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WM 2026

Schweiz 2:0 Algerien: Embolo, Ndoye und ein Rieder-Fehlschuss zum WM-Achtelfinale

Die Schweiz schlaegt Algerien 2:0 im BC Place Vancouver und steht im WM-2026-Achtelfinale. Embolo trifft in der 10., Ndoye direkt nach Wiederanpfiff, Rieder scheitert.

Von Marco Feldmann 03. Juli 2026

Granit Xhaka am Ball im BC Place Vancouver - das Bild stammt vom Gruppe-B-Sieg der Nati gegen Kanada am 24. Juni 2026, im selben Stadion, in dem die Schweiz am 2. Juli den Achtelfinal-Einzug gegen Algerien perfekt machte. Foto: Zuma Press. Foto: Zuma Press via SmartFrame

Die Schweiz hat das Sechzehntelfinale gegen Algerien am Donnerstagabend Ortszeit im BC Place in Vancouver mit 2:0 (1:0) gewonnen und zieht damit zum ersten Mal seit der WM 2022 in Katar wieder in ein WM-Achtelfinale ein. Vor rund 47.000 Zuschauern in der Downtown-Arena unter geschlossenem Membran-Dach trafen Breel Embolo in der 10. Minute und Dan Ndoye direkt nach dem Wiederanpfiff in der 46. Minute; auf der anderen Seite blieben die Fennecs unter Vladimir Petkovic trotz frueher Chancen von Houssem Aouar und Ibrahim Maza und einer geblockten Riyad-Mahrez-Aktion nach der Pause ohne Torerfolg. Fuer die Nati unter Murat Yakin war es der dritte Turnier-Auftritt in Folge mit einem Embolo-Tor und der erste K.-o.-Sieg auf WM-Ebene seit dem 1:0 gegen die Ukraine im Achtelfinale 2006 in Koeln. Der Sechzehntelfinal-Einzug knuepft an die Schweizer Gruppen-B-Bilanz mit dem 1:1-Auftakt gegen Katar, dem 4:1-Erfolg gegen Bosnien und dem 2:1 gegen Kanada an, mit dem sich die Nati als Gruppen-Erster fuer die K.-o.-Runde qualifiziert hatte.

Der Spielverlauf: Embolo eroeffnet nach Manzambi-Solo

Der Auftakt gehoerte kurioserweise den Fennecs. Bereits in der 6. Minute pruefte Houssem Aouar aus halblinker Position Gregor Kobel im Schweizer Tor. Doch die Antwort folgte umgehend: Der 20-jaehrige Johan Manzambi, im Yakin-System nach den Bosnien-Auftritten in die Startelf gerueckt, spielte sich in der 10. Minute an der linken Grundlinie durch, liess Aissa Mandi mit einer Koerpertaeuschung stehen und passte auf Embolo, der aus zentraler Position ohne Muehe zur 1:0-Fuehrung einschob. Es war Embolos dritter Turnier-Treffer nach dem 1:1 gegen Katar und dem 4:1 gegen Bosnien, in dem er zwei Vorlagen beigesteuert hatte.

Algerien hatte nach dem Rueckstand die groessere Ballbesitz-Phase, konnte diese aber nicht in Grosschancen ummuenzen. Ein guter Abschluss von Ibrahim Maza aus rund zehn Metern verfehlte in der ersten Minute der Nachspielzeit deutlich das Tor, ehe der Halbzeit-Pfiff das erste Kapitel bei 1:0 abschloss. Yakins Nati hatte in der ersten Halbzeit die klareren Aktionen und die klarere strukturelle Ordnung: Der 4-2-3-1-Block der Schweiz mit Xhaka-Freuler vor der Kette und Manzambi als linker Halbstuermer wirkte im Umschalten sofort gefaehrlich, waehrend die Fennecs aus dem 4-3-3 heraus zu selten in die Tiefe kamen.

Der Doppelschlag: Ndoye trifft nach Wiederanpfiff

Die zweite Halbzeit war noch keine Minute alt, als das Spiel entschieden war. Nach einem Ballverlust der Algerier in der eigenen Haelfte direkt nach dem Wiederanpfiff kam Dan Ndoye in der 46. Minute ueber die rechte Aussenbahn zum Abschluss und traf zum 2:0. Nur zwei Minuten spaeter blockte Nico Elvedi einen halb-gefaehrlichen Schuss von Riyad Mahrez aus dem Sechzehner. Damit war die Schweizer Kontrolle wiederhergestellt - Petkovic reagierte mit Doppel-Wechsel in der 60. Minute, doch die algerische Sturm-Achse Amoura-Mahrez-Benrahma blieb weitgehend unsichtbar.

Kicker.de charakterisierte die Schweizer Zweite-Halbzeit-Vorstellung als “abgezockt” - die Nati kontrollierte das Spiel ohne grosse Risiken zu gehen, liess die algerische Kombination im Mittelfeld enger werden und verwaltete den Vorsprung mit disziplinierter Raumverdichtung um die Doppel-Sechs.

Rieders “Kunststueck”: der Fehlschuss aus vier Metern

Fuer die Kuriositaets-Chronik der Nacht sorgte in der 82. Minute der eingewechselte Fabian Rieder. Der Stade-Rennes-Mittelfeldspieler stand nach einer Kombination auf der linken Seite voellig frei vor dem leeren algerischen Tor - Luca Zidane war weit aus seinem Kasten gekommen - und schoss aus rund vier Metern deutlich ueber das Tor. Die Sportschau nannte die Szene ein Kunststueck fuer die Rubrik “Pleiten, Pech und Pannen”; kicker.de wies in seiner Video-Zeile ausdruecklich darauf hin, dass Rieders kurioser Fehlschuss am Ergebnis nichts geaendert habe.

Fuer Rieder ist es ein spezifischer WM-2026-Moment: Der 24-Jaehrige hatte im 4:1 gegen Bosnien am SoFi Stadium noch als Joker-Kombinationspartner von Manzambi ueberzeugt. In Vancouver wollte er sich nach eigener Aussage im SRG-Interview “eigentlich noch die Krone aufsetzen” - stattdessen sicherte die Szene ihm den Nacht-Talk-Moment.

Xhakas 150. Laenderspiel und die Yakin-Bilanz

Der Abend gehoerte statistisch aber Granit Xhaka: Der 33-jaehrige Bayer-Leverkusen-Kapitaen absolvierte in Vancouver sein 150. A-Laenderspiel fuer die Nati und ist damit Rekord-Nationalspieler der Schweiz vor Heinz Hermann (118 Einsaetze zwischen 1978 und 1991). Xhaka war 2014 in Brasilien beim 1:2 gegen Argentinien im Achtelfinale zum ersten Mal auf einer WM-Buehne dabei; seit November 2019 traegt er die Kapitaensbinde.

Nach dem Spiel sagte Xhaka gegenueber SRG-Reportern in der BC-Place-Mixed-Zone knapp: “Am Ende geht es in einem K.o.-Spiel nicht darum, wie man spielt, sondern dass man weiterkommt.” Fuer Murat Yakin ist es der erste K.-o.-Sieg als Nati-Trainer seit seiner Amtsuebernahme im August 2021 - die 1:6-Niederlage gegen Portugal im Achtelfinale 2022 in Katar hatte den Yakin-Zyklus damals hart gedaempft. Der aktuelle WM-Rechner sieht die Schweiz nun mit rund 15 Prozent Wahrscheinlichkeit fuer den Viertelfinal-Einzug.

Was auf die Nati im Achtelfinale wartet

Der Sieger aus Schweiz-Algerien trifft im Achtelfinale auf den Sieger der Partie Australien gegen Aegypten, die am Freitag, 3. Juli 2026, um 20:00 Uhr MESZ (13:00 Uhr Ortszeit CDT) im AT&T Stadium in Dallas angepfiffen wird. Die Nati-Achtelfinal-Partie steigt anschliessend am 7. oder 8. Juli in der West-Bracket-Wave-2 im Lincoln Financial Field Philadelphia oder im NRG Stadium Houston.

Aus taktischer Sicht ist beides ein Zwei-Wege-Szenario: Australien unter Tony Popovic setzt auf einen kompakten Konter-Block mit Ajdin Hrustic und Nestory Irankunda in den Umschaltmomenten - ein zaeherer Gegner fuer Yakins Ballbesitz-Nati. Aegypten unter Interimscoach Hossam Hassan ist trotz Mohamed Salahs Oberschenkel-Zwangspause der aufregendere Modell-Favorit, spielt aber auch riskanter und wuerde der Schweizer Doppel-Sechs mehr Raum zwischen den Linien geben. Der WM-Rechner sieht die Nati in beiden Achtelfinal-Konstellationen als leichten Favoriten - der Weg ins Viertelfinale in Boston oder New York-New Jersey liegt fuer die Schweiz zum ersten Mal seit 1954 wieder in realistischer Reichweite. Der Rest des Turniers laesst sich live im WM-Spielplan und in der Turnierbaum-Prognose verfolgen.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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