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WM 2026

Niederlande 2:1 Serbien: Zirkzee entscheidet in Eindhoven und schiebt Oranje in Gruppe A2 an Griechenland vorbei

Niederlande gewinnt in Eindhoven 2:1 gegen Serbien. Koopmeiners (31.), Cvetkovic (35.), Zirkzee (72.). Oranje springt in Gruppe A2 an Griechenland vorbei auf Platz 1.

Von Marco Feldmann 05. Oktober 2026

Teun Koopmeiners (Niederlande) beim WM-2026-Gruppenspiel gegen Japan in Dallas, 14. Juni 2026 - knapp vier Monate spaeter traf der Juventus-Achter in der 31. Minute per direktem Freistoss zum 1:0 im Philips Stadion Eindhoven gegen Serbien (Foto: Zuma Press). Foto: Zuma Press via SmartFrame

Das war der Abend, an dem die Nations-League-Gruppe A2 ihre Spitze neu sortierte. Waehrend sich die DFB-Elf parallel in Thessaloniki in einem torlosen 0:0 gegen Griechenland verzettelte, gewann die Niederlande am Sonntagabend im Philips Stadion Eindhoven mit 2:1 gegen Serbien - und ueberholte Griechenland an der Tabellenspitze der Gruppe A2. Teun Koopmeiners (31. Minute per Freistoss) brachte Oranje in Fuehrung, Mihajlo Cvetkovic (35. per Kopf) glich vier Minuten spaeter aus, Joshua Zirkzee (72. nach Pausenwechsel) traf zum Siegtreffer. Der kicker-Spielbericht nannte das Resultat einen “schmucklosen Pflichtsieg, der in den Schlussminuten gehoerig wackelte”; die Oranje blieb damit auch im vierten Pflichtspiel unter Bondscoach Xavi ungeschlagen und steuert auf das Viertelfinale der Nations League zu. Fuer die DFB-Elf heisst das: Platz 1 der Gruppe ist nur noch mit einer perfekten November-Doppelrunde zu erreichen.

Koopmeiners 31. - der Freistoss, der die Fuehrung bringt

Oranje hatte das Spiel vom Anpfiff weg kontrolliert, aber lange keinen klaren Durchbruch gefunden. Die Fuehrung fiel aus einer Standard-Situation: In der 31. Minute foulte Strahinja Pavlovic (bereits mit Gelb vorbelastet) etwa 22 Meter halbrechts vor dem serbischen Tor Ryan Gravenberch. Teun Koopmeiners trat an und zirkelte den Freistoss ueber die Mauer ins linke untere Eck. Keeper Nemanja Jovic reagierte zu spaet - 1:0. Es war das zweite Nations-League-Tor des Juventus-Achters in diesem Zyklus und sein zweiter Freistoss-Treffer in einem Jahr fuer die Nationalmannschaft.

Besonders bemerkenswert: Koopmeiners stand erst seit 20 Minuten als designierter Freistoss-Schuetze auf dem Platz, nachdem Memphis Depay nicht in der Startelf stand. Bondscoach Xavi hatte den Routinier auf die Bank gesetzt und das offensive Dreier-Zentrum mit Reijnders, Gravenberch und Koopmeiners besetzt. Die Rotation zahlte sich mit dem Freistoss-Fuehrungstreffer sofort aus.

Cvetkovic 35. - der Ausgleich nach vier Minuten

Die Freude der 35.000 Zuschauer im Philips Stadion dauerte vier Minuten. In der 35. Minute brachte Aleksa Terzic eine Flanke von der linken Seite scharf in den Oranje-Strafraum. Mihajlo Cvetkovic, der 20-jaehrige Fiorentina-Stuermer, setzte sich zwischen Van Dijk und Ake durch und koepfte aus etwa sieben Metern platziert ins rechte untere Eck - unhaltbar fuer Keeper Mark Flekken.

Es war das erste Nations-League-Laenderspieltor des jungen Serben nach seinem Pflichtspiel-Debuet gegen die Niederlande vor einer Woche in Belgrad. Cvetkovic reiht sich damit in die Reihe der Dragan-Stojkovic-Nachfolger ein, die ohne den vor Munich gesperrten Fangeblock-Auftritt ihre Angriffspersonalien im Oktober neu sortieren mussten.

Xavi-Pausen-Reaktion: Zirkzee fuer Meerdink zur 46., Siegtreffer in der 72.

Mit dem 1:1 ging es in die Pause - und Bondscoach Xavi reagierte sofort. Zur zweiten Haelfte brachte er Joshua Zirkzee fuer den Mittelstuermer Mexx Meerdink. Es war ein Rollentausch mit System: Meerdink hatte in der ersten Haelfte als klassische Neun gespielt, Zirkzee bekam einen tieferen, bewegungsfreieren Auftrag im Zehner-Raum. Zusaetzlich tauschte Xavi in der 60. Minute dreifach: Ruben van Bommel fuer Noa Lang, Jorrel Hato fuer Joey Veerman, Gjivai Zechiel fuer Gravenberch.

Die Mehrfach-Rotation bringt Oranje den Siegtreffer. In der 72. Minute spielte Reijnders einen diagonalen Pass auf Dumfries, der auf der rechten Seite durchbrach und flach in den Fuenfer legte. Zirkzee grätschte am ersten Pfosten rein und drueckte den Ball rechtsfuessig aus kurzer Distanz ueber die Linie - 2:1. Es war das dritte Nations-League-Tor des Manchester-United-Stuermers nach seiner Rueckkehr in die Oranje-Elf vor einem Jahr.

Van-Dijk-Jubilaeum und Jovic-Ausgleich-Chance in der 88.

Virgil van Dijk bestritt in Eindhoven sein 100. Laenderspiel fuer die Niederlande. Der 35-jaehrige Liverpool-Kapitaen debuetierte am 10. Oktober 2015 in der EM-Qualifikation gegen Kasachstan und reiht sich mit der Jubilaeums-Partie in den exklusiven Oranje-Hunderter-Klub ein. Nach seinem Verteidigungs-Fehler beim Griechenland-Spiel vor drei Tagen, als er den Ioannidis-Treffer zum 0:1 noch leichtfertig provoziert hatte, war das Jubilaeum eine deutliche Reaktion: Er fuehrte die Abwehrkette diszipliniert und blieb auch in den Druckminuten der Schlussphase ruhig.

Die kritischste Phase kam in der 88. Minute. Nach einem Konter-Angriff kam Luka Jovic (fuer Dusan Tadic in der 66. eingewechselt) aus kurzer Distanz zum Kopfball-Abschluss. Nathan Ake blockte den ersten Versuch, der Nachschuss segelte an Flekkens rechtem Pfosten vorbei ins Aus. Van Dijk reckte beide Faeuste in die Hoehe - das Jubilaeums-Spiel endete mit einem Pflichtsieg.

Was die A2-Tabelle nach dem 4. Spieltag bedeutet

Die Niederlande steht nach dem 4. Spieltag erstmals in diesem Nations-League-Herbst auf Platz 1 der Gruppe A2. Rechnung: Belgrad-Sieg gegen Serbien 2:1 am 29. September, Thessaloniki-Remis gegen Griechenland 2:2 am 1. Oktober, Eindhoven-Sieg gegen Serbien 2:1 am 4. Oktober - sieben Punkte aus drei Partien. Griechenland hat ebenfalls drei Partien absolviert (3:0 Serbien-Hinspiel plus 1:0 gegen Deutschland in Augsburg plus 2:2 Niederlande in Thessaloniki plus 0:0 gegen Deutschland in Thessaloniki = fuenf Punkte). Deutschland bleibt mit vier Punkten aus drei Partien auf Platz 3, Serbien ohne Punkt am Tabellenende.

Die Entscheidung ueber den Gruppensieg und das Viertelfinal-Ticket faellt in der November-Doppelrunde:

    1. November: Niederlande gegen Griechenland (Rotterdam) und Serbien gegen Deutschland (Belgrad)
    1. November: Niederlande gegen Deutschland (Rotterdam) und Serbien gegen Griechenland (Belgrad)

Fuer die DFB-Elf unter Juergen Klopp heisst das: Nur mit zwei Siegen in Belgrad und Rotterdam ist Platz 1 noch moeglich. Das Direktduell gegen Oranje wird zum A2-Finale, denn die Niederlande hat die beiden Serbien-Pflichtspiele bereits sicher.

Oranje-Blueprint: Zweite-Reihe-Rotation als Spielwender

Was auffaellt in diesem Oranje-Nations-League-Herbst: Xavi gewinnt seine Partien durch die Bank. Beim 2:2 in Thessaloniki kamen Dumfries, Reijnders und Depay zur Pause und drehten den 0:2-Rueckstand. Beim 2:1-Sieg in Belgrad hatte Mexx Meerdink nach seiner Einwechslung einen Doppelpack erzielt. In Eindhoven war es nun Zirkzee, der nach Pausen-Einwechslung den Siegtreffer markierte.

Das Muster passt zum Bondscoach-Konzept: Xavi vertraut aktiv auf die zweite Reihe als Spielwender, nicht als Luecken-Fueller. Fuer die DFB-Elf, die am 16. November in Rotterdam gegen Oranje spielen muss, ist das eine taktische Warnung: Es reicht nicht, die Startelf auszurechnen - der Match-Charakter kippt oft erst in den letzten 30 Minuten.

Zahlen zum Spiel

  • Schiedsrichter: Donatas Rumsas (Litauen)
  • Gelbe Karten Niederlande: Reijnders (45.+1)
  • Gelbe Karten Serbien: Pavlovic (30.), Lukic (49.), Maksimovic (74.)
  • Zuschauer: 35.000 (ausverkauft)
  • Niederlande-Einwechslungen: Zirkzee fuer Meerdink (46.), van Bommel fuer Lang (60.), Hato fuer Veerman (60.), Zechiel fuer Gravenberch (60.), Timber fuer Reijnders (82.)
  • Serbien-Einwechslungen: Jovic fuer Tadic (66.), Maksimovic fuer Stankovic (66.), Zivkovic fuer Samardzic (72.), Kostic fuer Terzic (73.), Gudelj fuer Gudelj (79.)
  • Formation Niederlande: 4-3-3 mit Flekken; Dumfries, Van Dijk, Ake, Hato (ab 60.); Koopmeiners, Gravenberch, Reijnders; Lang (ab 60. van Bommel), Meerdink (ab 46. Zirkzee), Xavi Simons
  • Formation Serbien: 4-2-3-1 mit N. Jovic; Zivkovic (ab 72. Kostic), S. Milenkovic, Pavlovic, Terzic (ab 73. Kostic); Lukic, Stankovic (ab 66. Maksimovic); Samardzic (ab 72. Zivkovic), Mitrovic, Tadic (ab 66. L. Jovic); Cvetkovic

Fuer die DFB-Elf geht es jetzt um die taktische Vorbereitung auf das November-Programm. Pavlovic hat sich im Griechenland-Spiel als Juniorpartner im Chef-Sechser-Raum etabliert, Scherhant blieb der auffaelligste Offensivspieler - aber die Fuehrung in der Gruppe A2 ist nun ein Oranje-Thema, nicht mehr ein deutsches.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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