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DFB-Team

DFB-Kader der Zukunft nach dem WM-Aus 2026: Diese Namen sollen den Neuaufbau tragen

Nach dem WM-Aus 2026: Neuer, Rüdiger, Groß, Goretzka gehen, Kimmich wackelt. Wer kommt? Tresoldi, Seimen, Eichhorn und die Player to Watch der DFB-Zukunft.

Von Lukas Brandt 02. Juli 2026

Florian Wirtz (17), Jamal Musiala (10) und David Raum (22) bejubeln nach dem 7:1 gegen Curacao am 14. Juni 2026 in Houston mit dem DFB-Team die Fans. Zwei Wochen und drei Spiele spaeter ist das Turnier fuer Deutschland vorbei - Wirtz und Musiala sind die klarsten Konstanten der jetzt notwendigen Neuaufbau-Phase. Foto: Zuma Press. Foto: Zuma Press via SmartFrame

Drei Tage nach der Krisensitzung mit Julian Nagelsmann in Frankfurt und sechs Tage nach dem 3:4 im Elfmeterschiessen gegen Paraguay beginnt der DFB die zweite Etappe seiner Aufarbeitung - die Personalfrage. Am 2. Juli 2026 hat die Sportschau in einer ausfuehrlichen Analyse zusammengetragen, wie die deutsche Nationalmannschaft nach dem WM-Aus 2026 aussehen koennte. Der Text bietet die konkreteste oeffentliche Kader-Perspektive seit dem Ende der WM-Kampagne in Foxborough und benennt sowohl die klaren Abgaenge als auch acht Player-to-Watch-Namen, die den Umbruch tragen sollen. Wer bleibt, wer geht, und wer kommt - der Ueberblick zum Stichtag 2. Juli 2026, 16:37 Uhr UTC.

Der Rahmen des Neuaufbaus - was jetzt konkret ansteht

Der Fahrplan der Nationalmannschaft steht in Grundzuegen. Der DFB-Kalender nach dem WM-Aus sieht die Nations-League-Gruppen-Phase im September und Oktober 2026 gegen die Niederlande, Serbien und Griechenland vor. Danach folgen die EM-2028-Qualifikations-Vorlaeufe im Fruehjahr 2027 und - im Zwei-Jahres-Rhythmus - EM 2028 in Grossbritannien-Irland und WM 2030. Der Kader-Umbau muss im September einsetzen. Es sind neun Nations-League-Spieltage plus mindestens sechs Qualifikations-Termine bis zur EM 2028; das ist der operative Rahmen, in dem die neuen Namen Startelf-Einsaetze sammeln muessen.

Zweiter Rahmen: der Trainer. Nagelsmann hat einen Ruecktritt in Foxborough ausgeschlossen (“Bin keiner, der weglaeuft”). Rudi Voeller hat ihn in der Nacht des Aus mit dem Halbsatz “noch ueberzeugt, dass er wahrscheinlich der Richtige ist” gestuetzt. Aber die Trainerdebatte um Klopp und Nagelsmann laeuft in Frankfurt und in den ARD-Studios weiter. Ob Nagelsmann den Neuaufbau tatsaechlich fuehrt oder ob Klopp - laut Schweinsteiger “wird passieren” - die Verantwortung im Herbst uebernimmt, ist am 2. Juli offen. Personelle Empfehlungen der Sportschau-Analyse gelten unabhaengig vom Trainer.

Die klaren Abgaenge - Neuer, Baumann, Gross, Ruediger, Goretzka

Fuenf Namen sind laut Sportschau-Analyse in der neuen Nationalmannschaft nicht mehr zu erwarten:

  • Manuel Neuer (40, FC Bayern) hatte den Ruecktritt bereits vor der WM auf die Zeit nach dem Turnier terminiert. Das 3:4 gegen Paraguay im Gillette Stadium war sein 125. und - so haben es Neuer und Julian Nagelsmann uebereinstimmend bestaetigt - letztes Laenderspiel. Neuer haelt damit Rekorde wie “aeltester DFB-Nationalspieler bei einer WM” und “meiste Laenderspiele eines DFB-Torhueters”.
  • Oliver Baumann (36, TSG Hoffenheim) folgt Neuer als klassische Nummer-zwei-Kraft. Sein WM 2026 bestand aus null Einsatz-Minuten. Nachfolge im DFB-Tor: Alexander Nuebel (30, VfB Stuttgart, 12 Laenderspiele) hat den ersten Zugriff, Marc-Andre ter Stegen (34, FC Barcelona) will nach der Rueckkehr aus der langwierigen Kniepatellsehnen-Reha im Sommer 2026 zurueckkehren.
  • Pascal Gross (35, Borussia Dortmund) beendet nach acht Laenderspielen die spaet begonnene Nationalmannschafts-Karriere. Sein WM-Einsatz gegen Curacao war nur eine 22-Minuten-Einwechslung.
  • Antonio Ruediger (33, Real Madrid) verabschiedet sich nach 82 Laenderspielen - und, wie die Sportschau schreibt, “mit der schwersten oeffentlichen Kritik seiner Karriere”. Nach dem dritten von Ruediger verwandelten Elfmeter im Sechzehntelfinale - der spaeter durch Jonathan Tahs verschossenen Versuch irrelevant wurde - hat er in der Kabine mit den Worten “Ich werde nie wieder fuer Deutschland spielen” seinen Abschied signalisiert.
  • Leon Goretzka (31, FC Bayern) rechnet in der Sportschau-Analyse ebenfalls mit dem Abschied. Nach der Nichtnominierung fuer die EM 2024 und einer nach 2025 erst wieder erreichten Startelf-Rueckkehr war seine WM 2026 mit einem Startelf-Auftritt gegen die Elfenbeinkueste und zwei Einwechslungen begrenzt.

Damit verliert der DFB 435 Laenderspiele auf einen Schlag - ein aehnlicher Umbruch wie nach der WM 2018 (Schweinsteiger-Lahm-Klose-Gomez).

Die Wackelkandidaten - Kimmich, Gnabry, Sane

Drei Namen stehen laut Sportschau zur Debatte, ohne dass Ruecktritt oder DFB-Ausschluss bislang formal absehbar sind:

  • Joshua Kimmich (31, FC Bayern) hatte am 1. Juli auf Instagram ein Kapitaens-Statement veroeffentlicht, in dem er die eigene Alters-Generation als “Generation gar Nix” bezeichnete - “Das macht mich fertig.” Der Kapitaen war bei der WM 2026 wie schon 2018 und 2022 im ersten K.-o.-Spiel raus; die dritte fruehe Aus-Erfahrung ist der emotionale Bruch. In einer “radikalen” Umbau-Lesart der Sportschau hat Kimmich mit 31 Jahren nur noch eine begrenzte Rolle; in einer moderaten Uebergangs-Lesart bleibt er als Achter mit Kapitaens-Vergangenheit fuer die Nations League 2026 relevant. Die Kapitaens-Binde selbst duerfte am 4. September gegen die Niederlande neu vergeben werden.
  • Serge Gnabry (30, FC Bayern) ist nach Sportschau-Formulierung “verletzungsanfaellig, inkonstant”. Gnabry hatte bei der WM insgesamt 87 Einsatzminuten, kein Tor, keine Vorlage. Sein WM-Ende steht laut Analyse in Verbindung mit seiner Rueckkehr in die Bayern-Startelf im Sommer 2026 - schafft er die, bleibt er im Kader, verliert er das interne Formcheck-Match gegen Karim Adeyemi (Borussia Dortmund) und Jamie Leweling (VfB Stuttgart), war sein Foxborough-Halbzeit-Einsatz das letzte Laenderspiel.
  • Leroy Sane (30, AS Rom) wird von der Sportschau als “underwhelming” beschrieben und braucht “Top-Leistungen in der Champions League”. Nach der Sportschau-Formcheck-Debatte vor der WM 2026 hatte Sane die Erwartungen nicht erfuellt; im Achtelfinale-Aus im Elfmeterschiessen brachte er keinen der drei Sekunden-Vor-Ort-Ansaetze zur Torchance. Sanes Rom-Wechsel im Sommer 2025 bedeutet auch, dass Nagelsmann und sein moeglicher Nachfolger nur noch selten aus der Naehe schauen koennen.

Player to Watch - die jungen Namen, die kommen sollen

Der wichtigste Teil der Sportschau-Analyse ist die konkrete Neuaufbau-Liste. Acht Spieler stehen mit Namen fuer die Neuaufbau-Phase; alle acht haben in der Saison 2025/26 relevante Startelf-Einsaetze in Bundesliga, Premier League, Belgien oder 2. Bundesliga gesammelt.

Torhueter der Zukunft - Seimen, Jeltsch, Coulibaly

  • Dennis Seimen (20, VfB Stuttgart): Der U21-Torhueter hat sich beim VfB als Nummer eins nach Sebastian Hoeness’ Wechsel ins Zentrum bewiesen. Seimen zaehlt seit U17-EM 2023 zu den festen Sichtungs-Namen des DFB und wird - wenn Alexander Nuebel im Rennen um die Neuer-Nachfolge scheitert - zum realistischen Nummer-eins-Kandidaten fuer EM 2028.
  • Finn Jeltsch (19, VfB Stuttgart): U17-Weltmeister 2023 mit dem DFB (Finale gegen Frankreich im Manahan Stadium). Beim VfB fehlt ihm noch der Bundesliga-Durchbruch - aber die Sportschau-Analyse liest die Kombination Seimen-Jeltsch als kommendes Stuttgart-Torhueter-Duo.
  • Karim Coulibaly (19, Werder Bremen): U21-Debuetant, im U21-Trainingslager im Fruehjahr 2026 aufgefallen. Bremer Nachwuchs-Produkt, in der Reserve zur Nummer eins geworden, in der Ersten Mannschaft aktuell Nummer drei.

Zentrum und Achter - Eichhorn, Jander, Roehl

  • Kennet Eichhorn (16, Bayer Leverkusen): Der juengste Torschuetze der 2. Bundesliga-Geschichte - Eichhorn traf mit 15 Jahren und 344 Tagen im April 2026 fuer den SV Elversberg (Leihe). Zurueck in Leverkusen soll er nach der Sommer-Vorbereitung 2026 in den Erste-Mannschaft-Kader integriert werden. Eichhorn ist ein 8er mit Torgefahr - der Prototyp eines modernen Achter-Zehner-Hybrids.
  • Caspar Jander (23, FC Southampton): Nach dem Aufstieg 2025 mit Southampton in die Premier League ist Jander als klassischer Box-to-Box-Achter zur unverzichtbaren Stuetze geworden. Sein WM-2026-Zug ging ab - fuer die Nations-League-Phase im Herbst ist er der aussichtsreichste Sechs-Kandidat aus dem Ausland.
  • Merlin Roehl (23, FC Everton): 13-facher U21-Nationalspieler, im Sommer 2025 vom SC Freiburg nach Merseyside gewechselt. Sein Everton-Debuet in der Premier League markiert den fussballerisch offensivsten der Achter-Kandidaten der Nagelsmann-Neu-Aera.

Sturm und Fluegel - Tresoldi, Ben Farhat

  • Nicolò Tresoldi (21, FC Bruegge): Sein Stat-Line der Saison 2025/26 ist die auffaelligste Belege der ganzen Liste - 32 Torbeteiligungen in 57 Pflichtspielen, davon Tore beim FC Barcelona (Champions League) und Atletico Madrid (Champions League). Der doppelt-staatsbuergerschaftliche Deutsch-Italiener hatte sich Anfang 2025 fuer die U21 des DFB entschieden. In der DFB-Analyse ist er der einzige Kandidat, der fuer einen Neun-Zehner-Zwitter unmittelbar A-Reife hat.
  • Louey Ben Farhat (19, Karlsruher SC): Technisch stark, spielt im 4-2-3-1 als Zehner oder auf beiden Fluegeln. Der KSC-Youngster war 2025/26 fuer 7 Tore und 8 Vorlagen in der 2. Bundesliga verantwortlich; seine Ballfuehrung im engen Raum vergleicht die Sportschau vorsichtig mit dem fruehen Florian Wirtz.

Junior-Sami-Loesung ausgeblieben - Khedira und die Sportdirektor-Frage

Neben den Spielern verhandelt der DFB auch die Personalie hinter dem Trainer. Der kicker hat am 2. Juli 2026 mit einer eigenen Recherche bestaetigt, dass Sami Khedira (39) “mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit” nicht als Sportdirektor kommt. Der Weltmeister von 2014 arbeitet seit 2023 als Berater bei Hertha BSC und hat dort eine strategisch verankerte Rolle, die er nach eigener Aussage nicht kurzfristig aufgeben moechte. Die Sportdirektor-Position wird durch das Ende der Aera Rudi Voeller (seit 15. Januar 2023 im Amt) zunehmend zur Personalfrage; Nils Schmadtke (46), Fredi Bobic (54) und Rouven Schroeder (50) werden intern verhandelt, ohne dass eine der drei Personalien am Stichtag 2. Juli bestaetigt oder dementiert war. Die Sportdirektor-Frage ist neben der Trainer-Frage die zweite personelle Grossbaustelle des Sommers 2026.

Der Fahrplan - Nations League, EM 2028, WM 2030

Der operative Neuaufbau beginnt in nicht mehr als 63 Tagen. Am 4. September 2026 spielt die deutsche Nationalmannschaft das Auftakt-Nations-League-Duell gegen die Niederlande in Amsterdam. Es folgen am 7. September Serbien und am 8. Oktober Griechenland zuhause und in Athen. Wer immer die Trainer-Bank besetzt - Nagelsmann, Klopp oder eine dritte Loesung - muss bis dahin einen Kader nominieren, in dem die Player-to-Watch-Namen ihren ersten Auftritt bekommen. Die Zielhorizonte danach sind klar: die EM 2028 in Grossbritannien-Irland (Juni-Juli 2028) und die WM 2030 in Spanien, Portugal, Marokko und mit Jubilaeums-Spielen in Uruguay, Argentinien und Paraguay (Juni-Juli 2030). Beide Turniere sind fuer die 2007er- und 2008er-Jahrgaenge um Eichhorn und Ben Farhat der Bereich, in dem der Neuaufbau messbar wird - und in dem sich zeigt, ob die “Generation gar Nix” das war, was Kimmich behauptet hat, oder ob sie die letzte Etappe einer Uebergangsphase war, an deren Ende eine neue Generation den DFB traegt.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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