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WM 2026

Tschechien WM-Kader 2026: Koubek nominiert Schick, Soucek und 17-jaehrigen Sochurek

Tschechiens WM-Kader 2026 steht: Miroslav Koubek nominiert 26 Spieler inklusive vier Bundesliga-Profis und des 17-jaehrigen Sparta-Achters Hugo Sochurek. Drei Streichungen sorgen fuer Tumult.

Von Marco Feldmann 31. Mai 2026

Ladislav Krejci im Test gegen den Kosovo am 31. Mai 2026 in Prag - im Anschluss verkuendete Miroslav Koubek den finalen WM-Kader. Foto: Zuma Press via SmartFrame

Tschechien hat seinen WM-Kader. Am Sonntagabend, 31. Mai 2026, nominierte Nationaltrainer Miroslav Koubek im Anschluss an den 2:1-Testspielsieg gegen den Kosovo seine 26 Spieler fuer die Fussball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Kapitaen bleibt Tomas Soucek von West Ham United, die Sturmspitze fuehrt Patrik Schick (Bayer Leverkusen), das Mittelfeld bekommt mit dem 17-jaehrigen Sparta-Prag-Achter Hugo Sochurek den juengsten Spieler des Aufgebots. Drei Streichungen lieferten den emotionalen Rahmen - eine davon traf den Testspiel-Torschuetzen Tomas Ladra.

Koubek nominiert 26 - die Eckpunkte des Aufgebots

Es war ein Termin mit doppeltem Boden: Wenige Minuten nach dem Schlusspfiff im Letna-Stadion in Prag, in dem Tschechien Kosovo 2:1 bezwungen hatte, trat Koubek vor die Mikrofone und verkuendete jene Liste, an der er nach eigener Aussage in den letzten Tagen am meisten gearbeitet hat. Bereits am 12. Mai hatte der tschechische Verband einen weiten 54er-Pool berufen, am 21. Mai reduzierte Koubek auf 29 Namen. Drei mussten nun weichen - die formal von der FIFA bis zum 5. Juni geforderte Endabgabe der 26er-Liste ist damit fuer Tschechien einen halben Tag frueher fixiert.

Die Mischung folgt einer klaren Linie: ein Grossteil des Stamms aus der Quali, ergaenzt um zwei junge Achter und das eingespielte Bundesliga-Quartett. Koubek hatte das Amt erst im November 2025 vor den Playoffs uebernommen, nachdem Ivan Hasek in der Gruppenphase der Quali geschwaechelt und nach fuenf Spielen abgegeben hatte. Der 73-jaehrige Routinier fuehrte Tschechien anschliessend ueber Daenemark in die Endrunde - und ins erste WM-Turnier seit 2006.

Vier Bundesliga-Profis: Schick, Coufal, Hranac und Hlozek

Aus deutscher Sicht ist das prominenteste Detail des Kaders das Bundesliga-Quartett. Vier Profis stehen aktuell unter Vertrag in Deutschland, drei davon beim selben Klub:

  • Patrik Schick (Bayer Leverkusen, Sturm) - mit fuenf Treffern Tschechiens Toptorjaeger der Quali.
  • Vladimir Coufal (TSG Hoffenheim, Abwehr) - Rechtsverteidiger, dorthin gewechselt nach Jahren bei West Ham.
  • Robin Hranac (TSG Hoffenheim, Abwehr) - Innenverteidiger, Stammspieler unter Koubek.
  • Adam Hlozek (TSG Hoffenheim, Sturm/Aussenbahn) - das offensive Hoffenheimer Trio macht den Klub zu einer Art DFB-Reisegruppe im tschechischen Tross.

Dass gleich drei der vier Bundesliga-Profis vom selben Klub kommen, ist Quereffekt der Hoffenheimer Transferstrategie der vergangenen Saisons - der Klub hatte sich gezielt in Tschechien bedient. Fuer die WM-Vorbereitung bedeutet das einen klaren taktischen Block: Coufal, Hranac und Hlozek kennen sich aus dem Kluballtag und werden im Trainingslager naheliegende Standardgruppen bilden. Schick ist der Solitaer - Leverkusens Mittelstuermer, der unter Xabi Alonso seine Karriere stabilisiert hat und nach langer Verletzungspause die Quali stark abgeschlossen hat.

Hugo Sochurek - der 17-jaehrige Sparta-Prag-Achter

Die groesste Ueberraschung des Aufgebots heisst Hugo Sochurek. Der 17-jaehrige zentrale Mittelfeldspieler, in der Jugend von Sparta Prag ausgebildet und dort seit dieser Saison im Profikader, debuetierte am 31. Mai gegen den Kosovo in der A-Nationalmannschaft - und ueberlebte den finalen Schnitt. Koubek hatte ihn schon bei der Bekanntgabe der 29er-Vorauswahl am 21. Mai gegen interne Skepsis verteidigt; dass er nun tatsaechlich mit zur WM fliegt, verschiebt den Generationenmix im Kader sichtbar.

Sportlich ist Sochurek ein Achter mit Spielmacher-Anlagen: technisch sauber, ballsicher unter Druck, in der tschechischen U17 und U19 oft mit Kapitaensbinde aufgelaufen. Koubek beschrieb ihn intern als “fertig genug fuer das Tempo des Turniers, weil ihn keine Buehne nervoes macht”. Ob Sochurek tatsaechlich Spielzeit bekommt oder als Lern-Erfahrung mitfliegt, laesst Koubek bewusst offen - die Botschaft an die Konkurrenz ist trotzdem deutlich: Tschechien plant ueber dieses Turnier hinaus.

Wer fehlt - Bucha, Kabongo und der Testspiel-Torschuetze Ladra

Die Kehrseite jeder finalen Nominierung sind die Streichungen. Drei Spieler mussten von der 29er-Liste weichen:

  • Pavel Bucha (FC Cincinnati, MLS) - der 27-Jaehrige hatte sich in den USA solide entwickelt, in den Testspielen aber nicht ueberzeugt.
  • Christophe Kabongo - der junge Aussenstuermer fiel im Konkurrenzkampf auf den Fluegelpositionen zurueck.
  • Tomas Ladra (Viktoria Pilsen) - der bitterste Fall des Tages.

Ladra hatte gegen den Kosovo am selben Abend das fruehe 1:0 erzielt - eine Bewerbung, die genau so wertvoll wirkte, wie sie sich erwies. Koubek entschied dennoch gegen ihn. Sichtlich bewegt sprach er auf der anschliessenden Pressekonferenz vom “wohl schlimmsten Moment meiner Trainerkarriere”. Solche Schnitte gehoeren zum Job; sie offen so zu benennen, ist im internationalen Vergleich selten.

Soucek als Kapitaen, Schick als WM-Hoffnung

Sportlich ruht der Kader auf zwei Achsen. Im Mittelfeldzentrum steht Tomas Soucek, der West-Ham-Routinier, der unter Koubek alle zehn Quali-Partien absolvierte und auch in den Playoffs gegen Daenemark die Mannschaft fuehrte. Soucek ist Pflichtdurchsetzer im Strafraum, Eckball-Verwerter und Lautsprecher in der Kabine - sein 1,92-Meter-Header ist die wahrscheinlichste tschechische Standardgefahr im Turnier.

Vorne erwartet die Mannschaft den Schick-Effekt. Der Leverkusener hatte in der Quali fuenfmal getroffen, war im letzten Quali-Block formstark und kommt aus einer Bundesliga-Saison, in der er seine zwei Vorjahre mit Verletzungen abschuetteln konnte. Sein WM-Premieren-Treffer 2026 wuerde Tschechien sportlich in die K.o.-Runde mitnehmen - emotional schliesst er an die EM-2020-Sensation an, als Schick mit fuenf Toren Co-Torschuetzenkoenig wurde.

Im Tor hat Koubek alle Optionen offen. Vitezslav Jaros (Liverpool, ausgeliehen) und Stamm-Keeper Matej Kovar (Bayer Leverkusen) konkurrieren um den Platz zwischen den Pfosten - eine Entscheidung, die der Bundestrainer fuer die letzten Trainingseinheiten in Dallas, dem Basecamp der Tschechen in Texas, aufgeschoben hat.

Gruppe A - Mexiko, Suedafrika und Suedkorea

Tschechien startet in die WM-2026-Gruppe A gegen Co-Gastgeber Mexiko, Suedkorea und Suedafrika. Mexiko eroeffnet das Turnier am 11. Juni im Estadio Azteca gegen einen anderen Gegner und ist als Pot-1-Team gesetzter Favorit. Suedkorea um den europageeichten Spielmacherstamm gilt als zweite Setzgroesse, Suedafrika - mit dem in Hannover unter Vertrag stehenden Khanyisa Mayo im aktuellen Kader - als Aussenseiter mit Tempo.

Fuer Tschechien sind Platz zwei und damit das Sechzehntelfinale das realistische Ziel. Der Auftakt gegen Suedkorea in Guadalajara ist die wichtigere Wegmarke als das Abschlussspiel gegen Mexiko - drei Punkte am ersten Spieltag wuerden im zweiten Spiel gegen Suedafrika alles auf einen Pflichtsieg verengen. Sollte Tschechien Gruppe A als Zweiter abschliessen, trifft das Team im Sechzehntelfinale auf den Sieger der Gruppe B, in der Kanada gesetzt ist.

Tschechiens Spielplan in deutscher Zeit (MESZ)

Anders als bei den europaeischen Topteams liegen Tschechiens Spiele aus deutscher Sicht sehr unterschiedlich. Auftakt und Abschluss laufen tief in der Nacht, das mittlere Spiel ist abendprime-tauglich:

  • 12. Juni 2026, 04:00 Uhr MESZ: Suedkorea - Tschechien (Estadio Akron, Guadalajara)
  • 18. Juni 2026, 18:00 Uhr MESZ: Tschechien - Suedafrika (Mercedes-Benz Stadium, Atlanta)
  • 25. Juni 2026, 03:00 Uhr MESZ: Tschechien - Mexiko (Estadio Azteca, Mexiko-Stadt)

Die kompletten Ansetzungen aller 104 Partien stehen im WM-2026-Spielplan; welche WM-Spiele wann in deutscher Zeit (MESZ) laufen, ordnet die Zeitplan-Uebersicht ein. Tschechien ist nach Uruguay und dem Sieger-Quintett der Suedamerika-Quali das naechste europaeische Team, dessen Kader steht - die laufende Uebersicht aller Aufgebote fuehrt der Artikel WM-2026-Kader: die ersten Aufgebote.

Haeufige Fragen zum Tschechien-Kader fuer die WM 2026

Wer steht in Tschechiens WM-Kader 2026? Nationaltrainer Miroslav Koubek hat sein 26er-Aufgebot am Sonntagabend, 31. Mai 2026, im Anschluss an das Testspiel gegen den Kosovo (2:1) bekanntgegeben. Kapitaen ist Tomas Soucek von West Ham United, im Sturm fuehrt Patrik Schick von Bayer Leverkusen das Team an. Mit Vladimir Coufal, Robin Hranac (beide Abwehr) und Adam Hlozek (Sturm) stehen drei weitere Bundesliga-Profis der TSG Hoffenheim im Aufgebot.

Wer ist der 17-jaehrige Spieler im tschechischen WM-Kader? Hugo Sochurek vom Hauptstadtklub Sparta Prag. Der zentrale Mittelfeldspieler feierte am 31. Mai gegen den Kosovo sein Debuet in der A-Nationalmannschaft - und ueberlebte Koubeks finalen Kaderschnitt. Sochurek wird damit der juengste Spieler im tschechischen Aufgebot fuer die WM 2026.

Welche Spieler hat Koubek aus dem Kader gestrichen? Drei Namen mussten von der 29er-Liste weichen: Pavel Bucha (FC Cincinnati, MLS), Christophe Kabongo und Tomas Ladra (Viktoria Pilsen). Besonders bitter fuer Ladra: Der Mittelfeldspieler hatte gegen den Kosovo das fruehe 1:0 erzielt. Koubek sprach offen vom “wohl schlimmsten Moment meiner Trainerkarriere”.

In welcher Gruppe spielt Tschechien bei der WM 2026? Tschechien spielt in Gruppe A gegen Co-Gastgeber Mexiko, Suedkorea und Suedafrika. Mexiko ist als Gastgeber des Eroeffnungsspiels gesetzt und gilt als Favorit, Suedkorea ist die asiatische Setzgroesse, Suedafrika der Aussenseiter. Tschechien zielt mindestens auf Platz zwei und damit das Sechzehntelfinale.

Wann spielt Tschechien bei der WM 2026 nach deutscher Zeit? Tschechien startet am 12. Juni 2026 um 04:00 Uhr MESZ in Guadalajara gegen Suedkorea, spielt am 18. Juni um 18:00 Uhr MESZ in Atlanta gegen Suedafrika und beendet die Vorrunde am 25. Juni um 03:00 Uhr MESZ in Mexiko-Stadt gegen Gastgeber Mexiko. Auftakt- und Abschlussspiel laufen aus deutscher Sicht nachts.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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