Messi meldet sich nach dem Tod seines Vaters Jorge: "Grosse Zweifel, ob ich das noch lange tun werde"
Lionel Messi hat am 12. August 2026 nach dem Tod seines Vaters Jorge auf Instagram Karriereende-Zweifel geaeussert und erstmals offengelegt, wie krank sein Vater waehrend der WM 2026 war.
Von Marco Feldmann 12. August 2026
Lionel Messi hat am Mittwochspaetnachmittag, 12. August 2026, auf Instagram einen persoenlichen Text an seinen wenige Tage zuvor verstorbenen Vater Jorge veroeffentlicht - und in dem Post erstmals offen ueber ein moegliches Karriereende gesprochen. Der Kernsatz: “Ich habe einfach nur Fussball gespielt, und jetzt habe ich grosse Zweifel, ob ich das noch lange tun werde.” Der Post ist zugleich die bislang detaillierteste Rueckschau des 39-Jaehrigen auf die WM 2026 und offenbart, wie sehr die schwere Krankheit seines Vaters ihn wenige Wochen zuvor bei der Weltmeisterschaft in USA, Kanada und Mexiko im Griff hatte.
Was Messi am 12. August auf Instagram geschrieben hat
Der Post ist in drei Bloecke gegliedert - Karriereende-Andeutung, Abschied vom Vater und WM-2026-Rueckschau. Zum sportlichen Teil schreibt Messi laut Uebersetzung von sportschau.de: “Ich habe einfach nur Fussball gespielt, und jetzt habe ich grosse Zweifel, ob ich das noch lange tun werde.”
An seinen Vater richtet er im emotionalsten Passus des Posts die Frage: “Warum konntest du nicht noch ein kleines bisschen laenger durchhalten, damit wir es gemeinsam zu Ende bringen koennen?” Und weiter: “Ich weiss nicht, was ich ohne dich tun und wie ich weitermachen soll.” Er koenne nicht glauben, dass sein Vater gegangen sei, “ich will es nicht begreifen”.
Auch die Todesumstaende schildert Messi in kurzen Zeilen: “Ich weiss, dass du gelitten hast und dass es so das Beste ist, aber du bist viel zu frueh gegangen. Wir haetten noch so viel gemeinsam erleben und geniessen koennen.”
Was neu ist an den WM-2026-Enthuellungen
Bislang war die genaue Ursache fuer Messis auffaellig zurueckhaltende WM-Form im Vorrundenteil nur Gegenstand von Spekulationen. Der 12.08-Post beantwortet mehrere offene Fragen auf einmal - und stellt die gesamte Turnier-Erzaehlung der argentinischen Titelverteidigung in ein neues Licht.
- “So schlecht wie nie zuvor”: Zum Turnierauftakt in Dallas fuehlte sich Messi nach eigener Aussage koerperlich am schlechtesten Punkt seiner Karriere. Der Bezug zur Vater-Krankheit ist im Post explizit gemacht.
- Das Ziel im KO-Bogen: Messi berichtet, sein Vater habe ihn mehrfach gebeten, an der WM in den USA teilzunehmen. Sein sportliches Motiv im Turnier: “so weit wie moeglich zu kommen, um dir Zeit zu verschaffen, damit du wenigstens ein Spiel sehen kannst”.
- Die Finalniederlage: Zum 0:1 nach Verlaengerung gegen Spanien durch Ferran Torres in der 106. Minute im MetLife Stadium sagt Messi: “Ich habe es nicht geschafft, meine Beine haben einfach nicht mehr mitgemacht. Ich habe versucht, gegen meinen Koerper anzukaempfen, aber ich konnte nicht. Ich habe mich nie wirklich gut gefuehlt.”
- Die Fehlmeldung: Waehrend der WM hatte ein Sender im Land des dreimaligen Weltmeisters faelschlicherweise den Tod von Jorge Messi verkuendet. Der Vorgang war damals als Boulevard-Ausrutscher eingeordnet worden - Messi bestaetigt jetzt indirekt, dass die Erkrankung im Hintergrund tatsaechlich sehr ernst war.
Fuer die argentinische Titelverteidigung, die den WM-Kader 2026 unter Scaloni mit einer 39-jaehrigen Kapitaenslegende in ihr vermutlich letztes grosses Turnier geschickt hatte, ist das ein neuer biografischer Rahmen: Der KO-Bogen mit Kap Verde 3:2 n.V., Aegypten 3:2, Schweiz 3:1 n.V. und dem Halbfinal-2:1 gegen England, fuer den Messi im Vorher-Portrait als “Herzstueck” des Comeback-Koenige-Motivs gefeiert wurde, war nach dieser Darstellung immer auch ein Wettlauf gegen eine private Uhr.
Wer Jorge Messi war
Jorge Horacio Messi wurde 1958 in Rosario geboren und starb dort in der Nacht auf Samstag, 8. August 2026, im Alter von 68 Jahren in einer Klinik. Die Todesursache wurde bis Redaktionsschluss (12.08. 18:00 MESZ) nicht kommuniziert.
Messi Senior war zeitlebens der wichtigste Manager im Umfeld seines beruehmten Sohnes. Er verhandelte den historischen Wechsel Lionels von der La Masia des FC Barcelona - wo Lionel 2000 als 13-Jaehriger eingezogen war - in den Profikader, den Vertragsstreit 2020 rund um Barcelonas Ausstiegsklausel-Anfechtung und die beiden folgenden Klub-Wechsel: den ueberraschenden Transfer zu Paris Saint-Germain im August 2021 und den Wechsel zu Inter Miami CF in Major League Soccer im Sommer 2023. Auch die Umsatz- und Sponsoring-Verhandlungen der Familie liefen ueber ihn. Jorge Messi war Vater von vier Kindern.
Vom 20. Juli zum 12. August - der Sequel-Bogen
Der 12.08-Post steht in direkter Linie zu Messis Instagram-Nachricht vom 20. Juli 2026, rund 24 Stunden nach der Finalniederlage im MetLife Stadium. Damals hatte er von einem “unermesslichen Schmerz” und einer “Wunde, die Zeit zum Heilen braucht” gesprochen und die Frage nach seiner Zukunft in der Albiceleste bewusst offen gelassen. Der Deutungsrahmen war ein sportlicher: verlorenes Finale, offen gelassener Ruecktritt.
Der Post vom 12.08. dreht diesen Rahmen. Die “Wunde” hat jetzt einen zweiten Ursprung - eine schwere familiaere Erkrankung, die zeitgleich mit dem Turnier ihre entscheidende Zuspitzung erlebte. Und die Karriereende-Frage ist erstmals als “grosse Zweifel” formuliert; das ist deutlich schaerfer als der Sommer-Post.
Was das fuer Klub und Nationalmannschaft bedeutet
Sportlich bleibt Messis unmittelbare Zukunft an Inter Miami CF gebunden: Der Vertrag mit David Beckhams Klub laeuft nach mehreren US-Berichten bis 31. Dezember 2028. Ein Karriereende vor Vertragsende ist arbeitsrechtlich moeglich, aber wirtschaftlich sowohl fuer Messi als auch fuer Inter Miami und die MLS ein millionenschwerer Einschnitt.
Fuer die argentinische Nationalmannschaft ist die Lage doppelt offen: Trainer Lionel Scaloni hatte die Pressekonferenz nach dem Finale abgebrochen und selbst keine belastbare Zukunftsaussage getroffen; die Team-Heimkehr nach Ezeiza fand ohne Messi statt, der Kapitaen flog stattdessen direkt in seine Heimatstadt Rosario. Die AFA hat bislang keinen konkreten Termin fuer die Neubestimmung der Nationalmannschafts-Fuehrung kommuniziert; die suedamerikanische WM-Qualifikation 2030 beginnt erst im September 2027.
Auf der Argentinien-Pillar-Seite zur WM 2026 wird der Post als Teil des Post-Turnier-Chapters gefuehrt. Ein formeller Ruecktritt Messis vom Nationalteam ist am 12.08. weder ausgesprochen noch dementiert - die naechsten Wochen entscheiden, ob der Karriereende-Zweifel zur Ankuendigung wird oder ob Messi wie 2016 nach dem Copa-America-Finale und wie 2022 nach dem WM-Titel den Rueckzug am Ende wieder relativiert.
Autor
Marco FeldmannRedakteur Internationaler Fußball
Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.
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