WM-Finale 2026: FIFA halbiert die Halbzeitshow - nur elf Minuten für Madonna, Shakira und BTS
FIFA-Organisationschef Hugh Evans stellt für die WM-Finale-Halbzeitshow im MetLife Stadium nur elf Minuten in Aussicht - eine Kehrtwende zu den zuvor kolportierten 25 Minuten für Madonna, Shakira und BTS.
Von Marco Feldmann 03. Juli 2026
Es ist die Kehrtwende, die vor allem Trainer und Sportmediziner freuen dürfte: Die erste offizielle Halbzeitshow der WM-Geschichte wird nicht die befürchteten 25 Minuten dauern, sondern nur elf. FIFA-Organisationschef Hugh Evans hat diese Zahl am Freitag, 3. Juli 2026, im ARD-Studio New York bestätigt - gut zwei Wochen vor dem Endspiel im MetLife Stadium. Damit rudert die FIFA von einer Show-Länge zurück, die im Mai noch fest eingeplant schien und die in unserem ersten Halbzeitshow-Artikel zu Recht als Problem für Spielrhythmus und Spielerschutz eingeordnet worden war.
Das sagt Hugh Evans
Evans, der als Co-Gründer von Global Citizen die WM-Show organisatorisch führt, wählte gegenüber der ARD einen bewussten Ton: “Wir werden uns gegenüber dem Fußball absolut respektvoll verhalten.” Konkret heißt das: elf Minuten reine Show, dazu jeweils rund vier Minuten für Auf- und Abbau der Bühne und der Technik. In Summe 15 Minuten - exakt das Fenster, das die FIFA-Wettbewerbsregeln für eine reguläre Halbzeit vorsehen.
Für den Rhythmus des Finales ist das eine substanzielle Nachricht. Bei rund 25 Minuten hätten Trainer ihre Ansprachen deutlich länger halten müssen, während die Spieler in der Kabine ausgekühlt wären; Mediziner hatten schon im Mai von einem messbar erhöhten Muskel- und Sehnenverletzungsrisiko in der zweiten Hälfte gewarnt. Mit elf Minuten Show plus regulärer Halbzeitroutine bleibt der Ablauf im gewohnten Korridor.
Was Madonna, Shakira und BTS in elf Minuten schaffen
Die Besetzung selbst hat sich nicht verändert. Bestätigt bleiben:
- Madonna, 67, mit dem längsten Katalog und der größten Bühnenroutine des Trios.
- Shakira, mit “Waka Waka” (2010) und “La La La” (2014) faktisch die WM-Sängerin schlechthin.
- BTS, die K-Pop-Gruppe, die im Frühjahr 2025 nach dem südkoreanischen Militärdienst wieder komplett auftritt.
Elf Minuten sind allerdings ein sehr enges Fenster für drei Superstars. Zum Vergleich: Beim Super Bowl LIX in New Orleans 2025 spielte Kendrick Lamar 13 Minuten allein - und ließ dafür rund die Hälfte seiner ursprünglich geplanten Songs weg. Für Madonna, Shakira und BTS bedeutet die neue Vorgabe realistisch drei Minuten pro Act plus rund zwei Minuten Übergänge. Das reicht für einen Signature-Song pro Künstlerin bzw. Band und für höchstens ein gemeinsames Finale - mehr nicht.
Regisseur der Live-Inszenierung ist der Brite Hamish Hamilton, der bereits die Super-Bowl-Halftime-Shows von Rihanna, The Weeknd und Coldplay verantwortet hat und dazu die Olympia-Eröffnungsfeiern von London 2012 und Rio 2016. Hamiltons Handschrift ist bekannt: harte Cuts, hohe Kamera-Frequenz, klare Farbdramaturgie. Genau der Regisseur also, der elf Minuten dicht bespielen kann, ohne dass es hektisch wirkt.
Vom Klub-WM-Modell zurück zur Fußball-Norm
Die Debatte hatte einen konkreten Auslöser: Beim Klub-WM-Finale 2025 im MetLife Stadium hatte Coldplay-Sänger Chris Martin selbst mit Doja Cat, J Balvin und Tems eine rund 25 Minuten lange Show gespielt - offen als Generalprobe für 2026 angekündigt. Genau diese Länge stand seither als Blaupause im Raum. Auch Berichte im Mai und Juni gingen davon aus, dass die WM-Show mindestens ähnlich groß angelegt werde.
Das war nie mit den FIFA-Wettbewerbsregeln vereinbar. Regel 7 der IFAB-Spielregeln setzt die Halbzeit auf maximal 15 Minuten fest; Ausnahmen sind nur unter engen Bedingungen und nur nach vorheriger Genehmigung des Wettbewerbsorganisators zulässig. Die FIFA hätte das Regelwerk also formal ändern müssen - ein Weg, den weder die IFAB noch die europäischen Verbände hätten mitgehen wollen. Der elf-Minuten-Schnitt löst dieses Problem elegant: kein Regelbruch, kein PR-Ärger, aber trotzdem eine “richtige” Halbzeitshow im US-Stil.
Es ist zudem eine Kehrtwende, die zur Linie der FIFA-Wettbewerbsleitung beim Endspiel passt. Auch beim Public-Facing-Regelwerk (Ballwechsel, VAR-Fenster, Ball-im-Aus-Freischaltung) fährt der Weltverband bei diesem Turnier eine restriktivere Linie, als zunächst kolportiert wurde. Die Halbzeitshow ist nun ein weiteres Beispiel dafür.
Was der Finaltag jetzt konkret bringt
Für Zuschauer in Deutschland verändert sich damit vor allem der Ablauf des späten Sonntagabends. Bei einem Anpfiff um 21:00 Uhr MESZ endet die erste Halbzeit gegen 21:45 Uhr. Nach der neuen Planung sieht der Halbzeitkorridor so aus:
- 21:45 - 21:47 Uhr: reguläres Verlassen des Feldes, kurzer Studio-Aufsager
- 21:47 - 21:51 Uhr: Aufbau der Bühne, Live-Inserts (Trainer-Statements, Statistik)
- 21:51 - 22:02 Uhr: die elf Show-Minuten mit Madonna, Shakira und BTS
- 22:02 - 22:06 Uhr: Abbau der Bühne, kurze Analyse durch die Sender
- 22:06 Uhr: Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit
Für ARD, ZDF und die anderen Rechteinhaber der WM-Übertragung heißt das: Die Halbzeit bleibt planbar. Werbeinseln, Analyse-Zeit, und der Übergang zum Wiederanpfiff verschieben sich nicht - anders als bei 25 Minuten, wo praktisch die gesamte Halbzeitregie hätte neu geplant werden müssen.
Ein Vorbild, das kein Vorbild bleiben muss
Ob elf Minuten nun der neue Standard für WM-Finals werden, ist offen. Die FIFA hat sich für 2026 klar positioniert, für 2030 und darüber hinaus liegt nichts vor. Sollte Global Citizen 2026 einen Erfolg landen - hohe Streaming-Reichweiten in Asien, gute Kritiken zu Madonna, Shakira und BTS -, dürfte der US-amerikanische Musikmarkt für 2030 in Marokko/Portugal/Spanien schon vor dem Anpfiff wieder auf 20 Minuten drängen. Die europäischen Verbände hätten dann einen Präzedenzfall, auf den sie sich berufen können: elf Minuten reichen. Alles darüber ist Zugabe - und Zugaben sind bei einem WM-Finale erfahrungsgemäß nicht der Job der Sängerin.
Autor
Marco FeldmannRedakteur Internationaler Fußball
Marco Feldmann hat den Blick auf den Weltfußball: WM-Qualifikation in allen Konföderationen, die 48 WM-2026-Teilnehmer, die Klub-WM und Geheimfavoriten. Bei fussballweltmeisterschaft.online ordnet er ein, wer in Nordamerika für Überraschungen sorgen kann.
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