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WM 2026

USA 2:0 Australien: Burgess-Eigentor und Freeman-Kopfball - Gastgeber im Sechzehntelfinale

USA - Australien 2:0 (2:0) bei der WM 2026: Burgess-Eigentor 11., Freeman-Kopfball 44. nach VAR. Pulisic geschont, Schiri Zwayer mit Krampf - USA im Sechzehntelfinale.

Von Marco Feldmann 19. Juni 2026

Alex Freeman (Nr. 16) feiert mit US-Mitspielern seinen Kopfball zum 2:0 gegen Australien im Seattle Stadium am 19. Juni 2026 (Foto: Sandra Agbotse/Sipa USA). Foto: SIPA USA via SmartFrame

Der zweite Gastgeber ist durch: Die USA haben das zweite Gruppe-D-Spiel am Freitagabend im Seattle Stadium mit 2:0 (2:0) gegen Australien gewonnen und sind als zweite Heim-Nation nach Mexiko vorzeitig im Sechzehntelfinale. Cameron Burgess lenkte in der 11. Minute eine Hereingabe von Folarin Balogun unter Druck von Ricardo Pepi ins eigene Tor, Alex Freeman koepfte in der 44. nach einem abgefaelschten Schuss von Sergino Dest ein - der Treffer zaehlte erst nach einem VAR-Abseits-Check. Pfiff fuehrte mit Felix Zwayer ein DFB-Schiedsrichter, in der Schlussphase plagte ihn ein Wadenkrampf. Mit sechs Punkten aus zwei Spielen ist die Gruppe D sportlich entschieden, das parallele Tuerkei-Paraguay-Resultat am Samstagmorgen in San Francisco klaert nur noch die Tabellenspitze.

11. Minute: Burgess-Eigentor nach Balogun-Linksflanke

Der Plan von Mauricio Pochettino fuer den zweiten Auftritt war ein anderer als beim 4:1 gegen Paraguay im SoFi Stadium. Christian Pulisic war wegen Problemen im Wadenbereich nur Bankoption, Ricardo Pepi rueckte in die Startelf. Folarin Balogun, im Auftaktspiel mittiger Strafraumstuermer, schob auf die linke Aussenbahn. Pochettino plante die Tore aus Pepis Strafraumarbeit und der Schnelligkeit ueber Balogun.

Schon der erste Strafraumangriff produzierte die Fuehrung. Balogun zog in der 11. Minute aus dem linken Halbraum los, spielte flach in den Sechzehner auf Pepi und drueckte den Innenverteidiger Cameron Burgess in eine misslige Klaerungssituation. Der 30-Jaehrige Swansea-Profi, geboren in Aberdeen und seit 2014 fuer Australien spielberechtigt, faelschte den Ball mit gestrecktem Bein in Richtung eigenes Tor - Torwart Maty Ryan war chancenlos. 1:0 USA, das Stadion stand. Es war das achte Eigentor der WM 2026, beguenstigt durch eine Eroeffnungsphase, in der Pochettinos Druck-Plan sofort Wirkung zeigte.

44. Minute: Freemans Kopfball nach Dest-Abpraller und VAR-Check

In der 16. Minute haemmerte Balogun den Ball aus 18 Metern halbhoch unter die Latte - ein Treffer fast wie beim Doppelpack aus dem Vorbericht-MD1, aber bereits der zweite Abseits-Annullierungsmoment nacheinander gegen die US-Spitze. Australien stabilisierte sich danach kurz, kam in der 27. ueber einen Boyle-Linksvortrag erstmals vor das US-Tor, fand aber kein Volumen. Die Sechzehnerlinie um Tim Ream und Chris Richards verteidigte erneut hoch, Tyler Adams und Weston McKennie pressten die Achterposition kompakt.

Kurz vor dem Pausenpfiff fiel die Vorentscheidung. Sergino Dest zog aus 22 Metern halbrechts ab, der Schuss wurde im Strafraum abgefaelscht und rutschte gefaehrlich ueber die Sechzehnerkante - dort stand Alex Freeman, der 21-jaehrige Rechtsverteidiger von Villarreal CF, und koepfte den Ball in das lange Eck ein. Der Treffer wurde zunaechst wegen Abseits annulliert, der VAR untersuchte sowohl Freeman als auch Pepi - keiner stand im Abseits, der Treffer zaehlte. 2:0 in der 44., Halbzeitfuehrung im selben Modus wie eine Woche zuvor in Inglewood.

Pulisic-Wadenproblem: Pepi rueckt in die Startelf

Die Pulisic-Episode begann im MD1. Pochettino hatte den Milan-Profi zur Pause gegen Paraguay vom Platz genommen, obwohl er bis dahin der auffaelligste US-Akteur war. Nach Abpfiff begruendete der Argentinier den Wechsel mit der Belastung der vergangenen Wochen: ‘Es fiel ihm schwer zu laufen.’ Eine Verletzung schloss er aus, der Wadenbereich war aber bereits markiert.

Gegen Australien blieb Pulisic vorsichtshalber auf der Bank. Pochettino schob Balogun nach links, dorthin, wo Pulisic den Auftakt dominiert hatte, und setzte Pepi zentral als Sechzehnerstuermer. Die Anpassung funktionierte sofort: Balogun lieferte den Assist zum 1:0, Pepi band Burgess in das Klaerungs-Manoever. Pulisic kam erst in der 71. fuer Balogun aufs Feld, mit einer halben Stunde Spielpraxis im Kontingent fuer das letzte Gruppenspiel gegen den Iran am 24. Juni. Pochettino sprach nach Abpfiff von einem ‘great game’ und lobte besonders die taktische Disziplin der Defensivkette.

Felix Zwayer pfeift durch - mit Wadenkrampf in der Schlussphase

Pfiff fuehrte Felix Zwayer, 44, aus Berlin, einer von drei DFB-Schiedsrichtern bei dieser WM, an der Seite von Daniel Siebert und Sascha Stegemann. Zwayer war 2012 FIFA-Schiedsrichter geworden und hatte bereits in Katar 2022 gepfiffen. In Seattle leitete er Spiel souveraen, die VAR-Abseits-Pruefung beim 2:0 lief routiniert ab. In der Schlussphase machte sich bei dem ehemaligen Bundesligaprofi ein Wadenkrampf bemerkbar, er behandelte sich kurz selbst, blieb aber auf dem Platz und pfiff bis zum Schlusspfiff durch.

Die parallele Linie zum VAR-Novum von Schiedsrichter Makkelie beim MD1-Auftakt im SoFi Stadium ist auffaellig: Beide US-Spiele waren VAR-affin, beide haben einen DFB-Bezug (Zwayer aktiv, Makkelie mit der oeffentlich verkuendeten VAR-Entscheidung). Die FIFA arbeitet in den Vorrunden-Spielen sichtbar mit der Eingangs-Phase der neuen VAR-Public-Disclosure-Linie, die der Verband seit der Klub-WM 2025 testet.

Sechzehntelfinale fix: USA folgt Mexiko als zweiter Gastgeber

Sechs Punkte aus zwei Spielen, Tordifferenz +5 - die USA folgt Mexiko als zweite Gastgeber-Nation vorzeitig ins Sechzehntelfinale. Erstmals kommen 32 statt 16 Mannschaften in die K.-o.-Runde, alle 48 Teilnehmer spielen drei Vorrundenspiele, die acht besten Gruppendritten kommen weiter. Die Gruppe-D-Tabelle vor dem dritten Spieltag ist klar: USA 6 Punkte, Australien 3 (1 Sieg gegen Tuerkei), Tuerkei und Paraguay je 0 Punkte vor ihrem direkten Duell am Samstagmorgen in San Francisco.

Fuer die USA geht es im letzten Vorrundenspiel gegen den Iran am 24. Juni in Inglewood nur noch um den Gruppensieg und damit um den moeglichen K.-o.-Gegner. Bei einem Tuerkei-Sieg oder -Remis gegen Paraguay haette die USA bereits vor MD3 den ersten Platz sicher. Pochettino kuendigte fuer das Iran-Spiel Rotation an: ‘Wir haben drei Punkte zu sichern und Beine zu schonen.‘

Australien: Popovics Plan und das doppelte Pech

Die Australier kamen mit drei Punkten aus dem 2:0 gegen die Tuerkei in Vancouver nach Seattle und mit der vorsichtigen Hoffnung, gegen den Gastgeber zumindest einen Punkt zu rauben. Trainer Tony Popovic stellte ein 4-4-2 mit dem Irankunda-Mabil-Toure-Trio in der Schluesselrolle, das bereits gegen die Tuerkei den Unterschied gemacht hatte. Gegen das US-Tempo wirkte das Konzept aber zaeh, Irankunda wurde von Freeman frueh gebunden, Mabil fand kaum Anschluss an Toure.

Das Burgess-Eigentor nach elf Minuten zwang Popovic in einen Modus, der nicht der seine ist. Australien musste hoch verteidigen, was Pochettino in die Karten spielte. Die einzige hochkaraetige australische Chance fiel in der 62., als Volpato aus fuenf Metern frei vor US-Torwart Matt Freese stand und das Tor um einen halben Meter verfehlte. In der 52. hatte Antonee ‘Jedi’ Robinson eine US-Grossgelegenheit zugelassen, Balogun scheiterte aber an einer Circati-Grätsche.

Fuer Australien bleibt die Sechzehntelfinal-Tuer geoeffnet. Mit drei Punkten und voraussichtlich nicht zu schlechtem Torverhaeltnis duerfte ein Sieg gegen Paraguay in der Schlussrunde reichen. Popovic sprach nach Abpfiff von einem ‘verlorenen Spiel, das nicht verloren werden musste’ - eine Aussage, die das ungluecklliche Eigentor und den VAR-Check beim 0:2 bekommen mitnimmt.

Was am Samstag in San Francisco entschieden wird

Am Samstag spielt um 06:00 MESZ in San Francisco die Tuerkei gegen Paraguay im zweiten Gruppe-D-Spiel. Beide Mannschaften brauchen einen Sieg, um nicht vorzeitig in die Ausstiegszone zu rutschen. Fuer die USA hat das Spiel insofern Bedeutung, als ein Tuerkei-Sieg den Gastgeber bereits vor MD3 als Gruppensieger fixieren wuerde - der USA-Gegner im Sechzehntelfinale waere dann der Zweite der Gruppe C (Marokko / Schottland / Haiti / Saudi-Arabien).

Bei einem Paraguay-Sieg bliebe die Tuerkei chancenlos, Paraguay zoege mit Australien gleich, und das letzte Gruppenspiel zwischen Australien und Paraguay am 24. Juni in Glendale wuerde direkt das Sechzehntelfinal-Ticket entscheiden. Fuer die USA ist die Lage stabil: vier Punkte trennen sie nach MD2 vom Rest des Feldes, Pulisics Wadenfrage ist die wichtigste Personalie fuer das Iran-Spiel - und Pochettino hat eine Woche Zeit, die Wadenmuskulatur seines Schluesselspielers zu beruhigen.

Autor

Marco Feldmann

Redakteur Internationaler Fußball

Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.

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