DFB-Team zahlt Bus für 600 Fans nach East Rutherford
Joshua Kimmich und die DFB-Spieler übernehmen die Bus-Kosten für 600 Fan-Club-Mitglieder vom Großraum New York zum dritten Gruppenspiel gegen Ecuador am 25. Juni 2026 im MetLife Stadium - Reaktion auf die hohen Nahverkehrspreise rund um die WM 2026.
Von Lukas Brandt 10. Juni 2026
Mit dem ersten WM-Auftritt der DFB-Elf am 14. Juni gegen Curaçao steht der Beginn von Deutschlands Gruppenphase fest - das dritte Gruppenspiel gegen Ecuador am 25. Juni in East Rutherford wirft schon jetzt ein eigenes Schlaglicht. Kapitän Joshua Kimmich und die DFB-Spieler bezahlen den Bus-Transport für 600 Fans vom Großraum New York zum Stadion. Das berichtete sportschau.de am 10. Juni aus dem WM-Liveblog. Die Mannschaft reagiert damit auf die in mehreren WM-Spielorten stark gestiegenen Preise im öffentlichen Nahverkehr.
Was die Mannschaft konkret bezahlt
Die DFB-Spieler übernehmen die Kosten für den Bus-Transport von 600 Mitgliedern des Fan-Clubs Nationalmannschaft von New York City zum Stadion in East Rutherford. Inhaltlich ist das ein eng zugeschnittenes Paket: kein Reise-Komplettpaket, kein Hotel-Zuschuss, kein Ticket-Sponsoring - nur die Bus-Strecke zum Spielort und zurück. Initiiert wurde die Aktion aus dem Spielerkreis heraus, koordiniert wird sie über die etablierten Strukturen des Fan-Clubs Nationalmannschaft.
Die Größenordnung ist überschaubar, aber sichtbar: 600 Plätze entsprechen ungefähr einer einzigen ICE-Vollbesetzung oder einem Dutzend Reisebussen. Im Stadion mit 82.500 Plätzen ist das ein Tropfen, im Fan-Block aus Deutschland ein deutlich vernehmbares Signal.
Kimmich als Initiator: Kapitäns-Gestus im WM-Camp
Dass die Aktion mit dem Namen Joshua Kimmich verknüpft wird, ist kein Zufall. Der Kapitän hat sich seit der Übernahme der Binde unter Julian Nagelsmann zur Stimme der Mannschaft auf gesellschaftspolitisch sensiblen Themen entwickelt - der ZDF-Doku-Auftritt vor dem WM-Auftakt zeigte zuletzt, wie bewusst er den Kapitäns-Job kommunikativ besetzt.
Die Fan-Bus-Aktion ist die direkte Übertragung dieser Logik auf das Reise-Thema rund um die WM 2026: Wenn die Anreise für Fans aus Deutschland in den USA durch die Nahverkehrspreise teurer wird als erwartet, übernimmt der Spielerkreis einen Teil des Problems - sichtbar, klar zugeordnet, ohne den Umweg über einen Sponsor.
Anmeldung über den Fan-Club Nationalmannschaft - Lotterie bei Überzeichnung
Die Plätze gehen nicht an die breite Öffentlichkeit. Berechtigt sind Mitglieder des Fan-Clubs Nationalmannschaft, der seit 2003 vom DFB betrieben wird und während WM-Turnieren das offizielle Auswärts-Reisegerüst stellt. Wenn die Nachfrage die 600 Plätze überschreitet - und davon ist auszugehen, weil das Ecuador-Spiel in unmittelbarer Reichweite vieler ohnehin in New York reisenden Fans liegt - entscheidet ein Losverfahren über die Zuteilung.
Das ist die gleiche Mechanik, die der DFB schon bei knappen Ticket-Kontingenten in der Vergangenheit angewandt hat. Vorteil: keine First-come-first-served-Hektik in den ersten Minuten nach Bekanntgabe. Nachteil: Wer kurzfristig nach New York reist, hat keinen garantierten Slot.
Warum die Aktion nötig wurde: Nahverkehrspreise in New York
Der Hintergrund der Initiative liegt in den Preisen im öffentlichen Nahverkehr rund um die WM-Spielorte. Sportschau-Berichte und Fan-Erfahrungen aus den ersten Testreisen sprechen von deutlich angehobenen Bus-, Pendler- und Park-Tarifen im Großraum New York während des Turniers. Wer als Tagesreisender aus Manhattan nach East Rutherford pendelt, zahlt für Hin- und Rückweg im Schnitt deutlich mehr als bei einem regulären NFL-Heimspiel der Giants oder Jets - bei Spielen mit erwarteten 80.000 Zuschauern wirkt sich die Preisstaffel zusätzlich aus.
Die DFB-Spieler reagieren mit einem konkreten Geld-Einsatz, nicht mit einer Erklärung. Ähnlich wie das Quartier in Winston-Salem als bewusste Standort-Entscheidung gegen die Großstadt-Hektik gewählt wurde, setzt die Mannschaft hier auf eine pragmatische Geste, die Fans direkt erreicht.
Das WM-Setting drumherum: Ecuador, MetLife Stadium, Gruppe E
Das Spiel selbst: Ecuador gegen Deutschland, dritter Spieltag der Gruppe E, Donnerstag 25. Juni 2026, Anstoß 22:00 Uhr MESZ (16:00 Uhr Ortszeit) im MetLife Stadium in East Rutherford. Die genaue Match-Konstellation und die finalen Aufstellungen laufen wie üblich auf der Match-Datenseite Ecuador - Deutschland zusammen.
Tabellarisch ist Ecuador für die DFB-Elf ein anderer Stresstest als Curaçao am 14. Juni oder die Elfenbeinküste am 20. Juni - ein konditionsstarker, taktisch geschulter Gegner mit FIFA-Rang im oberen Drittel, geführt von Sebastián Beccacece, mit Moisés Caicedo (Chelsea) als Mittelfeldachse. Wie sich der Kader des Gegners Ecuador entwickelt, hat unmittelbaren Einfluss auf die Endplatzierung in Gruppe E - und damit darauf, in welcher Hälfte der K.-o.-Runde Deutschland landet.
Für die 600 Fans im Bus geht es allerdings erstmal nur um eines: rechtzeitig vor Anpfiff am Stadion zu sein. Die DFB-Spieler nehmen ihnen die teuerste Etappe ab.
Was als nächstes passiert
Die Anmelde- und Lotterie-Details für die Fan-Club-Mitglieder werden in den kommenden Tagen über die offiziellen Kanäle des Fan-Clubs Nationalmannschaft kommuniziert. Zwischen WM-Auftakt am 11. Juni und dem DFB-Eröffnungsspiel am 14. Juni bleibt das Camp in Winston-Salem im Fokus - das Ecuador-Spiel und die Bus-Aktion rücken in der Berichterstattung näher heran, sobald die ersten beiden Gruppenspiele gespielt sind.
Bis dahin gilt für interessierte Fans: Mitgliedschaft im Fan-Club Nationalmannschaft prüfen, Anmeldefenster im Auge behalten, Reise nach New York gegebenenfalls flexibel halten. Die Plätze im Bus sind begrenzt - die Symbolik aus dem Spielerkreis bleibt es nicht.
Autor
Lukas BrandtRedakteur WM & DFB-Team
Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.
Mehr aus DFB-Team
Julian Nagelsmann, WM-Neuling mit 38: mit Curaçao beginnt das Turnier seines Lebens
10.06.2026
DFB-TeamUrbig auf dem DFB-Mannschaftsfoto: Wie der 27. Spieler zum Novum wird
10.06.2026
DFB-TeamVöller eröffnet die DFB-PK-Serie in Winston-Salem: kein Lagerkoller, Neuer fit, Frust über Artans Visa-Absage
10.06.2026