfalls jungen Lukebakio sind der bestmoegliche Beleg-Auftakt fuer diesen Kurs.
Bemerkenswert war auch die Rolle De Bruynes. Der zuletzt beruflich neu justierte Belgier fuehrte die Elf als Kapitaen an und agierte im 4-2-3-1 als Zehner mit freier Rolle. Er zog vielen Angriffen die entscheidende letzte Verantwortung heraus, blieb ohne direkte Torbeteiligung, dirigierte aber die Umschalt-Momente, aus denen beide Tore entstanden. Der Ansatz zeigt, dass Van Bommel die goldene Generation nicht abgeschrieben hat, sondern in eine dienende Rolle fuer die junge Achse zwingt.
Die Nations-League-Gruppe A1 - Frankreich am Montag als naechster Test
Nach dem 2:0 in Rom fuehrt Belgien die Nations-League-Gruppe 1 der Liga A vorlaeufig punktgleich mit Frankreich an; die Franzosen setzten sich am gleichen Abend im Zidane-Debut mit 1:0 in der Tuerkei durch. Damit steht bereits am Montag, 28. September 2026, um 20:45 Uhr MESZ, das direkte Duell im King-Baudouin-Stadion in Bruessel an - fuer Van Bommel der zweite Debut-Test und fuer Zidane die erste Auswaerts-Reise. Weiter geht es fuer die Belgier im Oktober-Fenster mit dem Rueckspiel in Paris und einem weiteren Gruppen-Termin, in dem Wettbewerbs-Punkte auf dem Weg zur EM-2028-Qualifikation eingesammelt werden sollen.
Die Bedeutung des Auftakts geht ueber die drei Punkte hinaus. Nach der Ernennung als Bondscoach am 24. Juli 2026 hatte Van Bommel den Umbruch als seine Hauptaufgabe genannt, den Weg zur EM-2028-Qualifikation und - mit langem Blick - zur WM 2030 zu ebnen. Ein Sieg in Rom gegen ein historisches Schwergewicht, das gerade seinen wichtigsten Trainer der letzten Dekade zurueckgeholt hat, ist der Aufhaenger, den er sich fuer diesen Neuanfang haette wuenschen koennen.
Ein Trainer-Debut-Fenster mit vielen Gesichtern
Van Bommel ist der vierte prominente Nationaltrainer, der in dieser Woche sein Debut gab. Am Donnerstag begann Juergen Klopp mit dem 1:1 in Amsterdam gegen die Niederlande seine Bundestrainer-Zeit; am Freitag folgte parallel zu Rom Zinedine Zidanes 1:0-Sieg mit Frankreich in Kocaeli. Am Samstag steht mit Thomas Tuchels England gegen Spanien im Wembley noch das vierte europaeische Top-Debut auf dem Plan. Van Bommel ist damit bislang der einzige, der seinen Debut-Auftakt mit einem sauberen Zu-Null-Sieg abgeschlossen hat.
Autor
Marco FeldmannRedakteur Internationaler Fußball
Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.
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