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DFB-Team

ARD-DeutschlandTrend: Jeder Fuenfte traut dem DFB den WM-Titel 2026 zu

20 Prozent glauben an den DFB-Titel, 55 Prozent erwarten mindestens das Viertelfinale: Der neue ARD-DeutschlandTrend zur WM 2026 in Zahlen, plus Vergleich zu Katar.

Von Lukas Brandt 03. Juni 2026

55 Prozent der Befragten trauen Bundestrainer Julian Nagelsmann mindestens den Einzug ins WM-Viertelfinale zu (Foto aus der Quali gegen Slowakei, November 2025). Foto: Actionpress / osnapix / Marcus Hirnschal via SmartFrame

Acht Tage vor dem Anpfiff der WM 2026 ist die Stimmung in Deutschland gedreht: Jeder Fuenfte traut der DFB-Auswahl den Titelgewinn zu. Das geht aus dem ARD-DeutschlandTrend hervor, den die Sportschau am Mittwochabend, 3. Juni 2026, im DFB-Liveblog veroeffentlicht hat. Vor dem Katar-Debakel 2022 waren es nur 8 Prozent.

Die Zahlen: Deutschland klar vor Frankreich, Spanien, Brasilien

20 Prozent der Befragten tippen die deutsche Nationalmannschaft als Weltmeister 2026. Damit fuehrt das DFB-Team die Favoritenliste der Deutschen klar an, gefolgt von:

  • Frankreich: 15 Prozent
  • Spanien: 12 Prozent
  • Brasilien: 5 Prozent

Die Reihenfolge ist auffaellig: Titelverteidiger Argentinien taucht in der von der Sportschau veroeffentlichten Spitzengruppe nicht auf, der amtierende Europameister Spanien liegt vor dem fuenfmaligen Weltmeister Brasilien. Das spiegelt eher die juengste Form als die historische Titel-Bilanz wider - Spanien hat den Confed-Cup-Nachfolger Finalissima zuletzt eindrucksvoll gewonnen, Brasilien sucht unter Carlo Ancelotti noch die Balance.

Frankreich, das in der Vorbereitung von einer Wadenverletzung Ousmane Dembeles gebremst wird, landet trotzdem auf Platz zwei der deutschen Wunschliste.

Stimmungswende seit Katar - von 8 auf 20 Prozent

Der eigentliche Befund steckt im historischen Vergleich. Vor der WM 2022 in Katar hatten lediglich 8 Prozent der DeutschlandTrend-Befragten an einen DFB-Titel geglaubt - eine zutreffende Skepsis, wie das Vorrunden-Aus nach 1:2 gegen Japan und 1:2 gegen Costa Rica zeigte. Vier Jahre spaeter hat sich der Anteil mehr als verdoppelt.

Was steckt hinter dem Sprung? Drei Faktoren sind aus den Daten lesbar:

  1. Das Heim-EM-Erlebnis 2024. Der Lauf bis ins Viertelfinale gegen Spanien hat das Vertrauen in den Aufbau unter Julian Nagelsmann reaktiviert.
  2. Die Form der Vorbereitung. Das 4:0 gegen Finnland in Mainz am 31. Mai 2026 - die letzte Generalprobe vor dem USA-Trip - hat die Stimmung nach dem Pavlovic-Zitat ueber Angst und der Pannen-Quali-Partie in Belfast aufgehellt.
  3. Die Auslosung. Gruppe E mit Curacao, Elfenbeinkueste und Ecuador gilt als die leichteste Vorrunde, die einem deutschen WM-Team in juengerer Zeit zugelost wurde.

55 Prozent erwarten mindestens das Viertelfinale

Die Schlagzeile “Jeder Fuenfte glaubt an den Titel” ist die griffigste Zahl - die belastbarere ist die zweite: 55 Prozent der Befragten trauen dem Team mindestens das Viertelfinale zu. Damit hat eine knappe Mehrheit der Deutschen eine ueber-Achtelfinal-Erwartung, ohne gleich den Pokal zu sehen. Das ist ein deutlich differenzierteres Bild als 2022, als die ueberwiegende Mehrheit das Halbfinale fuer realistisch hielt und die Vorrunde fuer eine Formalie - und genau daran scheiterte.

Nur 4 Prozent erwarten ein erneutes Gruppenphasen-Aus. Eine Zahl, die zwischen Selbstvertrauen und Naivitaet liegt: Mit den drei Vorrunden-Gegnern Curacao (FIFA-Rang 79), Elfenbeinkueste (40) und Ecuador (23) hat Deutschland eine kalkulierbare Gruppe - aber die Vorbereitung von Curacao unter Dick Advocaat zeigt, dass jeder Aussenseiter im 48er-Format einen Punkt holen kann.

Was die Umfrage nicht beantwortet

Drei Einschraenkungen sollten beim Lesen der Zahlen mitgedacht werden:

  1. Die Frage ist Stimmungsmesser, nicht Prognose. Wer Deutsche befragt, bekommt deutsche Antworten - der Anteil derer, die ihre eigene Mannschaft tippen, ist bei jedem Heimland systematisch ueberhoeht.
  2. Methodik ist nicht im Detail dokumentiert. Die Sportschau hat den Eintrag im Liveblog veroeffentlicht; klassisch erhebt infratest dimap den DeutschlandTrend mit rund 1.300 Telefon- und Online-Befragten. Die genaue WM-Stichprobe nennt die Sportschau im Eintrag selbst nicht.
  3. Quoten sind keine Wahrscheinlichkeiten. Wer auf einer harten Datenbasis nachsehen will, was die Buchmacher und Modelle sagen, findet das auf der Tool-Seite WM-2026-Prognose: Wer wird Weltmeister?. Die qualitative Einordnung dazu liefert die Favoriten-Analyse der Redaktion.

Fuer den heutigen Tag bleibt: Acht Tage vor dem Eroeffnungsspiel hat die Reise des DFB-Tross nach Chicago auch im Stimmungsbild zu Hause angekommen - mit einer Vorsicht, die 2022 noch gefehlt hat.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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