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WM 2026

Spanien - Frankreich 2:0 im WM-Halbfinale: Oyarzabal-Elfmeter, Porro-Traumtor, Olmo-Regie

Spanien schlaegt Frankreich im WM-Halbfinale in Dallas 2:0 (1:0): Oyarzabal (22., Foulelfmeter), Porro (58.). Spanien steht am 19. Juli im Endspiel.

Von Marco Feldmann 15. Juli 2026

Dallas, 14. Juli 2026: Mikel Oyarzabal beim WM-Halbfinale Frankreich gegen Spanien im AT&T Stadium. Der 29-jaehrige Kapitaen von Real Sociedad verwandelte in der 22. Minute den Foulelfmeter zum 1:0 - sein fuenftes Turniertor der WM 2026 (Foto: Ulrik Pedersen / Zuma Press Wire). Foto: Zuma Press via SmartFrame

Spanien hat das erste Halbfinale der WM 2026 am Dienstagabend im AT&T Stadium in Arlington bei Dallas mit 2:0 (1:0) gegen Frankreich gewonnen und zieht damit als erster Finalist ins Endspiel am Sonntag, 19. Juli, im MetLife Stadium in East Rutherford ein. Mikel Oyarzabal verwandelte in der 22. Minute einen Foulelfmeter zum 1:0, Pedro Porro entschied die Partie in der 58. Minute mit dem 2:0 nach einer Vorlage von Dani Olmo. Fuer La Roja ist es der erste WM-Endspiel-Einzug seit dem Titelgewinn 2010 in Suedafrika, fuer die Equipe Tricolore endet die Ambition eines dritten WM-Endspiels in Folge nach Moskau 2018 und Lusail 2022 im Dallas-Halbfinale.

Es ist das Ergebnis, das die Modelle vor Anpfiff nicht so klar erwartet hatten. Buchmacher und Simulationen hatten Frankreich als leichten Favoriten gefuehrt, gestuetzt auf die kurze Bilanz der juengsten K.-o.-Duelle (2:1 Nations-League-Halbfinale Mailand 2021, 2:1 EM-Halbfinale Muenchen 2024) und auf die Angriffs-Reihe um Mbappe, Dembele und Olise. Die 90 Dallas-Minuten haben dieses Framing revidiert: Spanien fuehrte fruehzeitig, verwaltete Ballbesitz, konterte in der zweiten Halbzeit den entscheidenden Treffer. Was am Vorabend als “vorweggenommenes Finale” gehandelt worden war, endete am Ende einseitig.

Der Spielverlauf: Elfmeter nach 22 Minuten, Porro-Konter nach 58

Spanien startete unter Bundestrainer Luis de la Fuente mit einem klaren Plan: hohe Ballzirkulation, breite Aussenbahnen ueber Lamine Yamal rechts und Nico Williams links, Dani Olmo als vertikaler Verbinder auf der Zehn. Frankreichs Bundestrainer Didier Deschamps hatte auf die aus dem Marokko-Viertelfinale in Boston bekannte Vier-Angreifer-Wende gesetzt: Mbappe im Zentrum, Dembele rechts, Olise links, Barcola als Wechsel-Option.

Der Foulelfmeter fiel in der 22. Minute. Yamal war ueber die rechte Seite in den Strafraum geflankt und hatte im Zweikampf mit der franzoesischen Innenverteidigung den Kontakt geholt, den der Schiedsrichter pfiff. Oyarzabal, der 29-jaehrige Kapitaen von Real Sociedad, trat an und verwandelte platziert. Es war sein fuenfter Turniertreffer der WM 2026, mit dem er zu den WM-Bestmarken der spanischen Legenden David Villa (WM 2010 in Suedafrika, WM-Titel-Kampagne) und Emilio Butragueno (WM 1986 in Mexiko) aufschloss. La Roja ging mit 1:0 in die Kabinen.

Nach dem Wiederanpfiff drueckte Frankreich, ohne zum entscheidenden Abschluss zu kommen. Marc Cucurella (Chelsea) hielt auf der linken spanischen Aussenbahn den Riegel gegen Dembele hoch und wurde nach Abpfiff sowohl von den spanischen Medien als auch von den franzoesischen Zeitungen als einer der Matchwinner der Partie hervorgehoben. In der 58. Minute fiel dann die Vorentscheidung. Nach einem franzoesischen Ballverlust im Mittelfeld kam der Ball zu Olmo, der von der zentralen Position aus mit einer Aktion die gesamte franzoesische Defensiv-Struktur oeffnete und den Ball scharf auf den nachrueckenden Pedro Porro legte. Der 26-jaehrige Aussenverteidiger von Tottenham Hotspur zog aus dem rechten Halbraum ab - 2:0.

Nach Abpfiff widmete Porro den Treffer in der Mixed Zone seinem kleinen Sohn, der krank sei und die Partie nicht im Stadion habe verfolgen koennen. Von der 58. Minute bis zum Schlusspfiff verwaltete Spanien den Ballbesitz und die Zwei-Tore-Fuehrung; ein dritter Treffer fiel nicht, aber Deschamps’ Frankreich fand kein Rezept mehr, das die spanische Kette in Verlegenheit gebracht haette.

Dani Olmo: 76 Minuten, 97 Prozent Passquote, die entscheidende Vorlage

Der heimliche Star der Dallas-Partie stand nicht auf der Torschuetzenliste. Dani Olmo, der 27-jaehrige Zehner des FC Barcelona, spielte 76 Minuten - bevor de la Fuente ihn durch Mikel Merino ersetzte - und stand am Ende bei einer Passquote von 97 Prozent. Es war fast fehlerfreie Distribution in einem WM-Halbfinale, und die entscheidende Aktion war der Ball-Impuls zum 2:0. Die spanische Sportpresse ordnete den Auftritt nach Abpfiff mit dem knappen Satz ein, Olmo sei “das beste Beispiel dieser Partie fuer einen Spieler mit Qualitaet, der einen verdienten Sieg fuehrte”. Der aus dem Sommer 2024 zum FC Barcelona zurueckgekehrte Katalane (vormals RB Leipzig, davor Dinamo Zagreb) hatte bereits 2019 unter de la Fuente das entscheidende Tor im U-21-EM-Finale gegen Deutschland erzielt - eine biografische Konstante, die sich am Dienstag in Dallas fortschrieb.

Der Merino-Wechsel in der 76. Minute war die logische Konsequenz aus dem Muster, das Spanien seit der K.-o.-Runde gegen Portugal in Arlington und dem Belgien-Viertelfinale in Inglewood etabliert hat: Olmo dirigiert die Aufbau-Achse, Merino sichert die letzten 15 Minuten als Ordner und Notstuermer. Beim 2:0-Zwischenstand war der Auftrag ein anderer als in Arlington und Inglewood, wo Merino jeweils spaete Siegtreffer erzielte - in Dallas hielt er die Ruhe, nicht die Tornaehe. Das Ergebnis stand.

Cucurella gegen Dembele: die Aussenbahn, an der Frankreich verlor

Die zweite Erzaehl-Achse der Partie lief auf der spanischen linken Aussenbahn. Marc Cucurella, der 27-jaehrige Chelsea-Aussenverteidiger, spielte gegen Ousmane Dembele einen der komplettesten Auftritte, den ein Verteidiger in einer WM-K.-o.-Runde in diesem Turnier hingelegt hat. Er verkuerzte Dembeles Raeume, kaufte im Zweikampf konsequent den Ball ab und sorgte fuer die Ordnungs-Bilanz, die Spaniens Ballbesitz-Stil braucht. Ohne diese Ordnung waere Dembele in die Positions-Adressen gekommen, die er im Marokko-Viertelfinale zuletzt genutzt hatte.

Der Effekt auf die franzoesische Angriffs-Reihe war spuerbar. Kylian Mbappe blieb im spanischen Doppelblock aus Rodri, Fabian Ruiz und Zubimendi ohne die freien Zonen, in denen der Kapitaen-Kompass sonst seine Umschalt-Beschleunigung zieht. Mundo Deportivo formulierte das nach Abpfiff so: “Mbappe und die anderen liefen dem Ball hinterher.” Auch Michael Olise und Bradley Barcola, der in der 65. Minute fuer Dembele kam, fanden gegen die spanische Kette keine Anspiel-Adresse, die die Zwei-Tore-Fuehrung noch in Gefahr gebracht haette. Am Ende blieb Frankreich ohne eigenen Treffer - zum ersten Mal in dieser WM-Endrunde 2026.

Deschamps’ Endstation: die Reifepruefung endet in Dallas

Fuer den 57-jaehrigen Didier Deschamps ist es die Endstation seiner Nationaltrainer-Karriere ohne den erhofften Trosterfolg. Dass die WM 2026 seine letzte war und dass die Uebergabe an Zinedine Zidane bereits vom Verband beschlossen ist, war seit April 2026 oeffentlich bekannt. Dass 83 Prozent der franzoesischen Fans nach der EM 2024 seine Absetzung gefordert hatten, dass Kritik wie “Sicherheit vor Spektakel”, die Hazard-Spitze “lieber verlieren mit Belgien als gewinnen mit Frankreich” oder Courtois’ Vorwurf “Antifussball” ueber seiner Amtszeit hingen, hatten wir vor der Boston-Runde und im Dallas-Vorbericht ausfuehrlich eingeordnet. Der 2:0-Halbfinal-Ausgang macht die “Reifepruefung”, von der die Sportschau am Wochenende geschrieben hatte, zur Bilanz: kein dritter WM-Endspiel-Einzug in Folge nach 2018 und 2022, kein neuer Vergleich mit Vittorio Pozzo. Deschamps bleibt in der Statistik der Trainer mit zwei WM-Endspielen in Folge, nicht drei.

Innenpolitisch flankiert wird die Bilanz von der persoenlichen Zaesur der Gruppenphase (Tod seiner Mutter, den er noch im laufenden Turnier bekanntgab). Zidane uebernimmt die Equipe Tricolore ab September 2026 in die EM-2028-Qualifikations-Kampagne. Fuer Mbappe endet die WM 2026 im Halbfinale, ohne den Titel, um den er die gesamte Karriere zu spielen wollte; der Vergleich mit dem 2018-Weltmeister-Kader (Griezmann, Pogba, Kante) bleibt fuer die franzoesische Fussball-Erinnerung als das offene Muster, an dem Deschamps’ 2026er-Kader gemessen wurde.

Ausblick: Am Sonntag im MetLife Stadium, mit England oder Argentinien

Spanien trifft im Endspiel der WM 2026 am Sonntag, 19. Juli 2026, um 21:00 Uhr MESZ (15:00 Uhr Ortszeit) im MetLife Stadium in East Rutherford im US-Bundesstaat New Jersey auf den Sieger des zweiten Halbfinales. Das entscheidet sich am Mittwoch, 15. Juli 2026, um 21:00 Uhr MESZ im Mercedes-Benz Stadium in Atlanta zwischen England und Argentinien - beide Teams hatten sich in den Viertelfinal-Partien in Miami und Kansas City jeweils nach Verlaengerung durchgesetzt.

Fuer La Roja ist es der dritte WM-Endspiel-Einzug der Verbandsgeschichte (nach dem Finale 2010 in Johannesburg gegen die Niederlande, gewonnen mit 1:0 nach Verlaengerung durch das Iniesta-Tor in der 116. Minute) und der erste seit 16 Jahren. Die Modelle-Aktualisierung nach dem Halbfinal-Ausgang wird im WM-Rechner der Redaktion am Mittwochmorgen aktualisiert. Fuer die deutsche TV-Uebertragung des Endspiels ist das ZDF gesetzt, MagentaTV zeigt zusaetzlich alle Kameraperspektiven und das internationale Signal. Anpfiff der Halbfinal-Partie am Mittwochabend: 21:00 Uhr MESZ live in der ARD-Sportschau.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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