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DFB-Pokalfinale 2026: Bayern 3-0 - Kanes Dreierpack und der WM-Form-Check

FC Bayern gewinnt das DFB-Pokalfinale 2026 mit 3-0 gegen den VfB Stuttgart. Harry Kane trifft dreifach. Was das Endspiel für die WM 2026 bedeutet.

Von Lukas Brandt 23. Mai 2026

Harry Kane jubelt im DFB-Pokal-Halbfinale am 22. April 2026 in Leverkusen. Einen Monat später setzt der Engländer im Pokalfinale 2026 mit drei Toren das Ausrufezeichen vor der WM (Foto: Ulrik Pedersen/ZUMA Press Wire). Foto: Zuma Press via SmartFrame

Es war eine Halbzeit lang das Stuttgarter Endspiel, dann hat Harry Kane das Spiel an sich gerissen. Der FC Bayern München gewinnt das DFB-Pokalfinale 2026 im Berliner Olympiastadion am Samstagabend mit 3-0 gegen den VfB Stuttgart, alle drei Tore erzielt der Engländer. Es ist Bayerns erster Pokalsieg seit 2020 und der letzte Pflichtspiel-Auftritt von zehn DFB-Profis vor dem Abflug zur WM 2026. Verletzungen blieben aus, ein paar Fragezeichen nimmt Julian Nagelsmann trotzdem mit nach Mainz.

Das Spiel in fünf Sätzen: vom VfB-Druck zum Bayern-Standard

Stuttgart spielte 45 Minuten so, wie es sich Sebastian Hoeneß vorgenommen hatte: hoch, aggressiv, mit klaren Ballgewinnen im Bayern-Aufbau. Vier klare Chancen ließ der VfB liegen, Jonas Urbig im Bayern-Tor parierte zweimal stark. Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel mit einer einzigen Standardsituation - eine zu kurze VfB-Kette, Kane stand am Fünfmeterraum frei und kam zum 1-0 (55.). Das 2-0 nach Konter folgte in der 80. Minute, das 3-0 per Strafstoß in der Nachspielzeit nach einem Handspiel von Angelo Stiller.

Bayerns Trainer Vincent Kompany sprach hinterher von einer “Lehrstunde in Effizienz”, Stuttgarts Hoeneß bestätigte, dass das taktische Konzept “bis zur 55. Minute super” gewesen sei - “dann fängst du einen Standard und es geht in eine Richtung, die wir nicht wollten.” Joachim Löw, als ARD-Experte im Stadion, lobte Stuttgarts Mut: “Wenn sie das 1-0 machen, sieht das Finale anders aus.”

Harry Kane: ein Hattrick als WM-Form-Ansage für England

Es war Kanes erstes Hattrick-Finale in einem großen Wettbewerb. Drei Tore, davon zwei aus dem Spiel heraus, eines per Elfmeter - und damit der Saisonabschluss eines Stürmers, der mit dem England-Trikot in drei Wochen in die WM 2026 einsteigt. Bundestrainer Thomas Tuchel hatte Kane am Donnerstag in seinem 26er-Kader für die WM 2026 bestätigt; das Finale in Berlin war die letzte Pflichtspiel-Bühne vor der Anreise nach New Jersey.

Für den DFB ist Kanes Form-Hochpunkt eine Mahnung an die Innenverteidigung um Jonathan Tah und Antonio Rüdiger: Deutschland und England könnten sich erstmals im Halbfinale treffen, vorausgesetzt beide Teams überstehen die K.-o.-Runde. Dass der Goalgetter der Bundesliga-Topscorerliste seine Wettkampfform genau jetzt in die Spitze treibt, hat Nagelsmann am Samstag in Mainz vermutlich genauso interessiert verfolgt wie ZDF-Experte Per Mertesacker.

Die zehn DFB-Spieler im WM-Form-Check

Mit dem von Bayern bestätigten Ausfall Manuel Neuers standen zehn der elf zunächst erwarteten DFB-Profis auf dem Platz. Was die Bilder aus Berlin für Nagelsmanns Kader bedeuten:

FC Bayern: Urbig hält das Tor, Karl mit Finaldebüt

  • Jonas Urbig (22, Tor): hielt vor der Pause zweimal stark gegen Stuttgart, blieb bei den drei Gegentoren nach der Pause chancenlos. Sein Pokal-Debüt im Finale war eine Werbung für die Bayern-Torwart-Hierarchie nach Neuer - für den DFB irrelevant, weil Urbig nicht im 26er-Aufgebot steht.
  • Joshua Kimmich (DFB-Kapitän): spielte als Sechser, war im ersten Durchgang ohne Bindung, kontrollierte das Spiel nach der Pause. Standardvorbereitung beim 1-0 saß.
  • Jonathan Tah: über 90 Minuten zweikampfstark, ein Block kurz vor dem 1-0, dafür beim Stuttgarter Drangphasen-Konter zu spät im Rückwärts-Sprint.
  • Leon Goretzka: solider Auftritt auf der Acht, eine große Chance per Distanzschuss.
  • Lennart Karl (17): kam in der 65. Minute für Olise und absolvierte sein Pokal-Finaldebüt. Eine Dribbling-Aktion am Stuttgarter Strafraum, sonst Lernkurve. Mehr zur Rolle des Bayern-Talents im DFB-Aufgebot in unserem Lennart-Karl-Profil.
  • Jamal Musiala: ungewohnt unauffällig, ein 35-Meter-Lupfer auf Kane bei dessen 2-0.
  • Aleksandar Pavlović: einer der Bayern-Aktivposten in der ersten Halbzeit, sicher im Pressing.

VfB Stuttgart: Stillers Handspiel, Nübels Stuttgart-Abschied

  • Alexander Nübel (Tor, WM-Nummer 2): hielt bis zum Standardgegentor stark, war bei keinem Tor schuldhaft beteiligt. Es war Nübels offiziell letztes Stuttgart-Pflichtspiel vor der Rückkehr zum FC Bayern. Hintergrund zur Torwart-Hierarchie im DFB-Tor: Neuer ist Nagelsmanns Nummer 1.
  • Jamie Leweling (Außenbahn): drei gute Vorlagen in den ersten 45 Minuten, dazu eine Chance kurz vor der Pause. Sein bester Pflichtspiel-Auftritt der Saison als WM-Argument.
  • Angelo Stiller (Sechser): bis zur 90. Minute der beste Mann auf dem Platz - dann das Handspiel im eigenen Strafraum, das das 3-0 vorbereitete. Ein Lehrstück dafür, wie schnell sich Wahrnehmungen in einem Finale drehen.
  • Deniz Undav (Stürmer): zwei Chancen, beide gegen Urbig nicht verwertet. Wirkte müde.

Was Nagelsmann mitnimmt: keine Verletzungen, ein paar Fragezeichen

Die wichtigste Nachricht aus Berlin: kein DFB-Spieler verletzt. Bayern und Stuttgart bestätigten beide am späten Abend, dass alle DFB-Akteure ohne neue Probleme aus dem Finale gekommen sind. Damit muss Nagelsmann nicht von der bei der 26er-Kader-Bekanntgabe am Donnerstag vorgestellten Liste abweichen.

Die offenen Punkte für den Bundestrainer:

  1. Musialas Auftritt. Der Spielmacher blieb hinter den Erwartungen, ein Indikator entweder für normale Saisonmüdigkeit (er reist mit 60 Pflichtspielen in den Beinen) oder für den Form-Knick, den Hoeneß am Sonntag öffentlich diskutieren könnte.
  2. Stillers Handspiel. Es ist nicht der erste Schnitzer Stillers in einer Drucksituation. Nagelsmann hatte ihn als Pavlović-Backup nominiert; ein zweiter solcher Moment in Mainz oder Chicago würde die Hierarchie auf der Sechs zur Diskussion machen.
  3. Karls 25 Minuten. Das 17-jährige Bayern-Talent zeigte einen Dribbel-Moment, sonst Anpassungszeit. Im DFB-Test gegen Finnland am 31. Mai bekommt er die Bühne, die heute zu kurz war.
  4. Kanes Form als WM-Realitätscheck. Wenn der Stürmer der WM-Wochen so spielt wie heute Abend in Berlin, ist das auf englischer Seite die Storyline der WM und auf DFB-Seite eine Hausaufgabe für Tah und Rüdiger.

Was als Nächstes folgt: Mainz, Chicago, Houston

Die DFB-Spieler reisen am Sonntag aus Berlin direkt in den Lehrgang nach Mainz. Der Fahrplan aus der Spielplan-Übersicht:

  • 31. Mai 2026, 20:45 Uhr - Testspiel gegen Finnland in Mainz (ZDF)
  • 1. Juni 2026 - öffentliches Training am DFB-Campus in Frankfurt
  • 2. Juni 2026 - Abflug nach Chicago
  • 6. Juni 2026, 20:30 Uhr MESZ - Testspiel gegen Gastgeber USA in Chicago (RTL)
  • 8. Juni 2026 - Umzug ins Base Camp Winston-Salem (North Carolina)
  • 14. Juni 2026, 19:00 Uhr MESZ - WM-Auftakt gegen Curaçao in Houston (ARD/MagentaTV)

Die Anstoßzeiten in deutscher Zeit sind für den DFB freundlich gelegt; die Gruppe-E-Konkurrenz steht unter Gruppe E: Deutschland, Curaçao, Elfenbeinküste, Ecuador. Die komplette Personalplanung des Bundestrainers haben wir im Pillar Deutschland bei der WM 2026 gebündelt.

Häufige Fragen: Pokalfinale 2026 und der WM-Kader

Wer hat das Pokalfinale 2026 gewonnen? FC Bayern München mit 3-0 gegen den VfB Stuttgart. Alle Tore erzielte Harry Kane (55., 80., 90.+1 Elfmeter).

Welche WM-Spieler haben gespielt? Zehn der 26: Urbig (statt Neuer), Kimmich, Tah, Goretzka, Karl, Musiala und Pavlović bei Bayern; Nübel, Leweling, Stiller, Undav bei Stuttgart.

Wer fehlte? Manuel Neuer, den Bayern wegen der nicht restlos abgeklungenen Wadenproblematik vorsorglich geschont hat.

Was bedeutet das für die WM 2026? Keine Verletzungen, eine Kane-Form-Ansage für Englands Gegner, eine Stiller-Diskussion und ein 25-Minuten-Debüt von Lennart Karl.

Wann beginnt der DFB-Lehrgang? Am Sonntag, 24. Mai 2026, in Mainz. Das Testspiel gegen Finnland steigt am 31. Mai (ZDF), der WM-Auftakt am 14. Juni in Houston.

Autor

Lukas Brandt

Redakteur WM & DFB-Team

Lukas Brandt schreibt seit Jahren über große Turniere und die deutsche Nationalmannschaft. Für fussballweltmeisterschaft.online begleitet er die WM 2026, den DFB-Kader und die K.-o.-Phase mit Vorberichten, Analysen und Spielberichten.

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