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WM 2026

Mexiko-Suedkorea 1:0: Romo nutzt Kim-Patzer, Mexiko vorzeitig im Sechzehntelfinale

Spielbericht Mexiko - Suedkorea (1:0, 18.06.2026 Estadio Akron): Luis Romo trifft in der 50. Minute nach Kim-Patzer, Mexiko vorzeitig Gruppensieger in A.

Von Lukas Brandt 19. Juni 2026

Luis Romos Jubel nach dem 1:0 in der 50. Minute: Der Cruz-Azul-Mittelfeldspieler nutzt einen Patzer von Suedkoreas Torhueter Seung-gyu Kim und schiebt ins leere Tor (Foto: Zuma Press). Foto: Zuma Press via SmartFrame

Mexiko ist vorzeitig im Sechzehntelfinale. Am Donnerstagabend Ortszeit, in Deutschland am Freitagmorgen um 03:00 Uhr MESZ, gewann der Co-Gastgeber das MD2-Spitzenspiel der Gruppe A im Estadio Akron in Guadalajara 1:0 gegen Suedkorea. Luis Romo traf in der 50. Minute, nachdem Torhueter Seung-gyu Kim und Innenverteidiger Gi-hyuk Lee unter einer hohen Flanke kollidiert waren - der Ball glitt dem Keeper aus den Haenden direkt vor die Fuesse des Mexikaners. Vor 45.522 Zuschauern war es eine zaehe, taktisch gefuehrte Partie, die Mexiko mit der ersten echten Strafraum-Aktion entschied. Mexiko ist damit nach zwei Spielen Gruppensieger und wird Anfang Juli erneut im Estadio Azteca antreten - dann im Sechzehntelfinale.

Die Schluesselszene: der Kim-Lee-Zusammenstoss in der 50.

Es war die erste Aktion nach der Pause, die das Spiel kippte. Eine Flanke der Mexikaner segelte in den koreanischen Strafraum, Kim loeste sich aus dem Tor, um die Kugel im Vollsprung abzufangen - und stiess gleichzeitig mit Lee zusammen, der den Ball ebenfalls verteidigen wollte. Die Sportschau formuliert die Szene knapp: “Kim brachte den Ball nicht unter Kontrolle, der Ball glitt ihm aus der Hand, und Romo musste nur noch ins leere Tor einschieben.”

Romo brauchte einen halben Schritt, dann hatte er den Ball ueber die Linie geschoben. Es war das erste Pflichtspieltor des 30-jaehrigen Cruz-Azul-Mittelfeldspielers bei der WM 2026 - und der Lohn fuer einen Mexikaner, der bis zur Pause kaum sichtbar gewesen war.

Fuer Kim war es eine bittere Pointe. Der 36-jaehrige Routinier vom japanischen Verein Jubilo Iwata hatte beim 2:1 gegen Tschechien am MD1 noch zwei wichtige Paraden gezeigt. Diesmal kostete sein Patzer den Punkt - und mit ihm den moeglichen Gruppensieg.

Was vor Romo geschah: 49 Minuten Schach mit kleinen Stichen

Aus der Sicht der Spielverlauf-Statistik war die erste Halbzeit ein Buchhaltungs-Wettlauf. Lee Kang-in holte sich nach einem Foul an Romo bereits in der 4. Minute Gelb - laut Sportschau die schnellste Gelbe Karte bei der WM 2026 bisher. Eine fruehe Warnung, die der PSG-Profi in der Spielfuehrung jedoch nicht voll umsetzen konnte.

In der 16. Minute hatte Suedkorea die erste grosse Chance. Heung-min Son hob den Ball ueber Torhueter Raul Rangel - die scheinbar perfekte Spielzug-Pointe. Doch Edson Alvarez rettete im Vollsprung mit einer Fallrueckzieher-Rettung auf der Linie. Eine spektakulaere Aktion des Bayern-Muenchen-Mittelfeldspielers - die ohnehin keine Wirkung gehabt haette, weil die Linienrichterin Sons Lauf wegen Abseits bereits abgepfiffen hatte. Trotzdem: ein Statement-Moment Alvarez’, der nach seinen Auftritten gegen Suedafrika auch hier seine Tournee-Form bestaetigte.

In der 20. Minute kam Mexiko zur ersten echten Tor-Chance: Julian Quinones koepfte eine Roberto Alvarado-Flanke ueber das koreanische Tor. Bis zur Pause blieb es die letzte klare Aktion. Hong Myung-bos Mannschaft kontrollierte die Mitte ueber Lee Kang-in, Hwang In-beom und Son, fand aber keine Loesung gegen das mexikanische Mittelfeld um Erick Sanchez, Alvarez und Romo.

Eine Minute vor Pfiff der ersten Hexenstunde, in der 49. Minute, schlug das Aluminium in koreanischer Hinsicht. Jesus Gallardo zog aus der zweiten Reihe ab - die Querlatte rettete Suedkorea und liess die koreanischen Fans glauben, ihr Team koenne unbeschadet in die zweite Halbzeit gehen. Tatsaechlich folgte 60 Sekunden spaeter Romo’s Tor. Naeher dran war die Querlatte am Spiel als das, was danach kam.

Wie Suedkorea zurueckkam: die Rangel-Doppelparade in der 87.

Nach dem Rueckstand waeren Hong Myung-bo und sein Stab gezwungen, die Defensiv-Sicherheit zugunsten der Tor-Suche aufzugeben. Suedkorea schob ab der 70. Minute die Aussenverteidiger hoeher, brachte zusaetzliche Offensivkraefte und verdichtete den Druck. Mexikos Mittelfeld verlor die Kontrolle, weil Aguirre drei zentrale Mittelfeldspieler einwechselte und das Mittelfeld neu sortieren wollte.

Die grosse Korea-Chance kam in der 87. Minute. Gue-sung Cho kam zentral zum Kopfball aus rund acht Metern - Rangel parierte den Versuch in einer aufwendigen Reaktion, blieb auf der Linie und stoppte die Direkt-Nachschuss-Aktion auf der Torlinie. Es war die Schlussszene des Spiels, die nicht in den Spielbericht eingegangen ist, weil Mexiko Sekunden spaeter die Notbremse durch Auswechslung legte. Ein Doppelschlag des Torhueters von Pumas UNAM, der die mexikanische Null rettete - und damit die Tordifferenz, die in der Tabelle ueber den vorzeitigen Gruppensieg entschied.

Aguirre nach dem Spiel: “Ein Fehler hat gereicht”

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel formulierte Javier Aguirre die Spielanalyse direkt. “Es war ein sehr taktisch ausgerichtetes Spiel und nicht immer schoen anzusehen fuer die Fans. Aber die Anhaenger waren grossartig. Der Rueckhalt hat geholfen und uns getragen. Am Ende hat ein Fehler gereicht, damit wir die Partie fuer uns entscheiden konnten.”

Es war die nuechterne Lesart eines Trainers, der das Spiel von Anfang an als Charakter-Test verstand und in Kauf nahm, dass das aesthetische Ergebnis darunter litt. Mit dem Punktekonto von sechs aus zwei ist Mexiko vorzeitig durch und kann am MD3 gegen Tschechien das Vorprogramm fuer das Sechzehntelfinale ohne weiteren Druck gestalten.

Hong Myung-bo aeusserte sich nach dem Spiel zurueckhaltend. Die KFA-Strategie, nach dem Sons Geschmaeckle-Streit mit der koreanischen Presse Medientermine zu reduzieren, blieb auch im Abschluss-Statement spuerbar - Hong sprach kurz auf der englischsprachigen Pressekonferenz und hielt sich mit Personalfragen zurueck.

Gruppe A nach MD2: Mexiko vorzeitig, Suedkorea Zweiter

Mit dem MD2-Sieg liest sich die Tabelle der Gruppe A so:

  • Mexiko: 2 Spiele, 6 Punkte, Tordifferenz +3 - vorzeitig Sechzehntelfinalist und Gruppensieger.
  • Suedkorea: 2 Spiele, 3 Punkte, 0 Tordifferenz - bestmoeglicher Zweiter, Sieg gegen Suedafrika reicht zum Weiterkommen.
  • Tschechien: 2 Spiele, 1 Punkt, -1 - mit Pflichtsieg gegen Mexiko und etwas Schuetzenhilfe noch im Rennen.
  • Suedafrika: 2 Spiele, 1 Punkt, -2 - braucht Sieg gegen Suedkorea und Schuetzenhilfe.

Mexikos vorzeitige Qualifikation ergibt sich aus der Mathematik der Gruppe: Selbst wenn Suedkorea das Endspiel der Gruppe gegen Suedafrika gewinnt und Mexiko parallel gegen Tschechien verliert, kommt der Co-Gastgeber im direkten Vergleich nicht mehr ein. Der einzige offene Mexiko-Punkt fuer MD3 ist, ob Aguirre rotiert oder die Stammelf weiterhin zusammenhaelt.

Was MD3 jetzt entscheidet

Beide MD3-Spiele finden parallel am Donnerstag, dem 25. Juni 2026, um 03:00 Uhr MESZ statt. Mexiko empfaengt Tschechien im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt - ein Spiel ohne sportlichen Druck, das Aguirre als Generalprobe fuer das Sechzehntelfinale nutzen kann. Suedkorea trifft im Estadio BBVA in Monterrey auf Suedafrika - eine Begegnung, die rechnerisch das Sechzehntelfinal-Ticket entscheidet. Die Parallel-Partie zwischen Tschechien und Suedafrika ist 1:1 ausgegangen - der dort gewonnene Punkt erhaelt die Hoffnung der beiden Schlusslichter am Leben, ohne dass sie sich selbst aus eigener Kraft helfen koennten.

Fuer Mexiko ist die Bahn frei. Das Sechzehntelfinale im Estadio Azteca am Mittwoch, dem 1. Juli 2026 um 03:00 Uhr MESZ, gegen den Zweitplatzierten einer noch zu ermittelnden Gruppe wird die naechste Station auf dem Weg ins Heim-Viertelfinale sein. Mit dem Schwung von zwei Siegen aus zwei Spielen und dem Statement, dass die Gruppe A schon nach 180 Minuten entschieden ist.

Suedkorea hingegen muss sich von einer Pleite mit guten Phasen erholen. Die Mannschaft hatte phasenweise mehr Spielanteile als der Co-Gastgeber, lieferte sich aber selbst eine Strafraumszene aus, die das Spiel verlor. Hong Myung-bo wird Kim wohl trotzdem im Tor halten - andere Optionen sind im WM-Kader 2026 der Koreaner duenn gesaet. Aber die Diskussion um die Linksverteidiger-Frage (Lee oder Hwang) und um das Gallardo-Latte-Glueck Suedkoreas, die in einer anderen Erzaehlung den 0:0-Punkt geholt haette, wird die naechsten 6 Tage in Hongs Stab beherrschen.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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